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[MMT] Licht im Herzen

Verfasst: Montag 13. Oktober 2025, 22:45
von Leandra Kalveron
Der Thronsaal war erfüllt von gedämpftem Murmeln, dem Rascheln edler Stoffe und dem leisen Klirren der Rüstungen der Wachen. Durch die hohen Fenster fiel das letzte Licht des frühen Abends und ließ den Marmor in ruhigen Glanz erstrahlen. In den Reihen der Wartenden stand Leandra, ruhig, aufrecht, die Hände vor sich gefaltet. Ihr Blick lag auf dem König, der auf seinem erhöhten Sitz thronte. Als er schließlich die Hand erhob, legte sich augenblicklich Stille über den Saal. Mit fester Stimme forderte er die Anwesenden auf, ihre Bitten vorzutragen.

Einen Moment lang regte sich niemand, es war fast schon merkwürdig ruhig. Dann trat Leandra hervor. Ihre Schritte hallten klar und gleichmäßig über den Steinboden, begleitet vom leisen Rascheln ihres Gewandes. Kein Zögern begleitete sie mehr – das Zittern früherer Tage war einer ruhigen Gewissheit gewichen. Sie hatte in den vergangenen Monaten gelernt, vor dem König zu stehen, ihre Sache mit Würde und Klarheit zu vertreten. Heute war sie die Erste und sie wusste, was sie begehrte.

Als sie vor dem Thron stand, ging sie in den tiefen Knicks und neigte den Kopf, wie es der Brauch verlangte. Ihr Blick hob sich nach der Aufforderung, fest und ruhig. In stiller Haltung trug sie ihr Anliegen vor – die Bitte um die Veränderung der Kirche, die in ihrer Gemeinde lag, jedoch auch Zentrum des temoranischen Glaubens darstellte, für alle. Schon lange war ihr ein Dorn im Auge, was die anderen kaum beachteten: die schweren Gitter vor den Fenstern, kalt und abweisend, als fürchte das Gebäude das Licht, dem es dienen sollte. Schatten und Metall stellte sich zwischen sich und das Licht, so konnte kein Ort der Offenheit sein.
Der König lauschte. Sein Blick blieb ernst, doch die Regung darin verriet Verständnis. Nach kurzem Schweigen nickte er. Die Entscheidung fiel mit Anmerkungen, doch sie war von Gewicht. Er gestattete die Entfernung der Gitter und mehr noch, er genehmigte eine Erweiterung des Bauwerks. Ein Zeichen königlicher Gunst und ein Vertrauensbeweis. Leandra senkte das Haupt in ehrerbietigem Dank und trat zurück. Die Ruhe, die sie empfand, war von jener Art, die aus dem Wissen wächst, etwas Richtiges getan zu haben.

Tage später stand sie wieder vor der Kirche, den Blick nach oben gerichtet. In Stein gemeißelt, getragen von Bögen und Türmen, die gen Himmel strebten. Doch die Gitter an den Fenstern störten das Bild. Sie nahmen dem Haus seine Würde, seinen offenen Atem. Leandra verschränkte die Arme, trat einige Schritte zurück und ließ ihren Blick über die Fassade wandern. Wie würde das Licht durch offenes Glas fallen? Welche Farben könnte es tragen? Vielleicht Blumen an den Fenstern, vielleicht farbige Glasarbeiten, die das Licht der Göttin in goldenen Tönen brechen ließen? Und was im Inneren?


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Dann erinnerte sie sich an den Greifen, an jene Worte über die blaue Flamme des heiligen Lichts, die eines Tages in Adoran erstrahlen sollte. Vielleicht war dies der Ort, an dem sie weiter leuchten sollte. Eine Nische über dem Altar? Eine Flamme, die ewig brannte, Sinnbild des Glaubens und der Hoffnung? Leandra legte die Hand an die Stirn und lächelte müde. Es war ein schöner Gedanke und ein gewaltiges Werk, dafür müsste die Wand am Altar verändert werden, eine Ausbuchtung vielleicht?

Doch anstatt zu verzagen, regte sich Tatkraft in ihr. Sie würde die Sappeure und Steinmetze des Landes befragen, Rat einholen und Hilfe finden. Und dann fiel ihr plötzlich der Gutschein vom Maskenball ein, der noch ungenutzt in ihrer Truhe lag. Er war einst für einen guten Zweck bestimmt gewesen und was wäre besser, als ihn für das Werk des Lichts einzusetzen?
Leandra blickte erneut zur Kirche. Der Wind spielte mit ihrem Haar, und das Abendlicht legte sich wie ein Segen über den alten Stein.
Hier wird kein Schatten liegen – nur Licht, das durch offene Fenster fiel und die Herzen der Gläubigen wärmte. Somit nahm sie das Pergament zur Hand und legte es auf das Brett um nachdenklich niederzuschreiben und dann später in Lichtenthal vor der Kirche aufzuhängen:
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An alle ehrbaren Handwerker, Steinmetze, Sappeure und Baukundige und Helfer des Herzogtums Lichtenthal!

Die ehrwürdige Kirche der Temora in Lichtenthal ruft zur Mithilfe bei einem Werk des Glaubens und der Erneuerung auf.
Im Einvernehmen mit seiner Majestät, Ador Segenus Corbidian Victor von Alumenas der Erste seines Namens, wurde die Erlaubnis erteilt, die bestehenden Gitter an den Kirchenfenstern zu entfernen und den Hauptsitz des Glaubens an unsere heilige Temora zu erweitern!

Gesucht werden daher fähige und gewissenhafte Hände, die mit Sachverstand und Hingabe an der Verschönerung und Öffnung der Kirche mitwirken möchten. Besonders gefragt sind:

- Steinmetze und Bildhauer, die Erfahrung im Umgang mit sakraler Architektur besitzen.

- Schmiede und Baumeister, die bei der sicheren Entfernung der alten Gitter und der statischen Prüfung beraten können.

- Kunsthandwerker, die sich in der Gestaltung lichtdurchfluteter Fenster und Wandbehängen verstehen.

- Helfer, die beim Tragen, Reinigen und potentieller Umgestaltung unterstützen möchten.

Das Werk steht im Zeichen des Lichts, der Offenheit und des Glaubens. Jeder Beitrag, sei es handwerklich, beratend oder helfend – ist ein Dienst an der Göttin und am Volk. Verpflegung werden während der Bauzeit gestellt.
Interessenten mögen sich im Glaubenshaus der temorianischen Kirche zu Adoran melden oder ein schriftliches Gesuch an Hochwürden Leandra Kalveron, Priesterin der Geweihtenschaft der Temora, entsenden.

Wo Schatten weichen, dort kann das Licht wohnen.

Für die Geweihtenschaft der Temora
Gesetzt am 13.Goldblatt 276;,
im Glaubenshaus zu Adoran
Unterzeichnet von
Hochwürden Leandra Kalveron
Priesterin der Geweihtenschaft der Temora
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Verfasst: Dienstag 14. Oktober 2025, 11:16
von Elibell-Aenn Eichengold
Jedes Mal wenn sie ein Werk vollendet, ein Projekt abgeschlossen hat, führt sie zu unterschiedlichen Tageszeiten gemütlicher Gang durch Adoran. Mal durch das ruhige Adelsviertel, mal durch das fröhliche Treiben des Marktplatzes, mal durch die laute Geschäftigkeit des Hafens, mal durch die Stille des Friedhofes und immer zur und in die Kirche.
Wie oft hatte sie schon auf dem Vorhof gesessen, einen Skizzenblock auf dem Schoß, oder hinter einer Staffelei? Wie oft hatte sie die Kirche auf Leinwand gebannt? Mal als einfache Kohlezeichnung, mal in Öl? Mal beim Sonnenaufgang, wo Tau noch auf den Grasspitzen glitzert, mal zur Zeit wo die Sonne am höchsten steht und die Dachschindeln zum leuchten bringt, mal zur Abendstunde, wo die untergehende Sonne die ganze Stadt in die schönsten Rot-, Gelb-, Orange- und Violetttöne taucht.
Dieses Mal währte der Spaziergang kürzer, denn nachdem sie den Aushang Leandras erblickte, beeilte sie sich Heim zu kommen, um kurze Zeit später einen Boten zum Kloster zu Leandras Händen zu senden.



Kunststübchen Eichengold
Am 14. Goldblatt 268


Die lichten Götter zum Gruße hochverehrte Hochwürden Kalveron!


Mit Entzücken und wachsender Begeisterung las ich Euren Aushang bezüglich der Verschönerung unserer Kirche.
Sehr gern würde ich Euch in einem Gespräch meine Idee zur neuen Fensterverglasung nahe bringen.
Bitte lasst mich wissen, wann es Euch zeitlich genehm wäre.


Mit hochachtungsvollen Grüßen,



Elibell-Änn Eichengold

Meisterliche Holzarbeiten, Schnitz- & Lehmkunst, Portrait-, Landschafts- & Glasmalerei

Verfasst: Dienstag 14. Oktober 2025, 13:44
von Aaryon von Hohenfels
Ein freudiges Lächeln legte sich auf seine Lippen, als er den Aushang entdeckte. Schon oft, und spätestens, seit er in Adoran wohnte, hatte er die Kirche zum Gebet genutzt und fand Teile der Gestaltung befremdlich: die Kargheit allem voran. Daneben aber das detailreich eingerichtete Glaubenshaus...
Gut - eine Kirche war kein Ort zum "Wohnen und Wohlfühlen", gar keine Frage. Aber dieses sterile, fast tote kündete in seinen Augen einfach nur von einer Gleichgültigkeit, die dieser Ort des Glaubens einfach nicht verdient hatte.
Hier könnte man doch so viel machen!
Kaum hatte er beim Gebet im Innern diesen Gedanken zugelassen, als ihm auch schon ein bis zwei konkretere Ideen kamen... Er war kein Baumeister, kein Handwerker, aber Leandra wäre doch sicher für Gespräche und Ideen offen?

So schickte er einen Boten zum Kloster und zur Lichtwacht-Festung, um ihr mit der gebotenen Höflichkeit ausrichten zu lassen, dass der Hochedle von Hohenfels sich sehr freuen würde, wenn ihre Hochwürden Zeit für austauschendes Gespräch zu Ideen der Kirchengestaltung findet.

Verfasst: Dienstag 14. Oktober 2025, 15:07
von Innes Ontanu
Wenn die Freundin rief, würde Innes es sich nicht nehmen lassen und selbstverständlich ihre Hilfe anbieten und so fand sich wenig später, ein kleiner, sorgsam gefalteter Zettel in Leandras Postkasten.

Liebe Freundin,
trag mich bitte ein als Helferin. Natürlich bin ich dabei.

Gruß und Kuss
Innes

Verfasst: Dienstag 14. Oktober 2025, 16:43
von Serina Marcel
Eine kurze Nachricht ergeht an die Kirche zu Adoran.

Temora mit euch Hochwürden Kalveron!

Ich mag zwar nur eine einfache Holzhandwerkerin sein. Doch bin ich gern bereit meine helfende Hand zur Verfügung zu stellen, wo immer es bei den Umbauten nötig und brauchbar scheint.

Hochachtungsvoll

Serina Marcel
Schreinermeisterin und Bognermeisterin zu Kronwalden

Re: [MMT] Licht im Herzen

Verfasst: Dienstag 21. Oktober 2025, 16:54
von Leandra Kalveron
Im Kaminzimmer herrschte jene besondere Ruhe, die nur nach langen, zermürbenden Diskussionen entsteht. Die vier Geweihten saßen einander im Halbrund gegenüber und das Feuer im alten Steinofen war gerade in jenes goldene Glimmen übergegangen, das weder laut noch hektisch wirkte – sondern still und wachsam. Das erste Thema des Abends, eines das seit Monaten über ihren Zusammenkünften gelegen hatte, war endlich gelöst. Es sollte endlich Gerechtigkeit bringen. Die Idee war gut, bald schon sollte es zur Umsetzung kommen.


Dann richteten sich die Blicke an Leandra, die ein weiteres Thema einbringen wollte. Sie hatte mit ruhiger Bestimmtheit erklärt, worum es in ihrer Bitte an den König gegangen war, lediglich um die Entfernung der schmiedeeisernen Gitter an den Fenstern der Adoraner Kirche, die damit mehr an Kerkergemäuer erinnerten als an ein geheiligtes Haus. Eine würdige Korrektur, nicht mehr. Doch der König war weiter gegangen, als irgendwer erwartet hatte. In seiner Antwort hatte er nicht nur zugestimmt, sondern beiläufig vermerkt, man könne im selben Zuge auch über bauliche Erweiterungen sprechen.
Antorius war bereits sichtbar ermattet. Berenguer war natürlich nicht Einverstanden das man nicht zuvor darüber Sprach, jedoch eine gewisse Milde war vorhanden, eine Geste, die mehr von Verdruss über den Zeitpunkt zeugte als von Ablehnung des Inhalts. Raia richtete sich auf wie eine Flamme, die genau auf diesen Funken gewartet hatte.

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Die Gedanken formten sich schnell.
Ein Durchgang. Kein symbolischer, sondern ein tatsächlicher – zwischen Glaubenshaus und Kirche. Nicht nebeneinander – verbunden. Aurael hatte wohl einst darüber gesprochen, nun könnte es Wirklichkeit werden. Dann wuchsen die Ideen. Raum nicht nur für Bewegung, sondern für Begegnung. Ein Besprechungszimmer. Eine offene Bibliothek – nicht Archivarisch, sondern durchschreitbar, zugänglich für Pilger, Schüler, Suchende. Ein weiterer Gebetsort, vielleicht ein stiller Hof des Lichts im Freien? Und dann würden dann noch Ideen aus der Bevölkerung kommen.
Emsig wurden die Ideen aufgeschrieben und Leandra machte sich dann einige Tage später wieder auf den Weg ins Glaubenshaus, um dann auch die Post, die bereits zuvor gesichtet wurde nebeneinander zu legen und einige Antwortschreiben zu verfassen und an die entsprechenden Personen zu schicken:

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An Elibell-Änn Eichengold,
Kunststübchen Eichengold

Temoras Segen mit Euch,
hochgeschätzte Meisterin Eichengold,

mit wahrer Freude las ich Eure Zeilen und das wir auf Euer Geschick in der Holz,
wie auch Glaskunst, zählen können. Sehr gern möchte ich Eure Gedanken zur Fensterverglasung hören.
Sobald sich eine ruhige Stunde im Glaubenshaus ergibt, werde ich Euch zeitnah benachrichtigen,
gern auch sehr kurzfristig, wenn es Euch genehm ist.

Temoras Licht mit Euch und mein herzlicher Dank.

Für die Geweihtenschaft der Temora
Gesetzt am 23.Goldblatt 276;,
im Glaubenshaus zu Adoran
Unterzeichnet von
Hochwürden Leandra Kalveron
Priesterin der Geweihtenschaft der Temora
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An den Hochedlen Aaryon von Hohenfels

Temoras Segen mit Euch,
Hochedler von Hohenfels,

mit Dank und innerlicher Freude nahm ich Eure Nachricht entgegen. Es bewegt mich zutiefst, dass auch
Ihr den Ruf nach würdigerem Antlitz für unsere Kirche verspürt. Euer Interesse an einem
Gedankenaustausch ehrt den Ort wie die Geweihtenschaft. Sobald sich eine passende Stunde im
Glaubenshaus bietet und gern auch auf spontane Weise, werde ich Euch wissen lassen, dass die
Türen offenstehen, auf dass wir erste Gedanken teilen mögen.

Temoras Blick möge stets über Euch wachen,

Für die Geweihtenschaft der Temora
Gesetzt am 23.Goldblatt 276;,
im Glaubenshaus zu Adoran
Unterzeichnet von
Hochwürden Leandra Kalveron
Priesterin der Geweihtenschaft der Temora
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An Innes Ontanu

Geliebte Freundin,

deine Nachricht hat mich mit einem Lächeln erreicht und zugleich war sie mir selbstverständlich.
Dass ich auf dich zählen darf, ist uns nicht nur Hilfe, sondern verleiht Würze.
Doch hoffe ich nicht zuviel Würze, sonst muss man sie abwaschen!
Sobald sich etwas regt, gebe ich dir dann bescheid.

In Verbundenheit und Temoras wärmendes Licht,

Für die Geweihtenschaft der Temora
Gesetzt am 23.Goldblatt 276;,
im Glaubenshaus zu Adoran
Unterzeichnet von
Hochwürden Leandra Kalveron
Priesterin der Geweihtenschaft der Temora
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An Meisterin Serina Marcel zu Kronwalden

Temoras Segen mit Euch,
Fräulein Marcel,

mit Dankbarkeit nahm ich Euer hilfsbereites Wort entgegen. Es ist mir von
wahrer Freude, dass auch aus Kronwalden eine bereitwillige Hand nach
Adoran gereicht wird. Eure Gabe und Eure Kunstfertigkeit sind hoch angesehen,
konnten bereits bei den Märkten betrachtet werden, so ist Eure Hilfe uns sehr willkommen.

Sobald die Planungen weiter geschritten sind und man Begehungen vollrichtet, werde ich Euch hierzu sehr gern einladen,
doch gewiss könnt ihr auch einfach so einmal im Glaubenshaus vorbei sehen, wenn jenes geöffnet ist.

Temoras Schwingen mögen Euch stets behüten,

Für die Geweihtenschaft der Temora
Gesetzt am 23.Goldblatt 276;,
im Glaubenshaus zu Adoran
Unterzeichnet von
Hochwürden Leandra Kalveron
Priesterin der Geweihtenschaft der Temora

Re: [MMT] Licht im Herzen

Verfasst: Donnerstag 23. Oktober 2025, 10:48
von Elibell-Aenn Eichengold
Ein Bote erscheint bei Hochwürden Kalveron und lässt ausrichten, dass Meisterin Eichengold sich über das Schreiben sehr erfreut gezeigt habe und selbstredend auch zu einem kurzfristig anberaumten Gespräch zur Verfügung steht.

Re: [MMT] Licht im Herzen

Verfasst: Mittwoch 5. November 2025, 00:29
von Leandra Kalveron
Leandra verweilte einen Moment still, fast andächtig neben Elibell, als das mitgebrachte Beispielglas im Licht zu leuchten begann. Die Farben wanderten langsam über den alten Steinboden, als würden sie von selbst leben. Das Glas zeigte eine feine, unregelmäßige Struktur, die die Lichtbrechung veränderte. Schmale, bleigefasste Linien hielten die einzelnen Stücke zusammen, eine Technik, die das Licht an den Rändern leicht ablenkte, wodurch die Farben sich auffächerten und überlagerten. Die Bleiränder dienten dabei nicht nur der Stabilität, sondern auch als Begrenzung, an der das Licht in verschiedene Wellenlängen zerfiel.
Es war ein Zusammenspiel aus Handwerkskunst, Materialspannung und Glasdicke.
Leandra betrachtete die Erklärung mit einer Mischung aus Faszination und Ratlosigkeit. Die Feinheiten des Handwerks blieben ihr fremd, doch das Ergebnis sprach für sich. Das Glas wirkte lebendig, wie ein Stück des Himmels.
Ein paar Tage später begann die praktische Arbeit. Die Priesterin rückte einige Möbelstücke umher, da drin hatte sie in all der Zeit schon viel Übung. Hier eine Vase zur Seite schieben, da einen Wandbehang abhängen. Draussen wurden mit einem kleinen Spaten bewaffnet die Pflanzen aus den Pflanzkästen an der Stelle, die bald mit einem Mauerwerk bebaut werden sollte, auszugraben und umzusetzen. Zwar war es schon einige Zeit her, in der sich Leandra im Blumenmeer vergraben hat, doch irgendwie war dies doch etwas schönes, erfüllendes.

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Es soll doch alles vorbereitet sein, wenn dort ein Durchbruch ins Gestein geschlagen wird. Als der Tag sich neigte und das Werk für heute getan war, setzte sich Leandra an ihren Schreibtisch und zog frisches Pergament hervor. Die Feder tunkte sie bedächtig in das dunkle Tintenfass, bevor sie zu schreiben begann. Ein besonderer Abschrieb wurde zu den Sappeuren gesandt, wie auch zu den Personen, die bereits ihre Hilfe angeboten haben, doch auch öffentlich wurde eingeladen, halt an alle die Helfen möchten:

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An die ehrwürdigen Helfer,

Die Kirche der Heiligen Temora ersucht Eure Hilfe am kommenden
sechsten Tag der Woche ab der 17ten Stunde. Es gilt, einen
Durchbruch zwischen Glaubenshaus und Kirche nach Plan vorzunehmen,
ebenso sollen die Gitter beseitigt und die Steinmetze und Schmiede eingeladen werden,
um die Mauer für den Durchgang zu errichten.
Mögliche Verglasungen sollen ausgetauscht und aufbereitet werden.

Ein jeder sei eingeladen, wenn es seine Pflicht und Zeit zulässt, einfach dazu zu kommen.
Über weitere Verschönerungen und Vorschläge sei man auch noch an diesem Tag offen.
Für Verköstigungen wird natürlich sorge getragen.


Möge das Licht Temoras Euch leiten bei Eurem Werk.

Für die Geweihtenschaft der Temora
Gesetzt am 05.Rabenmond 278;,
im Glaubenshaus zu Adoran
Unterzeichnet von
Hochwürden Leandra Kalveron
Priesterin der Geweihtenschaft der Temora
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Re: [MMT] Licht im Herzen

Verfasst: Montag 10. November 2025, 20:07
von Arne Levar
Nachdem zwei Tage vergangen waren, an welchen umfangreiche Arbeiten an der KIrche und am Glaubenshaus in Adoran vorgenommen wurden, machte sich Arne auf den Weg dorthin.

Das Packpferd wurde beladen, Steine Holz und vorgefertigter Mörtel wurden aufgeladen. Das arme Pferd hatte ganz schon zu schleppen. Vorbei am Rittersee, dann den Weg entlang zwischen den beiden Wäldern zog Arne mit seinem Pferd gen Adoran. Zum Glück hatten die Gardisten wohl schon die Banditen beseitigt, die auf dem Weg immer ihr Unheil trieben.

Glücklich am Stadttor angekommen, nickte er den Wachen zu und zog hinein ins Innere von Adoran, immer in Richtung der Kirche. Dort angekommen lud er das Material, welches er für den Gang vom Glaubenshaus zur Kirche benötigte, ab. Danach brachte er sein Pferd zum Stallburschen im Adelsviertel.

Bevor er mit der Arbeit begann, stärkte er sich noch einmal ausgiebig mit Speiß und Trank. Er band sich seine Schürze um und rührte den ersten Mörtel an. Danach ging er zum schon fertigen Fundament und begutachtete die Festigkeit. Vorsichtig setzte er einen Fuss darauf und belastete das Fundament mit seinem Körpergewicht. Dieses machte einen stabilen Eindruck, also konnten die Bauarbeiten beginnen.
Zuerst verstärkte er beide Durchgänge, den im Glaubenshaus der neu neben dem Kamin geschaffen wurden und danach den Durchgang zur Kirche.

Dann im Anschluss daran zog er die westliche Wand hoch. Es war eine einfache Arbeit, die er da verrichtete und auch nicht sehr aufwendig. Reihe für Reihe wuchs die Wand nach oben, die Steine wurden dabei im Verbund gesetzt, um der Wand mehr Haltbarkeit und Stabilität zu geben.

Nachdem die erste Wand hochgezogen war, gönnte er sich noch einmal eine Pause. Er hatte Glück mit dem Wetter, die Herbstsonne schien vom Himmel herab und die Temperaturen waren noch angenehm, für eine Arbeit im Freien.

Dann machte er sich an die zweite Wand im Süden. Auch dieser Teil lief glatt. Als alles fertig war, deckte er den Durchgang mit ein paar Lederbahnen ab. Nun musste er wieder etwas warten, ehe er das Dach bauen konnte. Wenn das schöne Wetter anhielt, sollte er die Arbeiten in zwei Tagen abschließen können.

Re: [MMT] Licht im Herzen

Verfasst: Dienstag 18. November 2025, 17:41
von Arne Levar
Wieder sind einige Tage vergangen. Aber auf Grund eines hohen Arbeitsaufkommens war Arne nicht dazu gekommen, das Dach am Gang vom Glaubenshaus zur Kirche fertig zu machen. Nun hat er sich aber die Zeit genommen und beginnt mit der Arbeit. Die vorbereitenden Arbeiten für den Dachstuhl hatte Serina im Laufe der Woche schon gefertigt.

Zusammen brachten sie das Gerüst, über die noch vom Mauerbau stehenden Gerüste, nach oben auf die Mauern des Ganges an. Die Verbindung zwischen Holz und Gemäuer wurde mit langen Metallstiften hergestellt, so dass der Dachstuhl auch festsaß und nicht gleich vom ersten Sturm heruntergefegt würde.

Auf den Dachstuhl stehend wurden die Ziegel in derselben Farbe wie auf dem Glaubenshaus und der Kirche verwendet. Vom unteren Dachrand wurden die Dachpfannen Reihe für Reihe und versetzt zueinander bis zum Dachfirst gesetzt. Den Abschluss an der höchsten Spitze bildeten dann die Dachfirstziegel. Dieser war oben rund gewölbt und lag auf jeder Seite auf den Dachpfannen auf und verhinderte so, das Wasser unter die Ziegel gelangte.

Als die Arbeit getan war gönnten sich Serina und Arne ein Bier, räumten die Gerüste wieder weg und gingen danach jeder wieder seiner Arbeit nach.

Re: [MMT] Licht im Herzen

Verfasst: Samstag 13. Dezember 2025, 21:39
von Elibell-Aenn Eichengold
Das große Westfenster in der Kirche Adorans hatte durch die wechselnden Wettereinflüsse gelitten. Das Buntglas hatte an Leuchtkraft verloren und die das Buntglas umfassenden Eisenrunen waren spröde geworden und ließen etwas Feuchtigkeit durch.
Dem sollte mit kleinem Umbau an der Kirche nun auch Abhilfe geschaffen werden.

Mit einem Lächeln erinnerte sich Elibell-Änn an die Zusage von Hochwürden Kalveron, sich dieser Arbeit annehmen zu dürfen. Es sollte ein wahres Kunstwerk werden.
Dieses Fenster würde jedermanns Blick auf sich ziehen, sowie man das Kirchenschiff betrat.
Der Lichteinfall würde die leuchtenden Farben verteilen. Auf dem Altar, auf dem Boden, gar an den Wänden. Licht und Schatten würden für ein lebendiges Spiel sorgen. Das Fensterbild aber soll nicht nur den Raum, sondern auch die Seelen der Betrachter berühren.
Dies war nicht nur ein Akt des Handwerks, sondern ein Akt der Hingabe.

Sie sah zu, wie das alte Kirchenfenster herausgeschlagen wurde. Mit leisem Bedauern betrachtete sie die zerbrochenen Überreste. Jede Scherbe trug Erinnerung an das, was gewesen war.
„Alles muss neu werden. Die Farben, die Formen, die Linien, das ganze Bild. Es muss ein neues Licht entstehen.“, murmelte sie zu sich selbst.

Nach den Maßen die das neue Fenster erhalten soll, legte sie Papier wie einen Teppich auf dem Boden aus. Mit Kohle zeichnete sie das Bild, welches Hochwürden ihr im Detail beschrieben hatte, mit kräftigeren Linien. Hiernach brachte sie feinere Linien in die Umrisse ein, sodass am Ende das gesamte Bild aussah, als wäre es aus lauter kleineren Einzelteilen zusammengesetzt.
Die Formen wirkten fließend und natürlich.

Größere Glasplatten legte sie auf Bildausschnitte und begann, sie mit einer dünnen Diamantklinge entlang der feineren Linien auszuschneiden. Jeder Schnitt musste präzise geführt sein. Zu wenig Druck hinterließ unschöne Kanten, zu viel Druck, ließ das Glas zerspringen. Auf die einzelnen Glasteile brachte sie hauchdünn Farbe aus den gängigen Metallen und Legierungen auf.
Ein Goldgelb wie die wärmende Mittagssonne, ein Blau, wie der weißbewölkte Himmel, ein Grün, wie saftiges Gras, ein Rot wie die Abendsonne, ein warmes Braun, wie das einer Wurzel und ein Weiß, so rein und klar, wie der Mond. Sie achtete darauf, die Farben nicht zu gleichmäßig aufzutragen, damit später natürliche Schattierungen wirken. Am Ende wirkten die Glasstücke so transparent, dass Licht die Farben zum Leuchten brachte.

Nun schnitt sie schwarze Metalldrähte zurecht und legte diese in die Zwischenräume der Buntglasstücke. Mit Hitze brachte sie diese zum Schmelzen und sorgte damit für eine feste Verbindungen. Für den sicheren Transport zur Kirche ließ sie das große Fensterbild mehreren Teilen, die sie erst vor Ort final verband, ehe es in einem großen Rahmen und dann in der Wandaussparung seinen Platz fand.


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Schon vor Sonnenaufgang betrat sie am nächsten Tag die Kirche und blieb bis zum Abend.
Dies war die letzte Phase ihrer Arbeit: die Prüfung der Lichteinfälle. Der Moment, in dem das erste, zarte Tageslicht die Farben erhellt. Der Moment, in dem die Mittagssonne das ganze Kunstwerk zum Strahlen bringt. Der Moment, in dem die Abendsonne ihre Wärme in das Kirchenschiff wirft.

Es war vollbracht. Nun konnte sie nur noch abwarten, ob das Ganze seine Wirkung auf die Kirchgänger nicht verfehlen würde.