Ein Schreiben an den Kommandanten der Klosterwache
Verfasst: Donnerstag 3. November 2022, 00:18
Ein ordentlich geschriebenes Schreiben auf zusammengerolltem Pergament findet seinen Weg zur Pforte des Klosters. Der Bote bittet darum es dem Kommandanten zu übergeben und verschwindet dann auch schon zügig. Die etwas schmutzige Kleidung verrät wohl, dass er selbst am Bau vor Schwingenstein beschäftigt ist. Bricht man das Siegel, so liest man folgende Zeilen...
- Schwingenstein, 02. Rabenmond 265
Der lichten Götter Segen mit euch ehrenwerter Kommandant der Klosterwache von Sankurio,
als hätte ich es gestern Abend bei unserer gemeinsamen Unterredung am Bauplatz beschworen, hat der Feind es sich nicht nehmen lassen die Bauarbeiten zu stören und auszuspähen. Ein Rabendiener und zwei Lakaien trieben ihr Unwesen gestern Abend am Bauplatz und ließen sich nur mit Gewalt verscheuchen. Noch gab es nicht viel, was sie hätten sabotieren können, doch legt sich ein Schleier der Unsicherheit in Hinblick auf die Zukunft über unsere Planungen.
Wie ihr wisst habe ich als Gelehrter dieses Vorhaben unter meine Aufsicht genommen, so dass ich euch über diesen Vorfall in Kenntnis setzen möchte. Es kann sein, dass es den Feind umso verlockender erscheinen mag, dieses Vorhaben zukünftig zu stören. Um diese Verlockung nicht zur Tat werden zu lassen bedarf es Sicherheit. Eine Bedrohung, die es zum Bauplatz schafft, wird sicherlich nicht den kurzen Weg nach Schwingenstein zum Kloster scheuen, wenn der Schleier der Dunkelheit es zulässt.
Wie ihr euch sicherlich denken könnt, endet mein Schreiben nicht mit dem Überbringen von Informationen, sondern lässt im Addendum auch ein Anliegen folgen. Während Tagsüber der Bau durch Arbeiter und Mitglieder des Paktes geschützt ist, dünnt sich dieser Schutz in den Abendstunden aus. Sollte der Rat der Kaluren zustimmen, dann werden die Kinder Cirmias sie dem Fortschreiten des Baus auch ihre Arbeiter und Material zusätzlich beaufsichtigen. Doch bis dieser Zeitpunkt kommt vergehen Tage.
Eine große Last würde von unsere Schultern fallen, wenn ich mich in Sicherheit wiegen kann, dass die wachsamen Augen der Klosterwache den Bau im Blick haben - wenn nicht durch eine Patrouille, dann zumindest von den Mauern des Klosters aus. Jede Hilfe, mag sie noch so gering sein, wird mit huldigen Herzen und dankender Hand empfangen werden.
Möge Phanodain eure Wege stets erhellen!
Lester Schrevenau,
Fuchs der Morgenröte


