[MMT] Ein feste Burg wird sie gewesen sein
Verfasst: Donnerstag 16. Oktober 2025, 22:24
(Fortsetzung von "Blutherbst" - oder auch ein "Spin-Off")
Sir von Alsted würde den misslungenen Angriff auf die Burg der rahaler "Bruderschaft" - was für eine hanebüchene Bezeichnung einer Versammlung von ehrlosen priveligierten Totschlägern im Namen Alatars - also nicht auf sich sitzen lassen. Na schön.
"Er kann auf mich zählen!" Auch ihn wurmte es, dass er irgendwie sinnloserweise die ganze Zeit zuvor die Füße still gehalten hatte und dann als Eichhörnchen mitgekommen und unverrichteter Dinge in Valentins Kapuze zurück geschaukelt worden war. Auch wenn das eine sehr komfortable Form des Transport gewesen war, das musste man schon sagen. Jedenfalls besser als die Drohung von Elisabeth, ihn in menschlicher Gestalt vom Hospital zum Adelsviertel quer durch die Stadt zu tragen.
Aber gut. Zurück zur Burg. Die aus ungehörig viel Stein gebaut war. Morgosh Hammergrund hatte ihm gemütlich einen halben Vortrag darüber gehalten, wie viel Hitze Basalt aushielt, als er hörte, dass man menekanisches Brandöl gegen die Burg hatte einsetzen wollen.
Und dass ausgerechnet tragende Elemente der Burg dann nur aus Holz sein würden, das gut brannte... mh, eher unwahrscheinlich.
Er lehnte sich vor. Der Gedanke kam ihm nicht erst jetzt, und mit irgendwem hatte er doch auch schon darüber geredet, als er die Geschichte von Adorans Zerstörung zum ersten Mal gehört hatte, mit wem war das gewesen? Nyome? Arne?
"Diese Käfer, die Adoran zerstört haben, so dass man es mit Lydit neu bauen musste... fressen die eigentlich auch Basalt?", fragte Aaryon interessiert.
Das wusste Morgosh nicht zu sagen. Er wusste nur, dass die Felsenbeißer, die die Kaluren nutzten, Basalt nicht besonders mochten. "Nicht mal die Käfer mögen Rahal!", fuhr es ihm kurz spöttisch durch den Sinn, aber der Gedanke ließ ihn nicht los. Ob man die Käfer gegen die Burg einsetzen konnte?
Morgosh sprach von Tunneln. "Älteste Maßnahme der Welt, Wassergläser auf die Mauern zu stellen, um zu merken, ob es unter der Burg vibriert...", dachte Aaryon skeptisch. Erdbeben? "Ja klar, wir machen mal ein Erdbeben." Er verkniff es sich, unhöflich zu werden. Zumal spätestens mit Magie sehr viel möglich sein mochte. Aber genauso rechnete er damit - und das sagte er auch Morgosh offen - dass die Rahaler und die Erbauer der schon von außen SEHR stabil wirkenden Burg an die üblichsten bedrohenden Einflüsse sicher gedacht hatten.
Egal, wie man es drehte und wendete: sie würden genauere Baupläne der Burg von innen brauchen. Und das bedeutete - er seufzte innerlich - das bedeutete, dass man ihm wieder von allen Seiten den Marsch blasen würde, wie gefährlich das alles für ihn werden könnte.
Fast wollte er seinen Ohren deshalb nicht trauen, als er die Erlaubnis beider gräflichen Kronritter bekam, die Burg auszuspionieren:
"Aye. Unter gebotener Vorsicht. Nehmt jemanden mit, der Schmiere steht", sagte Helisande.
"Bei Temora, macht doch was ihr wollt. Erwartet nur keine Rettung", sagte Heinrik.
Der Kronritter wurde sogar ausführlicher:
"Ich könnte euch darauf hinweisen, welchen Stand ihr im Reich habt." Aaryon nickte ein mal.
"Welche Einschränkung ihr bereits erlitten habt." Aaryon nickte ein mal.
"Den Mangel an Ausbildung, wenn ihr nicht wegfliegen könnt." Aaryon nickte ein mal.
"Ebenso euren Mangel die Konsequenzen eures Handelns oder eurer Pläne begreifen zu können." Aaryon nickte zögernd ein mal.
"Doch am Ende wird Euch dies nicht aufhalten." Er schüttelte bestätigend den Kopf.
Wobei?
"Ihr könntet es mir verbieten, Sir - ich schätze, ich würde mich sogar daran halten", erklärte er höflich. Wirklich, er nahm Heinrik ernst! "Aber wer macht es dann?"
"Außerdem habe ich mir noch Verdienste zu erarbeiten. Und 'gute Feinde', wie es Dame von Alsted nennt. Und Mutter ist zum Schluß mit einer ganzen Armee direkt in Rahal einmarschiert..!
Da war sie Ritter. Und führte die Garde. Und es kamen die Tiefländer unter Falk Hinrah mit. Und Una Llasthobar mit dem Konvent... wie immer es sich damals nannte. Phönix? Ja, irgendwas mit Phönix.
... und jedenfalls werde ich mir dann doch schon mal so eine Burg von innen ansehen können!
Ja, klar. Von der Streckbank aus.
Halt die Klappe!" Er beendete den inneren Disput mit sich. "Immerhin haben sie noch Efeu an den Mauern."
Und die Käfer?
"Ich nehme an euer Plan ist es eine Herde an Käfern aus dem Käfergraben möglichst ungesehen durch feindliches Gebiet zur Burg zu treiben in der Hoffnung das sie jene fressen?", fragte der Kronritter.
"Himmel, hält er mich wirklich für so doof?!" Aaryon beschloss, nicht darauf einzusteigen.
"Ich müsste erforschen, wie sie sich vermehren - ob man heimlich Eier platzieren kann. Wie lange sowas dauert, wie viel sie in welcher Zeit fressen...", drang seine durch den Konvent geförderte wissenschaftliche Neugier durch.
"Erstmal müsste man erforschen, ob sie Basalt fressen", meinte Helisande und schien den Gedanken gar nicht mal so absurd zu finden, was ihn ungemein freute, "Dann finde ich die Idee mit Käferbrut gar nicht mal schlecht. Wir sollten das prüfen."
Heinrik schien eher den praktischen Aspekt daran zu sehen, den Studiosus mit etwas anderem als der Burg zu beschäftigen:
"Erforscht erstmal den Lebenszyklus und die Umstände die ein Schlüpfen der Eier erfordert."
Ja. Klar. Also würde er sich nur im Käfergraben jetzt herum treiben und zuhause Insekteneier studieren... nix da! Das ging auch beides, Käfer UND Burg!
Tatsächlich aber war er am nächsten Tag dann erstmal im Käfergraben: Proben nehmen.


Sir von Alsted würde den misslungenen Angriff auf die Burg der rahaler "Bruderschaft" - was für eine hanebüchene Bezeichnung einer Versammlung von ehrlosen priveligierten Totschlägern im Namen Alatars - also nicht auf sich sitzen lassen. Na schön.
"Er kann auf mich zählen!" Auch ihn wurmte es, dass er irgendwie sinnloserweise die ganze Zeit zuvor die Füße still gehalten hatte und dann als Eichhörnchen mitgekommen und unverrichteter Dinge in Valentins Kapuze zurück geschaukelt worden war. Auch wenn das eine sehr komfortable Form des Transport gewesen war, das musste man schon sagen. Jedenfalls besser als die Drohung von Elisabeth, ihn in menschlicher Gestalt vom Hospital zum Adelsviertel quer durch die Stadt zu tragen.
Aber gut. Zurück zur Burg. Die aus ungehörig viel Stein gebaut war. Morgosh Hammergrund hatte ihm gemütlich einen halben Vortrag darüber gehalten, wie viel Hitze Basalt aushielt, als er hörte, dass man menekanisches Brandöl gegen die Burg hatte einsetzen wollen.
Und dass ausgerechnet tragende Elemente der Burg dann nur aus Holz sein würden, das gut brannte... mh, eher unwahrscheinlich.
Er lehnte sich vor. Der Gedanke kam ihm nicht erst jetzt, und mit irgendwem hatte er doch auch schon darüber geredet, als er die Geschichte von Adorans Zerstörung zum ersten Mal gehört hatte, mit wem war das gewesen? Nyome? Arne?
"Diese Käfer, die Adoran zerstört haben, so dass man es mit Lydit neu bauen musste... fressen die eigentlich auch Basalt?", fragte Aaryon interessiert.
Das wusste Morgosh nicht zu sagen. Er wusste nur, dass die Felsenbeißer, die die Kaluren nutzten, Basalt nicht besonders mochten. "Nicht mal die Käfer mögen Rahal!", fuhr es ihm kurz spöttisch durch den Sinn, aber der Gedanke ließ ihn nicht los. Ob man die Käfer gegen die Burg einsetzen konnte?
Morgosh sprach von Tunneln. "Älteste Maßnahme der Welt, Wassergläser auf die Mauern zu stellen, um zu merken, ob es unter der Burg vibriert...", dachte Aaryon skeptisch. Erdbeben? "Ja klar, wir machen mal ein Erdbeben." Er verkniff es sich, unhöflich zu werden. Zumal spätestens mit Magie sehr viel möglich sein mochte. Aber genauso rechnete er damit - und das sagte er auch Morgosh offen - dass die Rahaler und die Erbauer der schon von außen SEHR stabil wirkenden Burg an die üblichsten bedrohenden Einflüsse sicher gedacht hatten.
Egal, wie man es drehte und wendete: sie würden genauere Baupläne der Burg von innen brauchen. Und das bedeutete - er seufzte innerlich - das bedeutete, dass man ihm wieder von allen Seiten den Marsch blasen würde, wie gefährlich das alles für ihn werden könnte.
Fast wollte er seinen Ohren deshalb nicht trauen, als er die Erlaubnis beider gräflichen Kronritter bekam, die Burg auszuspionieren:
"Aye. Unter gebotener Vorsicht. Nehmt jemanden mit, der Schmiere steht", sagte Helisande.
"Bei Temora, macht doch was ihr wollt. Erwartet nur keine Rettung", sagte Heinrik.
Der Kronritter wurde sogar ausführlicher:
"Ich könnte euch darauf hinweisen, welchen Stand ihr im Reich habt." Aaryon nickte ein mal.
"Welche Einschränkung ihr bereits erlitten habt." Aaryon nickte ein mal.
"Den Mangel an Ausbildung, wenn ihr nicht wegfliegen könnt." Aaryon nickte ein mal.
"Ebenso euren Mangel die Konsequenzen eures Handelns oder eurer Pläne begreifen zu können." Aaryon nickte zögernd ein mal.
"Doch am Ende wird Euch dies nicht aufhalten." Er schüttelte bestätigend den Kopf.
Wobei?
"Ihr könntet es mir verbieten, Sir - ich schätze, ich würde mich sogar daran halten", erklärte er höflich. Wirklich, er nahm Heinrik ernst! "Aber wer macht es dann?"
"Außerdem habe ich mir noch Verdienste zu erarbeiten. Und 'gute Feinde', wie es Dame von Alsted nennt. Und Mutter ist zum Schluß mit einer ganzen Armee direkt in Rahal einmarschiert..!
Da war sie Ritter. Und führte die Garde. Und es kamen die Tiefländer unter Falk Hinrah mit. Und Una Llasthobar mit dem Konvent... wie immer es sich damals nannte. Phönix? Ja, irgendwas mit Phönix.
... und jedenfalls werde ich mir dann doch schon mal so eine Burg von innen ansehen können!
Ja, klar. Von der Streckbank aus.
Halt die Klappe!" Er beendete den inneren Disput mit sich. "Immerhin haben sie noch Efeu an den Mauern."
Und die Käfer?
"Ich nehme an euer Plan ist es eine Herde an Käfern aus dem Käfergraben möglichst ungesehen durch feindliches Gebiet zur Burg zu treiben in der Hoffnung das sie jene fressen?", fragte der Kronritter.
"Himmel, hält er mich wirklich für so doof?!" Aaryon beschloss, nicht darauf einzusteigen.
"Ich müsste erforschen, wie sie sich vermehren - ob man heimlich Eier platzieren kann. Wie lange sowas dauert, wie viel sie in welcher Zeit fressen...", drang seine durch den Konvent geförderte wissenschaftliche Neugier durch.
"Erstmal müsste man erforschen, ob sie Basalt fressen", meinte Helisande und schien den Gedanken gar nicht mal so absurd zu finden, was ihn ungemein freute, "Dann finde ich die Idee mit Käferbrut gar nicht mal schlecht. Wir sollten das prüfen."
Heinrik schien eher den praktischen Aspekt daran zu sehen, den Studiosus mit etwas anderem als der Burg zu beschäftigen:
"Erforscht erstmal den Lebenszyklus und die Umstände die ein Schlüpfen der Eier erfordert."
Ja. Klar. Also würde er sich nur im Käfergraben jetzt herum treiben und zuhause Insekteneier studieren... nix da! Das ging auch beides, Käfer UND Burg!
Tatsächlich aber war er am nächsten Tag dann erstmal im Käfergraben: Proben nehmen.





