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Verloren erhofftes kehrt zurück!
Verfasst: Sonntag 6. August 2006, 15:18
von Shan´Rhyl
Nichts ahnend und mit einer immer währenden Kälte auf den Gesichtszügen abgezeichnet betrat Shan’Rhyl mit leisen Schritten den Eingang zum Letharenunterschlupf um nur kurz darauf abrupt inne zu halten. Direkt vor ihm verweilte der Letherix Ryx’tare und schien wohl in einer angespannten Verfassung, denn mit aller Kraft hielt er eine Lethra am Schopf, doch um wem es sich dabei handelte war ihm bis dato noch nicht ganz klar. Mit bestimmendem Tonfall hinterfragte der hohe Lethyr was denn genau dort von statten ginge. Der Schmied hielt bei seiner Stimme sofort inne, wandte sein Haupt herum jenes zum Zeichen des Respekts leicht geneigt wurde. Minderes Interesse, wer denn nun diese Lethra war, breitete sich im inneren Shan’s aus und mit einer kurzen, agilen Bewegung trat er zur Seite um diese Person in Augenschein zu nehmen. Doch durch diesen Anblick schien der Letharf innerlich regelrecht die Fassung zu verlieren, so war er nichts desto trotz schon lange in der Lage sein innerstes vor den anderen Letharen zu verbergen, außer vielleicht vor zwei bestimmten Personen. Doch in diesem Fall war es anders, denn man hätte es ihm regelrecht an den hell violett pulsierenden Augen ablesen können.
Ari’derya. Was tat sie hier? Wo kam sie her? ....
Lange Zeit schon war dieses Thema vom Tisch, als die beiden Letharen sich damals angenähert hatten. Shan’Rhyl war zu dieser Zeit noch ein junger Lethyr, noch nicht so abgebrüht und ließ sich noch viel zu sehr von seinen Gefühlen leiten, wenn man jenes so bezeichnen konnte, als von seinem Verstand. Damals wäre es sein Wunsch gewesen, Ari’derya zu seiner Lethra zu nehmen, doch war diese schon im Besitz des Kyr’laex und somit unantastbar. Ja, der ehemalige Praefector Alataris hatte sogar Wind von dem Tächtel Mechtel, durch einige nicht gerade schweigsamen Letharen im Unterschlupf bekommen. Von diesem Tag an wusste Shan’, dass so etwas nie wieder geschehen durfte, denn er war ein Lethyr, die obere Riege seines Volkes, ein Vorbild. Niemals wieder sollte ihm der Fehler passieren, die Schande zu Teil werden, Vaters Plan durch so eine Untat zu gefährden, um gar in die Ungunst von jenem zu fallen. Vielleicht hatte Kyr’laex damals nur über jene Sache hinweggesehen, gerade weil er ein Lethyr war und zusätzlich Mory’taels Schüler.
So wenn jemals noch ein heller Fleck in seinem Herzen bestanden hätte, wäre dieser durch diesen Vorfall vollkommen der Schwärze und Kälte verfallen. Seit dieser Zeit war niemals mehr eine Regung, die Ansatzweise einem lächeln ähnlich kam, auf seinem Gesicht gesehen worden. Allenfalls ein aufgesetztes, theatralisches oder süffisantes, dass nur dazu diente die Maskerade aufrecht zu erhalten. Emotionen waren fehl am Platz, sie waren falsch und mussten ausgemerzt werden. So wie es sich für einen Lethyren gehörte. Nur der Hass, der Zorn und die Wut waren erlaubte Gefühlsregungen, diese dem Vater näher bringen sollten und auch konnten.
Sehr lange ging dies gut, doch auch Shan’Rhyl sollte einen Schüler bekommen und wie es der Zufall wollte, handelte es sich dabei um eine Lethry, äußerst selten in den Reihen der Lethyren, doch er nahm sich Nyrae an. Anfangs war es lediglich eine Beziehung zwischen Lehrer und Schülerin und Shan war hart. Alle Lehren Mory’taels wurden ausnahmslos auf sie übertragen und wenn sie versagte, war die Strafe umso härter. Doch Nyrae war eine fähige ihrer Kunst, denn nur selten musste er sie zurechtweisen, so hätte man fast meinen können, dass sich die beiden blind verstanden. Seit seinem Aufstieg zum Erzlethyren war sie seine rechte Hand, seine Vertraute geworden, auch innerhalb der Bruderschaft. Im inneren hegte er für niemanden besonderes Interesse, außer das streben nach der Gunst Alatars. Äußerlich sah dies wiederum anderes aus, doch war es von nöten um den Schein gegenüber den gläubigen des Herrn zu wahren.
Nyrae war vielleicht die einzige Person, die seit Ari’derya etwas an ihn herankam und trotzdem wehrte er sich dagegen fast fieberhaft, schlug sie, stellte sie auf die Probe und stellte auch ihre Loyalität immer wieder in Frage, obwohl er sehr genau wusste, dass sie ihm niemals in den Rücken fallen würde. All das diente lediglich dazu, sie fern von ihm zu halten, denn er musste stark sein. Die Führung der Bruderschaft lag in seinen Händen, das Letharen Volk blickte zu ihm auf, als den hohen Lethyren neben Mory’tael. Er durfte keine Schwäche zeigen. Niemals!
Bis zu diesem Abend gelang es ihm ständig die Kontrolle zu besitzen, dem harten Druck, der auf ihm lastete stand zu halten. Doch diese eine Lethra, Ari’derya, konnte ihn zum Einsturz bringen. Alleine würde er nicht in der Lage sein, die Kraft Reserven neigten sich dem Ende hinzu und nur eine Person gab es, die ihm den Rücken stärken konnte.
Einen kurzen Augenblick schweifte sein Blick von Ari’ ab, durch den Raum, über Ryx’tare, Llan’Chyl und blieb zu guter letzt an der hinzugekommenen Nyrae hängen. Da war sie, sein Fels in der Brandung, die mit hundert prozentiger Wahrscheinlichkeit als einzige bemerkte, was in ihm vorging. Sein Halt begann zu bröckeln ....
Verfasst: Sonntag 6. August 2006, 16:18
von Nyrae Xy´rael
Den Wachen nur ein knappes Nicken gewährend, schlüpfte sie dem Regen zu entfliehen suchend in die Höhlen ihrer Brüder und Schwestern. Mehr als sonst in diesen Tagen schien die junge Lethry die verlassenen Gebiete nahe Rahals zu suchen, dennoch ihre Pflichen innerhalb der Bruderschaft und somit jene ihres Vaters nicht vernachlässigend, sie jedoch auf ein minimum beschränkend.
Die helle, vom plötzlichen Regen durchnässte Kapuze wurde von feingliedrigen schmalen Fingern etwas angehoben, als sie Anwesenheiten zu spüren schien auf ihrem Weg in die gemeinschaftliche Höhle. So wand die Lethry die Schritte in jene Richtung und nun waren drei ihrer Geschwister auszumachen. Um unbemerkt zu bleiben und der Intention sich zunächst ein Bild der Szenerie zu machen verharrte sie jedoch zehn bis zwölf Schrit entfernt, konnte nun jedoch erkennen, daß es sich um Ryx’tare, Ari’Derya und ihren Lehrer Shan’Rhyl handelte.
Die Lethra in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt durch einen festen Griff Ryx’tares in die schwarzen langen Haare jener. Der zunächst ausdruckslose Blick der Lethry wand sich jedoch langsam gen Shan’Rhyl und die Worte der Anwesenden ausblendend konzentrierte sie sich auf seinen Gemütszustand, schien doch Verwirrung und noch etwas anderes in ihm zu wühlen, doch befand sie sich nicht in der Lage genauer zu spezifizieren um was es sich dabei handelte, oder vermochte sie es nicht zu glauben ..
Gewiss konnte ihr Lehrer nun auch ihre Anwesenheit spüren, was sich darin bestätigte, daß sein Kopf sich in ihre Richtung wand und Nyrae war nicht in der Lage jenen Blick zu deuten, geschweige denn hatte sie ihn in der langen Zeit, die sie nun nebeneinander an den Plänen des Vaters arbeiteten, schoneinmal so gesehen. So ließ sie den Kopf langsam etwas nach vorn sinken, so daß die Kapuze ihre Blicke verhüllen mochte. Nun widmete Nyrae sich der Lethra und auch sie schien ein gewisses Maß an Verwirrtheit oder Überraschung zu empfinden und auch bei ihr .. Dieses undefinierbare .. Die Augen wurden nun geschlossen und in tiefer Konzentration versuchte sie jenes Gefühl genauer zu bestimmen.
Der Kopf wurde fast ruckartig wirkend um einige Zentimeter angehoben, als sie nun erkannte um was es sich wohl zu handeln schien .. Für einen Moment öffneten sich ihre schmalen dunklen Lippen, doch fasste sie sich schnell wieder. Dennoch .. Innerlich drohte nun etwas von ihr Besitz zu ergreifen und schnell erkannte sie, daß es besser war diesen Ort zu verlassen. Wollte sie Shan’Rhyl doch keinen Einblick geben in das Chaos das in ihr losbrach und welches sie selbst nicht zu erklären vermochte.
Nicht zu hastig wirken sollende Schritte führten sie zum Throne der Weisen.. und zunächst trat sie die mit rotem samtenem Teppich verkleideten Treppen zu jenem Throne empor, still. Einige Minuten verstrichen in denen die junge Lethry es nicht vermochte sich zu erklären was soeben geschah und allmählich begannen ihre Augen jenes purpurne Schimmern anzunehmen und intensiv funkelten sie nun während ihre Fingernägel sich in das weiche Fleisch der Innenfläche ihrer Hand gruben, doch vermochte sie sich nicht zu wehren gegen jene Erkenntnis die sie nun traf, doch keinem würde sie ihre Schwäche eingestehen.So hob sich denn ein geklärter Blick gen des Bruders, der sich ihr nun näherte ..
mehr Einfluss durch eine neue alte Kriegerin?
Verfasst: Montag 7. August 2006, 17:09
von Ryx´tare
Einige Tage war es nun her, das man dieses halb gestorbene Etwas von einem Stück Lethra vor den Toren Rahals gefunden hatte. Was auch immer sie da zu suchen hatte, natürlich sollte kein Mensch sie so sehen. Egal wie jämmerlich sie aussah - sie war ein Kind des Herrn. Und auch wenn es nur eine Lethra war, sie hatte die Stärke des Vaters zu beweisen. Kein Mensch hatte das Recht eine Tochter Alatars in diesem Zustand zu sehen.
Doch schnell hatte sich dieses zerschundene Etwas als großer Fisch erwiesen und eine weitere Möglichkeit Einfluss unter den Letharen zu gewinnen. Ari'derya, eine ehemals hochrangige Lethra war Ihnen an diesem Abend ins Netz gegangen. Ryx'tare brauchte nicht lange um sich die Möglichkeiten zu überdenken, welche sich ihm da bot.
Eine Lethra, die das Kriegshandwerk bereits kannte, eine den Berichten nach sehr loyale Lethra - wenn er sie erst einmal für sich gewinnen konnte. Wenn sie nur halb so stark werden würde, wie sie es einmal war ...
... dann würde vermutlich Shan'Rhyl sie zur Lethra genommen haben. So wie sie es ihm erzähl hatte, begehrte er sie schon als sie noch die Letra Kyr'alex's war, warum sollte sich das also ändern. Warum also Pläne schmieden, bevor sie sein Zeichen trug. Es würde also in der Hand des Vaters liegen, wer diese Lethra bekam. Und Ryx'tare hoffte darauf das der Vater zufrieden mit ihm war.
Verfasst: Montag 7. August 2006, 19:04
von Ari´derya
„Die Zeremonie wird verschoben“. Immer wieder hallten diese Worte Shan'Rhyls in Ari'deryas Gedanken wieder. So sehr sie auch versuchte, sich auf ihre Übungen an der Strohpuppe zu konzentrieren, so wenig gelang es ihr. Die Ereignisse der letzten Stunden und Tage ließen sie nicht los...
Schon wenige Tage nach ihrer mehr oder minder freiwilligen Ankunft im Letharenunterschlupf hatte es sich herauskristallisiert, dass Ryx'tare Interesse an ihr hegte und sie zu seiner Lethra machen wollte. Ari´derya selbst hatte von dieser Idee recht wenig gehalten – sie sah sich selbst immer noch als Lethra von Kyr'laex. Doch Kyr'laex war nicht da... und galt unter den Kindern Alatars als vogelfrei, was gleichbedeutend mit seinem Tod war. Also war sie frei... Dennoch hatte sie sich gegen Ryx'tare gewehrt, hatte versucht, ihm sein Vorhaben auszureden. Vergeblich. Es war sogar so weit gekommen, dass sie, vollkommen gedemütigt, vor ihm im Staub gelegen hatte. Sie war besiegt worden... von einem Schmied! Diese Schmach würde sie so schnell nicht wieder vergessen...
Vor wenigen Stunden dann war Ryx'tare zu ihr gekommen, um sie zu seiner Lethra zu machen. Doch bevor es dazu kommen konnte, betrat ein Lethyr den Plan, welchen Ari'derya nur allzu gut kannte. Shan'Rhyl.... Natürlich war ihr klar gewesen, dass sie ihm früher oder später begegnen MUSSTE, doch ein winziger Teil ihres Bewusstseins hatte sich an der irrealen Hoffnung festgeklammert, dass dieser Tag in weiter Ferne lag. Sie wollte ihm nicht begegnen, weil sie wusste, dass dies alte Wunden aufreißen würde... Wunden, die sie schon fast vergessen hatte, bis sie wieder in die Gemeinschaft der Kinder Alatars in Rahal zurückkehrte.
Shan'Rhyls Erscheinen stürzte sie in Verwirrung... sie wusste weder, wie sie auf ihn reagieren sollte, noch, was sie von ihm zu erwarten hatte. Dennoch bemerkte sie, dass Shan'Rhyl ihr Anblick keineswegs kalt ließ...Ari'deryas Verwirrung hatte eher noch zugekommen als sie sich, kurze Zeit später, allein in diesem Abschnitt des Unterschlupfes befand. Das Gespräch mit Shan'Rhyl hatte eine Richtung genommen, die sie überhaupt nicht angestrebt hatte... Sie hatte sich zu unbedachten Äußerungen hinreißen lassen, Äußerungen, die ihr leicht zum Verhängnis werden konnten. Sie hätte besser... „ICH SAGTE, KOMM HER ARI'DERYA!“ Diese nicht gerade leise gesprochenen Worte Ryx'tares rissen die Lethra aus ihren Gedanken. Sie folgte dem Klang seiner Stimme und befand sich wenige Augenblicke später auf dem Zeremonieplatz. Shan'Rhyl saß auf dem Thron und blickte auf sie und Ryx'tare herab, hinter ihm stand Nyrae. Nun sollte es also soweit sein, nun sollte sie zur Lethra Ryx'tares werden. Hatten ihre unbedacht gesprochenen Worte Shan'Rhyl zu diesem Schritt getrieben...? Innerlich fand sich Ari'derya bereits mit dieser Entwicklung ihres Lebens ab. Was nutzte es, sich gegen etwas aufzulehnen, was sie nicht verhindern konnte? Ryx'tare wollte gerade mit der Zeremonie beginnen, als Shan'Rhyl die Stimme erhob...
„Die Zeremonie wird verschoben“.
Verfasst: Dienstag 8. August 2006, 11:08
von Nyrae Xy´rael
Unsicherheit .. DAS war es! Ihre Hand suchte Halt an den glatten steinernen Wänden im Haus der Bruderschaft, als die Erkenntnis sie wie ein heftiger Schlag zu treffen schien. Shan’Rhyl .. Die Empfindung, als er jener Lethra im Unterschlupf Auge in Auge gegenüber stand. Noch nie fiel es ihr so schwer eine Empfindung eines Bruders oder auch Lethyren zu entschlüsseln, sie zu erkennen und in sich aufzunehmen, doch war es fast so als hätte sie nicht erkennen wollen. Als hätte Nyrae nie einen Gedanken daran verschwenden können, daß ihr Lehrer Unsicherheit verspüren können, dachte sie überhaupt nicht daran und auch jetzt erwehrte sie sich jenes Gedanken.
Die junge Lethry hatte sich vom Geschehen entfernt, war der Anblick Shan’Rhyls ein so tobend von ihr Besitz ergreifender Stich, daß sie nicht hätte länger dort verweilen können. In den hinteren Höhlen fand Nyrae schließlich Ruhe, wenn auch nur für einen Moment, denn lange sollte sie nicht allein bleiben. Der sich nähernde Letharf vermochte keinerlei Regung von ihr ausgehend erkennen zu können, wohl aber das scharfe, die Stille durchbrechende Zischen, das von ihr ausgeht. Am Rand der hellen Kapuze, die die Lethry tief in die Stirn gezogen hatte, mochte Ryx’tare nun ein zwar schwaches, dennoch aber nicht weniger bedrohliches Schimmern erkennen und er tat gut daran seinen Blick gesenkt zu halten als er die Stimme an sie erhob. Scheinbar war auch er von den Ereignissen verwundert, konnte sie seine Verwirrung doch deutlich wahrnehmen.
Wohl wandte Ryx’tare sich auch genau aus jenem Grund an Nyrae, versuchte er sich eben Gesehenes zu erklären. Jedoch als die junge Lethry nun langsam auf ihn zuging, die Stufen hinab, sich im gehen die Kapuze von den Haaren streichend und nun wohl wieder, den Zorn unter Kontrolle gebracht oder ihn sich zumindest nicht vor jenem Letharfen ansehen lassen wollend, betrat Lhan’Chyl die Höhlen. Doch schien sie zunächst nur Ryx’tare zu erkennen und als sie Nyrae ausmachte, verharrte sie an Ort und Stelle, von ihrem Gespräch mit Ryx’tare dürfte sie nur wenig mitbekommen haben, wenn dann Bruchteile ihres immer bedrohlicher wirkenden Gezischels, das die Lethry ihrem Gegenüber entgegen spie. Was interessierte Nyrae die Verwirrtheit des Schmiedes, schien er doch noch nicht mal in Worte fassen zu können, was es war, das ihm die Gedanken durcheinanderwarf. „Dann werde Dir darüber klar und wende Dein Wort wieder an mich wenn es so weit ist!“, war der letzte Satz, den sie dem Schmied entgegenbrachte, als sie wohl schon spürt, wie Shan’Rhyl sich nähert, auch wenn er erst ein paar Momente später für die anderen zu sehen ist.
Ihr Lehrer ging an ihnen vorbei und sie hielt weiterhin den nun wieder leicht schimmernden Blick in Ryx’tares Augen gerichtet, fixierte ihn als sie ihn nun fragte ob er sich jene Lethra Ari’Derya nicht zu eigen machen wollte. Als Ryx sich darauf berief, daß er jene Unterhaltung Shan’Rhyls und der Lethra nicht stören wollte, sondern sie aus Respekt vor dem Lethyren allein lies, entgegnete Nyrae nur trocken, daß Shan’Rhyl sich jetzt hier befand, das Kinn anhebend befahl sie dem Schmied seine Lethra zu holen, Nyrae wollte, daß jene ihr Mal hier bekam. Vor den Augen Shan’Rhyls. Während Ryx’tare nun also in die Höhlen zurückging, nahm Nyrae ihren Platz rechts hinter Shan ein, der auf dem Thron saß, ihn jedoch nicht ansehend und ihre Kapuze erneut über die tiefschwarzen Haare ziehend, den Saum jener fast bis an die Nasenspitze reichen lassend.
In jener Haltung nahm sie auch Shan’Rhyls Worte auf, als Ryx mit Ari’Derya zurückkam und sich vor dem Lethyren positionierte: „Die Zeremonie wird verschoben!“ woraufhin er über seine Schulter sah und Nyrae befahl ihm zu folgen .. Und das tat sie, den Kopf nicht anhebend, folgte sie ihm in das Haus der Bruderschaft ..
Verfasst: Dienstag 8. August 2006, 19:10
von Shan´Rhyl
„Die Zeremonie wird verschoben“
Er merkte nahezu nicht einmal, dass jene Worte aus seinem Mund sprudelten, wie als wäre er in diesem Moment ein völlig anderer. Auch blieb ihm nicht verborgen, dass wohl alle beteiligten verwirrt über diese Aussage waren, ja sie nicht einmal verstehen konnten, doch mit Sicherheit wussten, dass es besser für sie war, wenn sie die Worte nicht anzweifeln würden. Einen kurzen Augenblick später nur, erhob sich die hagere und schmächtige Gestalt aus dem Thron wobei er für einen kurzen Moment über die Schulter sah um Nyrae einige Worte hinzukommen zu lassen, welchen keinstenfalls widersprochen werden konnte.
„Folge mir in das Haus der Bruderschaft!“
Kurz darauf traten beide aus dem Letharen Unterschlupf hervor und begaben sich im nächtlichen und weitaus ruhigen Rahal auf dem Weg zum Haus. Mit einem leichten Ruck wurde die Türe aufgesperrt und nachdem beide eingetreten waren schloss diese sich mit einem recht lauten Knall. Shan’Rhyl lehnte seinen Körper an diese und sah zunächst tonlos auf den Rücken Nyrae’s. Das andauernde Schweigebegräbnis wurde jedoch durch ihm unterbrochen, da er wissen wollte ob er ihr jemals von Ari’derya erzählt hatte, so war es ihm im Moment vollkommen egal, dass sie das nicht mal etwas anginge. Doch das wurde ihm kurz darauf von seiner Schülerin unterbreitet, dass er ihr gegenüber keinerlei Rechenschaft schuldig sei. Regelrecht unterwürfig wirkte sie in diesem Moment, gar um ihre Stellung bewusst, doch mochte es den hohen Lethyren fast wahnsinnig machen.
Außerdem war da noch diese innerliche Zerrissenheit, die Verwirrtheit im Geiste der Lethry die er nur allzu gut spüren konnte. Doch, spürte er diese nicht schon seit geraumer Zeit? Ja, erst jetzt wurde es ihm wirklich bewusst, um ‚was’ es sich dabei handelte, doch konnte er zu diesem Zeitpunkt nicht damit umgehen. Ihm war nun bewusst, dass sie seine ‚innere Schwäche’ spüren musste, auch wenn sie alles daran tat dies nicht offensichtlich zu zeigen und da war sie wieder. Die absolute Loyalität, ihm gegenüber. Nyrae meinte noch auf eine Frage von ihm, dass sie sich darüber keine Meinung erlaube, wobei er in diesem Moment seine Beherrschung an diesem Abend vollends verlor und auf sie hinzutrat.
„Ach nun sind wir wieder hörig ja? Du kannst deine Empfindungen vielleicht vor den Dienern Temoras verstecken, doch nicht vor deinem Lehrmeister!“
„Und wenn schon“
„Es ist auch dein Zorn“
„Er gehört ganz alleine dir“
„Du hast ihn erschaffen“
„Dann spüre und labe dich an ihm“
In diesem Moment jener Worte Nyrae’s war er vollends an sie herangetreten, die Gesichtszüge zu einem zornigen Ausdruck verzogen, während er die rechte Hand anhob um ihr mit voller Wucht ins Gesicht zu schlagen.
Verfasst: Mittwoch 9. August 2006, 12:11
von Nyrae Xy´rael
Nyrae unterließ es demonstrativ sich die schwarzen Strähnen, die sich aus ihrem streng nach hinten gekämmten Zopf gelöst hatten, als Shan’Rhyl sie hart ins Gesicht schlug aus der Stirn zu streichen und wie in Zeitlupe wand sich ihr Kopf nun wieder zu ihm. Die eben noch fast fanatisch wild glühenden Augen hatten jegliches Schimmern verloren, jeglichen Ausdruck.. Auch aus ihren Zügen vermochte er nichts erlesen zu können.
Es war nicht die Ohrfeige, die die Schülerin fast in die Resignation trieb, denn der Schmerz, der durch ihre Wange zuckte und hart pochte trieb sie wieder zu klarem Verstand; auch wenn Nyrae jene metaphorisch als erneuten Schlag ins Gesicht deuten konnte. Nein, es war jene unwirklich anmutende Situation in der sie sich zu befinden schien. Stolz war sie geworden, nicht nur durch jene Gabe, die der Vater ihr für die Erfüllung seiner Pläne zum Geschenk machte, nein, auch dienen zu dürfen an der Seite eines so mächtigen Lethyren, von ihm zu lernen, unter seiner Aufsicht den Weg zu finden den Vater für sie vorgesehen hatte, das war es was sie mit Stolz erfüllte.
Demütig zeigten sich die Brüder und Schwestern ihr gegenüber, strahlte sie diesen Stolz und die damit verbundene Macht und Verantwortung auch aus. Was Shan’Rhyl jedoch betraf.. Natürlich wußte Nyrae, daß sie noch einiges zu lernen hatte, bevor sie den weisen Lethyren gleichgestellt war, doch bemerkte sie trotz ihres Stolzes, entgegen jener Tatsache, daß sie Shan’Rhyl eines Tages in gleichem Rang gegenüber stehen würde, daß sie begann sich ihm unterzuordnen. Genau dies war es, das zu ihrer Verwirrung beitrug, die ihr Gegenüber mit Sicherheit spüren konnte.
Eine magisch begabte Lethra genoß das ‚Privileg’ sich selbst entscheiden zu können, ob und wann sie die Brut in sich tragen wollte. Natürlich wollte Nyrae das, alles tat sie als demütiges Kind des Vaters, der sich so um seine Kinder sorgte, doch lag dieser Zeitpunkt für sie in arger Ferne, da die junge Lethry zunächst voll und ganz darauf konzentriert war, die Magie der Letharen in Perfektion zu beherrschen. Auch rückte ein eventueller Zeitpunkt für das Austragen eines Kindes so sehr in die Ferne, da sie sich keinen Letharfen denken konnte, den Vater hätte für sie vorsehen können, zumal sie sich nicht vorstellen konnte, daß es in Seinem Sinn lag, daß die magische Linie geschwächt würde durch einen Letharfen, der jene nicht in sich trug …
Doch nun merkte sie wie sie begann sich Shan’Rhyl unterzuordnen und das zog ihr Inneres in den voller Wirbel scheinenden Sog der Verwirrung. Doch unterstellte sie sich ihm nicht in völliger Demut, dazu war sie sich ihrer selbst mittlerweile viel zu bewußt. Fast war ihr innerer Zustand als Kampf zwischen dem Glauben daran, daß der Vater die junge Lethry zu Shan’Rhyl geführt hatte und ihrem Stolz…
So sah Nyrae aus klaren stechenden Augen direkt in die Seinen, den Kopf leicht gesenkt… Abwartend.. Fast lauernd…