Fratres in spiritu
Verfasst: Dienstag 14. März 2023, 05:48
14. Lenzing 266
Mein liebster Friederich,
mögen wir beide glauben es war der Zufall, der uns zur gleichen Zeit zurück nach Gerimor führte, oder war es vielmehr der Ruf der Herrin Temora, der uns hier wieder vereinte? Wenn ich dürft wählen, dann wäre es sicher immer Letzteres.
Unsere Wege scheinen miteinander verwoben im Lied wie ein in zweierlei Farben gewebtes Wandtuch. Auch wenn jeder Faden für sich eins sein könnt, so ergeben sie zusammen etwas Größeres und erzählen eine Geschichte.
Es scheint wie gestern, dass wir gemeinsam saßen im Kirchenschiff und philosophierten über die tiefgründigsten Fragen des Lebens. Ich habe diese Gespräche fürwahr vermisst. All die Erinnerungen und Erlebnisse, die wir schon haben miteinander geteilt, ein Buch füllen könnt man damit. Und ich hoffe diesem schließen sich noch viele Kapitel an. Denn es hat sich ja alsbald gezeigt, dass wir als Werkzeug der Herrin Temora keineswegs sind obsolet geworden. Vielmehr war es eine Bestätigung meiner anfänglichen These, dass es war ein Fingerzeig.
Wer wären wir, wenn wir unsere Augen vor dieser Tatsache würden verschließen? Was würden wir uns anmaßen, wenn wir diesem göttlichen Fingerzeig nicht würden folgen?
Unser Werk hier ist noch nicht vollbracht.
Wir wurden dazu erwählt, ohne jeden Zweifel. Von der Schöpferin selbst, geführt von Temora, gelehrt von ihren Dienern. Welchen Sinn erfüllt denn sonst der Geist eines Menschen, wenn er blind vor solchen Dingen ist? Frei von Opferbereitschaft und Demut? Das frage ich dich, mein liebster Friederich.
Erneut werden wir, so hoffe ich, das Schwert sein, dass Temora führt, um jene zu richten, die verstoßen gegen ihr Gebot. Es ist der Weg, der uns vorgegeben. Wir ergeben uns nicht dem Müßiggang, kommen nicht ab vom Pfad der Tugenden.
Wir führen damit das Werk Eluives fort. Wir erschaffen die Welt, die sie erdacht. Die Welt, wie sie schon immer hat sollen sein. Eine Welt, die wir werden verteidigen im Namen Temoras!
In meinem Herzen fühle ich, dass wir Brüder sind. Brüder im Geiste.
Und so weiß ich, da ist ganz gewiss auch ein Platz in deinem Herzen, in dem diese Welt schon existiert. Es gibt einen Weg an diesen Ort, und gehen werden wir ihn gemeinsam! Wir tun dies aber nicht für uns selbst. Wir ebnen diesen Weg für jene, die nach uns kommen.
Mit herzlichsten Grüßen und Segenswünschen,

Mein liebster Friederich,
mögen wir beide glauben es war der Zufall, der uns zur gleichen Zeit zurück nach Gerimor führte, oder war es vielmehr der Ruf der Herrin Temora, der uns hier wieder vereinte? Wenn ich dürft wählen, dann wäre es sicher immer Letzteres.
Unsere Wege scheinen miteinander verwoben im Lied wie ein in zweierlei Farben gewebtes Wandtuch. Auch wenn jeder Faden für sich eins sein könnt, so ergeben sie zusammen etwas Größeres und erzählen eine Geschichte.
Es scheint wie gestern, dass wir gemeinsam saßen im Kirchenschiff und philosophierten über die tiefgründigsten Fragen des Lebens. Ich habe diese Gespräche fürwahr vermisst. All die Erinnerungen und Erlebnisse, die wir schon haben miteinander geteilt, ein Buch füllen könnt man damit. Und ich hoffe diesem schließen sich noch viele Kapitel an. Denn es hat sich ja alsbald gezeigt, dass wir als Werkzeug der Herrin Temora keineswegs sind obsolet geworden. Vielmehr war es eine Bestätigung meiner anfänglichen These, dass es war ein Fingerzeig.
Wer wären wir, wenn wir unsere Augen vor dieser Tatsache würden verschließen? Was würden wir uns anmaßen, wenn wir diesem göttlichen Fingerzeig nicht würden folgen?
Unser Werk hier ist noch nicht vollbracht.
Wir wurden dazu erwählt, ohne jeden Zweifel. Von der Schöpferin selbst, geführt von Temora, gelehrt von ihren Dienern. Welchen Sinn erfüllt denn sonst der Geist eines Menschen, wenn er blind vor solchen Dingen ist? Frei von Opferbereitschaft und Demut? Das frage ich dich, mein liebster Friederich.
Erneut werden wir, so hoffe ich, das Schwert sein, dass Temora führt, um jene zu richten, die verstoßen gegen ihr Gebot. Es ist der Weg, der uns vorgegeben. Wir ergeben uns nicht dem Müßiggang, kommen nicht ab vom Pfad der Tugenden.
Wir führen damit das Werk Eluives fort. Wir erschaffen die Welt, die sie erdacht. Die Welt, wie sie schon immer hat sollen sein. Eine Welt, die wir werden verteidigen im Namen Temoras!
In meinem Herzen fühle ich, dass wir Brüder sind. Brüder im Geiste.
Und so weiß ich, da ist ganz gewiss auch ein Platz in deinem Herzen, in dem diese Welt schon existiert. Es gibt einen Weg an diesen Ort, und gehen werden wir ihn gemeinsam! Wir tun dies aber nicht für uns selbst. Wir ebnen diesen Weg für jene, die nach uns kommen.
Mit herzlichsten Grüßen und Segenswünschen,