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Ich habe da gerade wirklich einen riesigen Frosch gesehen!

Verfasst: Freitag 26. Juli 2024, 20:15
von Freya Silberhain
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<< Nein, wenn ich es dir doch sage, ich habe ihn gesehen. Ich habe da gerade wirklich einen riesigen Frosch gesehen!
So groß, dass er auf einem Pferd reiten könnte! >>
Wir lachten herzlich und ich deutete in die Richtung des Sumpfes, wo ich wirklich meinte einen riesigen Frosch gesehen zu haben. Vielleicht war es auch nur ein Ast, der gerade umgeknickt ist. Sie waren durch ihre Farbe nur meist nicht so gut zu sehen und passten sich perfekt an ihre Umgebung an. Meine Hand wurde warm und ich fühlte wie Loelias Finger sich zwischen meine wunden. Ein wunderschönes Gefühl, was ich nie wieder missen mochte. Ich spürte, wie mein Herz aufging, wenn sie mir Komplimente machte und mein Bauch kribbelte, wenn ich es erwiderte.


Wir waren schon den halben Tag unterwegs, nur sie und ich. Ein Verbund von vertrauter Geborgenheit auf einer Insel, die uns beobachtete. Einer Insel, die wir vor allem Übel schützen würden, für eine Insel, die uns Heim und Leben schenkt.


<< Ich bin gespannt, was die Kaluren wohl zu unserer neuen Brücke sagen werden. Ich sollte nachher mal einen Brief an sie schreiben.
Oder wäre es besser sich so eine dieser Steintafeln zu besorgen, was denkst du? >>
Hach ja, die Kaluren. Ich bot einem an, unsere neue Brücke zu inspizieren und ob wir gute Wertarbeit geleistet haben. Wenn nicht die Kaluren mit ihrem Verständnis für Stein, wer sonst sollte diese Expertise aufbringen.

<< Weißt du, ich habe mir überlegt, ob wir nicht zur Strandbar gehen gleich. Maralea wird sie sicher aufhaben und ich habe jetzt schon wieder Heißhunger auf diese gegrillten Melonenstücke. Du musst sie echt mal probieren! >>
Loelia nickte mir zu, nicht wissend, dass ich ihr am liebsten schon gestern einen Antrag machen wollte. Doch ich war mir unsicher, ob ein Ring das richtige wäre. Eine Kette? Ein Armband? Oder würde sie gar zuerst auf diese Idee kommen? Immerhin tat sie damals ebenso den ersten Schritt. Herrje, ich konnte einfach nicht aufhören, darüber nachzudenken.

<< Gehen wir noch ein Stück, mein Stern. >>
Gemeinsam schritten wir den dichten Dschungelpfad entlang, den Sonnenuntergang und abendlichen Geräusche der Tiere und Gerüchen der sich Pflanzen und Blüten genießend, bis wir die prächtigen Mauern der Stadt im Gewusel aus Lianen und Mangroven erkennen konnten. Wir schauten uns an. Schauten uns einfach nur an und ich wusste, dass ich diese Frau bis ins hohe Alter auf ihrem Lebensweg begleiten möchte - egal was kommt.

Was war das? Ein Papagei mit krummem Magen?

<< Hast du das auch gehört? >>
Ich sah Loelias verwirrten Blick, der in die Richtung des Hafenbeckens ging und zu einem Schiff schaute, was keine tausend Schritte entfernt seinen Anker ausgeworfen hatte. Wir hatten ein Geräusch aus dieser Richtung gehört. Es kam von diesem Schiff. Es ging mir durch Mark und Bein und Unsicherheit machte sich schnell in meinem Körper breit. Ein Wehklagen, Wimmern … war das ein Mensch?

<< Wir haben hier nur die üblichen Handelsboote und Fähren, die zwischen Bajard, Menek’Ur und unseren Hafen pendeln. Seltsam. >>

Ich wollte es zunächst ignorieren, doch im selben Zuge klingelten alle Alarmglocken in meinem Innersten, als die Geräusche wiederkamen. War es ein Hilfeschrei?

<< Wir sollten die Stadtwachen informieren! >>
Das wäre in dieser Situation klug gewesen, natürlich. Aber hatten wir nicht auch zusammen Albträume besiegt und uns gegen allerlei Viehzeug behaupten können. Jetzt war nicht der Moment, um zu zögern.


Wir liefen los zum Hafen, zogen uns ein Boot ins Wasser, was einer der Fischer schon mal dort deponierte und ruderten los.


Jeder von uns schnappte sich ein Ruder, versuchten im Takt vorwärtszukommen. Wir nahmen an Fahrt auf und ich merkte unterschwellig, dass Loelia ein klein wenig im Lied trickste, um das Wasser um uns herum und entsprechend das Boot voran zuschieben.


<< Das Gefällt mir nicht. Es scheint niemand an Deck. Ob die Mannschaft mit einem Beiboot zu Land ist und wir sie einfach verpasst haben?
Wie ein Piratenschiff sieht mir dies auch nicht aus. >>
An Geisterschiffe glaubte ich nicht. Ehrlich nicht. Auch wenn die Seefahrer dies gerne in ihren Gruselgeschichten unterbrachten, so wäre es doch ziemlich seltsam eines hier vor Kawi vorzufinden am helllichten Tage. Nein, dies hier war ein normales Schiff und es sollte eine normale Begründung für die Geräusche geben!


Aber warum bekam ich dann ein seltsames Gefühl? Ich ließ mich halb ins Liedgefüge gleiten und merke, dass Loelias Geist bereits ihre Fühler ausgestreckt hatte. Ich zog mich zurück, doch fiel ihr Blick schnell auf mich. Sie bestätigte mein Gefühl, dass mit diesem Schiff etwas nicht stimmte. Es war eine dunkle Präsenz in der Luft und im Liede zu spüren, wie eine Schlinge, die sich langsam fester um
den Hals surrte.

Wir wägten ab, ob wir nicht umkehren sollten. Jedoch waren wir so gut wie da und wir beschlossen, dass wir das Schiff auf eigene Faust erkunden sollten. Das Wimmern wurde schwächer und wir beide spürten, dass es dem Wesen auf diesen Kahn wirklich schlecht ergehen musste.


<< Vielleicht ist es ein Papagei mit Magenproblemen. >>

Ja, ich musste diesen Witz nun laut von mir geben. Das konnte ich gut in solchen Situationen. Solche Scherze lockerten alles auf und nahmen einem stets die Angst. Angst, die einen erstarren und nicht reagieren ließ, wenn es mal schnell gehen muss.


Wir legten an, nahmen eine Strickleiter und kletterten hinauf. Das ganze Deck war leer. Niemand zu sehen. Doch die Luke zum Unterdeck war offen. Wirklich einladend für eine Falle … Aber nicht mit uns, wir waren vorsichtig!


<< Ich habe alles im Blick, gehen wir! >>
Ich widerrief meine Annahme, dass es keine Geisterschiffe geben würde. Hier war ja eine Totenstille. Nichtmal die Wellen waren zu hören. Kein Knarzen von Holz, kein Wind. Ich spürte, wie Loelia uns mehr Licht in die Dunkelheit brachte und meine Augen gewohnten sich schnell an jene Kraft, die meine Augen mehr sehen ließen.

<< Sieht aus wie ein normales Handelsschiff. Zwanzig Leute passen hier doch bestimmt rein. >>
Das Weinen wurde leiser, schwächer. Ich spürte nun auch Loelias Unmut und wir beide waren uns mehr als nur einig, dass wir uns beeilen mussten. Jemand lag im Sterben. Wir gelangten an eine mit einem dicken Schloss verriegelte Türe und für Loelia war es nur eine weitere kleine Übung, um dieses Schloss mithilfe ihres Fokus im Liede zu beeinflussen und die kleinen Kämme im Inneren des Eisenschlosses passend anzuordnen.

Ich blickte in ihre Augen, hell strahlend, wenn auch in diesen Momenten konzentriert wirkend. Wir nickten uns zu und öffneten die Türe.


<< Bei Eluive … >>
Entfleuchte es mir da, denn der Raum war zwar dunkel, aber die Quelle das Wehklagen gefunden. Eine Frau, gefesselt, mit Stricken auf einem Stapel an Kartoffelsäcken. Wer in alles in der Welt macht denn so etwas? Ich schaute hinter mich. Niemand zu sehen. Wir waren alleine. Ich blickte wieder voran und sah, wie Loelia sich flinken Schrittes zur armen Frau begab. In meinem Kopf wiederholten sich die Unterrichte von Andarc, der Miliz und Inselwacht. Die kleinen Übungen, um jemand verletzten zu stabilisieren. Doch das hier war eine andere Hausnummer. Ich würde ihr mit meinen Händen alleine nicht helfen können und ich wusste, dass auch Loelia nicht dazu in der Lage wäre. Verflixt!

<< Welch grauenvolle Dinge sind hier nur passiert? Sie sieht nicht so aus, als könnten wir sie so einfach transportieren ohne Hilfe und bis diese eintrifft ist es zu spät. Aber … Ich habe eine Idee, für die ich sehr viel Ärger bekommen werde. >>
Oh Freya, du bist und bleibst unmöglich. Immer musst du dich gegen die Regeln stellen. Ob ich das von meinem Vater oder meiner Mutter geerbt bekommen habe? Ich wusste, was ich tun wollte und was getan werden musste. Ich würde in diesem Moment den Kodex der Schwesternschaft ein wenig … dehnen müssen. Was sollten sie schon sagen? Loelia ist die Liebe meines Lebens und ich würde sie nicht ewig anlügen können - das würden sie verstehen. Dafür retteten wir einer Frau hier das Leben!

Mit diesen Gedanken ließ ich mich wieder ins Liedgefüge gleiten. Dieses Mal vollends. Ich breitete meine Schwingen aus und lies meinen Geist durch den Raum gleiten. Ich erkannte schnell die Schemen der beiden im Liedgefüge, was mich stets in den schillerndsten Farben, Klängen und Gefühlen begrüßte. In diesen Momenten konnte nicht sagen, ob Loelia sich in das Lied fokussiert und mich bemerkt hatte. Anders als fokussierte Magier war ich ihnen zudem einen kleinen Schritt voraus, wissend um die Fäden vom Leben selbst und dessen Nuancen, welche man mit einem fokussierten Geist, egal wie geschult, nicht so einfach erkennen könnte. Sie war die Essenz, um geschundenen Körpern, welche nicht der eigene war, Heilung zu ermöglichen. Das Eigenlob half mir, mich mehr auf jene Fäden der Frau einzustimmen. Ich studierte Ihren Körper und Ihre Klangstruktur und verband sie mit den meinen, um von meinem Körper die notwendigen Basen an Energie zu versorgen. Sie hatte Knochenbrüche, innere Blutungen. Meine Güte, das arme Ding war wirklich schon sehr schwach. Doch spürte ich auch einen merklich geschwächten, aber noch wachen Kampfgeist an ihr. Es ließ mich für einen Augenblick auflächeln. Nicht aufgeben, wir holen dich hier raus!

Ich spürte meine Atmung und wie sie mit den dumpfen Klängen meines Herzens im Einklang waren. Ich tastete mich voran, Stück um Stück die schwersten Blutungen an der Frau stoppend. Vielleicht sollte ich ihr auch den Schmerz nehmen. Mit diesen Gedanken wanderte ich mit meinem Geist zu ihren. Ein Leichtes, in selbigen hineinzuweben, um sie zu beruhigen. Sie war zu schwach, um sich dagegen zu wehren.


SCHMERZ!

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Ich atmete aus und wieder ein.

<< Da bist du ja, meine kleine … >>
Ich blickte in die Augen meiner Mutter. Das erste Mal. Sie lächelte stolz und zufrieden, dass ich atmete.

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Ich atmete aus … und wieder ein.

<< Scheiße, mach das nie wieder! Hast du verstanden? Verflucht, ich habe mir beinahe in die Hose gemacht. Zum Glück atmest du wieder. Dachte, du wärst ertrunken. >>
Ich blickte in die Augen von Selen, einem Jungen aus meiner Straßenkinder Bande, der mich gerade aus dem eisigen Wasser gezogen hatte. Tapfer und mein Lebensretter. Danke.

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Ich atmete aus … … und wieder ein.

<< Kontrolliere deine Atmung. Fühle in dich. Fühle deinen Geist und deinen Körper. Fühle die Welt um dich herum und wie alles miteinander verwoben ist. >>
Die Atemübungen mit den anderen Schwestern waren für mich immer etwas Besonderes. Wir stimmten uns mit der Natur um uns herum ein und wurden förmlich eines mit Eluives Lied.

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Ich atmete aus … … …

<< FREYA ! >>
Ja, das ist mein Name, Schatz. Warum schreist du? Warum siehst du so erschrocken aus? Meine Brust schmerzte plötzlich und brannte wie Feuer. Ich bemerkte, dass ich nicht mehr einatmen konnte. Ich blickte an mir hinab und sah warum. Da war ein Stück Holz, was aus meiner Brust ragte. War das mein Blut? Das träumte ich doch gerade nur, oder? Nein, das war kein Traum. Ich konnte nicht atmen. Freya konzentriere dich. Meine Beine wurden schwach. Es wurde dunkel, das war nicht gut. Ich fiel … Aber weich. Loelia war bei mir. Sie hatte mich aufgefangen! Ich konnte weiterhin nicht atmen. Ich musste etwas tun. Etwas finden, was mich atmen lässt. Ich spürte, wie mein Geist, meine Seele von selbst zu wandern begann, meinen Körper verließ. Das konnte es nicht gewesen sein. Ich hatte noch zu viel zu tun. Loel war vermutlich gerade in höchster Gefahr. Kawi brauchte mich. Meine Freunde brauchten mich!

Mich sträubend davor, einfach loszulassen, wehrte ich mich wie ein ruppiges Kind. Noch hatte ich durch meine Geistübungen einen Funken Kontrolle behalten. Meine Seele taumelte durch das Geflecht des Liedes, während eine Dunkelheit immer näher rückte … das wurde mir langsam echt zu gruselig!

Und plötzlich sah ich etwas. Ein
Licht, so hell wie ein Stern.


<< Ich will Leben! >>


Oh. Ja, richtig … wo
Schatten ist, da ist auch Licht.

Und plötzlich spürte ich eine Präsenz, die mir wohlbekannt war.

Ich war nun in Sicherheit.

Ich entspannte mich und ließ mich führen.

Meine
Seele erreichte das Licht und umschloss den Wunsch, wurde eins mit der gleißenden Energie.
Alles, was ich bin und was mich ausmacht, jauchzte und atmete erleichtert auf.

<< So sei es, lebe! >>


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Verfasst: Samstag 27. Juli 2024, 15:10
von Maralea Liathe
Wie reagiert man auf so etwas? Maralea kannte es bereits aus ihrer Heimat, als sie ihren Bruder bei den Kristallen verloren hatte – nur weil sie aus Angst davonlief und er sie suchen musste. Dabei verlor er sein Leben. Aber niemals hätte sie gedacht, dass so etwas auch auf Kawi passieren könnte, und vor allem nicht bei einer guten Freundin wie Freya, die ihr so viel bedeutet. Sie musste sich jedoch zusammenreißen; sie wollte für Loelia da sein, weil sie genau wusste, wie es ihr gerade ging.

Maralea nahm die Umgebung kaum wahr und dachte nur daran, Loelia von dort wegzubringen. Sie brachte sie zuerst zu sich nach Hause und half ihr, sich zu waschen. Natürlich wusste sie nicht, was sie sagen sollte oder welche Worte die richtigen wären. Aber was sagt man in so einem Moment? Es ist egal, denn nichts kann in diesem Moment wirklich helfen.

Nachdem Loelia einigermaßen versorgt war, musste Maralea auch Leon beruhigen. Er war mehr als wütend, so hatte sie ihn noch nie erlebt. Es war nicht einfach, aber sie konnte sein Verhalten angesichts Blanche's Handlungen verstehen. Selbst sie hätte nicht anders gehandelt. Dennoch musste sie sich zusammenreißen – es ging in erster Linie um Freya.

Die Nacht war kurz, und Maralea konnte nicht wirklich schlafen. Wer weiß, ob sie dabei nicht Leon mehrmals aufgeweckt hatte. Doch am nächsten frühen Morgen ging sie zum Rathaus. Sie wollte sich von Freya verabschieden und brachte ihr noch ihre Lieblingsspeise, bevor sie sich aufraffte und die letzte Waschung unter Tränen vornahm. Freya sollte nicht so bleiben. Maralea wusch das ganze Blut um sie herum ab und wickelte sie in ein neues Leichentuch. Nachdem sie fertig war, legte sie sanft Freyas Kopf auf ein Kissen und eine ihrer Lieblingsblumen auf sie. Erst dann konnte Maralea sich in Ruhe zurückziehen und alles verarbeiten.

Verfasst: Samstag 3. August 2024, 18:19
von Eske Finneken
Sie stand an der Reling, den Blick Richtung Hafen Kawis gerichtet.
Sie war noch nicht lang dort, aber es war ihr ein gutes Stück Heimat geworden.
Je dichter sich der Segler an Kawi heranschob, desto mehr wuchs die Freude an Land zu gehen, auch wenn sie hi und da immer wieder mal ausbrechen und Planken unter den Stiefeln spüren musste.
Im Hafen dann gab es statt fröhlichem Willkommenshallo gedrückte Stimmung, ernste Gesichter, Arbeiten wurden verrichtet, ohne dabei viel oder laut zu sprechen. Den Nächstbesten, der an ihr vorbeieilen wollte, griff sie am Kragen und zog ihn dicht an sich heran. So dicht es eben bei ihrer Körperfülle ging.
Sie brauchte letzten Endes gar keinen Druck ausüben, um Dinge zu erfahren, die sie lieber nicht erfahren hätte, denn die Zeit des Getuschels und vielleicht der ein oder andere Unglaube über das Geschehnis, war in den letzten Tagen der unumstößlichen Gewissheit gewichen.

Heimatvorfreude wich nun auch dem Entsetzen, dass sich bei ihr breitmachte.
Natürlich war das nicht der erste Todesfall mit dem sie konfrontiert wurde, aber das hier lag dann doch etwas anders. Die Stimme der Insel - verstummt.
Jede Einzelheit ließ sie sich berichten, fragte nach Besonderheiten des Schiffes und ging in Gedanken fieberhaft die letzten Begegnungen mit Schiffen durch, ob eines davon der Beschreibung glich.

Schnurstraks führten ihre Schritte sie dann dorthin, wo die hölzerne Behausung von Verstorbenen stand. Sie öffnete den oberen Teil des Deckels und erblickte die schemenhaften Züge Freyas, die sich unter dem Seidenstoff abzeichneten.
Es gab Dinge, die man als nicht gerecht und nicht sinnvoll erachten konnte, dies gehörte eindeutig dazu.



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Verfasst: Dienstag 6. August 2024, 21:30
von Raven Vandokir
Als Raven von Freyas Tod erfuhr, so brach für ihn eine Welt zusammen. Nichts was er je tat oder getan hat hatte für ihn plötzlich keine Bedeutung mehr. Nur Leere fand er in seinem Herzen wieder. Trauer, Schmerz. Der Anblick des Sarges auf K'awi war zu viel für ihn. Er versuchte sich überall abzulenken doch er fand keine Ablenkung von seinem Herzschmerz wieder. Nichts gab ihm Linderung. Er liebte sie auf eine eigene Weise. Sie war da wie eine Schwester war sie für ihn. Doch nun? Was nun? Nichts....er dachte über die Vergänglichkeit nach die das Leben ausmachte und zog ich immer mehr zurück. Die Ruhe tat ihm so verdammt gut. Je weniger er hörte desto besser. Doch er wollte noch, dass es eine Beerdigung gab und diese würde er wohl besuchen. Neuerdings zog es ihm mehr zu den Totenacker und zu den Umliegenden Friedhöfen. Es war so still so herrlich still...lange philosophierte er über die Vergänglichkeit nach und was wohl mit den Seelen der Toten passieren würde, wenn man stirbt. Es machte ihn seltsamerweise sehr neugierig. „ich würde sie gerne dahin begleiten wo sie nun ist...doch ich werde hier gebraucht...doch nichts ist mehr bedeutend was ich mache....“ Gegen seine Tränen kämpfend wollte er sich noch weiter zurück ziehen und suchte sich einen Weg, um ungesehen nach Rahal zu reisen und nahm das Schiff und reiste nach Rahal.

Dort angekommen ging er durch die ruhigen Gassen und er fühlte nichts dabei, nur etwas wie Heimatgefühl keimte in ihm auf, da er dort auch seine Wurzeln hatte, lange war es her... selbst dieses fühlte sich gut an....dann sah er während er durch die Gassen ging ein kleineres Haus...er ging hinein und sah, dass es wohl eine Leichenhalle ist und begab sich dort hinein...alles war so friedlich, so ruhig...die Flammen flackerten sanft auf die Särge die vor ihm standen. Es tat so wunderbar gut gerade hier zu sein, so setzte er sich auf den Boden und genoss die Ruhe zwischen den Särgen und fing an, zu meditieren. Diese leere tat so unfassbar gut die er gerade in seinem herzen merkte. Einfach nichts fühlen. Wer nichts fühlt kann auch nicht wieder verletzt werden. Dieses lehrte ihm sein Vater vor langer Zeit und er erkannte, dass er dort Recht hatte. Auch erkannte er, dass er einige Freund er hatte doch wie lange würden sie noch leben? Er hoffte noch lange. Doch auch diese werden irgendwann vergehen wie die herze vor ihm welche so langsam erloscht. Er erhob sich und zündete eine neue Kerze an und begab sich wieder auf seine Sitzposition...Neben der Leere fühlte er auch eine gewisse Wut in seinem Bauch, die er gerade spürte, selbst dieses schien ihm gerade gut zu tun. „Was nur, was nur passiert nach dem Tod...ich werde zu gegebener Zeit wohl einen Besuch bei einem Rabendiener abstatten, vielleicht finde ich ja dort Antworten...“ Da legte er seinen Kopf schief...“Vielleicht kann der Tod ja auch der Anfang von allem sein? Wer weiß...alles ist vergänglich und blüht irgendwann weder auf....“

Diese und noch weitere Thesen stellte er in diesen Stunden die er ind er Leichenkammer verbrachte auf...seine Blicke blieben eine gewisse Zeit auf den Kerzen gerichtet....und so verlieb er wohl Stunde für Stunde...


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