[MMT] Der Handel auf dem Weg zu neuen Ufern...
Verfasst: Donnerstag 19. Oktober 2023, 14:13
Es war wieder ein langer Abend gewesen, an dem Naim in seinem Büro im Wesirhaus gesessen hat und neue Nachrichten und Anliegen bearbeitete. Auch an diesem Abend war eine erhoffte Antwort aus Adoran ausgeblieben. Wie sehr er das Schreiben ersehnte, war nicht nur den anderen Wesiren und dem Erhabenen klar, sondern auch der Bevölkerung Menek'Urs, die auf Neuigkeiten und eine neue Schiffsroute ins Grünland warteten.
Das Schreiben sollte eine Erlösung für die vielen Kapitäne und handelnden Menekaner bringen, eine Vertiefung der Handelsbeziehung zum Reich Lichtenthals bewirken und Bajard aufzeigen, das es neda so wichtig in der Welt als Handelshafen ist, wie es sich dies vorstellt und einredet.
Er stand vom Bürostuhl auf, setzte sich in Richtung der Fenster seines Büros in Bewegung und sah dort auf die hell erleuchtete Stadt hinaus. In der Ferne waren so viele Lichter in den Häusern und Wohnungen der Menekaner zu sehen. Kerzen, Fackeln und Laternen, die emsig für Erleuchtung sorgten. In manchen Fenstern konnte man auch Anaans und Natifahs erkennen, die ihren abendlichen Arbeiten nachgingen.
Ein beruhigender und wunderschöner Anblick, wenn man sich die Zeit nahm, den Moment auf sich wirken zu lassen. Die goldene Stadt auf sich wirken zu lassen. Genau das war es, was Naim in diesem Moment tun wollte.
Den Blick aus dem Fenster gerichtet, kamen ihm nun, in der Ruhe des Abends, die Geschenisse der letzten Monatsläufe wieder in den Sinn.
Alles begann mit dem Wesirtreffen, auf dem die neuen Salzpreise festgelegt wurden. Es war einen langen Jahreslauf überfällig gewesen, die Preise anzupassen, seit dem die Ader im heiligen Berg verschüttet wurde. Eine viel zu lange Zeit, wenn es nach Naim ging. Eigentlich hätte er diesbezüglich schon viel früher entscheiden müssen, die Preise zu erhöhen, doch wollte er erst weitere Informationen sammeln, wie der Salzbedarf aus dem Grünland einzuordnen ist. Und glücklicherweise waren diese Informationen sehr hilfreich bei der Entscheidung gewesen.
Ebenso hatte es ihn neda überrascht, das die anderen Wesire und der Emir den Preisvorteil für Bajard wegfallen lassen wollten. Schließlich war in vorherigen Sitzungen bereits hinterfragt worden, wieso Bajard diesen Vorteil noch genoss. Eine Frage, die nur die früheren Hajinedare beantworten konnten, welche neda mehr in der goldenen Stadt verweilten.
Neda desto Trotz wurde einstimmig entschieden, den Vorteil für Bajard fallenzulassen.
Kurz schwiff er von den Erinnerungen ab und dachte an den Aushang, den er nur in Menek'Ur aufhängen ließ, als sich die Preise der Tränen der All'Mara änderten. Er hätte vermutlich, mit dem heutigen Wissen, doch eher überall aushänge verteilen lassen. Ob dies an der heutigen Situation jedoch eine Änderung herbeigeführt hätte, glaubte er nicht.
Kaum hatte er den Gedanken zu Ende gedacht, verfiel er beim Anblick der Stadt wieder in seine Erinnerungen.
Er hatte naiver Weise gehofft, dass Bajard die Erhöhung einfach so hinnehme. Das sie Verständnis für die Situation in Menek'Ur hätten und sich bei ihm melden würden, wenn ihnen die neuen Preise neda gefielen, war wohl zu viel verlangt.
Statt dessen gab es neda ein Schreiben sondern direkt zwei Erlässe um den Handel mit den Menekanern zu verbieten und die Preise auf alle Waren massiv zu erhöhten. Neda nur das, sie verbaten auch den menekanischen Schiffen die Einreise in den Hafen. Letzteres bewirkte zudem, dass auch die Seeroute für die Bevölkerung nach Bajard zukünftig weg fiel. Das all dies die menekanischen Kapitäne und Händler, sowie das Volk erzürnte, war keine Überraschung.
Auch wenn er es niemals offiziell zugeben würde, die Agression und Verblendung Bajards überraschten ihn. Er hatte in seiner Amtszeit und auch während seiner Handel in Bajard den Eindruck gewonnen, dass die Bürger Bajards schlauer wären.
Natürlich fiel nun ein neda zu verachtender Handelspartner weg, doch die Menekaner würde dies nur im geringen Maße einschränken. Der Handel des Reiches der Sonne war mehr als stark genug, auch in anderen Regionen des Ostens und auf dem Festland. Naim war sich sicher, dass sich Bajard in diesem Falle einfach nur selbst schade.
Der einzige Verbündete mit dem Menek'Ur nachweislich neda stark handelte war das Lichtenthaler Herzogtum. Er hatte schon vor einer ganzen Weile festgestellt, dass weder Adoran, noch Berchgard oder die anderen Siedlungen im Osten des Grünlandes regen Handel mit Menek'Ur trieben. Naim war erstaunt darüber gewesen, wenn er bedachte, dass Lichtenthal ein langjähriger Verbündeter war. Er forschte nach und fand heraus, dass frühere Hajinedare zwar den Gedanken aufgegriffen hatten, jedoch nie umsetzten.
So nahm es sich Naim vor, Lichtenthal als neuen Handelspartner zu gewinnen.
Angetrieben durch die Hafenschließung Bajards, begann Naim damit, sich dem Thema verstärkt anzunehmen und sandte zwei Schreiben nach Adoran. Eines für die Vogtin Kathrina Winterwacht und eines an die Gräfin Nyome von Meerswacht. Beide mit der Anfrage auf die Öffnung des Adoraner Hafens für menekanische Handelsschiffe.
Eine kurze Zeit später wurde er von der Vogtin Adorans eingeladen nach Adoran zu kommen, damit er über sein Anliegen sprechen konnte. Diesen Termin nahm Naim sehr gerne wahr und reiste alleine nach Adoran, um Kathrina zu treffen.
Vor Ort musste er feststellen, dass die Vogtin leider verhindert war und stattdessen die Gräfin auf ihn wartete. Überrascht, aber erfreut zugleich, sprachen sie angeregt und offen über die Intensivierung der Handelsbeziehung zwischen dem Reich der Sonne und dem Herzogtum.
Während des Gesprächs wurde schnell klar, zumindest fasste Naim dies auf, dass auch Lichtenthal ein großes Interesse an einer besseren Handelsverbindung hat. Laut der Gräfin gab es auch schon früher Versuche die Beziehungen zu verbessern, jedoch wurden diese abgelehnt, da sie von menekanischer Seite an Bedingungen geknüpft waren.
Naim verstand es, dass Lichtenthal damals so handelte.
Unabhängig davon machte er Nyome klar, dass er keine Bedingungen an sie stellte, da alles was damals an einen Handelsvertrag beigefügt wurde, bereits durch den Bündnisvertrag abgedeckt wird.
Dies nahm Nyome dankend an und wollte sich mit der Führung des Reiches zeitnah absprechen. Sie wollte schnell eine Einigung erzielen und, gemeinsam mit ihm, die Handelsroute mit dem neuen Zielhafen Adoran einweihen.
Als Naim mittlerweile langsam wieder aus den Erinnerungen heraus in die Wirklichkeit zurückkehrte, waren in der Stadt schon einige Lichter erloschen. Die Menekaner die vorher in den Fenstern zu sehen waren, hatten sich mittlerweile vermutlich schlafen gelegt, um Kraft für ihre Arbeit am nächsten Tag zu sammeln.
So machte sich Naim dann ebenso auf den Weg nach Hause, denn auch er hatte wieder einen anstrengenden Tag vor sich. Wieder ging er aus dem Wesirhaus mit der Hoffnung, dass am morgigen Tag ein Schreiben aus Adoran auf seinem Tisch liegen wird.
Ein Schreiben, das er ersehnte.
Ein Schreiben, dass den Menakanern Gewissheit auf eine weiterhin florierende Zukunft gab.
Ein Schreiben, dass den menekanischen Handel zu neuen Ufern bringen wird...
Das Schreiben sollte eine Erlösung für die vielen Kapitäne und handelnden Menekaner bringen, eine Vertiefung der Handelsbeziehung zum Reich Lichtenthals bewirken und Bajard aufzeigen, das es neda so wichtig in der Welt als Handelshafen ist, wie es sich dies vorstellt und einredet.
Er stand vom Bürostuhl auf, setzte sich in Richtung der Fenster seines Büros in Bewegung und sah dort auf die hell erleuchtete Stadt hinaus. In der Ferne waren so viele Lichter in den Häusern und Wohnungen der Menekaner zu sehen. Kerzen, Fackeln und Laternen, die emsig für Erleuchtung sorgten. In manchen Fenstern konnte man auch Anaans und Natifahs erkennen, die ihren abendlichen Arbeiten nachgingen.
Ein beruhigender und wunderschöner Anblick, wenn man sich die Zeit nahm, den Moment auf sich wirken zu lassen. Die goldene Stadt auf sich wirken zu lassen. Genau das war es, was Naim in diesem Moment tun wollte.
Den Blick aus dem Fenster gerichtet, kamen ihm nun, in der Ruhe des Abends, die Geschenisse der letzten Monatsläufe wieder in den Sinn.
Alles begann mit dem Wesirtreffen, auf dem die neuen Salzpreise festgelegt wurden. Es war einen langen Jahreslauf überfällig gewesen, die Preise anzupassen, seit dem die Ader im heiligen Berg verschüttet wurde. Eine viel zu lange Zeit, wenn es nach Naim ging. Eigentlich hätte er diesbezüglich schon viel früher entscheiden müssen, die Preise zu erhöhen, doch wollte er erst weitere Informationen sammeln, wie der Salzbedarf aus dem Grünland einzuordnen ist. Und glücklicherweise waren diese Informationen sehr hilfreich bei der Entscheidung gewesen.
Ebenso hatte es ihn neda überrascht, das die anderen Wesire und der Emir den Preisvorteil für Bajard wegfallen lassen wollten. Schließlich war in vorherigen Sitzungen bereits hinterfragt worden, wieso Bajard diesen Vorteil noch genoss. Eine Frage, die nur die früheren Hajinedare beantworten konnten, welche neda mehr in der goldenen Stadt verweilten.
Neda desto Trotz wurde einstimmig entschieden, den Vorteil für Bajard fallenzulassen.
Kurz schwiff er von den Erinnerungen ab und dachte an den Aushang, den er nur in Menek'Ur aufhängen ließ, als sich die Preise der Tränen der All'Mara änderten. Er hätte vermutlich, mit dem heutigen Wissen, doch eher überall aushänge verteilen lassen. Ob dies an der heutigen Situation jedoch eine Änderung herbeigeführt hätte, glaubte er nicht.
Kaum hatte er den Gedanken zu Ende gedacht, verfiel er beim Anblick der Stadt wieder in seine Erinnerungen.
Er hatte naiver Weise gehofft, dass Bajard die Erhöhung einfach so hinnehme. Das sie Verständnis für die Situation in Menek'Ur hätten und sich bei ihm melden würden, wenn ihnen die neuen Preise neda gefielen, war wohl zu viel verlangt.
Statt dessen gab es neda ein Schreiben sondern direkt zwei Erlässe um den Handel mit den Menekanern zu verbieten und die Preise auf alle Waren massiv zu erhöhten. Neda nur das, sie verbaten auch den menekanischen Schiffen die Einreise in den Hafen. Letzteres bewirkte zudem, dass auch die Seeroute für die Bevölkerung nach Bajard zukünftig weg fiel. Das all dies die menekanischen Kapitäne und Händler, sowie das Volk erzürnte, war keine Überraschung.
Auch wenn er es niemals offiziell zugeben würde, die Agression und Verblendung Bajards überraschten ihn. Er hatte in seiner Amtszeit und auch während seiner Handel in Bajard den Eindruck gewonnen, dass die Bürger Bajards schlauer wären.
Natürlich fiel nun ein neda zu verachtender Handelspartner weg, doch die Menekaner würde dies nur im geringen Maße einschränken. Der Handel des Reiches der Sonne war mehr als stark genug, auch in anderen Regionen des Ostens und auf dem Festland. Naim war sich sicher, dass sich Bajard in diesem Falle einfach nur selbst schade.
Der einzige Verbündete mit dem Menek'Ur nachweislich neda stark handelte war das Lichtenthaler Herzogtum. Er hatte schon vor einer ganzen Weile festgestellt, dass weder Adoran, noch Berchgard oder die anderen Siedlungen im Osten des Grünlandes regen Handel mit Menek'Ur trieben. Naim war erstaunt darüber gewesen, wenn er bedachte, dass Lichtenthal ein langjähriger Verbündeter war. Er forschte nach und fand heraus, dass frühere Hajinedare zwar den Gedanken aufgegriffen hatten, jedoch nie umsetzten.
So nahm es sich Naim vor, Lichtenthal als neuen Handelspartner zu gewinnen.
Angetrieben durch die Hafenschließung Bajards, begann Naim damit, sich dem Thema verstärkt anzunehmen und sandte zwei Schreiben nach Adoran. Eines für die Vogtin Kathrina Winterwacht und eines an die Gräfin Nyome von Meerswacht. Beide mit der Anfrage auf die Öffnung des Adoraner Hafens für menekanische Handelsschiffe.
Eine kurze Zeit später wurde er von der Vogtin Adorans eingeladen nach Adoran zu kommen, damit er über sein Anliegen sprechen konnte. Diesen Termin nahm Naim sehr gerne wahr und reiste alleine nach Adoran, um Kathrina zu treffen.
Vor Ort musste er feststellen, dass die Vogtin leider verhindert war und stattdessen die Gräfin auf ihn wartete. Überrascht, aber erfreut zugleich, sprachen sie angeregt und offen über die Intensivierung der Handelsbeziehung zwischen dem Reich der Sonne und dem Herzogtum.
Während des Gesprächs wurde schnell klar, zumindest fasste Naim dies auf, dass auch Lichtenthal ein großes Interesse an einer besseren Handelsverbindung hat. Laut der Gräfin gab es auch schon früher Versuche die Beziehungen zu verbessern, jedoch wurden diese abgelehnt, da sie von menekanischer Seite an Bedingungen geknüpft waren.
Naim verstand es, dass Lichtenthal damals so handelte.
Unabhängig davon machte er Nyome klar, dass er keine Bedingungen an sie stellte, da alles was damals an einen Handelsvertrag beigefügt wurde, bereits durch den Bündnisvertrag abgedeckt wird.
Dies nahm Nyome dankend an und wollte sich mit der Führung des Reiches zeitnah absprechen. Sie wollte schnell eine Einigung erzielen und, gemeinsam mit ihm, die Handelsroute mit dem neuen Zielhafen Adoran einweihen.
Als Naim mittlerweile langsam wieder aus den Erinnerungen heraus in die Wirklichkeit zurückkehrte, waren in der Stadt schon einige Lichter erloschen. Die Menekaner die vorher in den Fenstern zu sehen waren, hatten sich mittlerweile vermutlich schlafen gelegt, um Kraft für ihre Arbeit am nächsten Tag zu sammeln.
So machte sich Naim dann ebenso auf den Weg nach Hause, denn auch er hatte wieder einen anstrengenden Tag vor sich. Wieder ging er aus dem Wesirhaus mit der Hoffnung, dass am morgigen Tag ein Schreiben aus Adoran auf seinem Tisch liegen wird.
Ein Schreiben, das er ersehnte.
Ein Schreiben, dass den Menakanern Gewissheit auf eine weiterhin florierende Zukunft gab.
Ein Schreiben, dass den menekanischen Handel zu neuen Ufern bringen wird...
