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Die Chroniken von Berchgard 248 - 268

Verfasst: Freitag 29. August 2025, 21:56
von Linus van Sturmfang
Ein neu gebundenes Werk liegt vor dir. Der Einband besteht aus festem, dunklem Leder, noch ohne Risse oder Abnutzungen, und trägt stolz auf der Front das punzierte Stadtwappen: den Kopf des Bären, Sinnbild der Kraft und Standhaftigkeit Berchgards. Die Seiten sind frisch, das Pergament hell und sauber, die Tinte noch klar und kräftig. Dieses Buch ist die erste Auflage einer Sammlung, die das Werden und Wachsen Berchgards über zwei Jahrzehnte hinweg festhält – von den frühen Anfängen im Jahr 248 bis hin zur Wiederauferstehung und der Gründung des Museums zum zwanzigjährigen Jubiläum im Jahr 268.

Vorwort

Verfasst im Jahre 268 von Linus Sturmfang, Chronist der Stadt Berchgard.

Im Auftrag der hochgeschätzten Vogtin Gwenna von Nordlicht, Hochedle zu Lichtenthal, habe ich mich anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums unserer Stadt daran gemacht, die Archive zu sichten und die wichtigsten Geschehnisse in diesem Werk niederzuschreiben, derer ich fündig werden konnte.
Die Chroniken Berchgards werde ich in zwei Abschnitte aufteilen. Die frühe Geschichte, deren Dokumente durch verschiedene Kriegsgeschehen und Unglücke nicht alle vollständig erhalten werden konnten, und die jüngste Geschichte, die ab dem Jahr 265 festgehalten wurde.
Diese erste Auflage der Chroniken von Berchgard wurde neu gebunden, um den Bürgerinnen und Bürgern wie auch allen Reisenden, Freunden und Verbündeten zugänglich zu sein. Denn Geschichte ist es wert, erhalten, bewahrt und weitergetragen zu werden.Viele Stunden verbrachte ich im Stadtarchiv, blätterte durch Aufzeichnungen und notierte, was ich fand.

Doch so sehr ich mich auch bemühte vollumfänglich zu arbeiten, Irrtümer sind möglich und Lücken nicht ausgeschlossen. Sollte euch etwas auffallen, dass einer Anpassung, Ergänzung oder Korrektur bedarf, ein Fehler auffallen, so bitte ich inständig, diesen dem Stadtarchiv oder mir persönlich mitzuteilen. Ebenso freue ich mich über Anekdoten und Erinnerungen, die eines der hier geschilderten Ereignisse lebendiger werden lassen – damit eine zweite Auflage dereinst noch vollständiger und wahrhaftiger werde.

Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen, Erinnern und Verstehen. Möge die Geschichte Berchgards euch Mut spenden für das, was noch kommen mag.

Linus Sturmfang


Band 1
Die frühen Chroniken von Berchgard 248–264
2.Auflage



Aufgezeichnet von Linus Sturmfang, Chronist der Stadt Berchgard


Jahr 248 – Die Gründung

Eisbruch 248
Das Miner- und Handwerkerdorf Berchgard wird von der ersten Dorfsteherin Caillean Hinrah bei Adrian von Hohenfels angemeldet und nach seiner Freigabe gegründet.

Lenzig 248
Es wird der Bau eines Hafens beschlossen und umgesetzt. Nach der Fertigstellung landete Königin Anara von Hohenfels am neuen Hafen an. Dort geriet sie direkt in einen Hinterhalt der Rahaler, der zum Glück vor Ort niedergeschlagen werden konnte.

Wechselwind 248
Rahal, unter der Führung von Leyle Darsus und mit Unterstützung der Bruderschaft, griff Berchgard an, weil die Stadt Rahaler Arbeiter nicht mehr in ihren Minen dulden wollte und Leyle, sowie seine Gefolgsleute, mit Verachtung behandelte. Der Angriff war erfolgreich: Blutige Kämpfe hinterließen viele Tote und Verletzte in Berchgard und die Straßen waren von Blut und Regen rot gefärbt. Während Rahal den Sieg feierte, herrschte in Berchgard Trauer, Leid und Stille. Heiler versuchten Überlebende zu retten, doch viele waren gefallen. Damit endete eine lange Phase des Friedens auf Gerimor: Zum ersten Mal seit der großen Schlacht der Arkorither kämpften wieder Menschen offen gegeneinander.

Eluviar 248
Der Konflikt zwischen Rahal und Berchgard wuchs zu einem entfachten Krieg und Berchgard stand kurz vor der Niederlage. Menek’ur griff ein: Emir und Diplomat Aasim Omar erklärten Berchgard zum Protektorat des Emirats, wodurch ein Angriff auf die Stadt einem Angriff auf Menek’ur gleichkam. Daraufhin zogen die Truppen Rahals ohne zu kämpfen ab. In Berchgard herrschte große Freude, man bereitete sich auf die Ankunft menekanischer Truppen vor, die von nun an die Stadt und ihren Erzhandel schützen sollten. Berchgard wurde anschließend befestigt und unter den Schutz der Varunaer Garde gestellt. Rahaler Handwerker dürfen unbewaffnet arbeiten, bewaffnete Truppen haben keinen Zutritt. Menekaner sind als Gäste willkommen, jedoch unter klar geregeltem Status. Die Garde von Varuna wahrt Ordnung und Bestrafung bei Verstößen.

Schwalbenkunft 248
Unter Kommandant Quarius DeLore begann in Berchgard der Bau einer Palisade, geleitet von einem Ingenieur aus Varuna. Die Arbeiten schritten zügig voran, doch Quarius DeLore ersuchte den Hauptmann Alestra um zusätzliche Gardisten zur Sicherung des neuen Wehrbaus.


Alatner 248
Von Berchgard aus trat Königin Anara, auf Drängen ihres Bruders Adrian, die Flucht an. Im Schutz ihrer jungen Ritter bestieg sie ein Schiff, das sie in Sicherheit bringen sollte. Adrian blieb zurück, entschlossen, sie zu schützen und das drohende Unheil zu tragen.



Jahr 249

Hartung 249
Falk Hinrah befahl das Massaker von Berchgard – einen nächtlichen Angriff, bei dem zahlreiche unschuldige Männer durch die Hinrah erschlagen wurden.

Wechselwind 249
Berchgard wurde durch den Sieg der Grafentruppen und ihrer Verbündeten von der Besatzung Rahals befreit. Fortan steht die Stadt unter dem Schutz eines Bündnisses mit den Zwergen, deren Banner nun gemeinsam mit denen der Grafschaft auf Berchgards Zinnen wehen.

Eluviar 249
Adrian von Hohenfels reiste in aller Stille per Schiff ab, um die Prinzen Ador und Isidor in Sicherheit zu wissen. Während seiner Abwesenheit übertrug er Rafael de Arganta die Verantwortung über Diplomatie, Korrespondenz und die Truppen der Grafschaft, einschließlich Berchgards, sowie den Auftrag, mit Magister von Gryffenhorst und Liella einen magischen Schnellweg zu errichten. Am Königsschloss wurde Rahal abgewiesen und bestraft, nachdem es vergeblich Einlass zu den Prinzen gefordert hatte. Adrian bestätigte die vertrauten Erzieher im Amt, ließ Kundschafter gegen abtrünnige Landesherren aussenden und ernannte sechs Paladine – je drei zu jedem Prinzen – als unablässige Beschützer und Lehrer.


Jahr 250

Eluviar 250
Tancred, der Schmied Berchgards, sandte durch einen mächtigen Adler eine Botschaft samt Gemmen an Krysanth, den Silberdrachen in den Bergen, um höflich um Auskunft und Beistand zu bitten.

Caillean Hinrah, Gefährtin Falks und dem Bunde Berchgards eng verbunden, verschied nach Jahren gemeinsamer Kämpfe, Hoffnungen und Träume. Ihr Tod brachte tiefe Trauer über Falk, den Clan Hinrah und die Gemeinschaft, die sie in Berchgard gefunden hatte.

Ashatar 250
Während in Varuna eine absichtlich entfachte Pest um sich greift, warnt die Grafschaft vor Einschleppung nach Berchgard. Garde und Heiler wurden alarmiert; der Verkehr und die Märkte sind zu kontrollieren, Verdachtsfälle zu isolieren.

Jahr 251

Alatnar 251
In Berchgard wurde zur Winterzeit ein großer Markt des Handelshauses Gerimor gemeinsam mit den Zwergen aus Nilzadan abgehalten. Händler und Handwerker boten ihre Waren dar, und ein Gewinnspiel lockte die Bürger. Unter den Preisen waren ein meisterlich gefertigter Diamanthelm des Schmiedes Thancred sowie ein mit Goldstickerei verzierter Umhang.

Jahr 252

Eisbruch 252
Im Angesicht neuer Forderungen Rahals rief Gräfin Valentina von Sternwall das Kriegsrecht über die Grafschaft Hohenfels aus. Oberst Rondrian Toberen ließ die Verkündung in Adoran, Varuna und Berchgard öffentlich aushängen. Alle waffenfähigen Bürger wurden aufgefordert, sich dem Regiment anzuschließen; Handwerker und Arbeitsfähige wurden verpflichtet, Befestigungen wie Palisaden zu errichten und Reparaturen vorzunehmen. So wurde auch in Berchgard die Bevölkerung direkt in die Verteidigungsmaßnahmen einbezogen.

Wechselwind 252
Der Zwerg Gorimm aus Nilzadan ersann den Plan, ein mächtiges Tor aus Mithril zu schmieden – ein „Kalurisches Tor“, das niemals fallen oder von Fremden geöffnet werden sollte. Nur die Hände der Zwerge sollten es bewegen können, geschützt durch Runen und unzerbrechlich in seiner Dichte. Gorimm rief die Khaz Aduir zusammen, um gemeinsam mit den Meistern der Bauhütte dieses Werk zu vollbringen. Schon bald wurde auf dem Marktplatz von Nilzadan ein Arbeitsort errichtet, mit Ambossen, Schmelzgrube und Balken, damit das Tor entstehen konnte. Dieses Tor sollte auch Berchgard schützen, da es den Zugang zwischen den Minen, Nilzadan und der Stadt sichern würde.

Im Zuge der Evakuierung des Grafenschlosses zu Varuna wurde auch die dortige Krypta im Schlossgarten geöffnet und aufgelöst.
Die Flucht und Bergung erfolgte über den Hafen von Berchgard. Das Flaggschiff „Silberdrachen“ diente dabei als Teil des Rettungsweges, konnte jedoch aufgrund seiner Größe nicht direkt im Hafen anlegen.
Aus der Krypta wurden die sterblichen Überreste von Eileen von Hohenfels, geborene de Galway, sowie eines ungeborenen Kindes geborgen. Ebenso wurden Grabbeigaben sichergestellt, die einst im Rahmen der Bestattung von Anara von Hohenfels niedergelegt worden waren.
Die Gebeine Anaras selbst befanden sich zu jener Zeit nicht mehr in der Gruft und verblieben weiterhin in rahaler Hand.

Jahr 253

Asahatar 253
Die Grafschaft Tiefenberg veranstaltete das erste große Berchgarder Pferderennen. Ein Herold verkündete die Kunde in vielen Orten, selbst auf Menek’ur – Rahal jedoch wurde ausgelassen. Das Rennen begann bei der Adlerfestung der Allianz des Lichtes, mit Vorbereitungen ab der siebenten und Startschuss zur achten Abendstunde. Teilnehmen durften bis zu zwanzig rechtschaffene Reiter gegen eine Gebühr von 500 Goldstücken; magisch Begabte waren ausgeschlossen. Für die drei Erstplatzierten waren Preise ausgelobt, und auch Zuschauer waren willkommen – Speis und Trank waren gesichert. Anmeldungen nahm der Vogt von Berchgard oder Vertreter der Allianz entgegen.

Rabenmond 253
In Berchgard wurden durch Sir Cedric von Mervis Pergamente ausgehängt, die zu einer Bürgerversammlung ins Rathaus riefen. Versammlungszeit war die achte Abendstunde. Themen waren die aktuellen Vorkommnisse sowie die Wünsche, Bedürfnisse und Anliegen der Bürger. Die Aushänge befanden sich am Rathaus, in der Bank und – mit Zustimmung des Leiters – auch im Handelshaus.

Jahr 254

Eisburch
Rafael, Graf von Arganta zu Tiefenberg und Schirmherr Berchgards, rief die Bürger und Verbündeten zur Hilfe am Berchgarder Hafen. Noch immer war dieser durch schwere Barrikaden versperrt. Meister Bospa hatte vier Flaschenzüge gefertigt, doch bedurfte es vieler Hände, um sie zu bedienen. Zur achten Abendstunde sollten sich Freiwillige am Rathaus versammeln, um den Versuch zu unternehmen, die Hindernisse zu zerstören und Berchgards Hafen wieder frei zu machen.
Notiz des Chronisten: Warum war der Hafen den voller Barrikaden?

Lenzig 254
Graf Rafael von Arganta ließ in Berchgard einen dringenden Aushang verbreiten:
Am vorigen Abend sei ein Drache durch die Stadt gezogen und habe drei Gardisten getötet. Da es nicht gelungen war, die Kreatur zu erschlagen, sei mit einem erneuten Auftauchen zu rechnen. Der Graf warnte die Bürger eindringlich davor, den Drachen anzugreifen. Vielmehr sollten sie sich bei Sichtung in ihren Häusern verbarrikadieren und ihr Vieh in Sicherheit bringen, da die Bestie über großen Appetit verfüge. Auffälliges Verhalten von Tieren sollte umgehend gemeldet werden.

Schwalbenkunft 254
Die Allianz des Lichts, eine Gemeinschaft, die seit langem bestand, hat ihr Ende gefunden.
Doch aus ihrer Asche erhebt sich eine neue Ordnung: Die Allianz wird neu gegründet – stärker, geeinter und bereit für die Aufgaben der Zukunft.

Searum 254
In den Tagen nach den schweren Angriffen der Untoten auf Berchgard lastete die Sorge schwer auf Graf Rafael von Arganta. Schlaflos und selbst durch eine gebrochene Rippe geschwächt, sah er sich gezwungen, die Verteidigung zu ordnen. Gemeinsam mit Sir Thelor und Sir Friedolin gelang es, mehrere Wellen der Untoten zurückzuschlagen. Die Palisaden und Barrikaden hielten, doch die Verluste waren hoch. Rauch von verbrannten Leichen stieg weithin sichtbar über Berchgard auf – ein Mahnmal für die Kraft der Verteidiger.
Rafael rang mit der Frage, ob das Reich allein stark genug sei, oder ob man Hilfe durch Menekaner, Zwerge, Tiefländer und Elfen suchen sollte. Doch im Grafenrat setzte sich die Ansicht durch, dass das Reich alleine bestehen müsse.
Währenddessen nahm sich Keldric Vamon, ein junger Gelehrter Temoras, der Verletzten an. Unter großer Mühe rettete er Gardistin Ravena und andere, auch wenn er selbst kein ausgebildeter Heiler war. Mit ruhiger Hand und dem Mut der Verzweiflung zog er Knochenpfeile aus Wunden, versorgte Verwundete und schrieb schließlich 34 Trostbriefe an die Familien der Gefallenen – Bürger wie Gardisten. Auch ordnete er die Beisetzung der Toten auf dem Friedhof an und bat die Kirche Temoras um einen Gedenkgottesdienst.
Trotz aller Trauer schwor Rafael von Arganta, Berchgard niemals aufzugeben – für Tiefenberg, für Ador, für Lichtenthal.

Goldblatt 254
Die Allianz des Lichts lud zu einem großen Armenfest in Berchgard ein. Unter dem Banner der Gemeinschaft wurden Bedürftige, Neuankömmlinge und Reisende ebenso willkommen geheißen wie die wohlhabenderen Bürger.
In der Stadt wurden Speisen verteilt, Kleidung für den kommenden Winter ausgegeben und Heilung für Kranke angeboten. Zugleich wurde der neu erbaute Schrein eröffnet und geweiht, sodass das Fest auch eine geistliche Feier wurde.
Musik, gute Stimmung und die Möglichkeit, Arbeit oder Aufgaben zu finden, machten das Armenfest zu einem Ereignis, das Gemeinschaft und Zusammenhalt in Berchgard stärken sollte – ein Zeichen, dass auch in Zeiten von Krieg und Not Nächstenliebe ihren Platz hatte.


Jahr 255

Cirmiasum 255
Am Abend wurde der verschlammte und verseuchte Graben am Westtor von Bürgern der Stadt, Klosterleuten und Magiebegabten gereinigt. Mehrfach erhoben sich dabei Untote aus dem Morast, doch wurden sie zurückgeschlagen. Nach Gebeten und Reinigung mit Pulver konnte das Westtor wieder gefahrlos geöffnet werden.
Searum 255
Am Platz bei der alten Bank wurde das Denkmal für Graf Rafael von Arganta und seine Knappin Varla errichtet.
Die Statue zeigt den Grafen zu Pferd, Varla zu seinen Füßen mit erhobenem Schwert.
Viele Bürger und Freunde der Stadt trugen zu diesem Werk bei:
Thancred schuf die Statuen aus Marmor, Shyra Dynar fertigte die Platten der Tugenden, Amelie und Keylon Salberg halfen beim Transport der Steine, Maire Riordan brachte Gemmen für die Schreine, Bospa fertigte Bänke, und Cedric von Mervis leistete ebenfalls tatkräftige Hilfe. Auch die freie Handwerkszunft zu Bajard unter Derya Danath beteiligte sich am Werk.
So wurde in gemeinsamer Arbeit ein Ort des Gedenkens geschaffen, an dem Graf Rafael und Varla fortan in Ehren gehalten werden.

Jahr 256

Wechselwind 256
Sir Thelor von Reensdorf, Kronritter des Reiches, ließ in einer späten Stunde Aushänge anfertigen und verbreiten. Anlass war eine Kunde von höchster Bedeutung: Die Göttin Temora selbst war erschienen und hatte befohlen, den Schatten, der über Varuna lag, zu vertreiben.
Daraufhin erging ein feierlicher Aufruf zu den Waffen an alle Gläubigen und waffenfähigen Bürger:
Am 8. Tage des Wechselwindes sollten sich die Streiter ab der 18. Stunde und einer halben am Westtor Berchgards versammeln, um gemeinsam gegen die Anhänger des Rabendämons zu ziehen.
So wurde Berchgard zum Sammelpunkt für einen heiligen Feldzug im Namen Temoras

In jenen Tagen ereigneten sich große Erschütterungen in Alathair. Ein Beben erschütterte Lameriast, eine Flutwelle traf Adoran schwer, und das Thyrenland löste sich von der Insel, nun treibend auf dem Meer.
Viele Berichte gelangten nach Berchgard:
• Sir Vaughain van Nordwind und Fjalon Thorn schilderten die Einrichtung von Lagern für Flüchtlinge und Verwundete.
• Artec Corvas half bei der Rettung von Menschen und Tieren, brachte Verletzte nach Berchgard und organisierte Hilfen.
• Mariella von Dornwald ließ Aufrufe an Handwerker und Bürger ergehen, um Adoran wieder aufzubauen.
• Albertus Kaemmerer (Haus Zecher) stellte Lebensmittel und Baumaterial als Spenden zur Verfügung.
• Nyome van Belfa ließ Versammlungen ausrufen, um Helfer und Bürger für Aufräumarbeiten zu sammeln.
• Niowe Adela Aireth bezeugte ihren unerschütterlichen Glauben an Temora und spendete Trost.
• Unter den Thyren und Schiffbrüchigen wirkten auch Leysing Rosenhof, Kanina Bringold mit ihrem Sextanten, sowie die beiden Handwerker Brikks und Fred, die ein Fluchtboot planten.

Berchgard sammelte Nachrichten von Zerstörung, Rettung und Hoffnung gleichermaßen.
Die Götter selbst schienen in jenen Tagen auf Alathair zu wirken – Temora erhob sich, während ganze Landmassen zerbrachen und das Reich Lichtenthal von neuen Prüfungen heimgesucht ward.
Erdstöße & Evakuierung
Heftige Beben erschütterten die Stadt. Das Bürgerhaus brach in sich zusammen. Unter der Führung Liliana van Drachenfels wurden Kersti, Assamaril sowie zahlreiche Bürger rechtzeitig ins Kloster in Sicherheit gebracht. Nur für Kontrollen wagte man die Rückkehr, denn viele Gebäude blieben gefährlich instabil. Am Osttor sammelten sich die Menschen, bis die Garde sie auf ein sicheres Feld nahe der Burg verlegte – fern von Berg und Ufer.
Errichtung des Notlagers
Unter der Leitung Amelies entstand rasch ein geordnetes Lager. Maire Riordan und Shyra Dynar gingen auf die Jagd, bereiteten Fleisch am Feuer. Amu fertigte Gestänge und Tische, die Schneider spannten Planen. Bald loderte an den Feuerstellen ein wärmendes Licht, während das Handelshaus Decken und heißen Tee austeilte – organisiert durch Shyra.
Erkundung Adorans
Shyra selbst berichtete von knietiefem Schlamm, tiefen Rissen und treibenden Fischen. Keine weiteren Überlebenden fanden sich, und so zog die Schar zurück nach Berchgard.


Cirmiasum 256
Gräfin Helisande von Alsted, damals nur Helisande Senheit wurde Bürgerin der Stadt Berchgard

Jahr 257

Lenzig 257
Mit vereinten Kräften und nicht wenig Schabernack schmiedeten Senheit, Talan und die Schneiderin Tarya Erskine einen Plan, das stolze Schlachtross des Kronritters Thelor von Schwertfluren in ein farbenfrohes „Zirkuspferd“ zu verwandeln.
Während Talan Wache hielt, flocht Senheit kunstvoll bunte Bänder in Mähne und Schweif, sorgfältig ergänzt durch Schwertflurenblau und vertrautes Braun.
Als Thelor am Morgen den Stall betrat, erkannte er mit Entsetzen, dass nicht sein Ross, sondern das Pferd seiner Majestät selbst verziert worden war. Sein empörter Ruf nach Fjalon und Renold hallte durch Berchgard.
Kommentar des Chronisten: Nach der Erzählung von Gräfin Helisande von Alsted

Ashartar 257
Nach dem Sieg über die Feinde vor den Toren Berchgards rief Sir Thelor von Schwertfluren, Verwalter der Stadt und Freiherr von Schwertfluren, die Bürger und Verbündeten dazu auf, die Spuren des Krieges zu beseitigen. Besonders galt es, den von Felsstürzen blockierten Weg von Schwingenstein nach Berchgard wieder freizumachen.
Gefordert wurden kräftige Pferde und Ochsen, Werkzeuge wie Pickel und Schaufeln, vor allem aber Muskelkraft und tatkräftige Hände. Unterstützung sagte auch das Handelshaus Gerimor unter Shyra Dynar zu, das Pferde und Helfer stellen wollte.

Ein ungewöhnlich fröhliches Schauspiel bot sich den Bürgern Berchgards: Ein kalurischer Festzug zog mit Trommeln, Musik und Akrobaten durch die Straßen. In bunten, gepufften Kleidern präsentierten die Kaluren das Schmuckstück ihres Zuges – die trächtige Wühlsau Bettsi, geschmückt mit blauem Anstecker und auf einem Wagen mit Heu gebettet.
Mit marktschreierischen Reimen kündigten sie ein großes Bogenturnier in der Frostklamm an, ausgerichtet vom Hrorin und der HKA. Für 20 Münzen konnte sich jeder Schütze anmelden, um um Pokal, Gold und die prächtige Sau Bettsi als ersten Preis zu wetteifern.
Die Prozession lockte nicht nur Bürger und Händler, sondern auch die Gardisten am Rathaus, die von den Zwergen lautstark ermuntert wurden, selbst die Sehnen ihrer Bögen zu spannen.
Zum Abschluss wurde die Wühlsau vor dem Handelshaus Gerimor angebunden, wo sich jedermann von ihren „überragenden Qualitäten“ überzeugen konnte.

Alatnar 257
Im Winter des Jahres 253 durchzogen königliche Boten das Herzogtum Lichtenthal mit der Kunde vom großen Erneuerungswerk Berchgards. Alumenische Architekten hatten Pläne entworfen, die Stadt neu zu gestalten und in frischem Glanz erstrahlen zu lassen.
Schon am ersten Tage begannen Abrissarbeiten: Kaluren mit Spitzhacken, Bürger Berchgards, Mitglieder des Handelshauses sowie Adelige und Gardisten packten gleichermaßen an. Selbst Sir Thelor von Schwertfluren half mit, Stein um Stein wurde abgetragen. Bald schon war das Gildenhaus gefallen, andere Gebäude folgten.
Am Handelshaus Gerimor versammelten sich die Bürger, zeichneten Pläne und Wünsche für das neue Kontor. Jeder sollte mitsprechen können, ob Heilerzugang, Café oder Werkstätten – der Wiederaufbau wurde gemeinschaftlich beraten. Auch Schreiner wie Erondil Ehrenstein und Estrella Blockhart brachten ihr Handwerk ein, während andere Holz, Stein und Werkzeuge heranschafften.
Das Bild der Stadt war traurig: leere Straßen, zerfallene Mauern. Doch zugleich war es ein Bild der Hoffnung: alle halfen zusammen, ob Bürger, Händler, Kaluren oder Ritter. Schon bald erhoben sich die ersten Fundamente und Bodenplatten, neue Mauern wurden gesetzt, Fenster gezimmert und Dächer geplant.
So begann aus Staub und Schutt ein neues Kapitel Berchgards – getragen von gemeinsamer Mühe, Opferbereitschaft und der Hoffnung auf eine Stadt, die schöner und stärker denn je erstehen sollte.

Jahr 258

Lenzig 258
In jenen Tagen feierte die Grafschaft Tiefenberg einen besonderen Anlass: In Berchgard wurde der neuerbaute Stadtteil feierlich eingeweiht, ebenso der umgestaltete Zugang zur Mine und das neu eröffnete Café des Handelshauses. Ein Markt mit Waren aus der Region und musikalischer Begleitung eröffnete die Feierlichkeiten, ehe im Namen Temoras und Cirmias die Segnung der Stadt vollzogen und verdiente Bürger geehrt wurden. Den Abschluss bildete ein farbenprächtiges Feuerwerk, das die Nacht über Berchgard erhellte und die Feierlichkeiten in heiterer Geselligkeit ausklingen ließ.

Wechselwind 258
Berchgard wurde in diesem Mondlauf von einer akuten Bedrohung durch orkische Angriffe heimgesucht.
Zum Schutz der Stadt und ihrer Verwaltung ließ Sir von Gipfelsturm, Baron und Kronritter, verkünden, dass das Büro der Stadtverwaltung bis auf Weiteres geschlossen bleibe. Alle Termine wurden verschoben, Anfragen abgewiesen, bis die Lage sich beruhigt hätte.
Die Kundmachung erfolgte durch seine Knappin Sophia Tanar, Wachtmeisterin des Lichtenthaler Regiments.
So ruhte das zivile Leben Berchgards eine Zeit lang, während sich die Stadt gänzlich auf Verteidigung und Sicherheit konzentrierte.

Rabenmond 258
Schon seit einiger Zeit war der Handel zwischen Berchgard und Nilzadan durch den wiedereröffneten Tunnel neu erblüht. Mit Zustimmung von Rat und Stadthalter Sir Thelor von Schwertfluren wurde der Zugang nun erweitert, damit auch größere Händlerkolonnen den Weg sicher nutzen konnten.
Unter Leitung von Hrorin Graufels und mit Unterstützung des Handelshauses zu Gerimor sowie vieler Bürger Berchgards begannen die Arbeiten. Steinbeißer fraßen Stalagmiten hinweg, Arbeiter legten Rampen und verbreiterten die Stollen. Aleyna Nekal errichtete eine stabile Holzrampe, die auch schwere Lasttiere tragen konnte. Darogan segnete die Baustelle mit den heiligen Zeichen Cirmias’, während Tamar die Arbeiter mit Bier und Handschuhen versorgte. Auch Erondil Ehrenstein half mit Schreinerarbeiten und sorgte für dauerhafte Verstärkungen.
Unfälle und Mühen begleiteten den Bau, doch gemeinsam gelang es, den Eingang sicherer und für den Warenverkehr tauglich zu gestalten. Am Ende wurden die Schilder entfernt, Geländer gestrichen und die letzten Spuren des Umbaus beseitigt.
So wurde das Projekt erfolgreich vollendet – ein Meilenstein in der Freundschaft zwischen Kaluren und Berchgard.

Mit dem drohenden Krieg gegen Rahal begann auch für Berchgard eine ernste Zeit. Von hier aus zogen viele Regimentler, Heiler und Helfer aus, um das Reich zu verteidigen. Unter ihnen befanden sich zahlreiche Bürger Berchgards, die Schulter an Schulter mit Kameraden aus dem ganzen Lichtenthaler Land kämpften.
Die ersten Gefechte waren von Hoffnung geprägt, doch bald zeigte sich der wahre Ernst des Krieges: Wachen fielen aus, Verwundete mussten in Schwingenstein und am Kloster versorgt werden, und immer wieder forderten Angriffe des Feindes ihre Opfer. Auch Berchgarder Gardisten wie Keylon von Salberg, Balian und andere standen an vorderster Front, hielten Wacht, führten Befehle aus und trugen dazu bei, dass die Verteidigung nicht zusammenbrach.
Während in Berchgard selbst Unruhe herrschte, weil viele Männer und Frauen in den Krieg gezogen waren, blieb die Stadt dennoch ein Ort, von dem Nachschub, Nachrichten und Hoffnung ausgingen. Hier wurde deutlich: Die Bürger und Regimentler Berchgards leisteten ihren Beitrag nicht nur mit Schwert und Schild, sondern auch mit Gebeten, Liedern, Heilkunst und Organisation.
So war Berchgard zwar nicht direkt Schauplatz der Schlachten, doch seine Söhne und Töchter kämpften, litten und beteten an vorderster Front – und damit war die Stadt untrennbar mit diesen Kriegsereignissen verbunden.

Ashatar 258
In Berchgard fand ein Ball unter dem Zeichen der Erntezeit statt. Unter dem Motto „Mythische Helden und legendäre Schurken“ versammelten sich die Bürger, geschmückt in phantasievollen Gewändern, um in herbstlicher Stimmung zu feiern. Masken und Kostüme prägten den Abend, der von Musik, Tanz und reichlicher Bewirtung begleitet war. Für die besten Verkleidungen wurden Ehrungen ausgesprochen, während kleine Andenken und Geschenke an den Ständen erworben werden konnten.
Notiz des Chronisten: Das Gasthaus Dorfkrug, betrieben von Assamaril wurde in diesem Jahr das erste Mal erwähnt.

Goldblatt 258
In gemeinsamer Arbeit von Berchgarder Bürgern und den Khaz-Aduir Nilzadans wurde das große Bauprojekt am Stadttor vollendet. Unter der Leitung von Baznuk und Grimm Donnerfaust, mit Unterstützung vieler Hände aus beiden Völkern, entstand ein massives Mithriltor, das künftig den Eingang Berchgards sichern sollte.
Während Baznuk die Organisation leitete und die kalurischen Schmiede das Werk vollendeten, sorgte Grimm für Speis und Trank, sodass weder Handwerker noch Wachen Hunger oder Durst leiden mussten. Auch das Handelshaus und Bürger wie Analope Reus trugen tatkräftig zum Gelingen bei – sei es im Lazarett, an den Bauarbeiten oder bei der Verpflegung.
Die Fertigstellung des Tores wurde als Symbol der Zusammenarbeit zwischen Berchgard und Nilzadan verstanden. Es stand nicht allein für Schutz und Wehrhaftigkeit, sondern auch für Vertrauen und Freundschaft zwischen Kaluren und Menschen.

Jahr 259

Cirmasium 259
König Ador Segenus Corbidian Victor I. von Alumenas ernannte Sophia von Tanar zur Vogtin Berchgards. Als erste Amtshandlung rief sie die Bürger zu einer Versammlung, um ihre Anliegen zu hören und versprach, nach bestem Wissen für Stadt und Volk einzutreten. So begann eine neue Zeit für Berchgard, unter dem Schutz Temoras und dem Segen Cirmias’.

Rabenmond 259
Das Handelshaus in Gerimor feierte sein zehnjähriges Bestehen in Berchgard. Der „Markt der Völker“ bot Handel, Speis und Trank, zahlreiche Attraktionen und fand seinen Abschluss in einem prächtigen Feuerwerk.

Goldblatt 259
Baron Sir Thelor von Gipfelsturm übernahm erneut die Amtsgeschäfte Berchgards, da Vogtin Lady Sophia von Tanar auf Reisen außerhalb Gerimors war. Nur wenige Tage später, am 18. Goldblatt, wurde durch offizielle Aushänge und den Herold der Tod der Ritterin Alumenas bekanntgegeben.
Lady Sophia von Tanar hatte dem Reich als Ratsmitglied von Lichtenthal, als Vogtin von Berchgard und als Ritterin Alumenas gedient. In Berchgard wie auch im Regiment war sie vielen als Kameradin, Waffengefährtin und Ansprechpartnerin vertraut. Ihr Tod wurde in tiefer Trauer verkündet.

Jahr 260

Hartung 260
In Berchgard wurde der Dorfkrug im Handelshaus zu Gerimor feierlich neu eröffnet. Zur siebten Abendstunde begann die Veranstaltung, bei der die Gäste aus einem Menü mit Vorspeise, Hauptgericht und Nachspeise wählen konnten.
Lenzig 260
In Schwingenstein gaben sich Sir Thelor von Gipfelsturm und Lady Helisande von Senheit vor der Herrin Temora das Eheversprechen. Nach der Zeremonie verlagerte sich die Feier nach Berchgard, wo Bürger und Gäste bei Speis und Trank gemeinsam feierten. Das Brautpaar bat an diesem Abend von übermäßigen Geschenken und Gratulationen abzusehen, stand jedoch in den folgenden Tagen für persönliche Glückwünsche zur Verfügung.

Searum 260
Shyra und Thancred gaben sich am Kloster zu Schwingenstein das Eheversprechen. In Anwesenheit von Familie und Freunden wurde ihr Bund im Lichte Cirmias geschlossen und von der Schildmaid besiegelt. Im Anschluss zog die Festgemeinschaft nach Berchgard, wo am Cirmiasbrunnen mit Tanz, Musik, Speis und Trank die Hochzeit gefeiert wurde.

Jahr 261

Goldblatt 261
In Berchgard wurde ein herbstliches Kostümfest auf dem Marktplatz gefeiert, zu dem die Taverne Zum hölzernen Schneiderlein geladen hatte. Bürger und Gäste Lichtenthals kamen zusammen, um bei Tanz, Speis und Trank die bunte Jahreszeit zu begrüßen. Preise wurden für die schönsten Kostüme verliehen, darunter auch ein besonderer für Kinder.

Jahr 262

Cirmiasium 262
Am Gedenktag des heiligen Alsamar ernennt Baronin Helisande von Gipfelsturm den Rittersmann Sir Keylon von Salberg zum Vogt von Berchgard

Goldblatt 262
Ein öffentlicher Aushang am Rathaus kündigte an, dass Berchgard vergrößert, verschönert und stärker befestigt werden solle. Zu diesem Zweck wurde um Spenden an Holz, Steinen und Handwerksarbeit gebeten. Eine Spendentruhe wurde vor dem Rathaus aufgestellt. Die Koordination erfolgte durch Sir Keylon von Salberg, Vogt von Berchgard, der die Angebote annahm und die Beteiligten über den Beginn der Bauarbeiten informieren wollte.

Im Auftrag Hochwohlgeboren Helisande von Gipfelsturm gab der amtierende Vogt von Berchgard, Sir Keylon von Salberg, bekannt, dass der Baron und Kronritter Sir Thelor von Gipfelsturm als verschollen gilt. Sir Thelor wurde in einem Gefecht von seinen Truppen getrennt und stürzte von den Klippen in das Meer. Trotz mehrtägiger Suche konnte er nicht aufgefunden werden.

Jahr 263

Ashatar 263
Am Abend des 30. Ashatar 263 fiel die Festungsstadt Berchgard an einen neuen Feind, der sich als das „Nichts“ bezeichnet. Die Stadt wurde zerstört und besetzt. Zahlreiche Bürger Berchgards und Lichtenthals kamen dabei ums Leben.
Die Stadt Adoran erklärte ihre Unterstützung für Flüchtlinge und stellte Notunterkünfte im ehemaligen Gildengebäude des Kessels sowie in privaten Haushalten bereit. Eine Rationierung der Nahrungsmittel wurde angeordnet. Am 1. Searum ordnete die Vogtin Nyome von Thronwall eine Stunde Arbeitsruhe in Adoran an, zum Gedenken an die Gefallenen.

Am 31. Ashatar 263 sprach Helisande von Gipfelsturm, Baronin von Gipfelsturm, im Namen ihrer Baronie Dank und Mitgefühl für die Opfer, Helfer und Kämpfer aus.

Ebenfalls am 31. Ashatar 263 veröffentlichte die Geweihtenschaft Temoras eine Kundgebung. Darin bot sie Unterkunft, Kleidung, Nahrung und Seelsorge für Betroffene an. Hierzu wurden das Kloster der Lichteinigkeit in Schwingenstein sowie das Glaubenshaus in Adoran vorbereitet.

Rabenmond 263
Von Burg Schwertfluren erging ein Aufruf der Ritterschaft zu einer Heerschau in Adoran. Unterzeichnet wurde dieser von Helisande von Gipfelsturm, Baronin von Gipfelsturm. Mit dem Ziel Berchgard vom neuen Feind zurück zu erobern. Auf dem Marktplatz von Adoran versammelten sich die aufgerufenen Streiter, darunter auch Angehörige des Lichtpaktes. Ziel der Zusammenkunft war die Einweisung in den Schlachtplan zur Rückeroberung Berchgards. Eine Rückeroberung gelang bei diesem Angriff jedoch noch nicht.

Jahr 264

Hartung 264
Von Burg Schwertfluren erging ein Aufruf der Ritterschaft zum Sturm auf Berchgard. Unterzeichnet wurde dieser von Helisande von Gipfelsturm, Baronin von Gipfelsturm. Die Streiter wurden aufgerufen, sich vor dem Haupttor Adorans zu versammeln. Ziel war es, die Stadt endgültig zurückzuerobern und von den Kristallwesen sowie dem roten Nebel zu befreien.
Diesmal gelang das Vorhaben und der Feind wurde aus Berchgard getilgt.

Lenzig 264
Nach der Befreiung der Stadt Berchgard wurde ein öffentlicher Aufruf zur Unterstützung der Aufräumarbeiten veröffentlicht. Unterzeichnet wurde dieser von Keylon von Salberg, Vogt von Berchgard.
Als Ausgangspunkt diente die kleine Zeltstadt vor dem Osttor. Geplant war, die östliche Stadtmauer abzutragen und die Ruinen von Geröll und Steinen zu befreien.
Um Mithilfe wurden Bürger, Handwerker, Köche und alle Freiwilligen gebeten, um den Wiederaufbau Berchgards voranzubringen.

Wechselwind 264
Nach dem Bau einer Palisade wurden weitere Aufräumarbeiten in der Stadt angekündigt. Unterzeichnet wurde der Aufruf von Keylon von Salberg, Vogt von Berchgard.
Die Arbeiten betrafen das Entfernen von Hausruinen. Bereits erste Gebäude waren abgetragen worden, weitere sollten folgen. Alle Sappeure sowie Unterstützer des lichten Reiches wurden zur Mithilfe aufgerufen.

Eluviar 264
Nach der Beseitigung von Geröll und der Schaffung von Platz für neue Häuser rief Keylon von Salberg, Vogt von Berchgard, erneut zu gemeinschaftlichen Arbeiten auf. Diesmal sollten die Stadtmauern im Mittelpunkt stehen, um die Verteidigungsanlagen Berchgards wiederherzustellen und Schutz vor Angriffen zu gewährleisten. Alle Sappeure sowie Unterstützer des lichten Reiches wurden zur Mithilfe aufgefordert.

Schwalbenkunft 264
Die Sappeure wurden vom Voigt aufgerufen, den Durchgang zwischen Berchgard und der Nilzadan-Mine zu räumen, damit die Bergleute ihre Arbeit wieder aufnehmen konnten. Die Maßnahme diente dem weiteren Neuaufbau Berchgards.

Ashatar 264
Unter dem Motto „Berchgard erblühe“ fanden Feierlichkeiten anlässlich des Wiederaufbaus der Stadt statt. Eine Widmung hierzu verfasste Kaleya Auenbacher.
Lauschet, sehet, spüret! Seid alle dafür bereit,
es ist nun angebrochen Berchgards neue Zeit.
Im roten Funkenregen geboren, ist es erwacht,
so lasst uns munter feiern, bis spät in die Nacht.
Festprogramm:
• Feierlicher Einzug in die Stadt mit Laternen und Trommeln, beginnend am Osttor und endend am Rathaus. Dort wurde die Eröffnungsrede gehalten. Im Anschluss begann ein Markttreiben. Am späten Abend folgte eine Auktion zugunsten der Stadt Berchgard.
• Feierliche Weihe der Stadt vor dem Rathaus. Anschließend prägten Barden, Handwerker und Bauern mit Darbietungen, Vorführungen und Speisen das Stadtbild. Ab der 21. Abendstunde wurde ein Tanzabend veranstaltet. Den Abschluss bildete ein Feuerwerk zur 22. Abendstunde.


Möge dieser Band Neugier wecken, zum Nachlesen, Ergänzen und Erinnern einladen – und vielleicht auch dazu, neue Geschichten in die Annalen Berchgards einzutragen. Denn eine Chronik ist niemals abgeschlossen: Sie wächst mit jeder Tat, jedem Fest und jedem Opfer ihrer Bürger.

Linus Sturmfang, Chronist der Stadt Berchgard

Band 2

Verfasst: Sonntag 7. September 2025, 22:40
von Linus van Sturmfang
Band 2
Die Chroniken von Berchgard 265–268
2.Auflage

Jahr 265

Wechselwind 265
Ihre Erlaucht Helisande von Senheit gründet den Haushalt Tiefenberg mit Amtssitz in Berchgard. Zu den Gründungsmitgliedern zählen Ihre Erlaucht Helisande von Senheit, Seine Hochgeboren Freiherr Arenvir von Goldenfall, Seine Hochgeboren Silvan von Dragenfurth, Sir Hluthar von Riemerin, Knappe Adreas Erlenthal, Edle Moira van Dragane, Gwenna Nordlicht und Assamaril.

Ashatar 265
Wiedereröffnung des Dorfkruges durch den Haushalt Tiefenberg im Osten Berchgards.
Sir Keylon von Salberg wird zum Freiherrn erhoben und mit dem Lehen Rittersee in der Grafschaft Markweih vertraut. Er wird aus dem Amt als Vogt von Berchgard enthoben.

Searum 265
Ausrichtung eines Markttages in Berchgard mit Auftritten von Barden und Spielleuten. (Organisiert von Helisande von Senheit)

Goldblatt 265
Als Nachfolgerin von Sir Keylon von Salberg wird Gwenna Nordlicht, Schreiberin des Haushalts Tiefenberg, in das Amt der Vogtin eingesetzt.

Rabenmond 265
Nairna Mederic wurde als Schreiberin der Stadtverwaltung eingestellt.
Um der Verschmutzung entgegen zu wirken, wurden von der Stadtverwaltung Mülltonnen in der Stadt aufgestellt.
Zu Ehren des verstorbenen Barons Thelor von Gipfelsturm wurde am Berchgarder Marktplatz eine Statue aufgestellt. (Organisiert von Tharoan Mederic. Schöpfer der Statue war Samuel Flammenstern)
In der Berchgarder Unterstadt an der Westmauer beginnen Abrissarbeiten. Zwei Gebäude werden abgerissen, um den Platz zum Errichten des neuen Amtssitzes des Haushalts Tiefenberg zu schaffen.

Alatner 265
Ihre Erlaucht Gräfin Helisande von Senheit und Sir Heinrik von Alsted, Kronritter im Dienste Seiner Majestät, schlossen den Bund der Ehe.
Rikard von Alsted und Mirella von Alsted tragen nun alle Ehren, Würden und Titel als angenommene Kinder der Gräfin Helisande von Alsted.
Seine Hochwohlgeboren Arenvir von Tilianas wurde durch Ihre Erlaucht Helisande von Alsted zum Baron von Gipfelsturm ernannt.
Gwenna Nordlicht wird das Amt als Vogtin durch den neuen Lehnsherrn bestätigt.
Auf dem Berchgarder Marktplatz wurde der "Markt zum Tag der kleinen Geschenke" abgehalten. (Organisiert von Gwenna Nordlicht und Samuel Flammenstern)
Ein Schriftgelehrter nahm seine Arbeit im Berchgarder Handwerkshaus auf.
Der Rathausbrunnen wurde von Unbekannten verunreinigt und vergiftet.



Jahr 266

Hartung 266
Die Gemeinschaft der Excubitores mit ihrem Sitz in Berchgard wird von der Gräfin von Tiefenberg anerkannt.

Eisbruch 266
Die Stadtverwaltung setzt temporär in Erwartung eines feindlichen Angriffes das Rüst- und Waffenrecht außer Kraft.
Der Haushalt Tiefenberg richtet zur Ehren der gräflichen Eheschließung einen Winterball aus. (Organisiert von Gwenna Nordlicht)

Eluivar 266
Die Akademie zu Kompass und Schwert verlegt ihrem Sitz von Adoran an die Stadtmauern Berchgards.
Gemeinsam mit den Kaluren richtet die Stadtverwaltung das erste Berchgarder Bierfest aus. (Organisiert von Gwenna Nordlicht)
Die Erstausgabe der Tiefenberger Kunde aus der Scriptorei Nordlicht wird veröffentlicht. Schirmherr der Zeitung ist Seine Erlaucht Heinrik von Alsted, Ritter der Krone.
Frauenabende werden von der Heilerin Assamaril im Dorfkrug abgehalten.
Vogtin Gwenna Nordlicht lässt am Osttor eine Stallung an der modernisierten Kutschstation errichten.

Schwalbenkunft 266
Vogtin Gwenna Nordlicht lässt das Rathaus unterkellern. Es wird das Berchgarder Ratsgewölbe als Veranstaltungshalle errichtet.
Vincent und Garvin Stahl treten dem Haushalt Tiefenberg bei.

Cirmiasum 266
Die Berchgarder Bürgerin Alicia Schlehwein verstirbt bei einem Schiffsunglück.
Die Akademie zu Kompass und Schwert feiert die Eröffnung ihres neuen Sitzes.
Komtess Anna Lilian Eve von Alsted, Tochter des Grafenpaares Helisande und Heinrik von Alsted, wird geboren.
Der vom Feind getötete Sir Friedrich von Myrtol wird durch Berchgards Westtor getragen.
Dunkle Risse bedrohen die Existenz Berchgards und der gesamten Insel Gerimor. Die Bürger sind in der Stadt eingeschlossen.

Ashatar 266
In Berchgard wird der Kronprinzenmarkt ausgerichtet. (Organisatorin: Fräulein Magnolia Weisshall, Mitglied bei der Excubitores)
Mona Fehdekind wird zur Unterstützung von künftigen Veranstaltungen im Rathaus eingestellt.
Offizielle Eröffnung und Zugänglichkeit des Berchgarder Ratsgewölbes.
Im Berchgarder Westen wird eine zweite Kutschstation eingerichtet.

Searum 266
Das zweite Berchgarder Weinfest wird ausgerichtet. (Organisiert von Gwenna Nordlicht)
Die Berchgarder Vogtin Gwenna van Nordlicht wird zur Edlen erhoben.
Ein närrischer Unbekannter beschrieb die Tafel mit den Lichtenthaler Gesetzen vor Berchgards Stadttor mit Unfug.

Goldblatt 266
Gründung der Regimentsabteilung Berchgard unter dem Oberbefehl von Korporal Lydia von Stahl und Gardist Nikolai Graustein in der Westmauer Berchgards.
Die Excubitores richtet von Berchgard ausgehend eine adelige Hirschjagd aus.

Rabenmond 266
Im Dorfkrug wird ein menekanischer Kulturabend ausgerichtet. (Organisiert von Gwenna van Nordlicht)
Die Stadtverwaltung Berchgards beschäftigt sich erstmals weitgehender mit dem örtlichen Brandschutz.

Alatner 266
Ein unbekannter Brandstifter legt ein Feuer am Amtssitz der Gräfin von Tiefenberg und des Barons von Gipfelsturm.
Kleine Gedichte finden sich anlässliches des Tages der kleinen Geschenke in den Briefkästen der Berchgarder Bürger ein.



Jahr 267

Hartung 267
Am Berchgarder Rathaus werden neue Anschlagbretter angebracht.
Die Leitung über die Regimentsabteilung Berchgard geht an Wachtmeister Nikolai Graustein über.
Meisterschmied Adalbert Anselm eröffnet die Schmiede "zum klingenden Amboss".

Eisbruch 267
Eröffnung der Berchgarder Kunstausstellung "Wahrzeichen unserer Zeit" im Berchgarder Ratsgewölbe mit Versteigerungen und Gastvorträgen. (Organisiert von Gwenna van Nordlicht und Mona Fehdekind)
Als Dank für die Spenden der Akademie zu Kompass und Schwert wird ein Schild am Berchgarder Lazarett angebracht.
Gwenna van Nordlicht wird zur Schreiberin der Grafschaft Tiefenberg ernannt.
Die Stadtverwaltung Berchgards errichtet in Kooperation mit dem Lichtenthaler Regiment das 'Berchgarder Lazarett' in der Westmauer. Ihre Hochgeboren Ekatharyna von Junkersteyn übernimmt die Leitung. (Vorschlag von Tharoan Mederic. Auftraggeber Baron von Gipfelsturm, Umsetzung von Gwenna van Nordlicht)

Lenzing 267
Das Lichtfest wird im Berchgarder Ratsgewölbe ausgerichtet. (Organisiert von Gwenna van Nordlicht und Mona Fehdekind)
Ein Würfelabend im Dorfkrug erheitert die Stadtbesucher. (Organisiert von Gräfin Helisande von Alsted)
Abschluss der Berchgarder Kunstausstellung "Wahrzeichen unserer Zeit".
Seine königliche Hoheit Ador Segenus Corbidian Victor von Alumenas besucht den Amtssitz in Berchgard.
Händler des Hauses Bashir aus Menek'Ur eröffnen in Berchgard einen Marktabend.
Linus Sturmfang wird als Barde in den Haushalt Tiefenberg aufgenommen.

Wechselwind 267
Am Amtssitz Tiefenberg wird eine Tauschtruhe mit Gütern und Aufgaben zur Unterstützung Bedürftiger und Angereister aufgestellt.
Letharische Rauschkristalle werden in Berchgard verteilt. Es ergeht die Aufforderung sofortig zur Obrigkeit oder an die Heilerhäuser zu bringen.
Die Akademie zu Kompass und Schwert richtet in Berchgard ein Blütenfest aus.

Eluviar 267
Ava Granderath eröffnet eine Gewandschneiderei in der Oberstadt.

Schwalbenkunft 267
Die Stadtverwaltung errichtet am Berchgarder Westtor die erste Postkastenstelle in Lichtenthal.
Die in Berchgard stationierten Marinesoldaten schließen sich der Kommandatur in Adoran an.

Cirmiasum 267
Das Regimentsabteil Berchgard wird geschlossen.

Ashatar 267
Der Berchgarder Kutscher Harald Wimmersbach wurde von den Anhängern Getares auf seinem Kutschbock ermordet.
Letharen verüben einen Brandanschlag auf der Berchgarder Westtorbrücke.

Rabenmond 267
Ein Adelsbankett läd den Lichtenthaler Adel in den Amtssitz Tiefenberg nach Berchgard. An diesem feierlichen Abend wird die Lehnsherrin von Junkersteyn zur Hochwohlgeboren Ekatharyna von Silbersteyn erhoben und ihre Vogtin Fleur von Bourgo zur Hochedlen ernannt. (Organisiert von Heinrik von Alsted)
Im Amtssitz Berchgard wird ein Tanztee ausgerichtet. Die Berchgarder Vogtin Gwenna von Nordlicht wird zur Hochedlen erhoben. Ebenso wird die Leiterin der Akademie zu Kompass und Schwert, Verdania von Rosenwald, zur Hochedlen ernannt. (Organisiert von Keylon von Salberg)
Die Berchgarder Stadtverwaltung lässt Wegweiser zu wichtigen Orten der Stadt aufstellen.



Jahr 268

Hartung 268
Im Dorfkrug wird Neujahrsfest mit Spielen ausgerichtet. (Organisiert von Gwenna von Nordlicht und Mona Fehdekind)
Meisterschmied Threlm Rauh eröffnet eine Werkstatt in Berchgard.
Die Berchgarder Bürgerin Runa Winterfeld wird beigesetzt.

Wechselwind 268
Auf dem neuen Marktplatz wird der "Markt der kleinen Schätze" ausgerichtet. (Organisiert von Gwenna von Nordlicht und Linus Sturmfang)
Meisterschreiner und Künstler Johannes Schewe eröffnet seine Werkstatt in Berchgard.

Eluviar 268
Tiefenberg wird von den Streitkräften des Alatarischen Reiches überfallen. Berchgard wird mehrere Tage belagert. Nach dem Durchbruch der östlichen Stadtmauer belagert und verwüstet der Feind die Unterstadt. Der Marktplatz und mehrere Häuser stehen in Flammen. Vereint mit den Kräften der Verbündeten kann Berchgard in einer siegreichen Schlacht befreit werden.
Ein großes dunkles Mal in Form eines Panther-Krallengebildes liegt vor dem Berchgarder Osttor und wird vom Lichtenthaler Regiment bewacht.
Unter Führung des Sappeurmeisters Arne Levar werden die Aufbaumaßnahmen Berchgards begonnen.

Schwalbenkunft 268
Marlan Kabo tritt als Leibwächter dem Haushalt Tiefenberg bei.
Familie Stahl verlässt den Haushalt Tiefenberg.
Die Panthermale innerhalb Berchgrads, als auch vor dem Berchgarder Osttor, konnten durch ein Zusammenwirken von Klerikern und Liedwirkern erfolgreich aufgelöst werden.

Cirmiasum 268
Esther Sternlied tritt als Heilkundige dem Haushalt Tiefenberg bei.
Nathaniel Dumont und Serina Marcel werden als Angestellte der Stadtverwaltung Berchgards in den Dienst genommen.
Linus Sturmfang wird zum Chronisten der Stadt Berchgard ernannt.
Emilian Sarturio richtet in Berchgard seine Schneideri "Lumen & Lurex" ein.

Ashatar 268
Der Glockenturm des Berchgarder Rathauses wird zum Stadtmuseum ausgebaut.

Möge dieses Werk Neugier wecken, zum Nachlesen, Ergänzen und Erinnern einladen – und vielleicht auch dazu, neue Geschichten in die Annalen Berchgards einzutragen. Denn eine Chronik ist niemals abgeschlossen: Sie wächst mit jeder Tat, jedem Fest und jedem Opfer ihrer Bürger.

Linus Sturmfang, Chronist der Stadt Berchgard