[MMT] Licht im Herzen
Verfasst: Montag 13. Oktober 2025, 22:45
Der Thronsaal war erfüllt von gedämpftem Murmeln, dem Rascheln edler Stoffe und dem leisen Klirren der Rüstungen der Wachen. Durch die hohen Fenster fiel das letzte Licht des frühen Abends und ließ den Marmor in ruhigen Glanz erstrahlen. In den Reihen der Wartenden stand Leandra, ruhig, aufrecht, die Hände vor sich gefaltet. Ihr Blick lag auf dem König, der auf seinem erhöhten Sitz thronte. Als er schließlich die Hand erhob, legte sich augenblicklich Stille über den Saal. Mit fester Stimme forderte er die Anwesenden auf, ihre Bitten vorzutragen.
Einen Moment lang regte sich niemand, es war fast schon merkwürdig ruhig. Dann trat Leandra hervor. Ihre Schritte hallten klar und gleichmäßig über den Steinboden, begleitet vom leisen Rascheln ihres Gewandes. Kein Zögern begleitete sie mehr – das Zittern früherer Tage war einer ruhigen Gewissheit gewichen. Sie hatte in den vergangenen Monaten gelernt, vor dem König zu stehen, ihre Sache mit Würde und Klarheit zu vertreten. Heute war sie die Erste und sie wusste, was sie begehrte.
Als sie vor dem Thron stand, ging sie in den tiefen Knicks und neigte den Kopf, wie es der Brauch verlangte. Ihr Blick hob sich nach der Aufforderung, fest und ruhig. In stiller Haltung trug sie ihr Anliegen vor – die Bitte um die Veränderung der Kirche, die in ihrer Gemeinde lag, jedoch auch Zentrum des temoranischen Glaubens darstellte, für alle. Schon lange war ihr ein Dorn im Auge, was die anderen kaum beachteten: die schweren Gitter vor den Fenstern, kalt und abweisend, als fürchte das Gebäude das Licht, dem es dienen sollte. Schatten und Metall stellte sich zwischen sich und das Licht, so konnte kein Ort der Offenheit sein.
Der König lauschte. Sein Blick blieb ernst, doch die Regung darin verriet Verständnis. Nach kurzem Schweigen nickte er. Die Entscheidung fiel mit Anmerkungen, doch sie war von Gewicht. Er gestattete die Entfernung der Gitter und mehr noch, er genehmigte eine Erweiterung des Bauwerks. Ein Zeichen königlicher Gunst und ein Vertrauensbeweis. Leandra senkte das Haupt in ehrerbietigem Dank und trat zurück. Die Ruhe, die sie empfand, war von jener Art, die aus dem Wissen wächst, etwas Richtiges getan zu haben.
Tage später stand sie wieder vor der Kirche, den Blick nach oben gerichtet. In Stein gemeißelt, getragen von Bögen und Türmen, die gen Himmel strebten. Doch die Gitter an den Fenstern störten das Bild. Sie nahmen dem Haus seine Würde, seinen offenen Atem. Leandra verschränkte die Arme, trat einige Schritte zurück und ließ ihren Blick über die Fassade wandern. Wie würde das Licht durch offenes Glas fallen? Welche Farben könnte es tragen? Vielleicht Blumen an den Fenstern, vielleicht farbige Glasarbeiten, die das Licht der Göttin in goldenen Tönen brechen ließen? Und was im Inneren?

Dann erinnerte sie sich an den Greifen, an jene Worte über die blaue Flamme des heiligen Lichts, die eines Tages in Adoran erstrahlen sollte. Vielleicht war dies der Ort, an dem sie weiter leuchten sollte. Eine Nische über dem Altar? Eine Flamme, die ewig brannte, Sinnbild des Glaubens und der Hoffnung? Leandra legte die Hand an die Stirn und lächelte müde. Es war ein schöner Gedanke und ein gewaltiges Werk, dafür müsste die Wand am Altar verändert werden, eine Ausbuchtung vielleicht?
Doch anstatt zu verzagen, regte sich Tatkraft in ihr. Sie würde die Sappeure und Steinmetze des Landes befragen, Rat einholen und Hilfe finden. Und dann fiel ihr plötzlich der Gutschein vom Maskenball ein, der noch ungenutzt in ihrer Truhe lag. Er war einst für einen guten Zweck bestimmt gewesen und was wäre besser, als ihn für das Werk des Lichts einzusetzen?
Leandra blickte erneut zur Kirche. Der Wind spielte mit ihrem Haar, und das Abendlicht legte sich wie ein Segen über den alten Stein.
Hier wird kein Schatten liegen – nur Licht, das durch offene Fenster fiel und die Herzen der Gläubigen wärmte. Somit nahm sie das Pergament zur Hand und legte es auf das Brett um nachdenklich niederzuschreiben und dann später in Lichtenthal vor der Kirche aufzuhängen:
Einen Moment lang regte sich niemand, es war fast schon merkwürdig ruhig. Dann trat Leandra hervor. Ihre Schritte hallten klar und gleichmäßig über den Steinboden, begleitet vom leisen Rascheln ihres Gewandes. Kein Zögern begleitete sie mehr – das Zittern früherer Tage war einer ruhigen Gewissheit gewichen. Sie hatte in den vergangenen Monaten gelernt, vor dem König zu stehen, ihre Sache mit Würde und Klarheit zu vertreten. Heute war sie die Erste und sie wusste, was sie begehrte.
Als sie vor dem Thron stand, ging sie in den tiefen Knicks und neigte den Kopf, wie es der Brauch verlangte. Ihr Blick hob sich nach der Aufforderung, fest und ruhig. In stiller Haltung trug sie ihr Anliegen vor – die Bitte um die Veränderung der Kirche, die in ihrer Gemeinde lag, jedoch auch Zentrum des temoranischen Glaubens darstellte, für alle. Schon lange war ihr ein Dorn im Auge, was die anderen kaum beachteten: die schweren Gitter vor den Fenstern, kalt und abweisend, als fürchte das Gebäude das Licht, dem es dienen sollte. Schatten und Metall stellte sich zwischen sich und das Licht, so konnte kein Ort der Offenheit sein.
Der König lauschte. Sein Blick blieb ernst, doch die Regung darin verriet Verständnis. Nach kurzem Schweigen nickte er. Die Entscheidung fiel mit Anmerkungen, doch sie war von Gewicht. Er gestattete die Entfernung der Gitter und mehr noch, er genehmigte eine Erweiterung des Bauwerks. Ein Zeichen königlicher Gunst und ein Vertrauensbeweis. Leandra senkte das Haupt in ehrerbietigem Dank und trat zurück. Die Ruhe, die sie empfand, war von jener Art, die aus dem Wissen wächst, etwas Richtiges getan zu haben.
Tage später stand sie wieder vor der Kirche, den Blick nach oben gerichtet. In Stein gemeißelt, getragen von Bögen und Türmen, die gen Himmel strebten. Doch die Gitter an den Fenstern störten das Bild. Sie nahmen dem Haus seine Würde, seinen offenen Atem. Leandra verschränkte die Arme, trat einige Schritte zurück und ließ ihren Blick über die Fassade wandern. Wie würde das Licht durch offenes Glas fallen? Welche Farben könnte es tragen? Vielleicht Blumen an den Fenstern, vielleicht farbige Glasarbeiten, die das Licht der Göttin in goldenen Tönen brechen ließen? Und was im Inneren?

Dann erinnerte sie sich an den Greifen, an jene Worte über die blaue Flamme des heiligen Lichts, die eines Tages in Adoran erstrahlen sollte. Vielleicht war dies der Ort, an dem sie weiter leuchten sollte. Eine Nische über dem Altar? Eine Flamme, die ewig brannte, Sinnbild des Glaubens und der Hoffnung? Leandra legte die Hand an die Stirn und lächelte müde. Es war ein schöner Gedanke und ein gewaltiges Werk, dafür müsste die Wand am Altar verändert werden, eine Ausbuchtung vielleicht?
Doch anstatt zu verzagen, regte sich Tatkraft in ihr. Sie würde die Sappeure und Steinmetze des Landes befragen, Rat einholen und Hilfe finden. Und dann fiel ihr plötzlich der Gutschein vom Maskenball ein, der noch ungenutzt in ihrer Truhe lag. Er war einst für einen guten Zweck bestimmt gewesen und was wäre besser, als ihn für das Werk des Lichts einzusetzen?
Leandra blickte erneut zur Kirche. Der Wind spielte mit ihrem Haar, und das Abendlicht legte sich wie ein Segen über den alten Stein.
Hier wird kein Schatten liegen – nur Licht, das durch offene Fenster fiel und die Herzen der Gläubigen wärmte. Somit nahm sie das Pergament zur Hand und legte es auf das Brett um nachdenklich niederzuschreiben und dann später in Lichtenthal vor der Kirche aufzuhängen:
![]()
An alle ehrbaren Handwerker, Steinmetze, Sappeure und Baukundige und Helfer des Herzogtums Lichtenthal!
Die ehrwürdige Kirche der Temora in Lichtenthal ruft zur Mithilfe bei einem Werk des Glaubens und der Erneuerung auf.
Im Einvernehmen mit seiner Majestät, Ador Segenus Corbidian Victor von Alumenas der Erste seines Namens, wurde die Erlaubnis erteilt, die bestehenden Gitter an den Kirchenfenstern zu entfernen und den Hauptsitz des Glaubens an unsere heilige Temora zu erweitern!
Gesucht werden daher fähige und gewissenhafte Hände, die mit Sachverstand und Hingabe an der Verschönerung und Öffnung der Kirche mitwirken möchten. Besonders gefragt sind:
- Steinmetze und Bildhauer, die Erfahrung im Umgang mit sakraler Architektur besitzen.
- Schmiede und Baumeister, die bei der sicheren Entfernung der alten Gitter und der statischen Prüfung beraten können.
- Kunsthandwerker, die sich in der Gestaltung lichtdurchfluteter Fenster und Wandbehängen verstehen.
- Helfer, die beim Tragen, Reinigen und potentieller Umgestaltung unterstützen möchten.
Das Werk steht im Zeichen des Lichts, der Offenheit und des Glaubens. Jeder Beitrag, sei es handwerklich, beratend oder helfend – ist ein Dienst an der Göttin und am Volk. Verpflegung werden während der Bauzeit gestellt.
Interessenten mögen sich im Glaubenshaus der temorianischen Kirche zu Adoran melden oder ein schriftliches Gesuch an Hochwürden Leandra Kalveron, Priesterin der Geweihtenschaft der Temora, entsenden.
Wo Schatten weichen, dort kann das Licht wohnen.
Für die Geweihtenschaft der Temora
Gesetzt am 13.Goldblatt 276;,
im Glaubenshaus zu Adoran
Unterzeichnet von
![]()
Priesterin der Geweihtenschaft der Temora



