Das letzte Licht
Verfasst: Dienstag 22. April 2025, 11:18
Der Wind zog kalt durch die leeren Flure des Gildenhauses. Wo einst Gebete gesprochen, Gelächter geteilt und Pläne für eine bessere Zukunft geschmiedet wurden, hallte nun nur das Echo vergangener Tage wider. Die großen Fenster warfen lange Schatten auf den staubigen Boden, und das Banner der Lichtbringerin hing schwer und stumm an der Wand, bleich geworden vom Sonnenlicht, das über die Jahre erbarmungslos durch das Glas gedrungen war.
Constantin stand in der Eingangshalle, das Sonnenlicht fiel auf seine schlichte, güldene Priesterrobe des Ordens. In den Händen hielt er eine kleine Holztruhe – das letzte Hab und Gut des Ordens, das nicht bereits in Kisten verstaut oder verschenkt worden war. Seine Finger glitten langsam über das eingelassene Symbol der Lichtbringerin auf dem Deckel – die stilisierte Sonne, deren Strahlen einst weit über das Land leuchten sollten.
"Es war ein guter Ort," murmelte er mehr zu sich selbst als zu dem jungen Novizen, der schweigend neben ihm stand. "Ein Ort der Hoffnung. Ein Leuchtfeuer… in dunkler Zeit."
Der Novize nickte stumm und senkte den Blick.
Constantin seufzte leise, stellte die Truhe ab und ging durch die Halle, seine Schritte hallten auf dem Steinboden wider. Er blieb vor dem Altar stehen, an dem er unzählige Male das Licht der Herrin angerufen hatte. Der goldene Kerzenhalter war leer, die Flamme längst erloschen. Mit ruhiger Hand zündete er eine letzte Kerze an. Die Flamme flackerte kurz – schwach, fast zögerlich – dann stand sie still. Ein letztes Licht. Ein letzter Segen.
"Unsere Aufgabe war es, das Licht zu tragen," sprach er leise, während sein Blick auf die Flamme gerichtet blieb. "Aber auch das Licht ruht manchmal, damit es neu entfacht werden kann. Vielleicht… wird jemand kommen, eines Tages, und diesen Ort mit Leben erfüllen. Bis dahin soll er schweigen."
Er drehte sich um, nickte dem Novizen zu. Gemeinsam verließen sie die Halle und begaben sich in den Innenhof, wo bereits ein kleiner Karren mit Kisten bereitstand. Bücher, Gewänder, alte Waffen – Erinnerungen an eine Zeit, die nun vorbei war. Constantin befestigte sorgfältig das letzte Bündel am Wagen, ehe er sich ein letztes Mal umwandte.
Mit ruhiger Stimme sprach er ein Gebet.
"Möge das Licht unsere Wege erhellen, auch wenn wir sie nun allein beschreiten. Möge die Erinnerung an das, was war, ein Same sein für das, was kommen mag. Und möge die Lichtbringerin über uns wachen – in Glanz, in Gnade und in der Stille des Abschieds."
Dann legte er die Hand auf das alte Tor des Gildenhauses, spürte das kühle Holz unter seiner Handfläche – und schloss es. Langsam, aber mit fester Entschlossenheit. Ein letztes Mal.
Mit einem leisen Knarren fiel es ins Schloss. Die Schlüssel legte er in eine Schatulle und versiegelte sie.
Der Wagen setzte sich in Bewegung. Und mit ihm verließ auch der letzte Hüter des Ordens das alte Gemäuer – nicht in Bitterkeit, sondern mit Frieden im Herzen.
Denn jedes Licht, das erlischt, lässt Raum für ein neues.
Constantin stand in der Eingangshalle, das Sonnenlicht fiel auf seine schlichte, güldene Priesterrobe des Ordens. In den Händen hielt er eine kleine Holztruhe – das letzte Hab und Gut des Ordens, das nicht bereits in Kisten verstaut oder verschenkt worden war. Seine Finger glitten langsam über das eingelassene Symbol der Lichtbringerin auf dem Deckel – die stilisierte Sonne, deren Strahlen einst weit über das Land leuchten sollten.
"Es war ein guter Ort," murmelte er mehr zu sich selbst als zu dem jungen Novizen, der schweigend neben ihm stand. "Ein Ort der Hoffnung. Ein Leuchtfeuer… in dunkler Zeit."
Der Novize nickte stumm und senkte den Blick.
Constantin seufzte leise, stellte die Truhe ab und ging durch die Halle, seine Schritte hallten auf dem Steinboden wider. Er blieb vor dem Altar stehen, an dem er unzählige Male das Licht der Herrin angerufen hatte. Der goldene Kerzenhalter war leer, die Flamme längst erloschen. Mit ruhiger Hand zündete er eine letzte Kerze an. Die Flamme flackerte kurz – schwach, fast zögerlich – dann stand sie still. Ein letztes Licht. Ein letzter Segen.
"Unsere Aufgabe war es, das Licht zu tragen," sprach er leise, während sein Blick auf die Flamme gerichtet blieb. "Aber auch das Licht ruht manchmal, damit es neu entfacht werden kann. Vielleicht… wird jemand kommen, eines Tages, und diesen Ort mit Leben erfüllen. Bis dahin soll er schweigen."
Er drehte sich um, nickte dem Novizen zu. Gemeinsam verließen sie die Halle und begaben sich in den Innenhof, wo bereits ein kleiner Karren mit Kisten bereitstand. Bücher, Gewänder, alte Waffen – Erinnerungen an eine Zeit, die nun vorbei war. Constantin befestigte sorgfältig das letzte Bündel am Wagen, ehe er sich ein letztes Mal umwandte.
Mit ruhiger Stimme sprach er ein Gebet.
"Möge das Licht unsere Wege erhellen, auch wenn wir sie nun allein beschreiten. Möge die Erinnerung an das, was war, ein Same sein für das, was kommen mag. Und möge die Lichtbringerin über uns wachen – in Glanz, in Gnade und in der Stille des Abschieds."
Dann legte er die Hand auf das alte Tor des Gildenhauses, spürte das kühle Holz unter seiner Handfläche – und schloss es. Langsam, aber mit fester Entschlossenheit. Ein letztes Mal.
Mit einem leisen Knarren fiel es ins Schloss. Die Schlüssel legte er in eine Schatulle und versiegelte sie.
Der Wagen setzte sich in Bewegung. Und mit ihm verließ auch der letzte Hüter des Ordens das alte Gemäuer – nicht in Bitterkeit, sondern mit Frieden im Herzen.
Denn jedes Licht, das erlischt, lässt Raum für ein neues.