[MMT] Lichtbringer
Verfasst: Montag 20. März 2023, 21:18

- … Die Weinverkostung war ein gelungener Auftakt für das Zusammenfinden des Adels von Markweih sowie den ernannten Vertretern und Bürgern mit Funktionen und Posten, welche als tatkräftige Unterstützung dieser Ländereien angehören.
Eine alte Wettschuld war im Grunde der Anlass, welche Sir Keylon von Salberg erfolgreich einlöste. Ein altes Eichenfass mit kostbarem Rebensaft thronte somit am Kopfende der langen Tafel auf einem separaten Beistelltisch, umringt von hölzernen Brettchen, auf dessen Käsewürfel mit allerlei Nüssen und Brotkrumen drapiert wurden.
Der Freiherr von Schwingenstein hatte für diese besondere Zusammenkunft geladen.
Natürlich war die Weinverkostung nur Beiwerk, um den Zusammenhalt der Genannten zu formen.
Allerdings war er auch selbst als erster Schild vom Orden der Lichtbringerin vor Ort, um eine besondere Bitte an den Grafen und Rittersmann Konstantin von Markweih persönlich zu stellen.
Schwertfluren in der Region Markweih.
Unlängst nicht weit von der Grafschaft Tiefenberg südlich gelegen, war dieser Ort einst der stolze Grund der Ritterschaft Alumenas zu Gerimor. Die hohen Wehrtürme und strahlenden Banner sind allerdings nun mehr ein Trugbild der Vergangenheit. Mittlerweile lud diese Einöde ebenso wenig ein, wie es die angrenzende Burgruine nah bei Adlerklamm tat, welche einst vom Orden der Temora bezogen wurde.
Auch am Horizont, entlang der Westgrenze, sah man die Silhouette der Vernichtung.
Varuna in der gefallenen Grafschaft Hohenfels zierte ebenso als Mahnmal jene nähere Umgebung erdrückend.
Letztere Ergebnisse wurden und werden immer noch den Dienern des Panthers zugesprochen, dessen dunkle Mächte haben einst eine Schneise der Verwüstung geschaffen.
Schwertfluren hingegen gab man aus einer gar unbekannten Situation heraus auf.
Sprichwörtlich verfiel das feste Gestein zu feinem Staub und sorgte für einstürzendes Mauerwerk.
Mittlerweile nagte deutlich der Zahn der Zeit an Gestein und Gemäuer.
Die Mutter Natur hielt nicht ein, um einen Schleier von Grün über die verbliebenden Bauwerke zu legen. Inmitten dieser Burgruine klafften tiefe Löcher, weit herab in den finsteren Untergrund.
Schon zu Beginn der Gründung des Ordens der Lichtbringerin, durch den Diakon Constantin Thanel Lumen, stand fest, dass man sich in den Grenzlehen des Herzogtums Lichtenthal niederlassen werde. Als Fackel des Lichts, welche als Zufluchtsort und Bastion des Glaubens dienlich sein könnte, würde eben jener Orden in diesen kargen und trostlosen Gefilden agieren.
Das mysteriöse Geheimnis rund um Schwertfluren sollte daher gelüftet werden, als eine der ersten Aufgaben des Ordens. Eben jene Hilfe wurde am Abend dem Grafen mitgeteilt, welcher in keiner Weise abgeneigt wirkte über das noble Vorhaben der jungen Glaubensgemeinschaft.
Verwiesen wurde jedoch im selben Atemzug auf das hiesige Kloster der Lichteinigkeit sowie dem Konvent des Fuchses, um dieser anhaltendenden unbekannten Gefahr Herr zu werden.
Das sich eben die letztere genannte Institution jedoch als schwieriger erwies, machte der erfolgte Schriftverkehr deutlich.
Obwohl dies im Ansinnen des Grafen war, verwies man auf durchgeführte Expertisen vergangener Tage. Selbst der Ritterorden Alumenas willigte ein, dass die Sappeure einen möglichen Abbau der völlig zerstörten Ruine unterstützen würde.
Doch ehe dieses Vorhaben angegangen werden könnte, müsste man weitere Studien durchführen und sich Klarheit verschaffen.
Der Aufschluss sei bitter nötig, denn dort, wo in Bälde die Fackel des Lichts brennen sollte, war zurzeit nur die ungewisse Dunkelheit der Lehnsherr.
Gerade in den Zeiten, wo die Fehlgeleiteten des Panthers nicht vor weiteren Spannungen abschreckten und eben jene Pantherfratze das Fischerdorf Bajard mit seinen Pranken im Würgegriff hielt, war es umso notwendiger, dass die Glaubens-nahen Gemeinschaften den Frühling bringen würden.
Denn jene Zeiten waren es einst, welche die Werte in ihren mannigfaltigen Facetten zu eben jenen brachten, welche sich in der andauernden Dunkelheit in Sicherheit wiegten.
Und so fand die neuliche Zusammenkunft in der Grafschaft Markweih langsam ein Ende, mit den letzten musikalischen Strophen von Bartholomeo Felhaven, gewidmet an die anstehenden Zeiten und rechtschaffenen Helden dieses Landes.
Heldenzeiten – Bis in alle Weiten.
von Bartholomeo Felhaven.
„Wenn Finsternis und Schrecken ummanteln die Lande der Menschen,
Wenn das Feuer der Zerstörung bedroht die goldenen Felder,
Wenn Angst und Schrecken lassen die Herzen der Menschen erstarren,
Wenn die Hoffnung schwindet und das Ende der Zeiten naht,
Verzagt nicht, gebt nicht auf, schaut gen Horizont und blick hinauf.
Dort seht ihr ihre Banner im Winde wehen,
Ihr Hufgetrappel erschallt gleich einem Donnerschwall in der Ebene,
Das Ziehen der Schwerter verkündet Erlösung.
Heldenzeiten,
Bis in alle Weiten.
Finstere Kreaturen, ob Troll, Oger oder Drache werden von Ihnen bezwungen,
Zu Unrecht Verlorenes mit festem und entschlossenem Willen zurückerobert,
Furcht und Angst müssen der Hoffnung und Zuversicht weichen,
Verdorbenes Land wird erneut durch ihre Taten erblühen.
Heldenzeiten,
bis in alle Weiten.
Die Schlacht geschlagen, die Feinde bezwungen, die Welt von den Fesseln befreit.
Doch wo sind ihre Banner? Wo schallt ihr Ruf des Sieges? Wo kann ein jener diese Helden bejubeln?
Nur in der Ferne vernehmt ihr das Hufgetrappel und erneut das Rasseln ihrer Waffen,
Denn sie ziehen schon weiter zu anderen Landen, jene die noch Hilfe brauchen.
Heldenzeiten,
bis in alle Weiten!“



