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[MMT] Die Tage nach dem Beben...

Verfasst: Samstag 29. März 2025, 14:06
von Tomas Jan Levitt
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„Soll keiner behaupten, ich hätt' keinen Mumm!“

sang ich gerade noch volltönend und mit neckischem Grinsen und meine Finger griffen fest in die Saiten
von Frau Leise, als das ohrenbetäubende Kreischen zu hören war, das direkt aus K’awis Herz zu stammen schien.
Das Erste, was ich daraufhin wahrnahm, waren ratlose und erschrockene Blicke, nämlich die der Männer,
die sich am Strand von K’awi versammelt hatten, um einen unbeschwerten und heiteren Abend zu genießen.

Darauf folgte bald schon das Beben. Ein Beben, anfänglich noch mild, dass man lediglich leicht aus dem
Gleichgewicht geriet, dann aber so kräftig, dass wir uns schutzsuchend hinhockten, um nicht umgeworfen
zu werden. Wir machten uns direkt auf den Weg zu den Frauen, die am anderen Strand von K’awi feiern wollten,
doch sahen wir aus der Ferne bereits die bröckelnden Stadtmauern. Ich spürte, wie mir das Herz stehen blieb.
Was zum Henker war passiert?! Wie konnte es sein, dass die Stadt schaden nahm, woher kam dieses Kreischen
und verdammt nochmal, was hatte dieses immense Beben verursacht?! Und wo war K’awi?

Wir versammelten uns rasch, einige von uns noch in Badekleidung, doch war ich wenigstens so geistesgegenwärtig
gewesen und hatte meine Chaostasche vom Strand mitgenommen, wo ich gerade nicht mehr als meine Badehose trug.

Das Wasser an der Furt, wo wir zu den Frauen stießen, fing an sich zu regen und es entstand ein Strudel, der
rasch größer wurde. So groß sogar, dass sich das Wasser auftürmte, immer höher stieg, um dann über die
Stadtmauer hinweg sich seinen Weg ins Innere zu suchen und innerhalb weniger Sekunden das Gebiet um
die Taverne zu verwüsten. Das war ein Anblick, der mich tief erschütterte. Sämtliche Häuser waren bewohnt,
auch die Tavernenzimmer waren momentan alle vermietet und die Zweiten zogen ihre Patrouillen durch
die Straßen. Es war fast unmöglich, dass niemand durch diese Flutwelle Schaden genommen hatte.

Sethrad, Ignatius und Allturius änderten ihre Gestalten und mir war spätestens jetzt klar, dass ich
in Badehose nicht weit kommen würde, also zwängte ich mich ins Leder.

Diejenigen, die nicht kämpfen konnten, wurden rasch in Sicherheit gebracht, denn schon am Stadttor
wurden wir von den wütenden Wasserwesen begrüßt, die direkt kreischend auf uns losgingen.

Der Kampf lief routiniert ab, immerhin waren die meisten von uns seit Monaten eingespielt. Danach wurde
die Stadt nach weiteren, aggressiven Wasserwesen abgesucht, doch gefunden wurde nichts mehr.
Was allerdings gefunden wurde war die verwüstete Taverne und noch mehr, die völlig zerbröckelte Stadtmauer,
die einst dahinterstand. Dazu war alles so stark überflutet von Algen, Pflanzen und Efeu, dass ein
Durchkommen nicht zu machen war, vor allem nicht mitten in der Nacht, ausgelaugt und schockiert.

Die, die noch zu aufgewühlt waren, um ins Bett zu gehen, trafen sich noch an der Sitzgruppe vor der Bibliothek.
Zweisamkeit tut mir immer gut, wenn ich mich schlecht fühle und ein paar gesellten sich mit dazu.
Was zum Stärken des Körpers hatten wir ja, immerhin hatten Varek und Kael großzügig für die Bewirtung
der beiden Strandfeste gesorgt.

Leoras berichtete noch, dass er mit der Axt es geschafft hatte, durch den dicken Teppich der Ranken
zu kommen, aber das im trockenen Zustand sicher einfacher machbar war. Und so hatten wir dann
beschlossen, dass wir uns am nächsten Abend trafen, um mit den Arbeiten zu beginnen, denn so konnte
K’awis heiße Sonne einen Tag lang das ganze Gemüse trocknen.

Ich war froh, irgendwann ins Bett zu kommen und gefühlt wollte meine Haut gar nicht mehr trocknen,
nach dem Bad in diversen Wassergolems und -elementaren.

Doch die anstrengenden Tage sollten erst kommen. Und da würde es jede Hand brauchen.

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Verfasst: Samstag 29. März 2025, 20:32
von Ragai Mirkow
Ich kam später dazu.
Die anderen waren schon am Arbeiten.
Überall lagen Trümmer, durchnässt und voll Pflanzen, die nicht hierher gehörten.
Der Boden war weich und rutschig, die Luft feucht.
Ich sagte nichts.
Hob mein Beil, suchte mir eine Stelle und fing an.

Mit rhythmischer Geduld zerteilte sie die angeschwemmten Holzbalken, schleppte Algenbündel aus den Gängen, schnitt das Efeu von den Fassaden, als wolle ich die Stadthaut selbst heilen.

Verfasst: Samstag 29. März 2025, 20:37
von Allturius Mandros
Wenn Algen denken könnten, wären sie jetzt beleidigt.

„Seht ihr! Ich hab's gesagt!“
rief ich vermutlich zum fünfundzwanzigsten Mal an diesem Tag – nur diesmal mit einer schlammbespritzten Robe, einem Ast im Haar und einem Eimer voll Trümmerschlamm in der Hand.

Einige der Umstehenden zuckten nur müde mit den Schultern. Es war Tag zwei nach der großen Welle von K’awi – so nannte ich sie inzwischen poetisch, weil es dramatischer klingt, als „unerfreulicher Wasserschaden mit Algenbeilage“.

Ich hatte im Vorfeld – mit ruhiger Stimme, mit klaren Argumenten, mit einem leidenschaftlich geschwungenen Zauberstab! – vorgeschlagen, einfach ein paar Gastarbeiter aus Bajard zu holen.
Erfahrene Leute, kräftige Arme, keine Fragen.
Oder alternativ: Klingengeister! Die sind effizient, brauchen keine Pausen und motzen nicht über matschige Stiefel.
Oder und das war mein Favorit: Alles. Abfackeln.
Steril, schnell, stilvoll.

Aber nein.
"Zu riskant."
"Zu teuer."
"Zu radikal."
— Zu logisch, dachte ich.

Stattdessen standen wir da – Heldinnen, Helden, eine bunt zusammengewürfelte Mischung aus Gutgemeint und Halbkaputt – und schippten Trümmerschlamm, der wie beleidigter Grießbrei an unseren Knöcheln klebte.

Der Höhepunkt meines Tages war, als ich auf einem rutschigen Brett ausglitt, mitten in einem Haufen Wasserpflanzen landete und prompt von einer wild gewordenen Algenkugel attackiert wurde.

Ja, eine Algenkugel.

Sie rollte auf mich zu, zielgerichtet und ich schwöre beim Kodex alles mir heiligen, sie machte ein schmatzendes Geräusch.
Ich wehrte mich mit einer halbherzigen Illusion (weil nass) und einem geschrienen „Zurück, Dämon des feuchten Grüns!“, das leider keinen großen Eindruck hinterließ – außer auf meinem Stolz.

Immerhin konnte ich später den örtlichen Kindern erzählen, ich hätte einem Moos-Golem das Fürchten gelehrt.
(Niemand muss wissen, dass ich dabei rückwärts in eine Fischkiste gefallen bin.)

Am Abend, als wir erschöpft auf einer halbwegs trockenen Bank saßen und jemand ein angeweichtes Brot herumreichte, sprach ich den einzigen wahren Satz, den ich an diesem Tag gesagt hatte:

„Wenn ihr nächstes Mal wieder keine Klingengeister wollt, lasst mich wenigstens das Zeug anzünden.“

Keine Antwort. Nur müdes Nicken. Vielleicht... vielleicht war es doch nicht ganz so abwegig.

Verfasst: Samstag 29. März 2025, 22:03
von Angelica Mondstein
Das Donnern der Insel hatte zahlreiche Folgen nach sich gezogen. Eine Überschwemmung hatte die Stadt überflutet, monströse Kreaturen waren aus den Tiefen aufgetaucht, und ein bislang unbekannter Teil der alten Stadt war freigelegt worden – die Auswirkungen waren vielfältig. Doch nicht nur die Stadt selbst war betroffen, sondern auch die Lebewesen darin. Leia, ihre treue vierbeinige Begleiterin, hatte den gesamten Abend und auch den darauffolgenden Tag zitternd im Bett verbracht. Nur die liebevolle Zuwendung von Hanna und ihr hatten der alten Berglöwin die dringend benötigte Sicherheit gegeben, um sich überhaupt wieder aufzurappeln.

Nun, einen Tag nach der Katastrophe, standen die Aufräumarbeiten an. Ein wenig erinnerte es an die Herausforderung, die K'awi ihnen bei ihrem ersten Besuch auf der Insel gestellt hatte. Doch anstatt der damals gestellten Prüfungen galt es nun, Schlick und Algen zu beseitigen.

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Der Anblick des Unrats war zunächst überwältigend, doch dank der tatkräftigen Unterstützung vieler freiwilliger Helfer – auch aus anderen Teilen Gerimors – konnte der neu entdeckte Stadtteil rasch wieder von Schmutz befreit werden. Zerfallen, aber zumindest sauber.

In den kommenden Tagen würden die Aufbauarbeiten wohl beginnen. Doch wann und wie es weiterging, würde Tom entscheiden müssen.

Verfasst: Samstag 29. März 2025, 22:25
von Varek Talan Sonnwein
Die Tage waren eher Anstrengend als schön. Ein gute gemeinter Abend zusammen mit Freunden und bekannten wurde zu einem 'ums Leben rennen', 'nicht ertrinken' und hoffen das es alle heile nach Hause schaffen nachdem Massen an Wasser, Unkraut, Trümmern und Algen auch eine Masse an Meeresbewohnern mit sich gebracht hatte welche in der Stadt wüteten.

Es war eine kurze Nacht, die Geräusche das Kampfes noch in lebendiger Erinnerung. Aber die Kampferfahrenen hatten die Massen zurückschlagen können, die Stadt wieder sicher gemacht während er Machtlos mit den anderen Schutz gesucht hatte.

Aber wenigstens machten sie so den anderen weniger Sorgen - standen nicht im Weg.

Am nächsten Tag wirkte die Luft kühler als sonst, fühlte sich nicht so warm und "Willkommen heißend" an wie sonst. Hinter jedem Schatten schien Gefahr zu lauern, Unruhig.

Aber Arbeit lenkt ab.


So fand man sich am Abend zusammen, alle noch ein wenig übernächtigt, aber auch motiviert, oder wütend. Die Heimat wurde so übel zugerichtet.

Also griff man nach dem Beil und begann dieses ganze verdammte grässliche Gestrüpp zu zerhacken. In Eimer damit. Zur Sammelstelle. Hacken. Eimer. Sammeln. Hacken. Eimer. Sammeln.

Wieder und wieder. Leitern wurden aufgestellt, Ruinen von Dreck befreit.

Das ist unsere Insel - wir halten zusammen.

Und dieses Meer kann uns mal kreuzweise.

Verfasst: Samstag 29. März 2025, 23:12
von Linnea Erlenbach
Dabei hatte alles so gut angefangen.

Der Abend war schon wochenlang geplant, die Frauen und Männer Kawis sollten einen getrennten Abend voneinander verbringen.

Als wir an dem schönen Ort am Strand ankamen, durften wir uns als erstes Badekleidung aussuchen, die uns Cali gefertigt hatte. Als wir uns alle umgezogen hatten deckten wir uns beim Buffet ein. Kael hatte es wundervoll für uns gestaltet, selbst an Fleischbällchen hatte er gedacht.

Kaum saßen wir alle und hatten die ersten Bissen genommen da begann der Boden zu beben und es wurde, mit kleinen Pausen, immer schlimmer. Es war kaum noch möglich sich auf den Beinen zu halten.

Kurz nach einem der stärkeren Beben kamen die Männer bei uns an,die sich wohl genauso Sorgen um uns, wie wie uns um sie gemacht hatten.Ich war so froh alle und vor allem Iggy gesund zu sehen.

Doch die Freude hielt nicht lang, denn hinter den Ankommenden begann sich erst nur ein kleiner Strudel zu bilden, der sich immer mehr in den Himmel auftürmte zu einem mächtigen und hohen Wasserstrudel, aus dem sich Wasserelemente lösten und uns angriffen.

Nachdem wir sie alle niedergerungen hatten machten wir uns nun gemeinsam auf, um uns die Schäden der Stadt anzuschauen. Auf dem Weg zur Stadt hörte man beängstigendes Schreien, dann ein letztes Beben und Stille. Diese Situation machte mir Angst, waren es vielleicht Kawis Schreie gewesen?

Doch für solcherlei Gedanken blieb nicht viel Zeit, als wir uns der Stadt näherten sahen wir schon von weitem, dass ein Teil der Mauer wohl eingestürzt sein musste.

Am Stadttor angekommen, sahen wir das ganze Ausmaß. Soweit man sehen konnte war die Stadt unter Wasser, das grade wieder abzufließen schien, doch dafür hinterließ es uns lauter Wesen der Wasserwelt. Wir vertrieben sie gemeinsam aus der Stadt und konnten endlich erahnen was passiert war.

Ein Teil der Taverne war von lauter Algen und sonstigen Pflanzen der Meere schier eingebettet worden. Hinter der Taverne konnte man erkennen, dass der eingestürzte Teil der Mauer wahrscheinlich ins Meer gerissen worden war. Jedoch war auch noch etwas erstaunliches zu erkennen, die Wassermassen hatten wohl ,bis dahin unter der Erde verborgene, Wohnhausruinen freigelegt die nun ebenso mit Algen und Pflanzen des Meeres überzogen waren.

Meine Gedanken kamen, nun ein wenig zur Ruhe gekommen, zu Kawi zurück und so ging ich zum Tempel, um mich zu erkundigen ob es Kawi gut gehen würde, während die anderen sich zur Akademie aufmachten.

Verfasst: Sonntag 30. März 2025, 10:24
von Tomas Jan Levitt
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Ich muss sagen, die Arbeiten schritten gut voran. Das lag aber vor allem daran, dass alle K’awianer mit
anpackten und zusammen schnauften, fluchten und ackerten. Und sangen. In meinem Fall zumindest.

Blanche hatte die Äxte und Sägen für die Säuberung bereitgestellt und man kann schon sagen, die Frau
versteht was von ihrem Fach. Die Dinger waren scharf wie sonstwas, Verletzte gab es dieses
Mal allerdings keine. Ich hab einen Obolus in die Tavernenkasse getan und die fleißigen Helfer
mit Getränken und was zu essen versorgt.

Es waren kaum zwei Stunden später, da wurden die letzten Algenreste und die letzten Meerespflanzen
von den groben Steinen gepflückt und weggebracht. Und was
sich uns dann offenbarte war schon verwunderlich. Wie konnte es sein, dass über die ganze Zeit,
in der die Insel nun bewohnt war, dieses kleine Stadtviertel nicht gefunden wurde? Gut, es lag
scheinbar irgendwie unter der Erde und wurde durch die Welle freigespühlt, aber dennoch?
Auf der anderen Seite sucht man ja eben auch nicht nach Dingen, von denen niemand weiß.

Die neu-alten Häuser waren jedenfalls wie ein Geschenk, auch wenn es mit Schreck und Angst
am Vorabend bezahlt wurde. Bewohnbar waren sie allerdings noch lange nicht, aber das sollten wir
ändern können. Es gab schließlich einige Leute auf K’awi momentan, die keine feste Bleibe hatten.

Wir saßen noch eine ganze Weile in der Taverne und schmiedeten Pläne, allen voran Blanche,
die ja schon erfolgreich den Bau der Brücke geleitet hatte, und Leoras, der zwar von Steinbauten
nicht viel wusste, aber dafür ein ausgebildeter Zimmermann war.

„Wir brauchen Stützbalken! Das ist dann Leos Aufgabe! Und dann stützen wir die Decken ab und
erneuern das Mauerwerk oder bessern es aus. Mörtel werden wir brauchen, Sand und Vulkanasche
und jemanden, der ihn anrührt.“

Ich wusste doch, dass mir der Brückenbau noch einmal zu Gute kommen würde, denn Mörtel
mischen hatte ich da gelernt, wenn ich denn sonst eher nutzlos war bei der Instandsetzung der
Häuser. Außer vielleicht was Moral und Was-auf-die-Ohren anging.

„Wir brauchen auf jeden Fall lange, robuste Stämme. Die kann ich mit Pferden vom Festland
herziehen und zurechtsägen. Und ich zeichne euch genaue Pläne, was wo eingesetzt werden muss“,
teilte Leo entschieden mit und ich muss sagen, mir blühte das Herz auf bei all dem Tatendrang.
Niemand musste groß gefragt werden, ob er helfen würde. Jeder, der etwas beitragen konnte, bot sich von selbst aus an.

Beschlossen wurde zudem, dass die schweren Steine und Balken von Magie gehoben wurden, schließlich
lag das nahe, bei einer Insel voller hochrangiger Magier.

Jetzt mussten also Pläne und Rohstoffe her. Zum einen Baupläne von Blanche und Leo, zum anderen
eben Stämme, Mörtel und grobe Steine. Und natürlich eine Menge Magie, garniert mit einem guten Klecks Gemeinschaftssinn.



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Verfasst: Sonntag 30. März 2025, 11:40
von Eske Finneken
Es hatte so verheißungsvoll begonnen. Für Speisen und Getränke war gesorgt worden und unter der Badebekleidung fand sich sogar etwas, was sie sich mit gutem Willen blickdicht überstreifen konnte. So saßen die Frauen gemütlich und fröhlich auf dem kleinen Inselteil K'awis, der von der eigentlichen Insel getrennt, aber doch dazugehörte, am Strand, aßen, tranken und plauderten, mit der Absicht beim Sonnenuntergang ein Bad im Meer zu nehmen. Alles war so friedlich.
Bis auf einmal der kleine Inselteil anfing zu beben. Erst nur wenig, als hätte ein Wal sie ein bisschen angestupst. Dann ein wenig mehr. Musste ein großer Wal sein. Und dann schien es, als hätte ein riesiger Kraken seine langen Tentakel ganz K'awi umschlungen, um es durchzuschütteln, wie ein Würfelbecher seinen Inhalt. Keine konnte sich mehr auf den Beinen halten, auf die sie beim zweiten beben gesprungen waren.
Dann kamen die Männer herbei, die ihrerseits am anderen Strand den Abend gut gelaunt begehen wollten und so kamen alle nicht umhin mit großen Augen und purem Entsetzen zuzusehen, wie sich im Wasser ein Strudel bildete, aus dem sich eine hohe Welle formte, die wie eine Wand auf die Stadt zuhielt, um sich mit aller Macht darüber zu ergießen.
Aus Sorge um all die, die in ihren Häusern oder bei der Arbeit geblieben waren, auch um die Tiere und nicht zuletzt auch um K'awi selbst, entschlossen sie sich, schleunigst aufzubrechen.
Am schnellsten würde es mit einem magischen Tor gehen, aber es gab Bewohner, denen die ganze Magie nicht geheuer war und die um kein Gold der Welt durch dieses Tor gehen würden.
Am Steg dümpelte ein Boot und so stiegen fast alle in dieses und die gemorphten Magier zogen es hinüber zur Hauptinsel.

Das Empfangskomitee bestand aus Kreaturen des Meeres, die den K'awianern nicht freundlich gesonnen waren, letztendlich aber zurück ins Meer getrieben werden konnten, wo solche Ungeheuer nun einmal hingehörten. Das Ausmaß an Chaos welches die Welle im Norden angerichtet hatte, war kaum zu beschreiben. Algen, Schlingpflanzen und Schlamm, wo immer man hinsah.


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Am nächsten Tag packten alle mit an, Schlingpflanzen wurden zerhackt, aufgesammelt und der Schlamm weggeschaufelt. Was unter all dem zum Vorschein kam, war zum Erstaunen aller, Wohnraumruinen, die bis dahin unsichtbar in der Tiefe geschlummert haben mussten.


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Schnell wurde klar, dass im ganzen Unglück auch das Quentchen Glück nicht fehlte:
Die Häuser können aufgebaut werden. Auch klar war, dass jeder, dass jeder der kann, auch dabei mit anpacken wird.
Vom Häuserbau und Landschaftsverschönerungen versteht sie nichts, aber als sie von der Aufgabenverteilung vernahm, stand für sie fest: Sand. Sand für den Mörtel. Sie kann schaufeln.


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Verfasst: Sonntag 30. März 2025, 12:43
von Andarc Sardonn
Das ist K'awi, nicht Breitendamm.

Bilder vergangener Zeit wollten sich mit den gegenwärtigen vermischen. Doch nach zwölf Jahren war ich mir vollstens darüber im Klaren, dass das passieren könnte. Also redete ich sofort und unentwegt dagegen an. Während wir noch am Strand waren und realisierten, was da gerade passierte, suchte ich mir gezielt Personen, bei denen ich mir vor Augen führte, dass sie ganz sicher nicht in Breitendamm dabei waren. Sie wurden zu meinen Ankern in der Gegenwart. Ich musste funktionieren, hatte keine Zeit, mich für effektivere Bewältigungsstrategien zurückzuziehen. Je stärker das Beben wurde und je mehr bei den Leuten die anfängliche Überraschung in Panik umschlug, desto weniger brachte diese Methode allerdings. Als die Magier beschlossen hatten, der Ursache für das Beben und ohrenbetäubende Kreischen unter der Erde auf den Grund zu gehen, setzten wir uns in Bewegung und ich merkte noch am Rande, dass meine Stimme einen bellenden Kasernentonfall annahm. Das tut sie immer, wenn ich panisch werde. Wir liefen rüber zu den Frauen am anderen Strand, sahen Teile der Wehrmauer einstürzen und ab da verschwommen die Bilder immer mehr.

Atmen. Du kannst das.

Irgendwie so müssen meine Gedanken die ganze Zeit geklungen haben. Ich funktionierte, egal wie. Einen geschwollenen Fuß schienen, während sich hinter mir ein Tsunami aufbäumt? Kein Ding. Ich bin, so verrückt das auch klingen mag, froh darüber, dass das nicht meine erste Katastrophe war. - Und noch froher bin ich, dass Tom mich dazu überredet hatte, regelmäßig mit ihm, Karthus, Ark und den Magiern jagen zu gehen. So fiel es mir zumindest weniger schwer, Ignatius Blanches und mein Leben anzuvertrauen, während sich Elementare aus dem Tsunami schälten.

Hab Vertrauen. Hab Vertrauen. Hab Vertrauen ...

Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr, wie wir es schlussendlich nach K'awi rein und durch die Massen an feindseligen Meeresbewohnern geschafft haben. An dem Punkt hatte sich mein Kopf verabschiedet und ich reagierte vermutlich nur noch aus reinem Überlebensinstinkt heraus. Erst, als ich Tom und Kael zum Strand folgte, um die Verpflegung von dort zu holen, und ihnen dann zum Garten der Akademie folgte, begann ich damit, wieder zu realisieren, was ich tat. Wir lebten, alle. K'awi, es stand, zumindest größtenteils. Es war vorbei. - Und mit dieser Erkenntnis überrollte mich mentale Erschöpfung wie eine innere Flutwelle. Ich vernahm alles nur noch wie durch Watte, alles ein bisschen langsamer als es vermutlich stattfand. Eins aber nahm ich deutlich genug wahr, um das Gefühl zuzulassen und damit offen preiszugeben, dass ich am Ende war: Ich bin hier im vertrauten Umfeld. Wir passen aufeinander auf.

Dank dieses Wissens, und wohl auch, weil ich mich deswegen in meine Erschöpfung hinein begeben habe, statt sie weiter zu überspielen, erholte sich mein Geist so schnell wie nie zuvor von den Strapazen der vorletzten Nacht. Es war mir sogar möglich, gestern bei den Aufräumarbeiten im Tavernen-Viertel zu helfen. Es wunderte mich nicht, zu merken, wie auch die körperliche Anstrengung durchaus dabei half, aus meinem verkopften Zustand rauszukommen und endlich wieder die Mundwinkel hochzubekommen. Toms Singen und sein Ausweichen aufs Spiel mit Frau Leise, sobald er nicht mehr das Beil hochbekam, taten ihr Übriges, sodass die Aufräumarbeiten fast schon Freude bereiteten. Zumindest, wenn man - wie ich - hauptsächlich mit Äxten und Rabenschnäbeln kämpft. Denn dann sind die Schulter- und Rückenmuskeln es eher gewohnt, so wuchtige Hiebe auszuteilen. Immer und immer wieder und wieder ...

Verfasst: Sonntag 30. März 2025, 17:28
von Kael Daymynd
K'awi hat für alles einen Grund.

Manchmal war es schwer an seinem neuen Glauben festzuhalten. Doch auch wenn so viele andere Ideen aufkamen machte es oft einfach den meisten Sinn alles Geschehene der Inselherrin zuzuschreiben.

Er hatte sich tagelang Gedanken gemacht was wer gern essen und trinken würde, an dem legendären Abend an dem sie feiern wollten bis die Insel bebte....im wahrsten Sinne des Wortes.
Ein schrilles Kreischen und Kaels erster Gedanke: Verdammt! Sie hatten die Ersten gar nicht eingeladen!
Eigentlich hatte er erwartet das diese mystischen Wesenheiten nun hinzukamen um mit ihnen zu feiern wenn...ja wenn es nicht danach gebebt hätte.
Sein erster Blick, gen Tom. Die Gedanken waren nun auf Notfall gestellt. Irgendwas passierte, K'awi tat etwas und er musste schauen seinem Mann Rückhalt zu geben, nicht im Weg zu stehen.
Äusserst wehrhaft gewandet – ja auch Badehosen konnten gefährlich aussehen - schwankten sie unter den üblen Erschütterungen zurück zur Stadt. Dort wurde ihnen klar, sie mussten die Mädels holen. Noch auf der anderen Seite der Insel wurde er Zeuge einer gewaltigen Flutwelle, die über ihrer verträumten Stadt zusammenbrach. Mauern wurden weggerissen, Grund abgetragen, Wurzeln, Trümmer und Treibholz blieben zurück und....Viecher! Die zweite Flut bestand aus Ungetümen aus den Tiefen, teils bekannte und unbekannte monströse Wesen, die nun die Chance witterten die mystische Stadt zu ihrer eigenen zu machen. Hastig kehrten sie in ihre Stadt der Trümmer zurück. Eindrucksvoll die wehrhaften Schönheiten der Insel zu sehen, wie sie in Handtuch und knapper Bademode begannen die Monster zu jagen. Wie nicht eine Frau, nicht ein Mann zögerte ihre Stadt zu verteidigen und vielleicht ein paar wenige, er inbegriffen, sich einfach daran machten einfach nicht im Weg zu stehen.
Das hasste der Knecht am meisten, er konnte nicht wirklich helfen. Aber er wusste auch, daß sein Herz nie für den Kampf schlagen würde. Die mutigen Kämpfer jedoch liessen nicht einen Gegner über.


Hatte K'awi sie im Stich gelassen?


Er hatte gelernt auf die Insel zu vertrauen. Ihrem Schutz zu vertrauen und doch waren diese Monster gekommen und K'awi hatte sie halb ersäuft. Das Ausmaß war verherend. Die Taverne musste renoviert werden, der Stadtteil dahinter...war vorher nicht da gewesen! Die Flut hatte alte Gebäude ausgespült, die im Inneren der Insel verborgen gewesen waren. Überwuchert vom Wurzelwerk des Waldes, gewürzt mit Algen und Tang, in einer Soße aus Schlick und Sand. Sie würden viel zu tun bekommen!
Noch während der Knecht am folgenden Tag tat was er wirklich gut konnte, anpacken, roden, hacken und schleppen wurde ihm klar wo K'awi gewesen war.

Die Inselherrin kannte sie gut. Sie kannte jeden einzelnen ihrer Bewohner genau. Sie wusste um die Knappheit des Wohnraums, hatte gesehen wie man sich in den vorhandenen Häusern zusammenrottete. Wusste das ihre Flut den dringend benötigten Wohnraum freiwaschen würde, auch wenn das Wasser die Monster der Tiefe mit sich bringen würde. K'awi kannte ihre wehrhaften Bewohner genau und auch die sturen, zähen Arbeiter, die Gemeinschaft, die nicht aufgeben würde bis sie ihre Heimat wieder zurückerobert hatten. Sie hatte gewusst, was sie ihnen zumuten konnte und sie selbst bewerkstelligen konnten.

K'awi hatte ihnen etwas geschenkt, auch wenn man dafür noch einige Tage schuften musste. Sie ließ zu das die neuen Bewohner sich weiterhin ausbreiteten. K'awi vertraute ihnen!

Verfasst: Sonntag 30. März 2025, 18:15
von Leoras Sturmwald
Noch erschüttert von den Ereignissen des Vortages, als die gewaltige Welle über K'awi hereinbrach und Wasserwesen sich ihren Weg in die Stadt bahnten, machte er sich müde auf, um den anderen zu helfen. Algen und Unrat, den das Wasser angeschwemmt hatte, mussten eingesammelt werden. Doch bei der Arbeit wurde etwas Erstaunliches sichtbar: Unter dem aufgeworfenen Boden und den Trümmern lagen alte Ruinen verborgen, die nun darauf warteten, wieder aufgebaut zu werden.

Alle packten mit an, sammelten den Schmutz und die Algen ein, schleppten Trümmer beiseite und sorgten dafür, dass der Platz langsam wieder Gestalt annahm. Tom, mit seiner fröhlichen Stimme, stimmte ein altes Lied an, das alle bei Laune hielt. Der Rhythmus seiner Melodie verlieh ihnen neue Kraft, und so arbeiteten sie weiter, bis die Sonne langsam unterging.

Am Abend versammelte man sich erschöpft, aber zufrieden in der Taverne. Müde und von Staub und Schmutz gezeichnet, gönnten sie sich eine wohlverdiente Mahlzeit und ein kühles Getränk. Doch die Frage, was nun zu tun sei, blieb nicht lange aus. Schnell wurde beschlossen, dass Blanche die Bauleitung übernehmen würde. Er selbst wurde mit der Beschaffung von Holz und Dachbalken betraut.

Am nächsten Morgen, als der Nebel noch tief in den Straßen hing, machte er sich daran, die Grundmauern der Ruinen zu vermessen. Mit einem langen Seil nahm er Maße, notierte die Daten sorgfältig und berechnete, wie viele starke Baumstämme es brauchen würde, um stabile Balken zu fertigen. Zwar würde er nicht beim Setzen der Balken anwesend sein, da diese mit Magie eingesetzt werden sollten, doch seine Aufgabe war es, das nötige Material bereitzustellen.

Noch in den frühen Morgenstunden zog er mit seinen drei kräftigen Pferden los, um die passenden Bäume zu finden. Gerade gewachsen sollten sie sein, stark genug, um die neuen Gebäude lange zu tragen. Bald schon entdeckte er die ersten geeigneten Eichen auf dem Festland. Mit sicherer Hand setzte er die Axt an, und bald fielen die ersten Späne. Der Schweiß rann ihm von der Stirn, und die Anstrengung zeichnete sich in seinen Bewegungen ab, doch er arbeitete unbeirrt weiter. Endlich stürzte der erste Baum krachend zu Boden. Sorgfältig kappte er die Äste und stutzte die Krone, bis der rohe Stamm bereitlag.

Dann legte er seinen Pferden das Zuggeschirr an, befestigte eine feste Kette an der Deichsel und wickelte sie sicher um den Stamm. "Los, ihr drei, wir schaffen das!

Es wartet noch eine Menge Arbeit auf uns!" Mit ruhiger Stimme trieb er die Tiere an, und gemeinsam zogen sie den schweren Baum durch den Wald zurück nach Kawi. Dort legte er den Stamm direkt hinter der Taverne ab, wo der Wiederaufbau beginnen sollte.

Er wischte sich den Schweiß von der Stirn, betrachtete den Stamm und nickte zufrieden. Dann wandte er sich an seine Pferde: "Auf zum nächsten! Wir brauchen noch viele mehr."

Und so sah man Leoras an diesem Tage nicht nur einmal mit seinen drei treuen Tieren in die Stadt zurückkehren, jeden Gang beladen mit weiteren starken Baumstämmen. Der Wiederaufbau von Kawi hatte begonnen.

Verfasst: Sonntag 30. März 2025, 20:18
von Jarii
Die Insel bebte!
Kurz nachdem sie sich zum fröhlichen Beisammensein in Badekleidung am Strand zusammen gefunden hatten schwankte der Boden unter ihren Füßen. Unheilvoll und erschreckend, auf das sich eine jeden von ihnen fragte, was K'awi im Sinn hatte.

Kaum, dass auch die Männer K'awis besorgt nach ihrem Wohlergehen Ausschau hielten bebte es wieder und voller Schrecken bemerkten sie die sich auftürmenden haushohen Wassermassen, welche die Stadt selbst zu ertränken versuchte.

Wo war K'awi, wieso ließ sie das zu?
Jarii, wie alle anderen begaben sich eilig stadteinwärts wo wütende Wasserelemente auf sie warteten und sie gnadenlos angriffen.
Und immer wieder trat die Frage in den Vordergrund : Was hatten sie verbrochen, dass K'awi sowas zuließ? Warum??

Die Einwohner der Insel wehrten sich und konnten schließlich die Wasserwesen vertreiben, doch hatte die gigantische Welle einen Teil der Stadtmauer eingerissen und zuvor von Wasser bedecktes Land freigelegt.
Es war erschreckend und überraschend zugleich zu sehen, wie sich Ruinen zwischen Mengen an Seetang, Algen und Treibholz erhoben. Die Insel war gewachsen, ein zuvor unbewohnter Teil war freigespült worden.
Doch warum geschah dies mit solch einer Aggression, warum wurden sie angegriffen?
Durchnäßt und erschöpft schleppte sich Jarii zu ihrem Haus nahe der Tempelanlage und fiel in einen traumlosen Schlaf um erst am nächsten Tag den Mut aufzubringen, sich dem von der wilden Naturgewalt überschwemmten Teil K'awis zu nähern.

Gab es Tote, Verletzte? Vorsichtig schritt sie über die nassen Algen und suchte die Gegend nach Opfern ab. Hier und da half sie einem Schmetterling auf einen erhöhten und trockenen Platz, damit sich jener dem Trocknen seiner Flügel widmen konnte.

Doch Jarii war zu erschöpft um sich weiterhin Gedanken zu machen, ihre Glieder waren schwer wie Blei, immer noch fühlte sie den Schrecken der sie lähmte. Jarii verkroch sich, während andere bereits mit Äxten und Eimern bewaffnet an die Arbeit gingen.
Morgen, ja Morgen würde sie auch helfen, nur heute war sie zu nichts in der Lage.

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Verfasst: Montag 31. März 2025, 00:59
von Leoras Sturmwald
Am Abend betrachtete er die Stämme, die er den ganzen Tag über aus den Wäldern geholt hatte. Er wirkte müde, sein Hemd war durchweicht vom Schweiß, sein Körper mit Staub und Holzspänen bedeckt. Schwer atmend löste er das Geschirr der Pferde, streichelte ihren verschwitzten Hals und führte sie in den Stall. Dort bat er die Stallmeisterin, den Tieren eine Extraportion Futter sowie ein paar Möhren und Äpfel zu geben, da sie an diesem Tag besonders schwer geschuftet hatten.

Doch für ihn selbst war der Tag noch nicht vorbei. Mühsam schleppte er sich zur Werkstatt zurück, wo er mit einem schweren Seufzen an die Gerüste dachte, die noch gebaut werden mussten. Ohne lange zu zögern suchte er stabile Äste heraus, stapelte einige vorbereitete Planken dazu und holte ein weiteres Pferd aus dem Stall. Mit müden Bewegungen belud er dessen Rücken und machte sich auf zur Baustelle.

Kaum noch in der Lage, sich auf den Beinen zu halten, begann er mit der Arbeit. Die Äste und Balken verband er mit festen Seilen, wuchtete sie hoch und befestigte sie Stück für Stück. Haus für Haus wuchs das Gerüst in die Höhe, um den anderen das Mauern zu erleichtern. Jeder Knoten, jeder Balken war eine weitere Anstrengung, die seine Muskeln brennen ließ. Doch er biss die Zähne zusammen und arbeitete weiter, bis er schließlich sein Tageswerk betrachtete.

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Mit müdem Blick musterte er die errichteten Gerüste, dann nahm er die Zügel seines Pferdes wieder auf. Oder war es das Pferd, das ihn heimführte? Er wusste es nicht mehr genau. Seine Kräfte waren am Ende. Schritt für Schritt schleppte er sich durch die dunkler werdenden Straßen, hinab in den Keller seines Hauses. Dort warf er seine schmutzige Kleidung achtlos beiseite und tauchte erschöpft in das warme Wasser des Badebeckens.

Als er sich endlich abgetrocknet hatte, kroch er ins Bett, wo Varek bereits schlief. Ohne nachzudenken zog er ihn auf seine Brust, spürte seine beruhigende Wärme. Kaum hatte sein Kopf das Kissen berührt, fiel er in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

Verfasst: Montag 31. März 2025, 14:36
von Eske Finneken
Das angeschwemmte Holz mit der Axt zerkleinern war eins. Sand schaufeln war auch eins.
Aber Steine aus Felswänden schlagen war nochmal etwas ganz anderes. Anstrengend und zeitaufwendig!
Sie versah ihr Pferd mit einem Zuggeschirr, befestigte einen Lastenwagen daran und begab sich nach Bajard zur dortigen Mine. Schließlich waren Steine Beifang bei den Bergarbeitern, wenn sie die Erzadern freischlugen. Es fielen kleine Steine ab, mittelgroße und richtig große Brocken, die man in benötigte Form schlagen kann. Die großen und mittelgroßen eigneten sich hervorragend für die größeren Schäden an den Hausruinen und auch an der Stadtmauer, die sicher auch wieder aufgebaut werden würde. Und die kleineren Steine konnte man wunderbar als Lückenfüller nehmen.
In der Mine angekommen holte sie sich zunächst die Erlaubnis bei den anwesenden Bergarbeitern Steine einsammeln zu dürfen und dann füllte sie Kiste um Kiste. Stunde um Stunde verging.


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Zwischendurch, um das treue Tier nicht zu überanstrengen, brachte sie die gefüllten Kisten nach K'awi. Einen Teil der Steine lud sie hinter der Taverne ab, den Großteil aber verteilte sie auch schon an den von Leoras aufgestellten Gerüsten, wo sie in den nächsten Tagen benötigt würden.


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Verfasst: Dienstag 1. April 2025, 19:23
von Blanche Taloh
Dankbar schaute Blanche auf die von Eske heran geschafften Steine und beschaute sich diese vorab schonmal genauestens. Ehe sie sich daran setzte um vor zu sortieren und die Steine mit ihren werkzeugen zu bearbeiten.

Inmitten der üppigen Vegetation und den verwitterten Überresten einer einst prächtigen Stadt stand Blanche. Die Luft war feucht und warm, und das Zwitschern exotischer Vögel mischte sich mit dem leisen Rauschen des Windes, der durch die zerfallenen Mauern strich. Hier, wo die Natur die Überreste der Zivilisation zurückeroberte.

Mit einem kräftigen Hammer in der Hand trat sie an die massiven Steinblölcke heran. Der Klang des Hammers hallte durch die Ruinen, und kleine Splitter flogen in alle Richtungen. Blanche was ich der Herausforderung bewusst, die vor ihr lag. Die Steine waren rau und ungehobelt, doch sie wusste, dass sie mit Geduld und Geschicklichkeit in glatte, makellose Blöcke verwandelt werden konnten.

Mit jedem Schlag formte sie den Stein, entfernte die scharfen Kanten und schuf eine gleichmäßige Oberfläche. Der Schweiß rann ihr über die Stirn, doch sie ließ sich nicht entmutigen. „Die Schönheit liegt im Detail“, dachte sie, während sie mit einer speziellen Feile die letzten Unebenheiten beseitigte. Der feine Staub wirbelte in der warmen Luft, und das Licht der Sonne, das durch die Baumkronen fiel, ließ den Stein fast magisch erstrahlen.


Als der erste glatte Steinblock schließlich vor ihr lag, betrachtete sie ihr Werk mit Stolz. Die Oberfläche glänzte im Licht, und sie wusste, dass sie einen wichtigen Schritt in der Wiederbelebung dieser Ruinen getan hatte. Mit einem zufriedenen Lächeln machte sich Blanche daran, weitere Blöcke zu schaffen, bereit, ihre Kunstfertigkeit und Hingabe in jedes Stück zu legen, das sie bearbeitete. Denn für sie war das Steinmetzhandwerk nicht nur ein Beruf, sondern eine Möglichkeit, die Vergangenheit zu ehren und die Zukunft zu gestalten.