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Schwächen und andere Dinge...

Verfasst: Donnerstag 3. August 2006, 12:45
von Yasirina Mares
Sie knallte förmlich ihre Augen auf. Ihr Gesicht - das mit Blut übersäht war, hing herab. Ihr Blick lag auf dem Boden, wieder so starr und leer war er, keinerlei Emotion, man konnte nicht deuten welch Gedanken ihr in jenem Moment durch den Kopf huschten. Das frische Blut tropfte ihr von der Nasespitze, ihre weiße Robe die sie trug war vollkommen im Rot des Blutes getaucht. Auch von ihrer Kapuzenspitze die ihr tief im Gesicht hing floss das Blut, fast wie aus einen leicht aufgedrehten Wasserhahn, herunter.
Langsam fuhr sie mit ihren Händen, die hinten am Rücken lagen, in einander und ihr Blick hob sich nun leicht, wobei ein frischer Morgenwind ihr die Kapuze vom Kopf wehte. Ihre Augen fuhren zum regungslosen Körper der in einer Blutfütze lag, die Sachen wirkten durch das Blut das sich in ihnen Aufsog unheimlich schwer und hingen wie ein Lappen über dem Toten. Nur noch einen kurzen Blick schenkte sie dem ihm bevor sie sich dem Panther zuwendete der ebenso Tod am Boden lag. Sie beugte sich langsam herab – wie ein Ritual verzog sie nun die Prozedur jenen zu vergraben. Sie riss dem leblosen Menschenkörper das Blut getunkte Hemd vom Leib und warf es auf den Boden worunter der Panther seine Ruhe fand.
Eine angemessene Strafe…

Nun saß sie da – ruhig am Feuer das neben den Mauern Rahals glühte. Das Blut auf ihrer Robe war fast getrocknet. Nach kurzer Zeit schossen die Flammen des Feuers empor - man sah wie die letzten Teile der Robe vom Feuer verschlungen wurden. Nur noch ihr Köcher gab Blutflecken zu erkennen – ihr restlicher Leib war nun vollkommen vom Blut des Narrens befreit.

Sie hüllte sich mit dem Gewand der Bruderschaft ein und begab sich auf den Weg zum Gemeindehaus. Eine unheimliche Stille war es wieder mal im Haus der Bruderschaft, anscheinend war, wie so oft, keiner im Haus. Sie zog die Tür zum Essenssaal einen kleinen Spalt auf, ein kurzes Seufzen erklang bevor sie die Tür dann vollkommen aufzog und eintrat. Es schien als würde sie gar nicht nachsehen ob wer da war – geschweige denn schenkte sie nicht mal den Raum den sie betrat ein intensiveres Betrachten. Starr lag ihr Augenmerk auf einen der Stühle auf welchen sie sich auch langsam sinken ließ.

Alatar zum Gruß, Schwester

Ihr Blick riss sich aus der Starre und blickte sich etwas hektisch um.
Daat saß am Tisch, er blickte sie ruhig an und schien eine Reaktion auf seinen Gruß abzuwarten, jedoch schwieg sie einen kurze Zeit bevor sie langsam und recht leise ihre Stimme erhob.

Des einen Segen, Bruder

Daat blick fuhr beinah einwenig misstrauisch über sie. Merkte er was los ist? Sah er es vielleicht? Ruckartig fuhr ihr Blick auf ihren Köcher den sie sich dann unauffällig langsam Abknüpfte und neben sich auf den Stuhl legte. Nun wich sein Blick wieder von ihr ab und wieder schien er so Gedankenverloren wie immer. Wieder seufze sie kurz bevor ihr Blick auf die Obstschale fiel, diesmal rührte sie – sie nicht an. Nahm sich keinen Apfel oder sonstiges Obst. Aber ihr Blick verharrte an der Obstschüssel, warum war ihr in jenem Moment sicher selbst unbewusst.

Was ist los mit dir Schwester? Du wirkst so Abwesend, anders als sonst.

Ihr Blick fuhr wieder zu Daat, Daat dem sie solch vertrauen schenkte das sie ihm alles sagen würde, alles und somit auch dies was vor einigen Stunden geschah. So begann sie zu sprechen. Alles erzählte sie ihm – jedes einzelne Detail, nichts ließ sie aus. Aufmerksam wie immer lauschte er ihren Worten – ab und an immer ein nicken wiedergebend.

Und nun durchfährt mich ein seltsames Gefühl...

Langsam wurde sein Blick leicht fraglich als sie ihm dies sagte. „Ein komisches Gefühl? Das darf nicht sein Schwester…das wäre eine Schwäche…“

Also bin ich Schwach..?

Daat schüttelte leicht den Kopf und wollte grad etwas sagen jedoch trat dann Shan’Rhyl in den Raum und beide verstummten…

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Also ist dir das wichtigste dein Stolz und deine Ehre?

Ruhig lag ihr Blick auf Albea und kurz darauf ging ein Nicken von ihr aus, dabei nippte sie kurz an ihrem Wasserglas, das sie dann wieder fast klanglos auf dem Tisch abstellte.
Wieder führte sie solch Interessante Gespräche mit Albea – wieder mal fand dies in der Taverne Rahals statt und wieder kam es ihr vor als könne man mit Albea über alles diskutieren, reden, spekulieren…

Dann ist das eine Schwäche.

Nun neigte sie ihren Kopf in den Nacken und ihr Blick fixiert die Decke. „Haben wir also eine Gefunden..“ Kurz grinst sie und ihr Blick fährt aus dem Augenwinkel gegen Albea, jene muss leicht lächeln und nickt kurz.
„Jeder hat Schwächen, ich würde es sogar als Vorteil sehen sie zu kennen. Man kann sie bekämpfen – oder unterdrücken.“
Yasirina hob ihren Kopf und blickte dann gegen Albea – kurz scheint sie nachzudenken und ihr Blick schwenkte ein wenig ab. Nach kurzer Zeit gab sie dann jedoch ein nicken wieder.

Kennst du deine?

Ich denke schon..

( Wird fortgesetzt .. )

( Daat - Weiss , Yasi - Rot , Albea - Orange )

Verfasst: Freitag 4. August 2006, 12:58
von Daat
Langsam erhob er sich von dem Stuhl im Schreibzimmer des Hauses der Bruderschaft und begab sich die Treppe hinunter in Richtung der Küche um etwas Nahrung zu sich zu nehmen. Als er die Treppe halb hinunter gegangen war viel sein Blick durch den großen Raum und er erblickte Schwester Yasirina, welche sich an dem Tisch niedergelassen hatte. Er ging in ihre Richtung und grüßte sie. Es war nicht schwer für ihn zu erkennen, dass sie wohl vollkommen in Gedanken versunken war. Doch nach einer kurzen Weile antwortete sie auf seinen Gruß. Daat nahm sich einen Krug Wasser aus der Küche und lies sich auf einen der Stühle neben ihr sinken. Es war nicht schwer für ihn zu erkennen, dass sich die Schwester heute anders verhielt als sonst. Sie wirkte irgendwie …geknickt… Aber Warum? Sein Blick musterte sie und seine Gedanken begangen zu rotieren. Nach einiger Zeit wendete er seinen Blick wieder von ihr ab.

Er beschloss das Schweigen zu brechen und fragte sie nach den Gründen für ihr, ihm doch recht ungewöhnlich erscheinendes Verhalten. Sie schilderte ihm genau was vorgefallen war und erklärte ihm abschließend, dass sie nun ein seltsames Gefühl durchfuhr.
Doch dieses Gefühl durfte nicht sein. Sie hatte jenem nur die gerechte Strafe für sein Verbrechen zukommen lassen. Ein solches Gefühl bedeutete Schwäche und dies erklärte er der noch recht jungen Schwester. Jeder besitzt Schwächen, darüber war er sich im Klaren, auch er hatte welche, doch galt es Schwächen ausfindig zu machen und gegen sie anzukämpfen, sie abzustellen.
Gerade suchte er nach den richtigen Worten um es der Schwester zu erklären als das Oberhaupt den Raum betrat und beide verstummten.

Verfasst: Donnerstag 17. August 2006, 16:19
von Yasirina Mares
Tage, beinahe schon Wochen war sie ihm so nah – so vertraut – so hingegeben wie niemand sonst.
„Ich werde den Weg mit dir gehen...“ Hat sie ihm gesagt „Ich werde an deiner Seite sein.“ Die Kette die er von ihr am Hals trug, das Armband was sie von ihm am Arm trug. Eine feste Bindung, Liebe? Nein…wahrlich nicht. Liebe existiert unter den Augen des Herren nicht, wie sollte man es nennen was die Beiden band? Vielleicht ein tiefes Gefühl das der Liebe ähnelt jedoch auch kein bisschen mit ihr zu vergleichen ist…So lassen wir es stehen...Eine Bindung die man mit Worten nicht definieren kann.

Ein kalter Wind fuhr durch Rahal, so ungewohnt nach der grausamen Hitze die Monate durchs Land zog. Gänsehaut überfuhr sie als ihre Füße sie in Richtung des Tores trugen. Daat lief stumm neben ihr, ihrer beiden Beine führte sie auf die Jagd. Eine Jagd zu zweit – nur sie und er. So wie es schon seit Tagen war – allein zu zweit.
Nein es war wahrlich nicht so das sie die Anwesenheit anderer stören würde, jedoch kam es nie dazu.
Vielleicht war es zu offensichtlich? So offensichtlich das man merkte sie bindet etwas? Nein unmöglich – wie sollte man das denn merken. Es ist nicht so, dass sie einander so offensichtliche Zeichen sendeten wenn andere Personen jene sehen könnten. Nein, es kam einfach nur nie dazu, dass sie wer begleitete, niemand wusste es – niemand außer sie und er.
Sie würde es wahrlich jedoch nicht abstreiten wenn jemand fragen würde. Aber wieso sollte das denn wer tun?
Würde er es abstreiten?
Würde man sie beide dann als Schwächlinge schimpfen? Ach was!
Ein Bolzen fuhr einen der Räuber in den alten Ruinen durch den Kopf, jener gleite daraufhin zu Boden. Abwesend schien sie bei jener Jagd – weiterhin fuhren ihr die Gedanken durch den Kopf – die Gedanken über sie und ihn.
Denkt er auch so viel darüber nach? Sieht er es wie sie? Wie sieht er es überhaupt, so genau wurde darüber nie gesprochen. Wieso auch..
Sie gehen zusammen ihren Weg – zusammen, er und sie.
Darüber muss weiter nicht gesprochen werden…

Verfasst: Montag 21. August 2006, 13:27
von Daat
Tage, nein schon seit Wochen waren sie nun fast zu jeder Zeit zu zweit anzutreffen. Daat konnte nicht leugnen, dass er die Nähe zu seiner nun fast schon ständigen Begleiterin genoss…
Er ist kein Mann vieler Worte und vieler Worte bedarf es auch nicht. Daat hatte sein Leben keiner Frau verschrieben. Liebe war ihm fremd, Liebe würde er niemals empfinden, zu Stark war sein Glaube um sich solch einer Schwäche hinzugeben. Es gab nur eine Möglichkeit für sie beide: Sie würde seinen Weg mit ihm gehen oder sich für einen anderen entscheiden. Doch sie hatte sich für ihn entschieden und Daat nahm jene Entscheidung mit großer Freude hin, auch wenn er sie nach außen nicht zeigte. Er genoss die Nähe zu ihr. Sie hatte sich sein Vertrauen verdient, fast keinem anderen Menschen war dies bis zu diesem Zeitpunkt gelungen, und das bedeutete viel.
Sollte man den anderen erzählen was zwischen ihnen beiden war? … Es hatte niemanden zu interessieren und wenn jemand fragen würde, würde er es mit Sicherheit nicht abstreiten. Warum sollte er das auch? Immerhin hatten sie beide ihr Leben der gleichen Sache verschrieben und diese war es, die ihr Leben bestimmte. Es gab nichts was man abstreiten müsste. Der Weg war klar und sie würden ihn gemeinsam gehen…

Verfasst: Sonntag 27. August 2006, 13:11
von Yasirina Mares
Sie drückte langsam die Tür vom Heiler zu und schnaufte lautstark aus. Ihre Hände fuhren sich über den Bauch und kurz schloss sie die Augen um sich alles durch den Kopf gehen zu lassen – alles was geschehen ist, was geschehen wird…
Wieder fuhr sie sich über den Bauch und blickte kurz an sich herab und schüttelte leicht den Kopf, wohl noch nicht recht dran glaubend, dass sich dort ein Wesen drin befinden soll, dort in ihrem Bauch.

„Ich bin Schwanger...“ Sprach sie ruhig ins leere, neben ihr Daat der grade zum Wasser trinken ansetzen wollte und stoppte. Der Krug hing nur noch recht seltsam in seiner Hand und das Wasser tropfte ihm auf die Robe statt in den Mund – jener war nun leicht geöffnet. Er wirkte wie gelähmt. Langsam fuhr sie mit der Hand zu seinem Kinn und drückte es leicht hoch damit sein Mund sich wieder schloss, den Krug dabei auch leicht zurecht drückend.
Seufzt dabei kurz aus und setzt sich wieder ruhig in – die Hände wieder auf der Theke ineinander faltend, nichts sagend. „ Schwanger also, so war es wohl der Wunsch des Herren.“ Sprach er nach einiger Zeit wohl ebenso ins leere, jedoch schien er immer noch recht überrascht. „Du weißt wie ich zu Kindern stehe, Yasirina.“
„Und du weißt dass ich auf deine Hilfe in diesem Fall nicht“ Kurz stoppte sie bei den Worten bevor sie sich langsam vom Stuhl aufdrückte und kurz aufschnaufte „Angewiesen bin...“
Er packte ihre Hand und zog sie leicht zu sich, dabei einen leichten Handkuss auf jene drückend. „ Wir werden ein geeignetes Haus benötigen.“ Ließ dabei ihre Hand wieder los und nahm nun, wie vorhin geplant, einen Schluck aus seinem Wasserkrug…

[img]http://tn3-1.deviantart.com/fs9/300W/i/2006/066/d/7/Still_Always_and_Never_by_theoXygenthief.jpg[/img]

Tief atmete sie ein, am frühen Morgen in Rahal. Die Straßen waren leer, nur ein paar Wachen konnte man sehen – die ihren Dienst vollzogen. Viel voller wurden die Straßen sicherlich auch nicht mehr. Die Zeit der großartigen Bevölkerung ist schon lange vorbei.
Mit ihrer Hand fuhr sie sich über die Kehle und schluckte lautstark auf. Immer noch nicht kam sie damit zurecht dass ein Wesen in ihr aufwächst. Immer noch nicht glaubend was mit ihr geschieht, was in ihr geschieht. Langsam lief sie auf die Taverne der Stadt zu und ließ sich, nachdem sie eingetreten ist, an einem Tisch nieder….