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Die Sache mit dem Handel

Verfasst: Donnerstag 3. August 2006, 22:51
von Beldan Scherenbrueck
Die Sache mit dem Handel erwies sich zur Zeit als recht anstrengend, wenn man nicht gerade das Wappen einer der beiden großen Städte auf der Brust trug, sei es Rahal oder Varuna. Zumindest wenn es um die Art von Gut ging, die keine der beiden Seiten gerne in den Händen ihrer Feinde sehen wollte: Rüstungen und Waffen. Unglücklicherweise bedurfte er gerade dieses besagten Gutes und so hatte er schlichtweg die Probe aufs Exempel unternommen, die Probe nämlich, ob die Schmiede die ihnen vom Grafen und Reichsverweser gegebenen Vorschriften wirklich einhielten oder nicht. Resigniert hatte er feststellen müssen, dass sie das offensichtlich taten. Diese Varunesen waren wirklich skrupelbehafteter als man gedacht hätte. Trotzdem schien man nicht unter mangelndem Andrang zu leiden, jedenfalls erwies sich der Versuch als etwas chaotisch und sogar von einer beinahe Eskalation unterbrochen, die im guten Beldan gewisse Zweifel aufkommen ließ, wer hier wirklich Waffen besitzen sollte und wer nicht. Jedenfalls saß seine Hand in diesen Dingen etwas weniger locker und das beruhigte ihn. Seinen Versuch hatte er demzufolge vorzeitig abgebrochen und das Gewusel hinter sich gelassen. Einen geeigneten Bürgen würde er sich immer noch suchen können, sollte wirklich Not danach bestehen. Das konnte kaum das Problem sein.

Nachdem ihm erst einmal nicht mehr der Kopf danach sich mit weiteren Pikiertheiten dieser Art herumzuschlagen, entschloss er sich kurzerhand den gleichen Versuch in Rahal zu unterlassen und seine Handelsaktivitäten auf harmlosere Waren zu verlegen. Bei Fräulein Famrock, einer jungen Schneiderin und einer durchaus angenehmen, umgänglichen Person, konnte er einige dringend benötigte Waren erstehen oder in Auftrag geben und den Tag zumindest mit einem kleinen Erfolg zu Ende bringen. Wieder in Bajard kam ihm freilich eine abwegige Idee, die mehr aus der Gelegenheit entsprang als aus einem wohlüberlegten Entschluss. Eine gerade in Richtung Lameriast auslaufendes Schiff lag ihm so penetrant vor der Nase, dass er kurzerhand an Bord stieg und die Überfahrt zu der neuerschlossenen Insel antrat. Ein wirklich öder Flecken mit unendlichen Flächen. Die Mine hatte er nicht einmal gefunden, mehr als einen kleinen Rundgang hatte er aber auch nicht gewagt, dafür war ihm das Terrain zu unbekannt und demnach zu unsicher. Insgesamt erschien es ihm aber kaum wie ein Ort, an dem wirklich einmal das Leben blühen würde, dafür lag alles viel zu schläfrig und zerstreut da. In Varuna und Rahal blockierten die Schranken jeden zuverlässigen Handelserfolg, nicht nur für ihn, in Lameriast war alles viel zu weitläufig. Wo also lag der Brückenschlag ? Er würde einmal mit Leanne reden müssen. Wenn ihn nicht alles täuschte lag die Lösung näher als er anfangs gedacht hatte. Er hatte Lust den beiden großen Städten ein kleines Schnippchen zu schlagen und mit Hilfe der Bürgermeisterin würde ihm das vielleicht auch gelingen. Zu ihrer beider Nutzen, oder besser gesagt zum Nutzen Bajards.