Das Netz der eigenen Vergangenheit
Verfasst: Samstag 11. Januar 2025, 21:55
Eintrag 452
Ich muss wachsam sein! Auf der Hut vor den Intrigen, die in den dunklen Winkeln meines eigenen Hauses gesponnen werden. Die Neider innerhalb der Gilde mehren sich, ihr Groll speist sich aus Missgunst und Gier. Man trachtet danach, mir Vergehen anzuhängen – Diebstähle von Handelsgütern, Handelsabkommen mit dem alatarischen Reich, Ausbeutung von Hilflosen und Schwachen. Und das schlimmste daran? Es sind nicht etwa Feinde von außerhalb, die mir nachstellen. Es sind meine eigenen Leute!
Diese Gefahr schwebt über mir, seit ich mich bereit erklärte, den „Roten Turm“ zu leiten – ein Ableger, der als Schattenunternehmen des „Werlentaler Speichers“ ins Leben gerufen wurde. Schon damals, als ich zur Gildenmeisterin und bald darauf zur Handelsmeisterin erhoben wurde, fragte ich mich, warum gerade ich es war, die auserkoren wurde. Gab es nicht andere, deren Dienste älter, deren Erfahrungen tiefer und deren Netzwerke stärker waren? Wurde ich vielleicht schon damals zum Spielball der Intrigen, die ich nicht durchschaut hatte? War mein Urteilsvermögen getrübt? So blind kann ich doch nicht gewesen sein!
Zweifellos sind die Methoden des „Roten Turms“ nicht ohne Tadel. Güter günstig aufzukaufen, um sie nach Schwarzwasser zu überführen und dort zu horrenden Preisen zu veräußern – in einer Region, die wegen des Grenzverlaufs zum alatarischen Reich ohnehin Not und Mangel leidet – ist weder edelmütig noch von moralischer Stärke geprägt. Diese Machenschaften, wie profitabel sie auch sein mögen, standen stets an der Schwelle des gesellschaftlich Annehmbaren. Es war allen bewusst, dass ein derartiges Handeln niemals offiziell mit dem „Werlentaler Handelsspeicher" in Verbindung gebracht werden durfte. Der Gewinn jedoch stellt alles zuvor Erreichte in den Schatten.
Seit jeher treffe ich Vorkehrungen. Ich habe den "Roten Turm" abgeschirmt gegen äußere Einflüsse, die uns bedrohen könnten, und seine Mittel sorgsam gesichert, damit auch nach einem möglichen 'Unfall' meiner Person die Strukturen erhalten bleiben. Doch niemals hätte ich kommen sehen, dass der Verrat aus unserer Mitte heraus erwachsen könnte. Also doch blind!
Erst gestern wurde mir abermals nahegelegt, das Aufgabenspektrum der Unternehmung zu erweitern: Man spricht von Geschäften über die Grenze hinweg, um im alatarischen Reich neue Märkte zu erschließen. Skrupellose Überfälle sollen die Konkurrenz schwächen, bewusst erzeugte Knappheiten die Profite steigern. Man schlägt sogar vor, die Schatztruhen von Adelsfamilien zu plündern, um neue Mittel zu erschließen.
Mit allem, was in mir lodert, habe ich mich widersetzt. Diese Wege mögen anderen gangbar erscheinen, doch nicht mir! Ich bin Sanra Ostfurt und ich habe ein Gewissen. Wenn meine Hände auch beschmutzt sein mögen von den Geschäften der Gilde, so halte ich doch ein gewisses Maß an Ehre hoch. Und das werde ich mir bewahren, komme was wolle. Ich werde nicht einknicken. Ich bin Sanra Ostfurt – und solange ich atme wird dieser Name für mehr stehen als für den Gewinn um jeden Preis.
Ich muss wachsam sein! Auf der Hut vor den Intrigen, die in den dunklen Winkeln meines eigenen Hauses gesponnen werden. Die Neider innerhalb der Gilde mehren sich, ihr Groll speist sich aus Missgunst und Gier. Man trachtet danach, mir Vergehen anzuhängen – Diebstähle von Handelsgütern, Handelsabkommen mit dem alatarischen Reich, Ausbeutung von Hilflosen und Schwachen. Und das schlimmste daran? Es sind nicht etwa Feinde von außerhalb, die mir nachstellen. Es sind meine eigenen Leute!
Diese Gefahr schwebt über mir, seit ich mich bereit erklärte, den „Roten Turm“ zu leiten – ein Ableger, der als Schattenunternehmen des „Werlentaler Speichers“ ins Leben gerufen wurde. Schon damals, als ich zur Gildenmeisterin und bald darauf zur Handelsmeisterin erhoben wurde, fragte ich mich, warum gerade ich es war, die auserkoren wurde. Gab es nicht andere, deren Dienste älter, deren Erfahrungen tiefer und deren Netzwerke stärker waren? Wurde ich vielleicht schon damals zum Spielball der Intrigen, die ich nicht durchschaut hatte? War mein Urteilsvermögen getrübt? So blind kann ich doch nicht gewesen sein!
Zweifellos sind die Methoden des „Roten Turms“ nicht ohne Tadel. Güter günstig aufzukaufen, um sie nach Schwarzwasser zu überführen und dort zu horrenden Preisen zu veräußern – in einer Region, die wegen des Grenzverlaufs zum alatarischen Reich ohnehin Not und Mangel leidet – ist weder edelmütig noch von moralischer Stärke geprägt. Diese Machenschaften, wie profitabel sie auch sein mögen, standen stets an der Schwelle des gesellschaftlich Annehmbaren. Es war allen bewusst, dass ein derartiges Handeln niemals offiziell mit dem „Werlentaler Handelsspeicher" in Verbindung gebracht werden durfte. Der Gewinn jedoch stellt alles zuvor Erreichte in den Schatten.
Seit jeher treffe ich Vorkehrungen. Ich habe den "Roten Turm" abgeschirmt gegen äußere Einflüsse, die uns bedrohen könnten, und seine Mittel sorgsam gesichert, damit auch nach einem möglichen 'Unfall' meiner Person die Strukturen erhalten bleiben. Doch niemals hätte ich kommen sehen, dass der Verrat aus unserer Mitte heraus erwachsen könnte. Also doch blind!
Erst gestern wurde mir abermals nahegelegt, das Aufgabenspektrum der Unternehmung zu erweitern: Man spricht von Geschäften über die Grenze hinweg, um im alatarischen Reich neue Märkte zu erschließen. Skrupellose Überfälle sollen die Konkurrenz schwächen, bewusst erzeugte Knappheiten die Profite steigern. Man schlägt sogar vor, die Schatztruhen von Adelsfamilien zu plündern, um neue Mittel zu erschließen.
Mit allem, was in mir lodert, habe ich mich widersetzt. Diese Wege mögen anderen gangbar erscheinen, doch nicht mir! Ich bin Sanra Ostfurt und ich habe ein Gewissen. Wenn meine Hände auch beschmutzt sein mögen von den Geschäften der Gilde, so halte ich doch ein gewisses Maß an Ehre hoch. Und das werde ich mir bewahren, komme was wolle. Ich werde nicht einknicken. Ich bin Sanra Ostfurt – und solange ich atme wird dieser Name für mehr stehen als für den Gewinn um jeden Preis.