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(Q/MMT) Blutbande

Verfasst: Sonntag 16. Februar 2025, 15:46
von Victoria Dracones
Stille. Erdrückend und befreiend gleichermaßen. Ein viel zu seltener Augenblick vollkommener Ruhe. Und doch waren es die eigenen Erinnerungen, tief vergraben und schon vor Jahrzehnten vergessen, die einen selbst im ruhigsten Moment aus der Fassung bringen konnten und damit die glückselig erworbene Stille durchbrach.

Bilderfetzen der Vergangenheit durchfluteten verschwommen und gefangen zwischen Realität und Wunschdenken den eigenen Geist. Das liebevolle Summen einer Mutter, die ihrem kleinen Kind ein Wiegenlied vorsang und ein unwirkliches Gefühl auf ihrer Haut, als ihre Finger sanft über die zarte, rosige Kinderwange strich. Der Duft von Blauregen, kaum wahrnehmbar und viel zu weit entfernt, benetzte die Sinne.

Weit in der Ferne hörte man das leise Knirschen des Schnees unter den Sohlen, ein hektisches und doch von kindlicher Vorfreude erfülltes Kinderlachen. Und noch viel weiter entfernt erklangen die besorgten Rufe eines Jungen. ‘‘Victoria! Komm zurück! Das ist gefährlich!‘‘

Erneute Bilderfetzen spiegelten einen Schneefuchs in all seiner Pracht wider. Nur für einen winzigen Moment blieb er stehen, um Victoria mit seinen kristallblauen Augen in seinen Bann zu ziehen und das kleine Mädchen zu befeuern, ihm weiter zu folgen, nur, um wenige Meter von ihr entfernt, wieder die Flucht zu ergreifen. Das Knirschen der Schneedecke verschluckte das leise, bedrohliche und mahnende Dröhnen, der unter dem Schnee verborgenen Eisschicht. Erneut hallten die panischen Rufe des Jungen in ihrem inneren wider. Am Ende waren nur noch das Brechen des Eises, Stille und eine unendliche Dunkelheit, geeint mit einer unerbittlichen Kälte zu vernehmen.


Mit wild schlagendem Herzen tauchte sie aus dem Blutbad empor und durchbrach die schwere Decke des Lebenssaftes. In ihrer Brust donnerte und pochte es unbändig gegen ihre Rippen und ihre Lungen brannten. Ihr zierlicher Körper zitterte, als wäre sie in ein Becken voller Eis gesprungen und erst einige Momente später flaute das Zittern ab, auch das Brennen in ihren Lungen lies nach und ihr wild klopfendes Herz beruhigte sich allmählich, als sie von ein paar kräftigen Armen umschlossen wurde, seinen Armen. Der rote und vom Blut klebrigen Schopf sackte nach hinten gegen seine Brust.

Ein wahr gewordener Albtraum aus Fleisch und Blut legte sich wie ein Schlinge um ihren Hals, zog sich von Tag zu Tag enger um ihren grazilen Hals und löste eine ungewollte Übelkeit in ihr aus. Trotz der lang geübten Selbstbeherrschung fiel es Victoria immer schwerer, die Fassung zu bewahren. Mylanthe hatte sie gefunden und ging sogar so weit sich von ihrem eigenen und wohl gehüteten Platz zu erheben, nur um sie zu finden. Als Mylanthe das erste mal vor der Nimmerruh auftauchte demonstrierte sie, wozu sie im Stande war. Erinnerungen an all den Schmerz den Victoria durchleben musste brach wieder ungewollt an die Oberfläche und brodelte nur so fromm mit ihrer Angst um den ersten Platz. Ihre Gelassenheit und Selbstkontrolle wurden auch immer dünner. Doch es brachte alles nichts. Irgendwann musste sie sich ihrer größten Furcht stellen und bald schon würde sich zeigen, wer die Oberhand behielt. Pläne wurden geschmiedet und das wichtigste in die Tat umgesetzt. Ihr grell-grünes Augenpaar ruhte nunmehr auf den Fadenscheinigen Fesseln aus Hexenstahl, ummantelt von einer zarten und hauchdünnen Schicht Silber, die im Schein der wenigen Kerzen, welche den Raum erfüllten, glänzten.

Sollte sie nur kommen… und ihrem Ende entgegen blicken.

Verfasst: Dienstag 18. Februar 2025, 21:30
von Alecia Rundhammer
Ich stand in der Dunkelheit meiner kleinen Kammer, das schwache Licht der entzündeten Kerzen, waren tanzende Schatten auf die kalten, steinernen Wände. Der dunkle Tisch vor mir war mit Ritualwerkzeugen bedeckt – eine Phiole aus schwarzem Glas, eine silberne Klinge, eine Schale mit Vulkanasche, eine Schale glühender Kohle, Graberde, Bims, Spinnenseide, ein Herz, eine schwarze Haarsträhne und eine schwarze, geschwungene Phiole welche mit einem Elementarschutztrank befüllt wurde.

Eine Weile bleibt mein Blick genau auf den gerichteten Gegenständen hängen, ehe ich mich der glühenden Kohle widme und diese in die Vulkanasche lege, um die schwarze Phiole herum angeordnet, wie ein Kreis. Ein leises Zischen erklingt während, von dem Luftzug der Bewegung angetrieben, die Kohle wieder aufleuchtet.

Langsam aber sicher öffne ich meine Sinne, lass das dunkle Wabern seinen Weg suchen und sich nach und nach in dem Raum ausbreiten. Meine Lippen bewegen sich, während ich mich flüsternd meinem Mantra hingebe und mich immer tiefer in das klerikale Geflecht bewege. Meine Hände greifen nach dem Herz und zuerst drücke ich es über der Phiole aus, so dass einige Tropfen den Weg hinein in der Gefäß finden, danach wird genau dieses dem Becken mit den glühenden Kohlen zugeführt. Rauch steigt auf. Die Stimme wird einem Singsang weichen und die Worte in Richtung des Beckens sprechen, als würde sie alle klerikale Konzentration dort bündeln wollen.

“Hier liegt das Herz, noch warm, noch schwer,
von Leben erfüllt, doch schlagend nicht mehr.
Die Spinnenseide webt Deinen Bann,
ein Netz aus Macht, gewoben zum Plan.
Der Bims verglüht, der Rauch steigt empor,
sein Opfer getragen in Dein dunkles Tor.
Ein Haar, ein Pfand, der Bund nun gesponnen,
die Schatten geflüstert, der Fluch ward begonnen.”

Das Zischen erklingt als die Kohle sich in das Herz frisst, kurz darauf werden auch die restlichen Gegenstände den Weg dorthin finden, auch die dunklen Strähnen, jene wird sie direkt um die Phiole legen . Wieder erklingt ein lautes Zischen und etwas Dampf steigt empor und vermischt sich mit dem Rauch.

“Oh dunkler Fürst, mein Herr, gewähre unserer Schwester Schutz. Ich bitte dich, lass es ein Schild sein welches sich wie eine zweite Haut um sie legt.. Stärke den Leib Vicotrias.”

Ich nahm das silberne Messer und strich mit den Fingern über die scharfe Kante. Ein einziger Schnitt reichte, um mein Blut in das Gefäß tropfen zu lassen. Ich krempelte den Ärmel empor, setzte die scharfe Klinge an meinen Unterarm und spürte das kühle Metall auf der Haut. Mit einem festen Atemzug drückte ich sie nach unten. Ein feiner Widerstand, dann gab das Fleisch nach. Die Schneide glitt hinein, trennte Haut wie Seide. Ein leiser Riss, dann ein dumpfer Schmerz. Heiß quoll das Blut hervor, sammelte sich kurz in der Wunde, bevor die Schwerkraft es in dicken Tropfen in die steinerne Schale führte.

Jeder Tropfen war ein Versprechen. Ein Opfer.
Ich biss die Zähne zusammen, ließ die Klinge sinken, während das Blut mit der Vulkanasche verschmolz. Der metallische Duft vermischte sich mit dem Rauch der glühenden Kohlen. Die Schatten begannen leise zu flüstern das Wabern durchzogen von den dunkelroten, blutigen Schlieren pulsierte in gleichbleibendem Rythmus, als hätte es sich mit dem Herzen gänzlich vereint.

“Ein Schnitt mit der Klinge, das Silber so rein,
meine Tropfen, ein Schwur – so soll es sein.
Die Asche der Erde, der Kohle Glut,
vermählt mit der Graberde, genährt von meinem Blut.
Mit Blut geweiht, mit Schatten gesiegelt,
so spreche ich den Fluch, der das Opfer nach dem trinken beflügelt.
Seien meine Sinne für den Augenblick die Deinen.
Sein meine Stärke für den Moment geliehen,
doch nach kurzem auch wieder entfliehen.
So sei es getan, so sei es gewebt,
bis Kra’thors Hand das Schicksal erhebt.”


Ich spürte, wie das Knistern der klerikalen Macht den Raum erfüllte, mit einem mal sackte das Wabern in sich zusammen und bündelte sich gänzlich um die Phiole herum. Noch für einen Moment verharrt es an Ort und Stelle, ehe gänzliche Stille in den Raum kehrt und die Kohlestücke erkalten. Die Finger greifen nach den Handschuhen, ein Lederband wird noch als Schutz in die Hände genommen, ehe sie die Phiole greift, sie mit einem Korken verschließt und sie sodann in eine Schatulle legt. Noch in der Nacht zieht sie los und wird eben jenes in den Briefkasten legen. Ein kleiner Zettel wird hinzugelegt.

‘Trink es bei größter Not und lass es keinen anderen in die Hände kriegen.
gez. Ravena’

Verfasst: Sonntag 30. März 2025, 22:42
von Victoria Dracones
Lange saß sie still und nachdenklich in ihrer geheimen Kammer. Vor ihr lag eine Schale, gefüllt mit Salz, Graberde und inmitten dessen das leblose Herz ihrer Mutter. Der Kampf war kein einfacher und selbst die erfahreneren unter ihnen hatten ihre Schwierigkeiten. Zu Beginn hatte der errungene Sieg einen faden Beigeschmack der nicht gänzlich verschwinden wollte. Denn eigentlich wollte sie den Spiegel, welcher mit sehr viel Mühe und Zeit erbaut und erschaffen wurde, an ihr austesten. Doch bevor es so weit kam war sie bereits verblutet und so blieb nicht mehr als die Seele ihren Herren zu übergeben. Sie hörten das schartige kratzen und trippeln an den Wänden, spürten den Herold und das verschwinden der Lebensessenz. Es war nicht unbedingt das ersehnte Ergebnis, welches sie im Sinn hatte. Und doch… haftete noch lange danach ein Gefühl des Unbehagens an ihr. Noch nie hatte ihre Intuition sie im Stich gelassen. Der Sieg war beinahe zu einfach, ihr Tod im Geiste noch nicht wirklich greifbar. Etwas stimmte nicht und bald schon folgte die Bestätigung, als sie nach einer langen Jagd Heim kehrte. Schon in Bajard fühlte Victoria sich beobachtet, sah aus den Augenwinkeln etwas schattenhaftes im Glas und nach dem nächsten Augenzwinkern auch schon wieder verschwunden war. Im Haus war es drückend still, das Feuer im Kamin glomm nur noch leicht. Ihre Rufe ohne Antwort zu erhalten zeugten davon, dass sie alleine war. Ihre Schritte führten sie hinunter in den Keller und auch dort war die Atmosphäre nicht weniger bleiern. Das grell-grüne Augenpaar wanderte durch den ganzen Raum, suchte die Ecken ab. Als wieder ein Schatten in ihrem Augenwinkel zu sehen war, legte sich ihre Aufmerksamkeit auf den Standspiegel, dem sie sich nur langsam und zögernd näherte. Erneut huschte der Schatten über die glasige, spiegelnde Oberfläche, näherte sich und entpuppte sich letzten Endes als die Gestalt ihrer Mutter. Voller Unglauben blickte sie ihr entgegen und lauschte ihr. Eine geopferte Seele die einen Handel mit Kra’thor schloss… für Victoria kaum vorstellbar. Und doch blickte sie ihrem älteren Ebenbild entgegen. Dienen sollte sie. Dies war die Bedingung, welche ihr Herr von ihrer Mutter verlangte. Man hörte den Missmut aus ihrer Stimme heraus und sah ihn ihr an. Doch wie viel Wahrheit lag in ihren Worten? Bot ihr Herr Mylanthe wirklich diesen Handel an oder steckten ihre Worte doch voller Lug und Trug? Sie solle Victorias Werk zu dem machen, wozu es bestimmt sei. Das einzige Werk, welches ihr dabei in den Sinn kam war der Spiegel des Grauens. War ihr Opfer für den Spiegel zu schwach? Zumindest nahm der Spiegel das Blut des Opfers auf. Doch fehlte ihm vielleicht diese eine Essenz, um seinem wahren Wirken nachzukommen? Sollte dem so sein, würde Victoria besondere, intensivere Maßnahmen treffen müssen als je zuvor…

Nach einem langen Gespräch mit ihren Geschwistern suchte sie die Grabkammer ab und fand schließlich ein paar Phiolen, die mit Mylanthes Blut befüllt wurden. Sie würde einen Bannkreis mit Mylanthes eigenem Blut am Spiegel selbst anbringen, Mylanthe an den Spiegel binden und sie schlussendlich zum Grauen selbst des Spiegels werden lassen…

Verfasst: Sonntag 20. April 2025, 23:22
von Raven Vandokir
Lange war er nicht mehr unter seines gleichen also begab sich der junge Fragen zur Nimmeruh in der Hoffnung, wen dort anzutreffen. Er ging durch einen geheimen Weg und betrachtete die Grabkammer, welche wie so oft ruhig war aber dennoch ging von ihr für ihn eine gewisse Faszination aus hin und wieder hörte man das Rascheln des Baumgeistes, welcher in der Schlucht seine Bahnen zog. Die Kerzen flackerten und tauchten die ganze Umgebung in ein sanftes aber doch bedrohliches Licht. Er fühlte sich an diesem Ort der Ruhe wohl und doch war da der Wunsch, den Rabenfürsten zu dienen und sich zu beweisen. Er suchte nach einem Bruder oder einer Schwester der er sich anvertrauen konnte und begab sich dann in den hallen der Nimmerruh wo er sich zunächst eine Speise gönnte. Wenig später traf Victoiria ein und es begann eine ruhige Unterhaltung wo er seinen Wunsch äußerte. Sie begannen Ideen auszutauschen und auch Darion gesellte sich dazu. Es tat Raven so gut wieder Ideen auszutauschen.

Er würde sicher einen Weg finden wie er dem Rabenherr seinen Wert unter Beweis stellen könnte es war nur eine Frage der Zeit guter Wein musste auch reifen damit dieser gut werden würde.

Dann sagte Victoria ihm dass sie durchaus seine Hilfe brauchen würde. Er solle ein Menschenopfer besorgen und er nahm sich dieser Aufgabe auch an. Lernen konnte man sicher auch durch sowas. Es wurden Worte getauscht und Raven begab sich auf der Suche nach einem passenden Opfer....

...also begab er sich in die Wildnis und lauerte eine gewisse zeit, wartete bis ihm etwas Passendes über den Weg lief. Er wartete eine Stunde und dann wurde er dann wirklich fündig. Eine Frau, jung aber schien doch einiges durchlebt zu haben. Sie sollte es sein. Verkleidet und verhüllt näherte er sich ihr nachdem ihre Begleitung verschwunden war. Er wusste, dass nun einiges von ihm verlangt wurde doch er ließ sich nicht von seinem Vorhaben ab bringen. Es wurden wenige Worte getauscht und es gelang ihn, sich ihr so zu nähern, sodass er ihr seinen Rabenschnabel über den Kopf ziehen konnte, wodurch sie dann zusammenklappte. Als sie dann vor ihn lag legte Raven sie über seine Schulter und ging dann zur Nimmerruh und brachte sie in die Zelle im Turm. Dort durchsuchte er sie nach Waffen oder anderen Gegenständen. Er fand lediglich nur eine Schere welche er sich selbst einsteckte. Auch dachte er da dran sie fachgerecht zu fesseln und zu knebeln. Ein kurzer Griff zu einem Wasserkrug den er über sie ergoss sorgte dafür, dass sie aus ihrem Zustand aufwachte und es gefiel ihm durchaus ihren hass in ihren Blicken zu sehen, die Verzweiflung, ja das war wohl gerade das Schönste was er an diesem tag gesehen hatte und er genoss diesen Anblick eine weile bis er sich von ihr entfernte.

In der Grabkammer gut sichtbar hinterlegte er einen Brief wo "Für Victoria" zu lesen war. Sollte sie diesen Brief erblicken und öffnen wird sie folgendes zu lesen bekommen:
Seiner Schwingen Schutz Victoria,

Die Aufgabe ist erledigt, es befindet sich ein Opfer für dein Vorhaben in unseren Zellen.

Möge er stets seine Schwingen schützend über dich halten
Raven Vandokir - Mondkind
Nachdem er diesen Brief geschrieben hatte ging er wieder seienr Wege.