Die Spore
Verfasst: Donnerstag 10. Juli 2025, 12:35
Es begann mit einem Husten.
Nicht seinem eigenen - ein alter Dachs lag reglos zwischen den Farnen vor seiner Hütte. Sein Atem war flach, das Fell stumpf und schmutzig. Um die Schnauze: ein feiner, grünlicher Belag, fast wie Moos, aber weicher. Sporen vielleicht. Wenzel hockte sich dazu, schob mit zwei Fingern vorsichtig das Fell beiseite. Der Dachs zuckte nicht.
Er wartete. Tat nichts. Schaute nur.
Irgendwann pustete er sacht, mehr aus Neugier als aus Absicht. Ein Hauch von Staub hob sich in die Luft - leicht, fast schön, wie Nebel bei Sonnenaufgang. Er konnte nicht widerstehen. Atmete ein.
Ein Kribbeln hinter den Augen. Ein Schmecken auf der Zunge. Bitter. Dann süß. Dann... gar nichts.
Er blinzelte. Schaute den Dachs an. Noch immer reglos.
Er senkte den Blick, strich dem Tier ein letztes Mal sacht über den borstigen Kopf und murmelte:
"Gute Reise, alter Freund."
Dann richtete er sich langsam auf, schnitt ein kleines Stück des sporenbedeckten Fells ab, legte es auf eine flache Tonschale und schob sie vorsichtig ins Feuer. Nur ein bisschen. Nur um zu sehen, was geschieht.
Der Rauch, der aufstieg, war seltsam dick. Er kräuselte sich langsam, fast bedächtig, zog Kreise in der Luft. Wenzel folgte ihnen mit den Augen. Er dachte an Schneckenhäuser. Oder Wind auf Wasser. Oder an... eine Stimme?
Er hielt den Atem an.
War da etwas? Ein Wort? Ein Lied?
Nein. Natürlich nicht.
Er rieb sich die Stirn, atmete aus, schob die Tonschale ein Stück zur Seite. Der Rauch war nun kaum noch zu sehen. Nur ein Geruch blieb - feucht, dumpf, nicht unangenehm.
Wenzel blieb noch lange sitzen. Er sah den Dachs an. Dann die Schale. Dann wieder nichts.
Irgendetwas… hatte sich verändert. Vielleicht nur in ihm. Vielleicht auch nicht.
Er sagte nichts weiter.
Er schlief schlecht in dieser Nacht. Und am Morgen wusste er nicht mehr, ob er geträumt hatte - oder ob die Sporen wirklich ein Lied gesungen hatten. Nur ganz leise. Ganz am Rand.
Nicht seinem eigenen - ein alter Dachs lag reglos zwischen den Farnen vor seiner Hütte. Sein Atem war flach, das Fell stumpf und schmutzig. Um die Schnauze: ein feiner, grünlicher Belag, fast wie Moos, aber weicher. Sporen vielleicht. Wenzel hockte sich dazu, schob mit zwei Fingern vorsichtig das Fell beiseite. Der Dachs zuckte nicht.
Er wartete. Tat nichts. Schaute nur.
Irgendwann pustete er sacht, mehr aus Neugier als aus Absicht. Ein Hauch von Staub hob sich in die Luft - leicht, fast schön, wie Nebel bei Sonnenaufgang. Er konnte nicht widerstehen. Atmete ein.
Ein Kribbeln hinter den Augen. Ein Schmecken auf der Zunge. Bitter. Dann süß. Dann... gar nichts.
Er blinzelte. Schaute den Dachs an. Noch immer reglos.
Er senkte den Blick, strich dem Tier ein letztes Mal sacht über den borstigen Kopf und murmelte:
"Gute Reise, alter Freund."
Dann richtete er sich langsam auf, schnitt ein kleines Stück des sporenbedeckten Fells ab, legte es auf eine flache Tonschale und schob sie vorsichtig ins Feuer. Nur ein bisschen. Nur um zu sehen, was geschieht.
Der Rauch, der aufstieg, war seltsam dick. Er kräuselte sich langsam, fast bedächtig, zog Kreise in der Luft. Wenzel folgte ihnen mit den Augen. Er dachte an Schneckenhäuser. Oder Wind auf Wasser. Oder an... eine Stimme?
Er hielt den Atem an.
War da etwas? Ein Wort? Ein Lied?
Nein. Natürlich nicht.
Er rieb sich die Stirn, atmete aus, schob die Tonschale ein Stück zur Seite. Der Rauch war nun kaum noch zu sehen. Nur ein Geruch blieb - feucht, dumpf, nicht unangenehm.
Wenzel blieb noch lange sitzen. Er sah den Dachs an. Dann die Schale. Dann wieder nichts.
Irgendetwas… hatte sich verändert. Vielleicht nur in ihm. Vielleicht auch nicht.
Er sagte nichts weiter.
Er schlief schlecht in dieser Nacht. Und am Morgen wusste er nicht mehr, ob er geträumt hatte - oder ob die Sporen wirklich ein Lied gesungen hatten. Nur ganz leise. Ganz am Rand.