Ein versiegeltes Kuvert an Graf Konstantin L. von Markweih
Verfasst: Mittwoch 5. Oktober 2022, 13:08
Ein adretter Bote wird am Palast auftreten. Dem Äußeren und Verhalten nach zu urteilen, merkt man schnell, dass dieser wohl seine Tätigkeit penibel nachgeht, oder einfach entsprechend viele Münzen für diesen Auftrag erhalten hat, um diesen Eindruck zu hinterlassen. Er überreicht mit einer schwungvollen Verbeugung ein versiegeltes Kuvert für den Grafen von Markweih und wird in regelmäßigen Abständen immer mal wieder antreten, um ein mögliches Antwortschreiben entgegen zu nehmen.
- Junkersteyn, 05.Goldblatt 265
Der Tugendbringerin Segen und Schutz, Euer Erlaucht Konstantin Leonhard von Markweih,
in der Hoffnung Euch bei bester Gesundheit zu wissen, erhaltet ihr mit diesem Schreiben einen schriftlichen Antrag für das Erschließen eines Baugrundes in dem Lehen Maidenschild in Eurer Graftschaft.
Unsere Gemeinschaft, 'Pakt der Morgenröte', ist seit Anfang diesen Jahreslaufes in dem Lehen Junkersteyn ansässig. Im Zuge der Expansion und der Verwirklichung unserer Gemeinschaftsziele, zieht es uns jedoch in das Gebiet Maidenschild. Eine Akte über unsere Gemeinschaft und deren Bestreben wurde von dem geschätzten Gildenprüfer angefertigt und liegt in Eurem Archiv vor. Unsere Gemeinschaft zeichnet sich in einer Förderung des Völkerverständnisses, sowie dem Schutz des Lebens aus. In unseren Überlegungen kamen wir zu dem Entschluss, das unsere Gemeinschaft in der unmittelbaren Umgebung des Klosters der Lichteinigkeit, sich am besten entfalten, Ziele verwirklichen und einen wichtigen Beitrag in Lichtenthal leisten kann.
Vor einigen Wochenläufen bereits haben wir in einem formellen Gespräch mit dem hochgeschätzten Freiherren von Schwingenstein, über unser Begehr gesprochen. Eine Erlaubnis und Zuspruch der Bebauung wurde uns von diesem, in seinem Lehen, erteilt. Dieser Platz hätte sich mit der Lehensgrenze gen Rittersee überschnitten, so haben wir auch eine Erlaubnis des ansässigen, hochgeschätzten Freiherren eingeholt. Nach mehrfacher Begehung und Besichtigung des Bauplatzes, wurde jedoch festgestellt, das sich dieser nicht für das Errichten eines Geländes eignet.
Unser Antrag bezieht sich somit auf das Lehen Maidenschild, direkt am Weg gen Kloster, welches durch fachkundige Handwerker bereits besichtigt und als geeignet erklärt wurde. In unserer Absicht und im Wissen, das diese vorgeschobene Position eine stärkere Befestigung bedarf, erbitten wir somit den Zuspruch Euer Erlaucht, um dieses Gelände errichten zu können.
So verbleiben wir, geduldig abwartend, auf Euer Antwortschreiben und in Hoffnung auf Euer Wohlwollen, um uns nutzbringend in Eure Graftschaft einbringen zu können.
Für Krone, Reich und Glauben,
der Tugendbringerin schützende Schwingen mögen Euch stets behüten,
hochachtungsvoll,
Leandra Kalveron,
Heilkundige der Morgenröte
