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Hochmut kommt vor dem Fall

Verfasst: Dienstag 11. März 2025, 15:16
von VerShuRii
Die Erde bebbte unter VerShuRii, als sie sich dem gewaltigen Balron gegenüberstand. Sein Körper war eine Masse aus Schatten und Flammen, die Luft um ihn herum vibrierte vor Hitze und dunkler Magie.

Doch die RaSho lächelte. Ein wildes blutrünstiges Lächeln, das ihre Entschlossenheit zeigte.

"Diese wird diesen töten!", sprach sie und packte ihr Schwert fester. Ihr Schild war erhoben und bereit, den ersten Schlag abzufangen.
Ohne zu zögern stürmte VerShuRii voran.

Ihr Schwert blitzte in der Dunkelheit, ihr Schild führte den Ansturm an. Sie wich einem Hieb der klauen bewehrten Hand des Dämonen aus und konterte mit einem blitzschnellen Hieb gegen seinen Oberschenkel. Ein Schrei aus Pein und Zorn erfüllte die Nacht, als dunkles Blut auf den Boden spritzte.
Doch der Balron war schnell, schneller als sie erwartet hatte.

Ein Flügel peitschte zur Seite und traf sie mit der Wucht eines herabstürzenden Berges. Die Rasharii wurde durch die Luft geschleudert, prallte brachial gegen die Wand und keuchte auf. Weitere Gegner stürmten auf sie ein und sie schlug mit ihrer Waffe um sich. Dann kam sie wieder auf die Beine, um sich herum einige Leichen.

Angeschlagen, doch mit unbeugsamen Willen, hob sie ihr Schwert und stürmte erneut voran. Der Balron brüllte und ließ seine Pranke auf sie niedersausen. Sie versuchte noch auszuweichen, doch etwas war zu spät. Die Klauen gruben sich in die Rüstung und ihr Fleisch. Sie brüllte vor Wut und Schmerz auf. Rasend vor Zorn griff sie mit dem Schwert an.

Ihre Klinge bohrte sich in die Seite des Balrons und ließ sie einen kurzen Augenblick los. Die Chance nutzte sie um in ihrer Berserkerwut auf ihn einzudreschen. Schlussendlich, ging er vor ihr auf die Knie und brach tot vor ihr zusammen.

VerShuRii atmete schwer. Das Blut floss wie ein reißender Strom aus ihrer. Sie schwankte. Aber sie hatte gesiegt. Sie sank erschöpft zu Boden, ein triumphierendes Lächeln auf den Lippen. Dann schloss sie die neben der Leiche des Balron die Augen und hauchte ihren letzten Atmenzug aus und der Tot griff nach ihr. Ihr Letzter Gedanke bevor ihr Geist ihren Körper verließ galt der Glutmutter. Dann schloßen sich die Augen für immer.

Ob sie gefunden werden würde und von wem stand in den Sternen.

Verfasst: Dienstag 11. März 2025, 23:34
von TaKeRu
Ein Fehlschlag nach dem anderen - die an einem Knochenheft befestigte säbelförmige Klinge des jungen Gehörnten, ein ShoShak, schnitt immer wieder geräuschvoll die Luft. Nur seinen Gegner traf die exzentrisch anmutende Schwertwaffe nicht. TaKeRu fluchte, obwohl er es gewohnt war: Seine Kampffertigkeiten ließen weiterhin zu wünschen übrig und Fortschritte waren nicht vom heutigen auf den morgigen Tag zu spüren. Dieser logische Umstand erzürnte den ohnehin etwas nachlässigen Hitzkopf stets aufs Neue und er musste seine - eher spärliche - Geduld jedes Mal herausfordern. Zu seinem Glück waren oft Geschwister dabei, die ihn aus misslichen Lagen retten konnten.

Auch an diesem Tag führten die Schritte ihres massiven, hochgewachsenen Trägers behäbig in Richtung Monsterhöhlen. Dort kämpfte der junge Krieger, ein RaSho unter den Seinesgleichen, am liebsten. Untote, Orks, Harpien - alles, was nach Feind roch und ihm an den Kragen wollte, lieferte eine willkommene Übungseinheit. Besonders die wendigen Mischlinge aus menschlichem Frauenoberkörper und vogelähnlichen 'Krarkbeinen', wie TaKeRu gerne spöttelte, nagten am ohnehin schon dünnen Gelassenheitsfaden des rasharischen Jünglings. Seine erfahrenen Jagdbegleiter hielten sich bei dem sprichwörtlichen Kanonenfutter auf Distanz und beobachteten den deutlich ungeübteren Bruder, um hier und da tadelnd seine Nachlässigkeit anzumerken.

Schwer atmend, und einige große Federn ausspuckend - nachdem er sich frustriert in ein Harpienbein verbissen hatte, wortwörtlich, um die viel zu flinken Bestien zu besiegen -, sah er die tote Rasharii. Seine katzenhaften, grauen Augen wurden groß, er stampfte eilig in ihre Richtung und hob sie mit den dicken, krallenbewährten Pranken sofort hoch. So nahe war er dem Tod noch nie. "VerShuRii, nirr schlafen", sprach er brummig, mit besorgtem Blick, "sie soll aufwachen!" Er ahnte jedoch, dass seine Aufforderung unerwidert bleiben würde - nein, er wusste, dass er gerade den kalten, leblosen Leib seiner Stammesschwester in den Händen trug. Verbissen knirschte er die spitzen Zähne zusammen, ließ eine Träne über seine Wange fließen und knurrte so laut, dass das verzweifelte, zornentbrannte Gebrüll in jedem Winkel der trostlosen Dämonenhöhle ein ebenso furchtbares Echo fand. Ein heftiger, plattenbewährter Tritt folgte gegen den toten Balronkopf, der daraufhin unappetitlich knackte und wie elastisch zur Seite baumelte, als wäre die Wirbelsäule gebrochen. Erst ein Klaps gegen das Gesicht, seitens seiner Geschwister, die ebenfalls eilig angetreten kamen, ließ wieder Vernunft in ihm aufkeimen.

Viele dicke Tränen vergießend, führte er die verstorbene VerShuRii zurück in den RaKun, an der Seite seiner Stammesgenossen. Schon bald hatte sich die Kunde unter weiteren Mitgehörnten verbreitet und der tote Körper wurde in die sorgsamen Hände der BrakNa übergeben.
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