[Questreihe] Märchen aus dem Dunkeltann
Verfasst: Sonntag 23. März 2025, 22:04
Teil 1 – Die Schwarzgallenmuhme
Im tiefen, tiefen Wald, da steht ein Hexenhaus.
Dort blickt aus dunklem Fenster eine Fratze raus.
Es ist das grausigste Weib, das es jemals gab,
lockt die Kindlein mit ihrem Zauberstab.
Wenn ein Kind dann bald die Vorsicht hat vergessen
so wird es von der Schwarzgallenmuhme gefressen!
Drum hüte, hüte dich vor dem Hexenhaus im Dunkeltann
sonst endet deine Geschichte, bevor sie recht begann.
Der Dunkeltann in Werlental ist seit Beginn der Geschichten und Erinnerungen Ort der Mären, Sagen und so mancher Legende. Vielleicht auch schon davor, das kann so genau niemand mehr sagen, doch steht fest, dass die Erzählungen, welche sich aus diesem dunklen Forst in die Berichte der Bevölkerung spinnen, weit mehr als nur das sind. Jede Mär, die hier entsprungen ist, hat mindestens ein Fünkchen Wahrheit, wenn nicht gleich ein ganzes Inferno davon.
So ist es wohl an der Zeit eine der schrecklichsten Gestalten aus dem Dunkeltann zu betrachten, wird sie in unserer Geschichte doch eine nicht gerade kleine Rolle spielen:
Die Sagenfigur der Schwarzgallenmuhme.
Dabei gibt es in ihrem Fall gar keine konkrete Erzählung, an welcher man sich so schön sauber entlanghangeln könnte. Kein Entstehungsbericht oder eine Fabel, die eine Moral beinhalten würde. Nein, es sind vielmehr unzählige Sichtungen, diverse Rapporte und angebliche Begegnungen anhand welcher man sich Einiges zusammenzählen könnte.
So ist die Muhme unglaublich alt, hat einen Buckel, der je nach Erdichtung mal gewaltiger oder kleiner ist, Warzen sollen auf der krummen Nase sein, die Haut faltig, das Haar strähnig und silbergrau bis schlohweiß. Sie trägt einfache Gewänder, in manchen Berichten auch recht wortwörtlich einen großen, braunen Rupfensack als Kittel aber immer einen knorrigen Blutholzstab, dessen Rinde auch nach Jahrhunderten weiterhin rötlich tropft. Manche sagen, die Augen wären ebenfalls blutunterlaufen oder würden gar wie Rubine im Sonnenlicht unselig glühen, Andere aber behaupten ihre Augen wären gänzlich weiß und milchig blind, könnten aber mehr sehen als des Adlers scharfer Blick. Sie sind sich aber alle einig, dass dieser Muhmenblick kein guter ist und alles, was da nur folgen kann, Grauenvolles bedeutet. In manchen Texten oder leisen Erzählungen ist auch immer wieder die Rede davon, dass sie schlingenartige Finger hätte, welche sie wie Ranken wachsen und arme Seelen damit ergreifen könne. Mit solchen Informationen mehren sich die Namen wie „Olle Bitterknolle“, „Rankenwiep“, „Dornenmütterchen“ und viel mehr. Wobei „die Schlingerin“ auch einen anderen Bezug haben könnte, denn es ist vor allem bekannt, dass sie Kinder lockt und dass jene, wenn sie erst einmal in die Fänger der Schwarzgallenmuhme geraten, nicht mehr wieder auftauchen. Was mit den Kindern geschieht ist nicht ganz klar, die Meinungen sind hier verschieden und die Geschichten erneut schillernd aber nie ganz gleich. Favorisiert wird die These, dass sie sie schlichtweg, wie eine böse Märchenhexe, frisst…
Ein Glück, dass sie vor einer halben Dekade so plötzlich verschwand.
Ein Unglück, dass sie seit einigen Monaten wieder im Gespräch ist, als erneut Kinder in und um den Dunkeltann herum, verschwinden und nicht mehr wiederkehren. Erneut erzählen Mütter auf ganz Alathair ihren Kleinen des Abends Schauergeschichten, warnen davor alleine in den Tann zu schlendern oder bei Einbruch der Dunkelheit generell zu lange im Freien zu verbringen. Doch auch Kinder, die nicht mit den Berichten um die Muhme in Kontakt gekommen sind, beginnen zu träumen, zu lauschen und wissen sogleich, durch diese innere Magie, die zumeist nur Kinder so rein in sich tragen, dass es ein Hilferuf ist, denn auch nur Kinder hören, verstehen und Folge leisten können.
Feenwesen sind es, die im Traum die Geschichte zu ihnen tragen. Kleine, zarte, schimmernde Wesen aus Sonnenfeuerlicht und Mitternachtsglanz geformt, welche ihnen die Bilder zeigen, die eine eigene Sage für sich sind…
[OOC: 28.03.2025; 20 Uhr – Kindereventüberraschung IG]
Im tiefen, tiefen Wald, da steht ein Hexenhaus.
Dort blickt aus dunklem Fenster eine Fratze raus.
Es ist das grausigste Weib, das es jemals gab,
lockt die Kindlein mit ihrem Zauberstab.
Wenn ein Kind dann bald die Vorsicht hat vergessen
so wird es von der Schwarzgallenmuhme gefressen!
Drum hüte, hüte dich vor dem Hexenhaus im Dunkeltann
sonst endet deine Geschichte, bevor sie recht begann.
Der Dunkeltann in Werlental ist seit Beginn der Geschichten und Erinnerungen Ort der Mären, Sagen und so mancher Legende. Vielleicht auch schon davor, das kann so genau niemand mehr sagen, doch steht fest, dass die Erzählungen, welche sich aus diesem dunklen Forst in die Berichte der Bevölkerung spinnen, weit mehr als nur das sind. Jede Mär, die hier entsprungen ist, hat mindestens ein Fünkchen Wahrheit, wenn nicht gleich ein ganzes Inferno davon.
So ist es wohl an der Zeit eine der schrecklichsten Gestalten aus dem Dunkeltann zu betrachten, wird sie in unserer Geschichte doch eine nicht gerade kleine Rolle spielen:
Die Sagenfigur der Schwarzgallenmuhme.
Dabei gibt es in ihrem Fall gar keine konkrete Erzählung, an welcher man sich so schön sauber entlanghangeln könnte. Kein Entstehungsbericht oder eine Fabel, die eine Moral beinhalten würde. Nein, es sind vielmehr unzählige Sichtungen, diverse Rapporte und angebliche Begegnungen anhand welcher man sich Einiges zusammenzählen könnte.
So ist die Muhme unglaublich alt, hat einen Buckel, der je nach Erdichtung mal gewaltiger oder kleiner ist, Warzen sollen auf der krummen Nase sein, die Haut faltig, das Haar strähnig und silbergrau bis schlohweiß. Sie trägt einfache Gewänder, in manchen Berichten auch recht wortwörtlich einen großen, braunen Rupfensack als Kittel aber immer einen knorrigen Blutholzstab, dessen Rinde auch nach Jahrhunderten weiterhin rötlich tropft. Manche sagen, die Augen wären ebenfalls blutunterlaufen oder würden gar wie Rubine im Sonnenlicht unselig glühen, Andere aber behaupten ihre Augen wären gänzlich weiß und milchig blind, könnten aber mehr sehen als des Adlers scharfer Blick. Sie sind sich aber alle einig, dass dieser Muhmenblick kein guter ist und alles, was da nur folgen kann, Grauenvolles bedeutet. In manchen Texten oder leisen Erzählungen ist auch immer wieder die Rede davon, dass sie schlingenartige Finger hätte, welche sie wie Ranken wachsen und arme Seelen damit ergreifen könne. Mit solchen Informationen mehren sich die Namen wie „Olle Bitterknolle“, „Rankenwiep“, „Dornenmütterchen“ und viel mehr. Wobei „die Schlingerin“ auch einen anderen Bezug haben könnte, denn es ist vor allem bekannt, dass sie Kinder lockt und dass jene, wenn sie erst einmal in die Fänger der Schwarzgallenmuhme geraten, nicht mehr wieder auftauchen. Was mit den Kindern geschieht ist nicht ganz klar, die Meinungen sind hier verschieden und die Geschichten erneut schillernd aber nie ganz gleich. Favorisiert wird die These, dass sie sie schlichtweg, wie eine böse Märchenhexe, frisst…
Ein Glück, dass sie vor einer halben Dekade so plötzlich verschwand.
Ein Unglück, dass sie seit einigen Monaten wieder im Gespräch ist, als erneut Kinder in und um den Dunkeltann herum, verschwinden und nicht mehr wiederkehren. Erneut erzählen Mütter auf ganz Alathair ihren Kleinen des Abends Schauergeschichten, warnen davor alleine in den Tann zu schlendern oder bei Einbruch der Dunkelheit generell zu lange im Freien zu verbringen. Doch auch Kinder, die nicht mit den Berichten um die Muhme in Kontakt gekommen sind, beginnen zu träumen, zu lauschen und wissen sogleich, durch diese innere Magie, die zumeist nur Kinder so rein in sich tragen, dass es ein Hilferuf ist, denn auch nur Kinder hören, verstehen und Folge leisten können.
Feenwesen sind es, die im Traum die Geschichte zu ihnen tragen. Kleine, zarte, schimmernde Wesen aus Sonnenfeuerlicht und Mitternachtsglanz geformt, welche ihnen die Bilder zeigen, die eine eigene Sage für sich sind…
Und so warten sie, die Wesen der Anderswelten, welche den Kampf gegen die Muhme nicht alleine aufnehmen können, auf die Kinder, die an diesem einen Abend zwei Leben retten können.Andere Burschen und Mädchen sind zu sehen, wie sie am Rande eines Dorfes spielen und doch immer wieder in Richtung des Tanns blicken.
«Hier ist es langweilig», meckert Simon und tritt einen Kieselstein durch die Gegend. Auch die anderen Kinder können dem nur zustimmen, das Dorf in dem die Kinder lebten, ist eher beschaulich. Es besteht aus einfachen Häusern und liegt zwischen einem Teich und dem großen Wald.
Im dunklen Wald hingegen, da gibt es wirklich spannendes zu erleben. Der olle Bork hat schon viele Geschichten zu erzählen gewusst, von Feen und Kobolden, aber auch von einer hässlichen Muhme, die Kinder verschleppt und unaussprechliche Dinge mit ihnen tut.
«Man muss sie nur reizen und rufen,» weiss Milo zu berichten, und weiter: «Man darf ihr nur nicht in die Augen sehen, sonst ist man verloren.». «Keiner von uns darf in den großen Wald! Das hat schon seinen Grund.», meint da Anna und hebt dazu auch schulmeisterlich den Finger.
«Ich trau mich trotzdem!», ruft Gustav und schaut in die Runde; «Wer kommt mit?». Erst nach langem hin und her steht dann fest das Gustav und Susa die einzigen sind, die sich wirklich trauen.
Unter den Blicken ihrer Freunde, verschwinden die beiden auch kurze Zeit darauf im Wald. Ziel der zwei, eine größere Lichtung, wo sie die Muhme vermuten. Es ist ein rechtes Stück Weg und es dauert seine Zeit und wie gigantisch ist die erste Enttäuschung als die Lichtung leer und recht freundlich wirkt. Die Beiden sehen sich an und überlegen, doch dann fangen sie an zu rufen:
Muhme, Muhme … böses Weib, komm mit deinem Warzenleib,
Zeig uns dein fieses Angesicht, Muhme denn ich fürcht' mich nicht!
Zur schauerlichen Überraschung der beiden Kinder taucht dann, aus dem Nichts eine hässliche Fratze auf. Glühende Augen, zu lange Zähne, eine schwarze Zunge im Mund… Hektik macht sich breit und Susa ist die erste die sich rührt und ergreift Gustavs Hand um diesen mit sich wegzuziehen. «Kommt ihr Kinderlein ich habe auch etwas für euch!», schnarrt die kratzige Stimme hinter ihnen lockend, doch Susa und Gustav sind bereits auf dem Weg ins Dorf und haben kein Gehör für die Worte der Muhme.
Zurück im Dorf ist erst einmal Trubel und wildes Geschrei. Die anderen Kinder wollen wissen was passiert ist und die Erwachsenen schimpfen, weil sie im Wald gewesen sind.
Ein paar Tage herrscht dann auch Schweigen über das Thema, doch wie es so ist in einem so beschaulichen Dorf, irgendwann kehrt die Langeweile wieder ein und Susa und Gustav erzählen ihren Freunden, was passiert ist im Wald.
Viel wird diskutiert unter den Kindern, hin und her überlegt was denn nun zu tun ist. Sogar der schrullige Bork wird befragt und gibt auch ohne es zu wollen einen entscheidenden Gedanken ins Spiel.
Und so kommt es zu jenem Tag an dem die versammelten Kinder in den Wald ziehen, gemeinsam sind sie stärker und sie haben nicht nur sich, sondern auch noch einen Plan. Auf der Lichtung angekommen, da rufen sie nicht nur die Muhme! Haha! Nein, diesmal waren sie klüger und rufen auch die Feen auf den Plan, denn Bork hat ihnen erzählt: auch wenn die Feen gerne mal Schabernack treiben, wenn wirklich Gefahr lauert, kommen sie herbei und helfen.
Feen, Feen kommt herbei. Fliegt zu uns
- so bunt und frei,
mit Glitzerstaub und Lichterschein
lasst und gemeinsam mutig sein.
Und so ist es gekommen, wie geplant. Die Feen sind gekommen und haben sich um die Muhme gekümmert, und die Kinder konnten mit einer wundervollen Neuigkeit ins Dorf zurückkehren.
Kleine Helden sind sie! Und haben die Welt von einer Gefahr befreit. Auch wenn die Eltern erst etwas geschockt gewesen sind, so hat der Stolz gesiegt. Statt der Ohrfeigen weil sie in den Wald gegangen sind, gibt’s süße Omelettes so dick mit Marmelade bestrichen, dass man sie kaum noch rollen kann!
Als diese schöne Geschichte aber langsam im Traum verblasst, ist da eine leise, flehende Stimme, die noch haucht:
„Zwei Kinder hat sie noch, die Muhme. Zwei, die nur noch eine letzte Möglichkeit haben… Hilfe durch andere Kinder und wenn der fünfte Tag der Woche, die achte Abendstunde lässt verlauten, so lausche dem Lied der Schaumgeborenen und dem Gesang, denn er führt dich an den Feenort, wo gemeinsam diese beiden gerettet werden müssen… müssen, sonst…“
Der Traum bricht mit einem leisen Schluchzen ab.
[OOC: 28.03.2025; 20 Uhr – Kindereventüberraschung IG]





