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Zu viele Worte - und eine Rasharii. (Alkas Empfang)

Verfasst: Montag 20. Januar 2025, 18:49
von Q'in
Da stand er nun und wartete. Fühlte, wie die Zeit sich wie Eiter aus einer Wunde bequemte. Langsam, spärlich.

Und so viele Worte.

Es hatte sich einiges verändert, seitdem Q’in das letzte Mal Rahal betrat. Es wirkte lauter, bunter, weicher. Aus einer Festung war in all den Jahren eine Siedlung geworden, die nicht Kampf schrie, sondern Zufriedenheit. Die Anzahl der Alka hatte sich verdoppelt und obschon er des Panthers Wille niemals zu hinterfragen wagte - eine Absicht dahinter zu erahnen war keine Sünde.

Ein Wille eint. Zwei lähmen.

Und so betrachtete Q’in das Schauspiel, in dem die neue Führung den Anwesenden Rede und Antwort stand. Lauschte den Ausrufen und Bekundungen. Den Phrasen, die sie sprachen - für sich, niemals für Vater.

Er besah es sich und sinnierte weiter: Mit der aufgeweichten Führung zweier Alka war es vielleicht des Panthers Absicht, bald ein reinigendes Feuer über diesen Ort fegen zu lassen. Eine Katastrophe, die die Behäbigkeit Rahals zur Schau stellen würde. Die Völlerei und Selbstgefälligkeit. Die Leere, wo ein Feuer verzehren sollte.

So viele Worte.

Das Fett mit schnellen, unerbittlichen Schnitten zu entfernen, bis nur noch der hungrige, der tödliche und wahrlich gläubige Anteil derer zurückbliebe, die Seine Ziele verstehen - das wäre die einzige Rettung für diese Siedlung.

Q’in hatte bereits aufgegeben, sich zurückgezogen aus dem Ort und der Theatralik, als ihn zwei Hörner haben aufmerksamer werden lassen.

Sie war rot.

Und trotzdem gesund und lebendig. Sie - es wirkte wie ein Weibchen - war hünenhaft, aber kein Thyr, kein Angure. Und alles an ihr war ihm gänzlich fremd.

Mit einem Mal hatte sich die Begleitung des Meisters in die Menschensiedlung gelohnt - Q’in erspähte, was eine Rashar sein musste. Wesen, von denen er seit seiner Rückkehr in das Axorn gehört hatte, die aber bis zu diesem Zeitpunkt ohne Form, ohne Art waren.

Sie wirkte wehrfähig, vielleicht sogar brauchbar, um ihm einen Tanz zu schenken - der Gedanke an frei ausgelebte Gewalt wusch wie betäubend durch seine Sinne, ließ den Atem stocken und die Muskulatur des buckelig gehaltenen Leibes erwartungsvoll kribbeln. Ihre Nähe wie eine Herausforderung, ein süßer Ruf nach einer neuen Gespielin.. und sei es nur für ein wenig Blut und Gemetzel.

Ihre Hörner stießen auch nachdem sich seine neueste Entdeckung wieder in die Menge zurückgezogen hatte, hervor. Er würde sie finden. Sie und die Ihrigen. Würde testen, wie viel Fett an diesem Volk zu schneiden wäre, bis die sehnige Gier nach Sieg und Vernichtung sich zeigt.

Doch zuvor galt es, dem nutzlosen Tand großer Bekundungen zu entkommen.

Zu viele Worte.

Verfasst: Montag 20. Januar 2025, 21:10
von XhuRyna
Da stand Sie nun zwischen Ihnen. Viele unbekannte Gesichter die Sie nur einige Male gesehen hatte. Ein endloses unverständliches Genuschel und Geflüstere wie in einem Hort für Lo's. Aber selbst dort hätte man schon für Ruhe gesorgt.

Abgesehen von Demian Athes den Sie achtete und respektierte, als zornigen Mann mit einer großen scharfen Axt der wohl laut sehr lebhaften Erzählungen viel Kun gesammelt und so manchen dummen Widersacher den Kopf abgeschlagen hatte.
Sie sah nur wenige die Sie wirklich kannte und noch weniger die sie wirklich interessierten.

Die Oberfläche war seltsam, mit den ganzen Ritualen ohne Blut und Kampf. Ein endloses Diskutieren und eine Aneinanderreihung von Floskeln, Worten und wohl das was die Menschen Diplomatie nannten, welche die Muskeln weich und den Verstand ermatten ließ.

Einzig mit den Mitgliedern des Grauen Banners war Sie ein stückweit vertrauter und mit zwei Letharfen Jyn'drarr und Pha'raundarr.
Zu jenen hatte Sie schon eine Bande aufgebaut im Zuge der Jagd und des Blutdurstes nach Trophäen und Anerkennung. Die beiden fehlten. Schade.

Doch wer waren diese anderen Menschen mit Ihren Titeln die Respekt verlangten und dabei aussahen als könnten Sie nicht einmal Ihr RikRik besiegen welches mit den dürren Stelzen angebunden im RaKun stand.

Wer von denen konnte einem Balron mit einem sauberen Hieb den Todesstoß geben oder einem Drachen mit einem Kopstoß töten und dessen Kopf so groß er auch war, hinter sich herschleifen, über mehrere Tage bis zurück in den RaKun? Weniger als die Hälfte vermutete Sie.
Der zornige Mann mit der Axt konnte es. Die beiden Letharfen konnten es. Und selbst die vom Grauen Banner konnten es mit Sicherheit auch. Keine Schwäche.

Das Zuhören schien ewig.

Doch im nächsten Moment zog man Sie aus Ihrem Beobachtungen und Gedanken heraus.
Die beiden Alkas sprachen über die Anwesende Rasharii und soweit Sie es richtig gesehen hatte war Sie die einzige die dem Ruf gefolgt war. Sie bekundeten Mitleid und Bedauern wegen der Glutmutter.

Wie erniedrigend. Sie hasste Bedauern und Mitleid. Sie atmete tief durch, als der Zorn Sie zu packen drohte. Es war Oshraxys Schuld, doch die Disziplin siegte und Sie schüttelte ihren Gedankentraum der in einem weiten blutigen Meer aus Rot in Rot endete ab. Sie musste kurz Lächeln als Sie das Haupt neigte.

Der Stamm war mit vielen anderen wirklich wichtigen Dingen beschäftigt und auf der Jagd, stetig auf der Suche nach Kun.

Sie musste sich in dem Moment konzentrieren, denn der Weg zu den beiden Alkas schien endlos obwohl der Raum des Palastes nicht sonderlich groß war, spürte Sie jeden Ihrer Schritte und Bewegungen.
Sie hatte den letzten Kampf regelrecht noch in den Knochen und dachte nur an den süßen Sieg, den Sie gegen den dunklen Dämon im Alleingang und dessen Schergen die er gerufen hatte. Ihre zerschmetterten Körper sollten nun just in diesem Moment bereits von Maden und anderem Getier zerfressen werden.

Ein Treffen zwischen den beiden neuen Alkas und Ihrem Stamm, war wohl der Grund für die Erwähnung. Sie würde es ausrichten. Der Stamm wäre bestimmt verwirrt und würde sich fragen, wer denn nun der Anführer von den beiden wäre.
Vielleicht gab es am Ende doch noch einen Kampf auf Leben und Tod, so dass am Ende nur einer von Ihnen übrig war. Furchtbarer süßer Gedanke.

Als Sie zu ihrem Platz zurückkehrte spürte Sie wieder dieses Stechen im Nacken. Jemand beobachtete Sie genau, musterte Sie. Jeden Ihrer Bewegungen und Schritte.

Instinktiv drehte Sie ihre aschblauen Augen zu einem Letharfen dessen Blick gleichermaßen den Ihren durchbohrte. Sie schaute einfach zurück ohne eine Mimik zu regen. Er tat es ebenso.
Dieser Letharf schien seine beste Zeit hinter sich zu haben, bucklig, schwach wirkend und doch sagte Ihr der Instinkt, dass es nicht so war.
Ein schneller Schwerthieb und sein Leben beenden? Vielleicht doch nicht so einfach wie Sie vermutete.

Es musste einen Grund geben weshalb er noch am Leben war oder besser überlebt hatte. Dieser Gedanke ließ Sie einen Moment innerlich erschaudern. Wer war dieser bucklige Alte? Konnte man von und bei Ihm Kun sammeln? War er so wie die anderen hier, besessen auf Titel und Reichtum? Oder würde er am liebsten auch die Hälfte in den Vulkan stoßen?

Sie atmete tief durch als die Zeremonie zu ende war.

"Gut, hier hat Sie vorerst genug Kun gesammelt.."

Die Neugierde an dem buckligen Alten blieb aber, als die schweren Schritte sie zurück in den RaKun trugen.