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[MMT] Ordo Anseris Aureae
Verfasst: Mittwoch 21. Mai 2025, 10:24
von Gustav Grann
Aushänge mögen an allen großen Anschlagbrettern des Lichten Reiches, zu Bajard und K'awi, ihren Platz finden.
Die Erste Kunde von der Goldenen Gans
Niedergeschrieben im hundertsechsundzwandigsten Jahr durch Bruder Eusebius von der Feder des Gustav Grann.
"So höret, Ihr Frommen und Wissbegierigen, was mir zu Ohren kam in jener Dämmerstunde, als der Nebel schwer auf den Hügeln der Welt lag und der Mensch noch blind wandelte im Tal der Armut."
Im dritten Monat nach dem Erntefest, als die Sterne sich in ungewohnter Bahn über den Himmel schoben, trat ein Einsiedler namens Tiberius aus dem Nebel des Südwaldes hervor. Er war ein Mann mit gebrochenem Blick und zitternder Stimme, und doch trug sein Wort Gewicht, denn er hatte geschworen, nie zu lügen, seit er einst im Schlund der Pest dem Tod entfloh.
Er berichtete von einer Erscheinung, wie sie kein Mensch zuvor gesehen:
Eine Gans, größer als ein Kalb, mit Gefieder aus purem Gold, schwebte im frühen Morgenlicht über der Ruine des alten Tempels von Hargenau in Eirensee. Um ihren Hals hing ein Band aus Sonnenstrahlen, und unter ihren Schwingen lag kein Schatten, sondern Licht.
Die Gans blickte ihn an - nicht wie ein Tier, sprach er, sondern wie ein Richter. Und aus ihrem Schnabel erklang eine Stimme, die tief in sein Herz fuhr:
"Wahrlich, der, der mein Wort vernimmt und weiterträgt, soll nie mehr Hunger leiden. Doch das Gold, das ich gab, ist nicht für einen allein bestimmt - es soll wandern von Hand zu Hand, wie das Feuer, das wärmt und nicht verbrennt."
Tiberius fiel auf die Knie, und als er den Kopf hob, war sie verschwunden - doch an der Stelle, wo sie gestanden, lag ein einzelnes Ei, das funkelte wie der Stern Falmar. Dieses Ei wurde bald verschollen - gestohlen, vergraben oder von Gierigen zerschlagen, niemand weiß es genau. Doch seither wird gesagt:
"Wo einer bereit ist zu glauben und zu geben, da wird auch ein neues Ei gelegt."
Und so ward der Ordo Anseris Aureae geboren. Nicht aus Goldgier, sondern aus dem Wunsch, das Licht zu mehren. Jedes neue Ei, das in den Schoß des Ordens gelegt wird, gebiert Hoffnung, Reichtum und geistige Erleuchtung - doch nur, wenn es weitergetragen wird, von Bruder zu Bruder, von Schwester zu Schwester.
Verfasst: Donnerstag 22. Mai 2025, 15:49
von Gustav Grann
🥚Der Ruf des Goldenen Eies - Eine Einladung an Suchende 🥚
Ein öffentlicher Aushang an Toren, Märkten und Kreuzwegen - oder geflüstert im richtigen Ohr zur rechten Stunde.
"Nicht jeder sieht sie.
Nicht jeder hört sie.
Doch wer fühlt, der weiß:
Die Gans war hier."
Du fühlst es, nicht wahr?
Ein Ziehen in der Brust, wenn du allein bist.
Ein Flüstern im Wind, wenn du glaubst, niemand spreche.
Ein Zeichen, das du nicht deuten kannst - und doch erkennst.
Wenn du Fragen trägst, für die es keine Priester gibt,
wenn du spürst, dass hinter all dem Lärm eine tiefere Ordnung ruht,
dann könnte
dein Platz im Kreis des
Ordo Anseris Aureae sein.
Was wir dir geben:
- Einen Weg in den
inneren Kreis der Erkenntnis
- Brüder und Schwestern, die
sehen, was andere leugnen
- Die Lehre des
Aurei Ovi, verschlüsselt, überliefert, lebendig
- Eine Aufgabe, die größer ist als Gold, Ruhm oder Rang
Was du empfangen wirst:
- Ein
Name im Buch des Ordens
- Ein
Zeichen, das nur Eingeweihte erkennen
-
Wahrheit, die leiser spricht als alle Lügen dieser Welt
- Den ersten Schritt auf einem Weg, den nur wenige betreten - und keiner bereut
Frage dich selbst:
Willst du weiter wandern -
oder endlich ankommen?
Tritt näher an den Kreis.
Sprich mit einem der unseren.
Dein Platz ist bereits bereitet.
Ordo Anseris Aureae
Seit dem Flug. Bis zur Rückkehr.
Schnatteras in Aeternum.

Verfasst: Freitag 6. Juni 2025, 14:10
von Gustav Grann
Der Gang durch Adoran
In den frühen Morgenstunden, wenn der Nebel noch träge zwischen den Giebeln der Stadt hängt, kann man ihn sehen:
Eine hochgewachsene Gestalt in cremefarbener Robe, mit goldenem Futter ausgeschlagen, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen.
An der Brust glänzt ein Emblem - ein goldenes Ei, schlicht und doch würdig. In der rechten Hand trägt er einen kleinen Korb, in der linken ein Bündel Pergamente, fest verschnürt mit einem Band aus Leinen.
Er spricht nicht mit den Leuten. Nicht zuerst.
Stattdessen schreitet er von Haus zu Haus, langsam, fast andächtig – als würde jeder Schritt Teil eines alten Rituals sein.
An jeder Pforte bleibt er stehen, hebt den Blick, berührt das Emblem an seiner Brust -
und spricht leise, mit fester Stimme:
"Möge das Ei an eurer Schwelle euch Erkenntnis bringen,
und die Gans über eurem Dach kreisen in Gnade."
Dann legt er ein kleines Ei aus Holz auf die Stufe, rudimentär bemalt mit Goldfarbe, und schreitet weiter, ohne zurückzublicken.
So zieht er durch Adoran - vom Hafenviertel bis zur östlichen Stadtmauer.
Nur selten verharrt er, wenn eine Tür sich öffnet. Ein Nicken, ein warmer Blick - mehr nicht.
Doch bei manchen Häusern, so scheint es, verweilt seine Hand einen Herzschlag länger auf dem Ei.
Und man könnte schwören, ein Hauch von .. etwas.. liege in der Luft.
Später am Tage werden Kinder die Eier finden. Manche lachen, manche fragen ihre Eltern.
Und einige, die lange geschwiegen haben, heben das Ei auf, als hätten sie genau darauf gewartet.
Der Summus Anserarch war in der Stadt.
Verfasst: Freitag 6. Juni 2025, 14:56
von Gustav Grann
*an öffentlichen Anschlagbrettern Adorans mag folgende Nachricht angeschlagen worden sein*
🥚 Öffentliche Kundmachung des Ordo Anseris Aureae 🥚
Im Namen des Goldenen Eies und der Ordnung der Ringe
Der ehrwürdige
Summus Anserarch Gustav Grann, Träger des innersten Zeichens und Hüter des Ersten Eies, hat den heiligen Gang durch Adoran vollzogen.
An den Pforten der Stadt wurden
gesegnete Zeichen hinterlegt - bemalte Holzeier, still und leuchtend - als Sinnbild für Hoffnung, Erkenntnis und den kommenden Wandel.
Ein jeder, der ein solches Ei an seiner Schwelle findet, möge wissen:
„Du bist gesehen.
Du bist gemeint.
Du bist bereit - wenn du es willst.“
Diese Gabe ist keine Münze, kein Befehl, kein Rätsel.
Sie ist eine
Einladung.
Der Orden spricht nicht laut, doch
er hört.
Der Kreis ist offen für jene, die spüren, dass mehr sein muss als das, was der Tag bringt.
✦ Schnatteras in Aeternum ✦
Gezeichnet im Auftrag des Ordo Anseris Aureae
durch den Primus Ovorum
Verfasst: Dienstag 10. Juni 2025, 23:40
von Klabautermann
Kaum ist die Nacht hereingebrochen und die Dunkelheit taucht die Stadt Adoran in ihren finsteren Mantel.
Nur noch das seichte Licht der Laternen erleuchtet knapp die ein oder andere Häuserecke.
Stielt sich eine dunkle Gestalt eingehüllt in schwarzem eng anliegenden Stoff durch die Gassen.
Immer auf der Hut nicht enteckt zu werden weicht er den Wachen aus indem er die Fassaden hoch klettert und die weiteren Wege über die Dächer nimmt.
Rasch legt sich die Gestalt flach auf den Bauch und zieht den Kopf ein bis die nächste Wache passiert hat, nur um Katzenhaft eilig über das Dach zu laufen und auf leisen Sohlen rüber auf das nächste zu springen.
Sie war am Ziel angekommen, oben auf dem Dach verharrend bis die erste Dämmerung begann herein zu brechen.
Das mitgeführte Seil am Kaminsims fest machend, sich vergewissernd das niemand schaute. Dann seilte er sich ab ohne mit den Füßen den Boden zu berühren und drapierte ein kleines Nest aus Stroh mit einem dieser Eier vor dem Anschlagebrett.
Unter dem Ei lag ein einfaches Pergament, beschriftet mit Druckbuchstaben.
Rasch kletterte die Gestalt dann mit Hilfe des Seils wieder rauf, löste das Seil und huschte wie ein Schatten über die Dächer.
Vielleicht mag der ein oder andere wachsame Gardist diese Gestalt dabei aus dem Augenwinkel ereblickt haben können ehe er sie aus den Augen verlor.
Auf dem Pergament:
Es sticht, es zieht.
Vieles liegt im Argen. So suche ich einen Weg aus der Misere.
Erlangen möchte ich den Segen der Erlösung, doch weis ich nicht wie.
So hoffe ich auf Hilfe und eine Wegweisung.
Hoffnungsvoll hoffe ich auf Antwort hinter der Stadt, wo sich die Steinsäulen kreuzen und vom Efeu berankt.
Verfasst: Mittwoch 11. Juni 2025, 22:01
von Berenguer von Salberg
Der Inquisitor schaute von der neu angelegten Akte auf. Die beiden säuberlich zusammengefalteten Aushänge, die er vom Regiment erhalten beziehungsweise in Adoran eingesammelt hatte, waren in der Akte erst einmal gut aufgehoben.
Der Bluthund der Kirche hatte Witterung aufgenommen, die Zeit würde zeigen, ob er Beute machte...
Verfasst: Sonntag 15. Juni 2025, 13:06
von Gustav Grann
[Ein weiteres Pergament erscheint am Anschlagbrett – sorgsam gerollt, mit goldener Kordel umwunden und dem Siegel des Ordens versehen.]
An den Suchenden,
der da spricht von Schmerz und Ziehen,
von Hoffnung und Erlösung.
Der Blick des Ordens ruht auf dir.
Dein Wort ist gefallen wie ein faulendes Ei auf fruchtbaren Grund - unansehnlich, doch voller Potenzial. Du sehnst dich nach Wegweisung. Wir verlangen nach Erkenntnis deiner Bereitschaft.
So lausche:
Ein Diener des Ordo verweilt in diesen Tagen im Gasthaus „Zum Hafenblick“ am Hafen Adorans.
Er trägt Blau, trinkt nur warmes Wasser und spricht wenig. Und doch sieht er mehr als ein Dutzend Wachen.
Begib dich dorthin vor dem nächsten Neumond.
Sprich zu ihm nicht von Eiern, nicht vom Licht.
Sage nur: „Der verlorene Gänserich ist erschienen.“
Dann wird dir Antwort.
Handle mit Klugheit. Der Orden prüft nicht nur Worte, sondern auch die Kunst des Erkennens.
Im Glanz des Federkleids,
- Ein Ovorum
Verfasst: Montag 16. Juni 2025, 07:31
von Klabautermann
Die Nacht abwartend und sich leise wie ein Schatten über die Dächer bewegend beobachtet er aufmerksam die Anschlagebretter.
Die Person dann erblickend welche das Pergament hinterlässt wird er geduldig in Deckung bleiben bis sie sich entfernt hat.
Dann erst huscht er zum Anschlagebrett, schnappt sich das Pergament und entschwindet so gleich zurück in die Schatten.
Verfasst: Montag 16. Juni 2025, 10:10
von Elisabeth van Falkenglanz
*Bereits schwer übernächtigt werden in einer Schreibstube im Regimentsquatier einige Dokumente gesichtet und geordnet. Nach dem nächsten Kornkaffee stützt die Feldwebel ihre Hände auf die Tischplatte und seufzt. Kurz darauf ergeht ein Schreiben an das Kloster der Lichteinigkeit.*
Der Krone und dem Reich zur Ehr,
an die Inquisition, zu Händen von Eminenz Berenguer und Hochwürden Lumen.
Habe weitere Kunde bezüglich des "Eierkults" erhalten, jedoch wenig Konkretes. Bitte die Inquisition um Einschätzung der Angelegenheit. Wenn die Einschätzung dahingehend ist, dass es sich um Häresie handelt, würde ich schnell zuschlagen und den Kult [s]zertrümmern[/s]
wie Eierschalen zu zerschmettern wie eine fette Gans schlachten - bevor er überall seine Eier legt. Wie Läuse.
Wenn nicht, würden wir ihn jedoch weiter gut im Auge behalten. Bislang scheinen sie keine spalterischen Tendenzen aufgezeigt zu haben, außer eine verdächtige Geheimhaltung.
Wie soll in dieser Sache verfahren werden? Bislang halten wir die Füße still.
Frage mich, ob die Gans eine Verballhornung Temoras impliziert.
Das Regiment ist bereit. - Allzeit.
Temora beschützt,

Verfasst: Dienstag 17. Juni 2025, 23:17
von Berenguer von Salberg
*Feldwebel Falkenglanz wird eine Antwort erhalten, die auch in den Inquisitionsakten abgelegt wird*
Temora mit Euch Feldwebel!
Habt Dank für Eure Unterstützung und Euren temoragefälligen Tatendrang! Es gilt hier mit Bedacht vorzugehen - wie Ihr bereits erwähntet gibt es aktuell nur einen Verdacht und die Tugend der Gerechtigkeit fordert von uns, dass wir diesen mit Beweisen untermauern, ehe wir zur Tat schreiten.
Sorgt bitte dafür, dass Eure Leute weiter Informationen über diesen ominösen Orden zusammentragen - auf eine möglichst unauffällige Art -, dann werden wir zu gegebener Zeit entscheiden, ob hier ein Gerichtsverfahren angemessen ist oder nicht.
Die Herrin schützt!

Hohepriester Temoras
Inquisitor