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auf Abwegen

Verfasst: Sonntag 24. August 2025, 12:31
von Aaryon von Hohenfels
#ooc-Anmerkung: Die Spielerin hinter dem Char stellt sich eindeutig gegen jede Form von Tierquälerei und hat selbst zwei geliebte Katzen! Dies hier ist ein rein fiktiver Vorgang in einem Fantasy-Rollenspiel und hat nichts mit der Realität zu tun.

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Der Tod kommt auf für leise Pfoten
So. Schluß mit den Spielchen!
Mit weitem Schwung hatte er gestern, wie Eminenz Antorius es ihm dringend - geradezu streng ermahnend - "ans Herz gelegt" hatte, sämtliche Kistchen und Behälter an unterschiedlichen Stellen ins Meer geworfen. Die Schlüssel seperat. Die menschlichen Knochen, die dem letzten "Präsent" beigelegen hatten, waren unter Gebeten in blauen Flammen der Obhut der Herrin überlassen worden, die Asche im Wind verteilt. Und nicht viel besser erging es den Briefen und Rätseln, bis auf dass es hier mehrere dosierte Feuerbälle aus Aaryons eigener Hand waren, die dem Pergament ein Ende machten.

Nur diese Katzen immer wieder! Inzwischen entfuhr ihm fast jedes Mal ein missmutiges Knurren, wenn ihm eine zu nahe kam. Aber streunende Katzen gehörten zu einem Stadtbild nun mal dazu, nicht wahr?

Oder?

Das Thema ließ ihn nicht los. Im Adelsviertel sah er sich inzwischen misstrauisch sogar zwischen den Villen um, ob da irgendwo eine Samtpfote herum schlich.
Dann schickte ihm Serina die Möglichkeit, an seinem Haus "Sicherheitsvorrichtungen" gegen Katzen anzubringen. Hervorragend!
"Aber zu harmlos." Mit gewisser Zufriedenheit betrachtete er zwar die Eimer, aber ein fahler Nachgeschmack blieb.
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Er humpelte zurück ins Haus. Bello lag vor seiner Hütte in der Sonne. "Du sollst aufs Haus aufpassen!", dachte er streng und war drauf und dran, den Fuchsterrier zu ermahnen, hielt aber inne - wozu? Er sah sich noch mal um: alles schien friedlich. Warum also Kräfte verschwenden? Nicht, dass der Hund ausgerechnet dann schlief, wenn Nymeria in Katzengestalt hier anschlich...
"Eigentlich brauche ich einen zweiten Hund."
Und eine Idee, wie er das Katzenproblem reduzieren bis dezimieren konnte!
Er brauchte etwas ... unauffälliges. Und... naja, leiden sollten die harmlosen Exemplare der Tiere ja auch nicht. Fast tat es ihm leid, was in seinem Kopf mehr und mehr Gestalt annahm.
Gift? Ja, aber überdecken, dass es nach einer anderen Ursache aussah. Und sie sollten nicht leiden, nein. Also... erst einschlafen.
Er suchte die nötigen Reagenzien zusammen.
"Es ist ja nicht nur für meine eigene Sicherheit. Der Palast ist gleich nebenan! Es ist für Adoran!", versuchte er sein schlechtes Gewissen zu beruhigen.


Bald darauf füllte er aber mit weit weniger Skrupel die ersten Phiolen ab und holte etwas Fisch von Valentins letztem Fang.
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"Na warte, Mistweib. Fischreste verteilen kannst nicht nur du..."

Verfasst: Montag 25. August 2025, 15:53
von Aaryon von Hohenfels
Frustiert war er dabei, sich entnervt mit der Hand übers Gesicht zu wisch..
HALT!
Entgeistert riss er die Hand zurück, die von einem Handschuh geschützt wurde - seine Augen aber nicht! Willst du auch noch deine Augen verlieren, oder was?!" Eine dumme Idee, fast die ganze Nacht über zu arbeiten, aber es war schwieriger gewesen als erwartet, den Fisch so zu präparieren, dass er Katzen anlockte, statt sie zu verscheuchen. Eine verdünnte Baldrian-Lösung übertünchte das todbringende Fischfleisch.

Und es war noch fast dunkel, als er sich auf den Weg machte - perfekt. Sein unverwechselbares Erscheinungsbild sorgte dafür, dass Wachen nicht lange argwöhnisch blieben, eher musste er ein paar künstlich heitere kurze Wortwechsel darüber führen, was den Hochedlen wohl wach hielt und wie lausig Wache halten zu solcher Stunde war, ja ja, die armen...
So. Wo hin mit dem Fisch?
Wo wollte er keine Katzen haben, wo musste Adoran gezielt vor Spionen geschützt werden?

Am Palast gab es keine Notwendigkeit - die Wachen waren spätestens hier genügend geschult. Aber die gute Gräfin gehörte geschützt, definitiv! Und Antarian. Und die hübsche Vogtin.
Nun war es nicht unbedingt appetitlich, Fisch in oder nahe bei Gärten zu verstecken. Aber er musste ja verhindern, dass aufmerksame Bewohner den Fisch fanden, bevor es die Katzen taten, also versteckte er den Fisch so sorgfältig wie er konnte.
Nachdem er Nyomes Garten bestückt hatte - am Teich fiel der Geruch vielleicht nicht ganz so schnell auf, nahm er das als Lektion und schloss den sonst immer offenen Torflügel seines eigenen Gartens ab. Das war einfach zu unsicher! Wie hatte er so lange so leichtsinnig sein können?!

Was musste noch geschützt werden?
"Die Kirche!", fiel ihm siedend heiß ein.
Naja... er schaute auf die zwei Wachen und blinzelte. "Doch nicht IN der Kirche! Spinnst du?!" Er war definitiv zu lange wach geblieben. Aber nahe bei der Kirche, dort, wo man es nicht so schnell sah, ja.
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Er sah auf die rasch schrumpfenden Bestände vom vergifteten Fisch und überlegte, ob er mehr brauchen würde. Das ganze Hafenviertel war doch sicher voll mit Streunern...
Was so nicht stimmte, wie er feststellte. Dafür liefen hier mehrere Straßenhunde herum, sehr gut. In einer Hütte, in der er einige Rattenkadaver entsorgte und auch Katzen herum strolchten, deponierte er trotzdem etwas Fisch. Für die restliche Stadt blieb nicht mehr viel über. Einen brachte er am Park unter, wo Innes ja womöglich bald feiern wollte, und mit einem schützte er das ebenfalls strategisch bedeutsame Rathaus.
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"Sag mal, was macht dieser Garion hier? Hat er mit Nymeria zusammen gearbeitet und züchtet hier Straßenkatzen?! Das grenzt an Hochverrat!" Entgeistert schaute er auf die Menge der Katzen, die die Schreinerei umschlichen. Ein Mülleimer an der Hausecke schien ihr Interesse zu wecken. "Na wartet! Danach war er seinen letzten Fisch los.

Die Sonne war noch nicht mal aufgegangen und er hatte sein erstes gutes Werk getan, ha! Wäre nur schön gewesen, wenn das seine Laune auch wirklich gehoben hätte. Aber naja, dafür war die Nacht halt zu anstrengend gewesen. Und Arenvirs Kommentar zu frustrierend: Die Nachricht über den Sieg und den Rückgewinn des Schwertgurtes hatte sein Mentor nur mit der Frage quittiert, ob die Arkoritherin auch tot war, was er ja leider verneinen musste - und dann kritisierte er ihn dafür auch noch!
"Was will er?! Dass ich den kompletten Orden im Alleingang auslösche, um Magus zu werden, oder was?! Oder will er meine Leistungen nur klein reden, damit er nicht so schnell Konkurrenz bekommt?"
Hmmm...
Dieser Gedanke klang, nachdem er ihn erst mal gedacht hatte, gar nicht so abwegig...

Verfasst: Mittwoch 27. August 2025, 15:59
von Aaryon von Hohenfels
My home is my castle heavily armed fortress
Ja. Definitiv besser!
Der arme Bello musste jetzt nicht mehr den ganzen Tag aufpassen. Das ging ja auch gar nicht. Wieso war ihm das nicht schon früher aufgefallen? Zu dritt konnten sie sich die Wachschichten teilen, oder so in der Art, wie es Hunde eben taten.
Zudem war Bello für Aaryons Geschmack inzwischen zu viel zu vielen Leuten "nett", also: gab keine Warnung mehr, wenn er von diesen Besuch bekam. Das war ja bisher noch in Ordnung... aber was, wenn jemand die Seiten wechselte und doch zur Bedrohung wurde? Innes zum Beispiel! Wie hatte er nur Bello an sie gewöhnen können?! Er hatte doch zu diesem Zeitpunkt so einen Verdacht in der Richtung gehabt!
Dass Valentin das nicht ernster nahm, beunruhigte ihn zunehmend. War es das berühmte "Liebe macht blind"? Oder... hatte er sich etwa mit ihr schon verbündet und sie beide steckten nicht nur in amouröser Hinsicht unter einer Decke?

Gütige Herrin Temora! Wenn er nicht mal mehr Valentin so recht trauen konnte, wem denn dann?!
Er würde auch Cecilia den Schlüssel abnehmen müssen, nicht nur Fainche und Marlan. Gestern hatte sie ihn fast zu Tode erschreckt mit ihrer Schleicherei! Was bestimmt nicht ihre Absicht war, aber... oder wollte sie an seiner Person endlich wieder etwas zu tun haben? Sie guckte ihn schon immer so prüfend an, wenn sie ihn sah und schien dann das Interesse zu verlieren.... Fühlte sie sich unterfordert? Überflüssig? Würde sie deswegen auf komische Gedanken kommen?
So völlig auszuschließen war das wohl nicht.

Nun ja. Jedenfalls hatte er also für Wachhund-Verstärkung gesorgt, und der Dobermann und die Bulldogge waren auch noch nicht "verweichlicht", oder wie immer man das nennen musste. Bello schien zwar noch etwas Angst vor ihnen zu haben, aber das gab sich sicher.
Diese beiden neuen Hunde ließen niemanden unbemerkt durch das Tor!
Ihn selbst... leider auch nicht so richtig. Jedenfalls noch nicht. Für die nötige Gewöhnung war in der Eile noch nicht die Zeit gewesen, die würde er sich noch nehmen müssen. Bis dahin nutzte er halt auch selbst den Dienstboteneingang, das war einfacher, als die beiden neuen Wachhunde erst zu beruhigen.
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Verfasst: Freitag 29. August 2025, 13:33
von Aaryon von Hohenfels
Der Tag danach
Als er aufwachte, musste er erst einmal begreifen, wo er überhaupt war, und er fühlte sich wie nach dieser furchtbaren Woche, als er sich durch die übelsten Kaschemmen von Drachenfels gesoffen hatte!
Es gab gewisse Gemeinsamkeiten: Hatte er gestern bewusstlos und fast nackt auf einem Tisch gelegen? Ja. Hatte er gegen andere Leute gekämpft? Ja. War er von Gardisten abgeführt worden? Ja. Hatte es einen Menschenauflauf seinetwegen gegeben? Ja. Frauen, die weinten, weil sie ihn für sich verloren glaubten? Ja. Was, Mehrzahl?! Ja!
Stöhnend setzte er sich auf und vergrub das Gesicht in den Händen.

Immerhin war das hier nicht der Matsch der Gosse eines Hafenviertels, sondern ein weiches, sauberes Bett in einem kleinen, aber sogar gemütlichen Zimmer. Im Kloster. Das er die nächste Zeit nicht verlassen durfte. Im Moment war er sogar ganz dankbar darum. Weeem hatte er gestern -und eigentlich vorher schon - alles auf die Füße getreten? Gute Götter!
Und 'auf die Füße getreten' war gut... er hatte Innes einen Feuerball entgegen geschleudert und zwar nicht die kleine Variante! Ein erstes Ächzen.
Wie es ihr wohl ging? Vor sein geistiges Auge kam wieder der Anblick, wie sie hinter dem Schmucktischchen in seinem Flur kauerte und auf ihn einredete, als wäre er geistesgestört - was sich im Nachhinein als bedauerlich nah an den Tatsachen herausgestellt hatte - und wie er argwöhnte, dass sie nur Zeit schinden wollte, bis Nymeria und weitere Arkorither einträfen, ihn überwältigen und mitnehmen würden!
Hier. Im Adelsviertel. Ja klar!
Ein weiteres Stöhnen.
Stattdessen war Marlan aufgetaucht. Ausgerechnet Marlan. Nachdem Aaryon ihn und Cecilia erst mit einem mehrfachen wütenden "Raus!" seines Hauses verwiesen hatte. Cecilia!!! Was für Schwachsinn hatte er den beiden vorgeworfen? Ach ja... dass sie sich zusammen getan hätten, um zu arangieren, wie Serina hier angekommen war und dass das alles nur Theater gewesen wäre... Fassungslos über sich selber schüttelte er den Kopf. Ob sie ihm je verziehen?

Wie hatte Marlan das geschafft, die Ruhe und vor allem einen klaren Kopf zu bewahren, nachdem er dem vor Angst und Verfolgungswahn durchdrehenden Hochedlen von Hohenfels 'zusichern' musste, dass er ihm glaube, dass Innes eine Doppelagentin Rahals, womöglich gar eine Arkoritherin wäre und sie abzuführen, statt Aaryon einfach in einem günstigen Moment, in dem er an ihm vorbei ging, eins über den Schädel zu ziehen?
Seine Mutter hatte ihm mal von einer ähnlichen Sache erzählt: da hatte sie wegen einer Krankheit schon fast im Fieberwahn die ganze gerade verfügbare varuner Garde durch einen Wald bei Berchgard gejagt, ihn nach Rahalern abzusuchen, und einen harmlosen Barden festgenommen - was hatte der kleine Aaryon gelacht...
Stattdessen schickte Korporal Marlan Kabo Aaryon zu Cecilias Haus, wo sich Serina aufhielt. "Ihr verliert sie gerade!"
Der junge Mann auf dem Klosterbett sank tiefer in sich zusammen.

Serina verlieren...
Seine Hände begannen, zu zittern. Aus den leisen Ächz-Geräuschen, die von Zeit zu Zeit entfleuchten, wurde ein noch leiseres Wimmern. Wie, um Himmels willen, hatte sie ihm so rasch verzeihen können, wie sehr er sie in seiner Villa bloßgestellt hatte?! WIE hatte er sich in den Gedanken verrennen können, sie könnte unter ihrem Mantel, den zu öffnen sie sich weigerte, einen Dolch verstecken, um ihn anzugreifen?!
Und dann... drohte das irgendwie fast schon ein zweites Mal in ihrem eigenen Haus, nur war jetzt nicht Marlan mit im Raum, sondern Arenvir! Naja: und Marlan stand draußen vor der Haustür. Und um das Haus herum verteilt, absichernd, das halbe Regiment. Und Amelie. Schimpfend. Und Sir Keylon. Und irgendeine Klosterwache glaubte er, kurz gesehen zu haben. Und...
Götter!
Sie hatten ihn abgeführt, nicht wahr? "Was hälst du für sicherer? Das Konvent? Oder das Regimentskastell?" Arenvir hatte im Raum gestanden wie ein weißer Leuchtturm in der Brandung. Obwohl Aaryon zuvor auch ihn schon angefangen hatte, mit abstrusen Verdächtigungen in Zusammenhang zu bringen, hatte er völlig zugewandt und ernst gewirkt und so sein Vertrauen gewonnen.
"Wir müssen prüfen, ob Innes dich nicht doch mit einer Nadel gestochen oder einer Klinge geritzt hat, als sie dich anzugreifen versucht hat! Manche Gifte wirken schleichend, aber wir sollten keine Zeit verlieren", verkündete Arenvir im Brustton der Überzeugung und nahm ihn mit, 'eskortiert' von dem ganzen Regimentstrupp, den er mitgenommen hatte.

Hätte Aaryon geahnt, dass sie drauf und dran gewesen waren, das Haus zu stürmen...

Im Konvent dann ließ Arenvir die Gardisten ihre Waffen bei Magister Eibenbruch abgeben. Und dann auch ihn seine - den so mühsam eroberten (ha!) Schwertgurt...
Eigentlich war er stutzig geworden. Dass er als Adliger hier seinen Schwertgurt trug, war doch zuvor nie ein Thema gewesen?
"Dann hab ich das bisher nur übersehen", meinte Arenvir schlicht. Ja. Aaryon atmete durch. Und er wiederum wollte vor den Gardisten, besonders Marlan, den er verdächtigte... und Greya Ontanu eigentlich auch... mit Arenvir nicht diskutieren. Nicht die Authorität des Arcomagus schmälern. Und verloren hätte er die Debatte eh. Aber nein! Er hatte Arenvir in diesen Momenten wieder wirklich vertraut.
"Wenn er deine Zähne im Verdacht gehabt hätte, hättest du sogar freiwillig dein Gebiss raus genommen!", dachte er zynisch-selbstkritisch.
Fast musste er grinsen. "Ich mein... das kostet doch eigentlich schon Einiges, dich dazu zu bringen, dass du freiwillig im inneren Kern des Konvents an einem kalten Steintisch lehnend die Hosen runter lässt, um dich untersuchen zu lassen, während Gardisten mit im Raum stehen?!"
Die elegant-zielstrebige Verschlagenheit seines Mentors am eigenen Leib erlebt zu haben, erweiterte das bisherige Maß an Respekt und Ehrfurcht vor ihm gerade gehörig. "Verscherz es dir nicht mit ihm. Niemals!", nickte er bedächtig vor sich hin. Und schalt sich kurz einen Idioten, den Kopf so weit zu bewegen!

Und was dann passiert war, wusste er irgendwie gar nicht.
Plötzlich hatte Berenguer im Raum gestanden. Mit seinem Schwertgurt, in ein Tuch gewickelt. Wie war die zu ihm gekommen? Und wann?! Und warum dröhnte Aaryons Schädel, als hätte man eine Schraubzwinge um etwas herum abrupt pulverisiert, was sowieso schon zu platzen gedroht hatte?
Kloster.
Baum des Lichtes.
Endlich sowas wie... Frieden.
Und Sorge. Greya? Nein, kein Fluch. Arenvir? Nein, kein Fluch.
Aaryon? Er trat vor Berenguer, auch wenn sie beide das Ergebnis doch eigentlich schon wussten... Die eigentlich angenehm prickelnde Wärme, die sich unter seiner Haut ausbreitete, rührte an etwas, das seinen Kopf in Agonie versinken lassen wollte und ließ Übelkeit aufsteigen, die er nieder kämpfte. Er würde sich hier jetzt nicht übergeben!
Wissend nickte der Inquisitor. Worte wurden gewechselt, an die er sich nur noch verschwommen erinnerte. "Kloster nicht verlassen." Ja. Gut.
Warum war der Schwertgurt verflucht gewesen? Sie hatten ihn ihr doch im Kampf abgenommen, gegen ihren Willen? Warum durch Rabendämongesocks, statt durch Magie?
"Magie hätten wir sofort bemerkt." Naheliegend. Also klerikal. Aber warum... Rabendiener? Und nicht Templer?
"Eine Lektion über ihre Verschlagenheit, die Ihr nun lernen musstet", oder etwas in der Art hatte Berenguer gesagt.

Sacht schüttelte Aaryon, auf dem Bett hockend, den Kopf - kaum mehr als ein angedeutetes Schwenken. So viel also zu seinem "Sieg".
Dieses...

MISTWEIB!

Verfasst: Samstag 30. August 2025, 01:24
von Nyome von Meerswacht
~*~*~

Adoran lag still unter dem dunklen Himmel, als hätte die Stadt selbst beschlossen, kurz den Atem anzuhalten. Spärlich brennende Laternen warfen zitternde Schatten über das Kopfsteinpflaster, und zwischen den Häusern huschte der Atem der Nacht: Pferde schnaubten in der Ferne, Wasser plätscherte im Hafen, Papier raschelte, Stoff bewegte sich – kaum hörbar, kaum greifbar, doch überall spürbar, als lausche die Stadt selbst, als wolle sie wissen, wer heute Nacht noch wach war.

Die Fische lagen verstreut, unansehnlich, wie kleine Fallen in der Dunkelheit. Sie verharrte einen Moment, ließ den Blick darüber gleiten, rümpfte bei dem einen oder anderen die Nase – ein winziger Ausdruck von Missfallen, der kaum die Stille der Nacht störte. Dann geschah es, ohne Berührung, ohne sichtbare Bewegung: einer nach dem anderen flackerte auf, verschwand in einem ruckartigem Aufblitzen, so heiß, dass sie vergingen, in einer kleinen Rauchwolke, nur der dumpfe Geruch, längst in den Boden gesogen, blieb zurück – stummes Zeugnis dessen, was gewesen war.

Weiter zog sie durch die Straßen, von den engen Gassen zwischen den Häusern bis zu den kleinen Plätzen, vorbei an menschenleeren Marktständen, über das Kopfsteinpflaster, das im fahlen Licht der Laternen schemenhafte Muster warf. Schatten huschten, Schritte hallten, Türen knarrten, die Stadt atmete – flüchtig, ungreifbar, und doch irgendwie lebendig. Eine Patrouille bewegte sich abseits. Für einen Moment glaubte sie, man könnte sie sehen – doch die Soldaten bemerkten nur das Spiel von Licht und Schatten, einen Hauch von Bewegung, ehe sie wieder verschwanden. Wohlwissend, dass sie notfalls verschwinden konnte, und selbst bei einer Entdeckung keine Konsequenzen zu befürchten waren, spürte sie ihr Herz einen kurzen Moment schneller schlagen. Keine Angst, nur ein leises, fast heimliches Vergnügen an der verdeckten Machenschaft, trotz des üblen Geruchs.

Was würde Mariella wohl sagen…

Schließlich erreichte sie ihr eigenes Grundstück, und der Ärger über den jungen Adeligen, der nicht einmal vor ihrem Garten Halt gemacht hatte, stieg kurz in ihr auf. Ein Ärgernis, klein, aber hartnäckig. Dann jedoch begann die Quelle des üblen Geruchs – schwerelos, gelenkt wie von einer unsichtbaren Hand, sich vom Boden abzuheben, schwebten über den Zaun hinaus in die Strömung des Meeres, und alles war still. Nur der schwache, vergangene Geruch erinnerte daran, dass hier etwas gewesen war, ein leises Echo einer kleinen Heimlichkeit. Zufrieden, dass ihr Garten nun wieder unversehrt war, glitt sie durch die Schatten zu ihrem Anwesen zurück. Ein letzter Blick über die Schulter – fast so, als hätte sie die Stadt kurz überflogen, unbemerkt, flüchtig, wie ein Schatten zwischen den Schatten.

Der neue Morgen brachte Licht und Geschäftigkeit. Vielleicht mochte man ein eigenartiges Glimmen gesehen haben, vielleicht einige Schatten, die zwischen den Gassen tanzten. Aber der widerliche Gestank von verwesendem Fisch war endgültig Geschichte. Und mit ihm die Erinnerung daran, dass manche Heimlichkeiten besser in der Nacht bleiben.


~*~*~

Verfasst: Samstag 30. August 2025, 05:27
von Serina Marcel
Nächtliche Unruhe...die zweite Nacht nun. Hätte sie es nicht ahnen müssen? Ach was, wie denn? Sie kannte sich mit Holz aus.. Magie kannte sie doch nur durch das was er sie hatte sehen lassen. Er war eben schlecht gelaunt.. und sie hatte alles versucht, ihn aus dieser Stimmung zu holen. Ablenkung zu bringen, von den Sorgen. Einfach indem sie zeigte, dass sie für ihn da war.

Dann diese unglaublich blöde Idee, ihn auf diese Weise ablenken zu wollen. Sicher, sie hatte oft genug gemerkt was ihm gefiel. Aber sie hätte auch damit rechnen müssen, dass er eben nicht allein daheim war. Wäre es nur der peinliche Moment gewesen, es wäre ertragbar. Aber sie hatte das Glühen in seiner Hand sehr wohl bemerkt. Er hatte sie allen ernstes angreifen wollen im Glauben, ausgerechnet sie hätte die Absicht ihm etwas anzutun.

Jetzt wo sie wusste, was dahinter steckte, war natürlich alles vergeben. Die Furcht war geblieben. Hatte sich gewandelt sicher. Aber letztlich musste sie davon ausgehen, dass es vorbei war. Nicht durch ihn beendet. Nicht durch die Tat beendet. Auch nicht durch sie als Reaktion hierauf.. Aber doch vorbei.

Es war ja schon einmal beinah soweit gewesen. Sie hatten einen Weg gefunden, zusammen zu sein. Dezenter als damals in Berchgard. Aber nun war doch alles wieder herausgekommen. Man würden es nicht nochmal dulden, nicht wahr? Würde ihn viel genauer im Auge behalten und auch sie, dieses mal.

Gestern Abend hatte sie ihn sehen dürfen.. durch zahlreiche Augen beobachtet. Jede Geste, jeder Blick musste vorsichtig geführt sein. Und doch hatte sie es nicht verbergen können, wie sie es gemusst hätte. Den Wunsch ihm näher sein zu dürfen. Am Ende blieb es unerträglich und ihr nur noch die Flucht heim. Sie würden reden müssen, hoffentlich allein. Wenn das jetzt überhaupt noch möglich war.

Der Fluch hatte letztlich alles zerstört, ohne dass sie beide es abwenden könnten. Davon musste sie ausgehen. Die Reaktion des Barons, seines Mentors, ging ihr nicht aus dem Kopf. Er würde sicher nicht vergessen, wie Aaryon es hoffend ins Spiel gebracht hatte.

Nein, verlieren wollte sie ihn nicht. Aber hatte sie wirklich eine Wahl? Gab es diese jetzt noch?
Sie wollte beten ja.. aber wofür? Ihm nah sein zu dürfen oder um die Stärke, über ein Ende ihres Glücks hinweg zu kommen? Was blieb war abwarten... und die Sorge, über das was jetzt über sie beide hinwegrollen würde, ohne es stoppen zu können.

Verfasst: Samstag 30. August 2025, 13:28
von Aaryon von Hohenfels
eine Notiz für Arenvir
Uff, war das peinlich, noch mal schwarz auf weiß alles zusammen zu fassen, was er unter dem Einfluss dieses lausigen Fluches alles angestellt hatte! Aber wenn sein Mentor schon so großzügig war, hinter ihm "Scherben aufzukehren", dann sollte er auch besser umfassend bescheid wissen.
Außerdem...
Hm, irgendwie tat es auch gut, das alles aufzulisten. Als "einen Angriff auf die Reinheit Eurer Seele" hatte es Diakon Aurael bezeichnet; eine Sichtweise, die er selber noch in Gedanken zu begreifen versuchte.
Nur in einem waren sich alle einig gewesen:

Dieser Angriff hatte eine rote Linie überschritten.


Unter dem Einfluss des Fluches geschehen:
  • - das Platzieren von hochgradig vergiftetem Fisch an mehreren Stellen in Adoran, um gewöhnliche Streunerkatzen zu dezimieren, damit sich in Katzengestalt spionierende Arkorither nicht zwischen ihnen verstecken können

    - das Zulegen zweier unkontrolliert aggressiver Wachhunde im eigenen Garten

    - Leibwächter Valentin Toroyan "ein paar Tage frei" gegeben und für diplomatischen Kontakt zu den Kaluren geschickt, um ihn nicht im Haus zu haben (Beginn von Verdächtigung)

    - zunehmende Verdächtigung der unbescholtenen Bürgerin Innes Ontanu, eine Doppelagentin zu sein bis hin zu der Annahme, sie arbeite mit der Arkoritherin Nymeria direkt zusammen und sei selbst der Magie mächtig

    - direkter Angriff auf Innes Ontanu mit einem Feuerball, wie er Studiosi gelehrt wird, in dem Glauben, sie würde mich angreifen

    - Korporal Marlan Kabo veranlasst, Innes Ontanu trotz ihrer Verletzung unversorgt festnehmen zu lassen
Seine Hand zitterte und er musste eine Weile inne halten, barg die Stirn in der Hand. Götter, was er Innes angetan hatte!
Aber es ging ja weiter:
  • - Marlan Kabo und Fräulein Cecilia im Privaten beschuldigt, Ränkespiele gegen mich zu führen, Fräulein Marcel dafür instrumentalisiert zu haben und beide in Wut meines Hauses verwiesen

    - gegenüber anderen Personen (Innes Ontanu und Serina Marcel, glaube ich) den Verdacht geäußert, dass Arcomagus von Tilianas meinen "Sieg" gegen Nymeria klein rede, um meinen Werdegang am Konvent zu verlangsamen/zu behindern

    - (bereits vor dem 28ten, Tag d.Eskalation) Fainche und Marlan den Schlüssel zu meinem Anwesen abgenommen unter dem Vorwand, es seien zu viele Schlüssel im Umlauf, die vom Feind gestohlen werden könnten

    - Fräulein Cecilia zwei mal für sie erkennbar bedroht, indem sich ein Feuerball in meiner Hand zu bilden begann

    - eine Katze im Beisein von Herrn Ramon Dragane und Gräfin von Meerswacht an der Taverne "Kleeblatt" mit Feuer getötet, als Ramon die Katze direkt auf mich het zu mir lockte
    (tags darauf entschuldigt und mit Stress/Nervosität erklärt)

    - eine Katze auf dem Weg zum Hafen "beiläufig" mit Feuer getötet, Toroyan anwesend

    - Fräulein Esther Sternlied vor der halben Truppe bloßgestellt durch offene Ablehnung, sie als Heilerin bei mir zu dulden (Erklärung: hätte ich die Wahl, hätte ich mich auch bei klarem Verstand für Fräulein Hamberg entschieden, aber es höflicher kommuniziert)

    - Rekrutin Greya Ontanu im Beisein von Kameraden und Vorgesetztem verdächtigt, wegen familiärer Beziehung zu Innes Ontanu eine potentielle Gefahr darzustellen

Für all das entschuldige ich mich ausdrücklich und beteuere, dass es Abnormitäten meines Verhaltens sind, die fremdem Einfluss (Fluch) geschuldet waren!
  • Aaryon Mikhail von Hohenfels
Studiosus am Konvent des Fuchses
Hochedler zu Lichtenthal


Erst, als er es unterschrieb, dämmerte ihm die Frage, ob das ein ernstes, "offizielles" Nachspiel haben würde. Das hier war glatt ein vollumfängliches Geständnis, mit mehreren Vergehen darunter! Tätlicher Angriff durch Magie auf Bürger! Gefährdung der Bewohner Adorans! Beleidigung!
Wieder begann seine Rechte, unkontrolliert zu zittern und kurz drohte dem Papier, dass es in den Kamin flog.
"Beruhig dich!"
Mit zusammen gepressten Augen und gesenktem Kopf saß er am Tisch.
"Beruhig dich."


"...Angriff auf die Reinheit Eurer Seele..."

Verfasst: Samstag 30. August 2025, 13:47
von Cecilia Zola
"Verräter"

Das Wort hallt in ihrem Kopf nach. Sie wollte nur helfen, wollte beide beschützen. Aaryon von Hohenfels, weil er ihr Hausherr war und sie es ihm schwor. Serina, weil sie ihre Freundin ist.

Nachdem Serina völlig aufgelöst bei ihr klingelte und von den Geschehnissen im Adelsviertel mit ihm berichtete, war die kleine Heilkundige fassungslos und bestürzt. Was sie schlussendlich zum Handeln bewegte, war die Bereitschaft des Hochedlen Serina anzugreifen. Wütende Sorge um ihren Hausherrn stieg in ihr auf. Oder war es doch nur besorgte Wut? Gab es da einen Unterschied?

Serina ließ sie über den bewusstlosen Patienten wachen und eilte zu Pferd ins Adelsviertel. Die Kameraden auf dem Weg wollten ihr Tempo verlangsamen, doch ihr Blick schien ihr freies Geleit zu bescheren. Sie kam in der Villa Hohenfels an, als Aaryon gerade Marlan Kabo rauswerfen wollte mit den wildesten Anschuldigungen. Das wäre ein abgesprochenes Spiel. Er hätte Serina angestiftet. Cecilia solle genauso an der Planung beteiligt gewesen sein. Sie erkannte ihren Hausherrn nicht wieder. Er wollte Marlan als Leibwächter und jetzt misstraute er ihm so? Wann hatte der Hochedle zuletzt geschlafen? So richtig? Darauf bekam sie keine wirkliche Antwort. Stattdessen wurden die Anschuldigungen wilder. Als es um Serina ging, hatte der Hochedle einen kurzen klaren Moment. Seine Gefühle waren demnach noch nicht getrübt. Ein Ansatz. Der genauso schnell verschwand, wie er kam. Als der Hochedle sich wie ein Jungterrier mit erstaunlich großer Ähnlichkeit zu seinen Hunden verhielt, ging sie. Das überstieg ihre Fähigkeiten, ihre Erfahrungen und allen voran ihren Mut. Wo war der Aaryon, dem sie ihre Treue schwor? Was ist mit dem Mann geschehen, den sie kennenlernte? Alles Fragen, die sie auf dem Rückweg beschäftigten und doch für lange Stunden noch unbeantwortet bleiben würden. Eines wusste sie aber sicher: Sie würde Baron von Tilianas um Unterstützung bitten. Er hat dem Jungmagier bereits einmal beeindruckend den Kopf zurecht gerückt, er schafft es diesmal sicher erneut. Ein Kamerad wurde nach Berchgard geschickt.

Sie saßen im Bauernviertel und besprachen die Vorkommnisse. Marlan versuchte Serina zu beruhigen, berichtete von dem klaren Moment des Hochedlen als sie zur Sprache kam. Die kleine Heilkundige kochte Tee. Man einigte sich darauf, dass Marlan zurück ins Adelsviertel geht und ausrichtet, dass Serina im Bauernviertel auf Mikh warten würde für eine Klärung der Situation. Keinem fiel auf, wie bescheuert diese Idee in dem Moment war. Genau genommen glaubte kaum einer, dass er wirklich kommen würde. Doch er tauchte auf. Ohne Marlan.

Beide Frauen waren gleich alarmiert. Cecilia schob sich schützend vor ihre aufgelöste Freundin. Marlan habe die Doppelagentin Innes Ontanu verhaftet. Diese habe Aaryon angegriffen. Cecilia konnte gar nicht so schnell die Worte begreifen, wie Serina von Sorge getrieben zum Hochedlen rast. Sie wollte Serina aufhalten. Er könnte sie immer noch angreifen wollen. Doch sein kühler überheblicher Kommentar dazu schnitt tiefe Wunden in ihr.


"Ihr braucht nicht mehr zu versuchen, Serina von mir fern zu halten..."

Sie starrte fassungslos auf ihren Hausherrn. Fernhalten? Wieso fernhalten? Sie hatte zugestimmt Aaryon ins Bauernviertel zu holen lassen für eine Klärung der Beiden. Fernhalten? Sie war nie für ein Fernhalten der Beiden. Sie hat sie doch immer unterstützt!
In diesen Gedanken drang ein weiterer Satz vom Hochedlen zu ihr durch:


"Was soll schon mit mir los sein, wenn alle um mich herum sich als Verräter erweisen!"

Verräter.

Verräter?


Sie erstarrte.
Sie bemerkte nicht einmal wie die Tränen liefen.
Sie hörte nur das Wort in ihrem Kopf nachhallen.
Sie spürte die Scherben. Wie sie tief schnitten. Dem Bruch noch schmerzende blutende Wunden zufügten.


Verräter.

Später am Abend nahm sie die Anstecknadel ab, welche ihre Aufgabe im Haus Hohenfels auswies. Sie landete aus der Situation heraus auf der Ecke vom Küchentisch. Dort liegt sie bis heute. Nicht einmal wieder angerührt. Diese Ecke des Tisches wurde akurat ignoriert. Beim Decken des Tisches, beim Abwischen des Tisches - als wäre es ein blinder Fleck.

Verräter...

Verfasst: Samstag 30. August 2025, 14:42
von Innes Ontanu
Es war schon erstaunlich, wie schnell sich Wunden entzündeten, wenn man sie nicht gut versorgt hatte. Die Haut auf ihrem seitlichen Oberschenkel, einst glatt und fest, war nun aufgerissen. Die Brandwunde war nicht allzu groß, nicht größer als eine Frauenhand, in der Mitte roh, war sie wie frisch geschlachtetes Fleisch. Ein heißes Pochen zeigte deutlich an, das der Angriff mit dem Feuerball auf mich, seine Spur hinterlassen hatte. Und als am Abend Fieber dazu kam, ahnte ich, dass es ohne weitere Hilfe nicht würde weiter gehen können.

Während Elia in Adoran nach Informationen suchte, wie der Stand der Dinge war, ob ich gesucht wurde, ob Aaryon die Stadt mittlerweile angezündet hatte, oder ob sie ihn sicher verwahrten, lag ich am Strand von Kawi, allerdings hielt sich meine Urlaubsstimmung in argen Grenzen.
Ich hegte die innige Hoffnung, dass Elia entweder Greya oder Kabo würde finden können und er ihnen mitteilen konnte, wo ich war und das es mir neben einer entzündeten Wunde, nicht sonderlich gut ging.

Ich war unendlich erleichtert, als Elia zum Strand zurückgekehrt war, allerdings versprach sein bedrücktes Gesicht nichts Gutes. Er hatte weder Greya, noch Kabo finden können, auch gab es keinerlei Aushänge, was wir zunächst als positiv bewerteten, aber dennoch nicht schlauer waren als zuvor.
Er würde, so versprach er, am nächsten Tag erneut sein Glück in Adoran versuchen, was durchaus einer gewissen Komik entsprang.

Er hatte in seiner Umsichtigkeit sauberes Verbandsmaterial mitgebracht und wie er meine Verletzung versorgte, machte deutlich, dass das nicht seine erste Wundbehandlung war.
Wir brieten Fisch, tranken schales Wasser, sprachen die Lage wieder und wieder durch und wäre das Fieber nicht mächtig angestiegen, hätte man den Abend als nahezu gemütlich bezeichnen können.
So aber zitterte ich vor Kälte und Elia verpackte mich fürsorglich in warme Gewandungen, die er sich vom eigenen Leib absparte und warf weitere Holzscheite auf das Feuer.
Leise hatte er mir angekündigt, wenn das Fieber am nächsten Tag nicht besser wäre, würde er mich zu einem Heiler bringen, koste es was es wolle, aber bitte nicht mein Leben. Andarc fiel mir ein, ich nannte ihm seinen Namen, er wüßte bestimmt Rat und hätte bestimmt die passende Medizin.
Meine Gedanken verweilten bei Cecilia, die kleine stille Heilerin, wie sehr sehnte ich sie jetzt herbei, aber wir konnten es nicht riskieren, nach Adoran zu reisen, ehe wir nicht wußten, wie der Stand der Dinge war. Mikh kam mir in den Sinn, wie es ihm wohl erging. Was meine Greya wohl machte? Ob Kabo an mich dachte? Weinte sich Serina die Augen aus dem Kopf? Wo war eigentlich Valentin?
Meine Gedanken verschwammen zu einem Brei und hätte ich in Elia nicht einen Anker gefunden, ich weiß nicht, ob ich die Nacht überstanden hätte.
So hielt er mich in seinen Armen, flößte mir hin und wieder Wasser ein, was ich nur im Halbschlaf wahrnahm.

Am nächsten Morgen lebte ich immerhin.

Verfasst: Sonntag 31. August 2025, 09:18
von Aaryon von Hohenfels
Szenenbild

"Feuer im Haus Hohenfels"
(Aaryon schleudert einen Feuerball gegen Innes, diese versucht ihn noch abzuwehren)

Bild
(#Mit herzlichem Dank an PO Nemia für die nötige Nachbearbeitung der Bildvorlage von ChatGPT! - "Miteinander gegeneinander")