Versiegelter Brief vorm Axorn
Verfasst: Sonntag 22. Juni 2025, 12:07
Mit leisen Schritten trat die zierliche Frau aus dem Wald. Ihr honigblondes Haar war zu einem hohen Zopf gebunden, einzelne Strähnen fielen ihr sanft ins Gesicht. In der rechten Hand hielt sie einen versiegelten Brief, das Pergament fein, die Schrift sorgsam gesetzt. Ohne ein Wort zu verlieren, kniete sie nieder und legte das Schreiben behutsam vor den Axorn, als wäre es ein Opfer oder ein Schwur. Ein letzter Blick, ruhig, aber entschlossen, dann erhob sie sich lautlos und verschwand, so leise wie sie gekommen war.
Vaters Zorn,
Ihr kennt mich nicht, doch ich kenne euren Ruf. Man sagt, ihr habt ein Mittel, das Leben in der Wurzel trifft. Ich bin auf einer Mission, eine, die mir niemand aufgetragen hat, außer dem, der mich ansieht. Ich will den Elfenwald vergiften. Nicht aus Laune, sondern aus Überzeugung. Die Ketzer darin müssen vergehen, Blatt für Blatt, Atemzug für Atemzug. Ihr könnt das möglich machen, sagt man.
Daher frage ich: Kann ich euer Gift erwerben?
Wenn ja, nennt mir Termine, Treffpunkte, Bedingungen. Ich halte mich für die nächsten Monde in der Herberge zu Düstersee auf. Nennt dort meinen Namen – Tami – und man wird wissen, wo ich bin.
Möge ER gefallen an meinem Werk finden.

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Vaters Zorn,
Ihr kennt mich nicht, doch ich kenne euren Ruf. Man sagt, ihr habt ein Mittel, das Leben in der Wurzel trifft. Ich bin auf einer Mission, eine, die mir niemand aufgetragen hat, außer dem, der mich ansieht. Ich will den Elfenwald vergiften. Nicht aus Laune, sondern aus Überzeugung. Die Ketzer darin müssen vergehen, Blatt für Blatt, Atemzug für Atemzug. Ihr könnt das möglich machen, sagt man.
Daher frage ich: Kann ich euer Gift erwerben?
Wenn ja, nennt mir Termine, Treffpunkte, Bedingungen. Ich halte mich für die nächsten Monde in der Herberge zu Düstersee auf. Nennt dort meinen Namen – Tami – und man wird wissen, wo ich bin.
Möge ER gefallen an meinem Werk finden.
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