Einen Eilschrieb für die Priesterschaft - und Hospital
Verfasst: Freitag 8. August 2025, 11:33
*Ein Eilbote wird sich bald auf den Weg zum Kloster begeben, um ein sorgfältig versiegeltes Schreiben zu überreichen. Eine Abschrift wird dem Hospital überstellt, zu Händen von Esther Sternlied.*
- Adoran, 08. Ashatar 268,
Nerium Oleander - Apotheke
An die Hochwürdige und Ehrwürdige Priesterschaft
des Heiligen Klosters der Lichteinigkeit,
Diener und Bewahrer des Lichts Temoras
Der Lichten Götter Segen mit Euch, hochverehrte Priesterschaft,
in tiefer Demut und mit ernstem Herzen wende ich mich an Euch, um von einem Vorfall zu berichten, der sich gestern in den späten Abendstunden ereignete.
Ein Mann trat in meine Apotheke, dessen Worte und Erscheinung von einem Leben zeugten, das bisher einzig von Schmerz und Leid gezeichnet war. Noch während unseres kurzen Gesprächs brach er, entkräftet und gebrochen, vor meinen Augen zusammen. Ich bot ihm einen Platz in meiner Stube und reichte ihm einen beruhigenden Tee, damit er, geschützt vor der Kälte der Nacht, von sich erzählen könne. Dabei offenbarte er mir, dass sein Leben bislang nur aus Leid bestand und dass er eine tiefe, panische Furcht vor Menschen - insbesondere vor Männern - hegt.
Da meine Apotheke keine Stätte der Herberge ist, brachte ich ihn unverzüglich in das Hospital und vertraute ihn dort in die Obhut einer wachsamen Kollegin. Um ihm für die Nacht Ruhe und Linderung zu schenken, gab ich ihm vorsorglich einen Trank aus Baldrian mit.
Doch mein Herz sagt mir, dass die Heilung seines Leibes nicht ausreichen wird. In seiner Seele wüten Schatten, gegen die die Hand eines Heilers allein nicht zu helfen vermag. Es ist mein innigster Wunsch und meine demütige Bitte, dass sich baldmöglichst ein Priester seiner verlorenen Seele annehmen möge. Denn ich fürchte, hier werden nicht allein heilende Hände und milder Tee vonnöten sein, sondern vor allem der Beistand Temoras, damit dieser Mann den Kampf gegen seine inneren Dämonen nicht verliert.
Für Rückfragen stehe ich jederzeit zur Verfügung.
In ehrfurchtsvoller Hochachtung
Viktoria Hamberg


