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[Q] Die geheimnisvolle Insel
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Alathair - Online Rollenspielshard Foren-Übersicht » Allgemeines Rollenspiel » [Q] Die geheimnisvolle Insel
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Der Erzähler





 Beitrag Verfasst am: 17 Jul 2022 17:55    Titel: [Q] Die geheimnisvolle Insel
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Langsam lenkte er den Blick herab auf den Becher, in welchem der scharfe Schnaps langsam bei den kreisenden Handbewegungen zu schwappen begann. Wie Wellen, so kam es ihm in den Sinn, wie winzige Wellen in einem kleinen Schnapsozean. Er begann damit zu spielen, ließ die Wogen an der linken Becherwand aufschlagen und genoss es, die Gedanken dabei auf Reisen zu senden. Als die Schnapswellen zu wild wurden, da war er gedanklich bei einer Seefahrt, die er noch immer so klar und lebendig vor Augen hatte, wie keine andere.

Dabei war es zwar nicht das erste Abenteuer, dass er auf hoher See bestand, doch war er damals noch mehr Schiffsjunge als Matrose und in dieser Zwischenwelt vom Kind zum Manne gefangen. Ungünstig, wenn man mit einer verwegenen Bande an Seefahrern anheuerte, um eine ganz besondere Insel zu finden. Viele Kartographen hatten ihnen vorher bestätigt, dass diese Insel gesichtet wurde, doch betreten hatte sie scheinbar niemand, oh nein. Sie war immer genau dann am Horizont erschienen, wenn man gerade auf der Flucht vor Freibeutern, mitten im Sturm oder nicht wirklich an ihr interessiert war, als wüsste sie genau, welchem Kapitän sie sich offenbaren konnte, um doch ihr Geheimnis zu bewahren.

Ja, es gab sie, diese Insel und doch hatte es scheinbar kein Schiff vollbracht, wirklich dort vor Anker zu gehen und die mysteriöse Insel zu erkunden, ihre Schätze zu finden oder ihre Geschichte zu entdecken. Nach und nach sprach man dann von einer Täuschung des Lichts auf den Wellen, von einer Verwechslung oder schlichtweg von Seemannsgarn.

Mürrisch brummend senkte er den Becher kurz und das Wellenspiel brach ab.
Narren, er wusste, dass es diese Insel gab und eines Tages, so hoffte er, würde es eine besonders findige Crew schaffen, ihr Geheimnis wie einen Schleier zu lüften. Er lenkte den Blick durch den Raum und tastete mit ihm die vielen Karten ab, die das zauberhafte Eiland zeigten. Ja, irgendwann würde sie sich finden lassen und dann sollten auch die Stimmen verstummen, die hinter seinem Rücken über seine Forschungen und sein Interesse an der verschollenen Insel lachten.

Mit grimmigem Nicken leerte er den Becher und beendete den
Meereszauber darin, nicht wissend, wie Recht er hatte.
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Angelica Mondstein





 Beitrag Verfasst am: 21 Jul 2022 09:19    Titel:
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In die Cabezik also. Vorfreude sah anders aus. An ihren letzten Aufenthalt auf La Cabeza konnte sich Angelica schon kaum noch erinnern. Was ihr aber wohl im Gedächtnis geblieben war, die Hitze. Die Schwüle. Und nochmal die Hitze. Als Kind aus Winterfall konnte sie fast nicht anders als Unbehagen zu empfinden, in diesen tropischen Teil der Welt mit dem Schiff aufzubrechen. Immerhin, Cecilia würde es lieben. In Nharam war das Klima ja nicht unähnlich.

Aber natürlich hatte Wachtmeister Karva nicht Unrecht mit dem Cabezik; auf diesen Teil der Landkarte hatte noch keines der Reiche eine Hand gelegt. Nachvollziehbar, dass die Reise also dorthin gehen würde.

Ihr Blick fiel auf den Aushang, den Discipulus Mailon angefertigt hatte. Für die Überfahrt suchten sie noch einige Leute an Besatzung. Von Segelmachern, Tuchmachern über Kanoniere und Holzbearbeiter, bis zu einer bewaffneten Eskorte. Sicher war es eher schwierig als Magierakademie nach einer Besatzung für eine solche Überfahrt zu finden. Wer dann alles am 23. Cirmiasum 265 zur achten Abendstunde in Fietes Taverne in Bajard auftauchen würde, konnte sie also nur mutmaßen.

Sie würde sich ansehen, wer sich alles für diese Expedition interessierte. Vielleicht nicht direkt in ihrer wahren Gestalt, aber womöglich irgendwo in einer Ecke. Beobachtend. Immerhin würden sie zusammengepfercht eine Weile auf hoher See verbringen. Auf dem Weg in den Cabezik. Zur Hitze. Zur Schwüle. Und wieder zur Hitze. Tereus Ferrini, der letzte Leiter der Academia Arcana, hätte seine Freude daran. Einerseits, da er sein Herz auf La Cabeza hatte und andererseits, weil er Angelica nun bestimmt amüsiert dabei zugesehen hätte, wie sie sich in diese Lande quält.


“Verflucht seist du, Tereus.” Ein leises Nuscheln von Angelica, auch wenn der frühere Primus schon lange nicht mehr am Leben war und auch für die Situation nichts konnte. Es hätte doch eine so schöne Reise in eisige Gefilde werden können. Sie vermisste den Schnee schon jetzt.


Zuletzt bearbeitet von Angelica Mondstein am 21 Jul 2022 12:32, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Pyk Karva





 Beitrag Verfasst am: 21 Jul 2022 10:21    Titel:
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Die Sache mit dem Käptn

    Hätte man Pyk mal gesagt das er ein Schiff voller Fuchtler in die östlichen
    Gewässer der Cabezik begleiten würde hätte er gelacht, hätte man ihm
    dann noch gesagt das er der jenige ist der die Expedition organisiert, hätte
    er dem jenigen wohl das Gesicht verschönert. Nichts desto trotz saß er da
    und grübbelte über einen bekannten Käptn nach, der all seine Prinzipien
    verrät und sein Schiff von Begabten bewohnen lässt. Die Magiergemeinde
    war mehr als unbeliebt bei den abergläubischen Seefahrern der freien
    Handelsflotte und dennoch konnte man in der Welt von Karva fast alles
    mit Gold oder Furcht regeln.

    Warum hatte diese Seidenhexe nur Tereus erwähnt. Sein Käptn nannte ihn
    Freund, somit war auch er ihr etwas schuldig. Er brauchte einen Käptn und
    ein Schiff das auf die Besatzung keinen großen wert legt. Ein
    Seelenverkäufer und Halsabschneider als Käptn. Er könnte die
    Schwarzflaggen fragen aber das Verhältniss zur Marine sollte nicht gefährdet
    werden. Immerhin waren die Freibeuter ebenso abergläubisch wie seine
    Sippe. Tebar ... es blieb ihm keine andere andere Möglichkeit als die irren
    Seeleute aus Tebar um Hilfe zu ersuchen. Weder Freiheitsflotte noch Freie
    Handelsflotte, Glücksritter mit Schiffen und Goldgier. Gäbe es seefahrende
    Kaluren wären sie wohnhaft auf Tebar.

    Die schwimmende Stadt ,älter als die Piraterie selbst, treibt irgendwo auf
    den 5 Meeren. Aber er kannte da Jemanden der Helfen könnte. Er drückte
    sich vom Tisch des Hauptmanns auf und nahm seinen Hut von der
    Garderobe. Es war spät, aber sicher wäre er noch nicht im Bett. Bajard und
    sein Hafen war schon in den silbrigen Glanz des Mondes getaucht,
    als Karva sich durch die Gassen, der tagsüber sehr belebten Hafensiedlung
    schlängelte. Sein Weg führte ihn Richtung Leuchtturm, kurz vorm Steg bog
    er in Richtung Zollhaus ab. Es brannte Licht und die Tür gab unter Knarren
    nach. Werten Abend Freerk grüsste Karva. Waa waach Wachtmeister was
    wollt ihr denn so spät hier stammelte der alte Fischer. Beruhig dich sagte
    Karva ich bin nicht wegen den Zollsachen hier ich brauche deine Hilfe. Hilfe?
    Ihr braucht Hilfe vom alten Freerk? Tue nicht so, wurde Karvas Ton schärfer!
    Aber aye ich brauch einen Gefallen von dir, eine Nachricht nach Tebar. Der
    alte Fischer schmatzte und sein eben noch ängstliches Gestammel wurde zu
    einem präzisen scharfen Ton. Das kostet!

    Karva packte den alten am Hemd. Treib es nicht zu weit. Du schickst den
    Brief nach Tebar und ich brech dir nicht die Finger, mehr noch du hast einen
    Gut bei mir! Der Alte nickte. Tebar also.... Aye! Bestätigte Karva.
    Dann verließ Karva das Zollhaus, Gnade ihnen der Kraken welch Unhold
    sich da melden wird.





Werte freie Kapitäne der unabhängigen Stadt Tebar.
Gesucht sei eine verwegene Seele samt Schiff das
für einen Gefallen der Familie Karva und einer
gerechten Entlohnung eine Expedition in die Cabezik
unter neutraler Flagge führen soll. Sofern ihr mutig
genug seid meldet euch "Am Tor der fünf Meere", im
Freihafen Bajard bei Zollmeister Korwalder er weiss
zu wem ihr müsst.

gez. Freihafen Bajard




Zuletzt bearbeitet von Pyk Karva am 21 Jul 2022 10:35, insgesamt einmal bearbeitet
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Lyree Landerwal





 Beitrag Verfasst am: 21 Jul 2022 11:45    Titel:
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Lyree musste, seit ihrer Ankunft auf Gerimor, einige typische, seefahrerische Eigenarten unterdrücken. "Dein Dialekt lässt dich, trotz offensichtlicher Schönheit, gut 30 Jahre altern", hatte ihr eine Freundin ans Herz gelegt. Mittlerweile konnte sich die blonde Harpunenschleuder jedoch in Bajard einleben, sowie nach und nach den verbalen Handelssprachen-Standard annehmen; mehr oder weniger. Ging es jedoch um die Themen "Strand", "Meer", "Abenteuer", "Ferne" und "Schifffahrten" war sie wieder ganz in ihrem Klischee-Element. Also dauerte es nicht lange, bis auch die Neunzehnjährige Wind von einem in Kürze stattfindenden Reise-Erlebnis bekam und voller Vorfreude jeden Fetzen an Neuigkeiten hierzu aufgriff. Karva würde in dieser Hinsicht ihr Ansprechpartner sein, oder eben werden. Nicht nur, dass er seefahrerischer Kollege war, sondern auch deutlich erfahrener in Sachen Nautik, deren Handhabung und was die komplexe, seemännische Begriffsschwangerschaft anging.

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Lyniss Eldin Kobaar





 Beitrag Verfasst am: 21 Jul 2022 12:51    Titel:
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In die Cabezik sollte es also gehen. Neben etlichen Handwerkern aus den verschiedensten Gewerken, auch mit mehreren Liedwirkern. Allesamt an Board eines Schiffes mit Seefahrern, die nicht nur abergläubig, nein auch noch weniger gut auf Liedwirker zu sprechen sind. Da ist Vorsicht geboten.

Als kleine, unschuldige Katze die Reise begleiten hatte sie vorgeschlagen. Immerhin gelten Katzen bei den Seeleuten als Glücksbringer. Das hatte Karva, der Wachtmeister der Freihafenmiliz, bestätigt.
Doch wie lange würde die Überfahrt dauern? Die Konzentration könnte so lange nicht halten. Es könnte sehr anstrengend werden, hatte die Matriarchin zu Recht zu bedenken gegeben. Spätestens dann würde sie auffliegen. Hm, es sei denn, sie würde sich zur Rückverwandlung in eine Kajüte verziehen...
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Askan Fiete Sturmlicht





 Beitrag Verfasst am: 21 Jul 2022 15:15    Titel:
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Vorbereitungen

Es war mal wieder an der Zeit Tische zu rücken. Am kommenden Wochenende sollte es immerhin in der Spelunke rundgehen. Rekrutierung für eine kleine Expedition. Natürlich hatte er im Vorfeld darauf bestanden mitkommen zu dürfen, was ebenso für seinen Bruder galt.
Wie er das mit seinem gebrochenen Finger bewerkstelligte, wusste er noch nicht genau, aber das würde schon werden. Es musste. Der allein konnte ihn jedenfalls nicht hindern ein kleines Abenteuer zu wagen. Außerdem fand er, er schuldete der Matriarchin was. Das allein war schon Grund genug, um mitzumachen. Er hatte keine Ahnung vom Schiff, keine Ahnung von den Handwerksgeschichten, aber er konnte trotzdem anpacken und kämpfen ebenfalls. Das musste reichen. Und für Stimmung konnte er sorgen! Vielleicht auch dafür, dass es nicht im Desaster endete, wer wusste das schon. Das Zünglein an der Waage zu sein, schien ihm äußerst lukrativ aus irgendeinem Grund.
Außerdem: Er war Hafenmeister, oder? Und da konnte er wohl kaum zulassen, dass die, die sie bis hierher unterstützt hatten, im Stich ließ, wenn es für sie wichtig wurde. Und sein Bruder war eben sein Bruder, der musste mit. Fertig.

Also schaute er zu, dass er die eine Ecke in der Spelunke vorbereitete für die Gespräche, der Rest blieb zum Zeitvertreib beim Warten oder auch so zum Saufen und Feiern, wie stets. Er freute sich im Stillen, dass es bei ihm ausgerichtet wurde und nicht einfach irgendwo sonst.
Und so ne kleine Seefahrt später, was machte das schon! War bestimmt schick. Er war ja nicht seekrank, nicht ängstlich vor Höhen, irgendwas fanden die schon da für ihn zu tun, und seinem Bruder gings da ja ähnlich. Also sollte es schon werden.
Eigentlich waren die beiden allgemein nicht ängstlich. Das wurde ihnen einfach zu sehr ausgetrieben. Mulmige Gefühle kannte er, sie warnten ihn. Bei anderen war es halt Angst. Trotzdem war er ausreichend risikobereit. Der kleine große Bruder noch viel mehr. Das versprach einfach spannend zu werden. Und im Stillen hoffte er in der Tat darauf, dass die Mädels daheimblieben und sich nicht anschlossen. Einmal wieder etwas mit dem Bruder allein unterwegs sein, das fehlte ihm tatsächlich. Drum war er froh, dass zumindest seines sich dazu entschieden hatte, zuhause zu bleiben.
Natürlich wäre es auch schön gewesen, sie wäre mit dabei, aber so ein bisschen Sehnsucht belebte doch viel mehr!

Einerlei. Der Tisch dahin, die Bank dorthin, Getränke sortieren, Essen vorbereiten und eine Liste dafür aufstellen, was benötigt wurde, um es dann schon mal auf die Wege zu bringen, soweit es ging und das Wetter es zuließ. Immerhin, das gröbste Kochen konnte er. Vielleicht sollte er noch vorschlagen für das Reiseproviant zu sorgen. Schön Sauerkraut, Schiffszwieback, ein wenig Pökelfleisch und reichlich Kartoffeln. Irgendwie sowas. Und ein paar Äpfel. Äpfel waren immer gut und hielten lang, wenn man sich nicht dumm anstellte.
Womöglich war es eine Idee mal Luca heimzusuchen dafür. Aber erstmal wollte er es absprechen. Nicht einfach machen, hier war Zusammenarbeit gefragt.
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Der Erzähler





 Beitrag Verfasst am: 27 Jul 2022 17:57    Titel:
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Wenn er so alleine am Strand entlangwanderte und das weiche griesartige Gefühl des nassen Sandes zwischen den Zehen genoss, während er eifrig die Muscheln der Ebbe klaubte, dann schlich sich immer mal wieder ein Liedlein in Form einer munteren, gepfiffenen Melodie auf seine Lippen. Es harmonierte so unsagbar ideal mit dem untermalenden Crescendo der heranrollenden Wellen, dass er sich beinahe sicher war, dass das Meer und er gemeinsam diese Musik komponiert hatten. Irgendwann, als er eine besonders prächtige, gewellte Auster in den Korb packte, hielt er selig inne und atmete die salzige Luft tief in die zufriedenen Lungen ein. Dabei tastete der Blick, wie so oft, eher zufällig den Horizont ab. Er suchte dabei nichts, sondern genoss stets nur den Anblick dieser Weite und... und stockte diesmal verdattert.

War das nicht ein Schiff da in der Ferne?
Er kniff die Augen zusammen und die Brauen zogen sich tiefer.
Vorbei der Moment der Zweisamkeit mit der Urgewalt, nun köchelte die Neugierde in dem Fischerbengel hoch, denn das große Handelsschiff vom Festland, welches immer mal wieder Besucher und auch frische Ware mit sich brachte, wurde frühestens am vierten, vielleicht eher am fünften Tag der Woche erwartet, noch nicht jetzt.

Dennoch war bald kein Zweifel mehr, dass ein ähnlicher Gigant sich gerade näherte und zielsicher auf den Bajarder Hafen zuhielt!
Kurz zog er in Erwägung das Spektakel der Ankunft hier, an seinem Muschelstrand, zu beobachten, doch auch ein weiteres Mal obsiegte die Neugierde und so kam es, dass er auf den Fersen wieder kehrt machte und eifrig zurück in die Stadt hastete. Es war ihm natürlich bewusst, dass die Herrschaften im Leuchtturm und Ausguck längst von der Ankunft wussten, doch er wäre kein waschechter Bajarder Bengel, wenn er nicht doch mit einem lauten...

"SCHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIFF IN SIIIIIIIIIIIIIIIIIIIICHT!"
... das gesamte Dorf zusammenbrüllte!
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Andarc Sardonn





 Beitrag Verfasst am: 30 Jul 2022 12:06    Titel:
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Nun war es endlich so weit. Die "Nordwind" lag noch vor Anker und am Steg mit dem langen Ruderboot reihten sich allerhand Leute hintereinander ein, um rüber zu rudern und verbindlich Teil der Mannschaft für dieses Abenteuer zu werden. Andarc stand recht weit hinten in der Reihe, weil er diejenigen nach Süden gelotst hatte, die noch nicht wussten, dass der Dreimaster von Kapitän Threepwood nicht im Hafen selbst, sondern am Handelshaus auf sie wartete. Jetzt stand er da und rückte immer ein paar Schritte auf, wenn der nächste Schwung Abenteurer zur Nordwind übersetzte. Auf seinem Rücken trug er einen schwer anmutenden Rucksack, in welchen er vor allem seine Rüstung gepackt hatte, darauf eine Schlafmatte gerollt. Den Drachenschild hatte er sich irgendwie noch quer dran gehängt, da dieser zu groß für den Rucksack war. Nach vorne gerückt, hing noch eine volle Umhängetasche an ihm, in welcher vor allem Wechselkleidung, ein Kopfkissen, Hygieneartikel und Süßigkeiten verstaut waren. Ebenso aber Teile der Medizin und des Verbandsmaterials, was nicht zwingend alles in die Gürteltaschen passte. Köcher und Bogen hielt er in einer Hand, da auch diese zu sperrig für das Gepäck waren. Andere kamen mit noch weit mehr Ausrüstung an. Wenige gar mit Packpferden. Andere wiederum hatten nichts als einem Wechselhemd und ihrer Waffe dabei, wie es schien. Andarc schmunzelte über diese Tatsache. Daran sah man wohl, wer Ahnung hatte, wer sich vorab informiert hatte und wer einfach mal auf gut Glück alles einpackte, was eventuell hilfreich sein könnte. Die abendliche Sommersonne schien warm, er spürte es an seinen Armen. Seinen Kopf schützte heute allerdings ein, für ihn untypisches Kopftuch. Nicht nur gegen die pralle Sonne auf dem Meer später, sondern auch gegen etwaigen Fahrtwind war das wohl sinnvoll, wie man ihm erzählt hatte. Also wollte er den Rat der erfahreneren Leute annehmen und trug nun eben Kopftücher. So bescheuert sah es zum Glück ja auch nicht aus. Es war einfach nur unbekannt. Er würde sich schon noch daran gewöhnen.
Sein Blick schwenkte immer wieder mal neugierig umher. Es gab so viel Interessantes zu beobachten und die Vorfreude manifestierte sich immer mehr in ihm. Doch zwischen den ganzen Gleichgesinnten um ihn herum, dem Schiff und den Organisatoren vorne am Steg entdeckte er plötzlich auch ein unerwartetes Gesicht. Zwischen den Bäumen an der Küste stand Lingor, direkt neben Terren, welchen Andarc eben bereits getroffen hatte. Beide wollten nicht mitfahren, sondern waren nur gekommen, um ihren Freunden und Bekannten eine sichere, erfolgreiche Reise zu wünschen. Überrascht, doch erfreut lächelte Andarc auf und winkte sogleich mit der einzig freien Hand rüber. Es tat gut, Lingor noch einmal zu sehen. Dessen Brief hatte er kurz vor dem Aufbruch von zu Hause nur noch ungeöffnet ins Gepäck gelegt, da bisher die Zeit fehlte, ihn zu lesen. Im Gewusel der kürzer werdenden Warteschlange tauschten sie noch ein paar vertraute Worte untereinander aus, ehe es für Andarc dann schließlich auch so weit war, auf das Beiboot zu steigen und mit einem Schwung anderer herüber zu rudern. An der Nordwind angekommen, mussten sie alle eine Strickleiter hinauf klettern, um dann an Deck des überwältigend großen Schiffes zu gelangen. Dieses Gefühl war schon toll, aber es sollte sogar noch besser kommen. Das Gepäck wurde kurzerhand unter Deck verstaut, sich mit einigen weiteren unbekannten Gesichtern flüchtig bekannt gemacht und das Schiff zügig besichtigt. Die Zeit verstrich so schnell, dass das dafür geschulte Auge des Bajarders inzwischen die Flut eintreten sah. Jeden Moment würde es also losgehen. Fiete und Nika saßen bereits im Krähennest, wie erwartet. Ihnen wurde grinsend hoch gewunken.
Dann, als auch die letzten an Bord gekommen waren, erging der Befehl zum Vorbereiten auf das Segel Setzen. Die Freibeuter und Seefahrer teilten sich sinnigerweise auf die drei Maste auf und nach kurzen Kommunikationsproblemen sammelten sich auch ein paar Freiwillige jeweils um sie herum. Andarc stand somit am vordersten Mast, dort, wo das Krähennest hoch über seinem Kopf thronte. Nelio war an diesem Mast derjenige mit der Haupterfahrung und der gab ihm auch gleich unmissverständlich zu verstehen: "Si, dann beweg deinen culo da hoch und halt dich fest." Grinsend tat Andarc, wie ihm geheißen. Er hatte keine Probleme damit, Befehle von mehr oder weniger Fremden anzunehmen, wenn er sich auf ihre Kompetenz verlassen konnte. Die großen Schritte und den in Richtung Mast verlagerten Körperschwerpunkt kopierend, kletterte er mit dem Freibeuter hoch in die Takelagen. "Ein Arm um den Mast haltn.. nur die Füße bewegn sich. Die Arme haltn dich", gab Nelio an als sie sich beide einen möglichst sicheren Stand da oben suchten. Die Aussicht von hier oben war wirklich atemberaubend. Der Wind blies ihnen entgegen und von unten an Deck vernahm er ein großes Stimmengewirr. "Die klein Seile.. die hier.. Sobald der da untn ruft das wir Segl setzen.. machst du das los. Die Crew unten, zieht an den Seiln und lässt es ausbreiten. Du schüttelst nur dran, dass es sich anständig entfalten kann. Zuerst passiert nicht viel, aber dann gibts n ordentlichn Ruck und das Schiff setzt sich in Bewegung. Bis dahin bist du wieder am Mast und bewegst deinen Culo runter." "Verstanden", kommentierte Andarc mit einem sachten Nicken, wurde aber direkt korrigiert: "Aye, heißt das" und so verbesserte er sich auch schon gut gelaunt mit einem "Aye". Mit einem Schmunzeln vernahm er kameradschaftliche Drohungen gen Nelio, er solle bloß nicht riskieren, dass Andarc herunter fiele. Auch unten schienen die anderen aus der Mannschaft teils sehr skeptisch oder zumindest froh, nicht selbst hinauf klettern zu müssen. Wenn der Feldscher auch sonst wenig Nervenkitzel mochte, dieses Klettern und die Höhen waren wirklich ein Erlebnis wert. Als dann kurze Zeit später der Ruf "Zeisinge lösen!" ertönte, gab Andarc, sich weiter an Nelios Bewegungen orientierend, gerade genug Standsicherheit auf, um an alle dieser Seile zu gelangen, welche das Segel an der sogenannten Rah festgebunden hielten. Jene lösten sie nun und ließen das Segel dann langsam aus ihren Händen gleiten, während die anderen unten begannen, gleichsam an den Seilen zu ziehen, um das Segel so in Zusammenarbeit sich entfalten zu lassen. Es schlackerte laut als der Wind, welcher mit der Flut kam dagegen blies und den Stoff sich aufblähen ließ. Unten hatte man nun damit zu tun, die Seile festzumachen, damit das Segel gespannt wurde. Anhand dessen, was Nelio von sich gab, mussten sie sich wohl da unten mit vollem Gewicht in die Seile legen und dann mittels eines sogenannten Achterknotens dafür sorgen, dass alles da blieb, wo es hingehörte. Dann hieß es auch schon: "Andarc, zum Mast zurück" und so tat der Angesprochene, seitlich über die Seile zurück und dann an den Steiglingen herunter, um den vorhergesagten Ruck nicht da oben mitzuerleben, sondern auf sicherem Grund an Deck.
Danach war es geschafft. Die "Nordwind" setzte sich in Bewegung und Bajard wurde mit jedem Sanduhrenlauf kleiner, bis es irgendwann ganz in der Ferne verschwunden war. Nach einer kurzen Ansprache des Kapitäns hatte Andarc sich mit einigen anderen an die Reling begeben und schaute hinaus auf die See, welche sich um sie herum ausbreitete. Ein zufriedenes Lächeln lag auf seinen Zügen. Selbst als der Wellengang stärker wurde und der Wind kräftiger blies, genoss er es richtig.




Als die Sonne bereits untergangen war und von der Küste Gerimors nichts mehr zu sehen war wurde die ausgelassene Stimmung der bunt gemischten Mannschaft jäh unterbrochen. Riesige Tentakel tauchten bedrohlich am Horizont auf. Andarc traute erst seinen Augen nicht. Dieser Anblick war so unwirklich, doch als der erste dieser ewig langen Tentakel knapp über Deck hinweg fegte, einmal von Bug bis Heck und zurück ins Wasser, wurde die Gefahr doch sehr viel greifbarer. Hektisch warfen Andarc und die anderen sich auf den Boden, um nicht vom Tentakel erwischt zu werden. Dann huschten sie alle unter Deck und nur wer mit einer mitgebrachten Fernkampfwaffe umgehen konnte, lief auch gleich wieder hinauf. Das Rüstung Anlegen ersparte Andarc sich. Nicht nur brauchte es zu viel Zeit, sondern es würde im Zweifelsfalle auch die Überlebenschancen im Wasser erheblich senken, sollte er doch über Bord gehen - was er definitiv nicht hoffte.
Es entbrannte ein schneller Kampf, bei dem nicht nur der Riesenkraken ein Problem war, sondern auch Seeschlangen und andere Meeresbewohner, die das Schiff sogar betraten. Sie kamen von allen Seiten und so musste die überraschte Mannschaft ständig Positionen wechseln, kämpfte Rücken an Rücken und musste dabei auch noch aufpassen, sich aufgrund des starken Wellengangs samt glibschiger Schmiere auf dem Boden nicht unfreiwillig hinzulegen. Wieder einmal war Andarc froh, dass die Mannschaft nicht nur aus 'Landratten' bestand und auch darüber, dass sich ein paar erfahrene Nahkämpfer dazu berufen gefühlt hatten, mitzufahren war er sehr erleichtert. Der Kampfeskraft von Mannschaft und Schiff war es zu verdanken, dass die Feinde zurückgeschlagen und im Anschluss tot zurück ins Meer geschmissen werden konnten. Es war niemand ernsthaft verletzt worden, was gut war. Das Deck musste noch geschrubbt werden, damit man sich wieder ordentlich darauf bewegen können würde. Nachdem das alles geschehen war und Andarc sich noch eine Weile mit einigen aus der Mannschaft unterhalten sowie die Aussicht aus dem Krähennest ausgetestet hatte, nutzte er die Gunst der Stunde, um ein wenig Schlaf zu finden. Jetzt gerade war es ruhig. Das musste er ausnutzen. Wer wusste schon, wann die nächsten Unruhen auftreten würden? Morgen würde es hoffentlich mit praktischen Übungen weitergehen. Die Hektik des heutigen Kampfes sollte sich bestenfalls nicht wiederholen.




Zuletzt bearbeitet von Andarc Sardonn am 30 Jul 2022 12:19, insgesamt 4-mal bearbeitet
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Askan Fiete Sturmlicht





 Beitrag Verfasst am: 01 Aug 2022 15:33    Titel:
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Auf hoher See

Es war nun der vierte Tag auf See, oder der vierte Tag nach der Abfahrt, wobei, wenn man die Korinthen zählte, der dritte Tag, die vierte Nacht hatten sie hinter sich? Wie auch immer man es sehen wollte, es war der erste Ashatar und am neunundzwanzigsten Cirmiasum hatten sie Bajard verlassen.
Immer dann, wenn er mal Ruhe und Zeit für sich fand, hatte er sich ein paar Notizen gemacht und die sicher verstaut, soweit man es auf See halt sicher nennen konnte. Der Angriff am vergangenen Tag gab ihm zu denken. Viel zu denken.
Er wusste sehr genau, dass die Faust sich aufgelöst hatte nach den erfolgreichen Verhandlungen, die auf einer Insel namens Seefels stattgefunden hatten. Es war damals Stadtgespräch gewesen in Siebenwacht, eigentlich war es sogar überall Klatschgespräch gewesen. Genauso unwahrscheinlich wäre es gewesen, dass die echte Faust sie angegriffen hätten. Sie waren nicht auf Mord und Totschlag aus gewesen. Wusste der Dämon, woher sie die Kluft von ihnen hatten, aber das war nicht die Faust gewesen! Das konnte ihm keiner weiß machen. Es waren irgendwelche Leute, die sich unter dem Deckmäntelchen bewegten und Unfrieden stiften wollten, bestenfalls – oder schlimmstenfalls.
Womöglich sollte er, wenn er diese Fahrt überlebte, mal eine Nachricht an jemanden in Siebenwacht senden, der jemanden kannte, der wiederum wen kannte, bis es die Schwarze Sieben erreichte, die wiederum wen kannten, und so weiter, bis es da ankam, wo es hinmusste. Es gab ja genug Möglichkeiten!

Was die Stimmung auf dem Schiff anging: Es brauchte wirklich keine zwei Tage, bis die teilweise kippte. Daran waren diese Fischweiber schuld gewesen, die Erinnerungen wach riefen nach den Sehnsüchten der Herzen. Und sie machten weder vor Mann noch Frau halt. Das Einzige, was half, waren diese komischen Muschelketten und Wachs in den Ohren. Die Muschelkette, darüber wollte er sich nochmal informieren, das war spannend, aber erst, wenn er Zeit hatte. Davon hatte er erstaunlich wenig.
Ihm war gar nicht klar gewesen, dass er am ersten Abend direkt zum Offizier gemacht worden war – so wie ein paar andere auch. Was seine wirkliche Aufgabe war, wusste er auch nicht. Er ging davon aus, dass er sich ums Lager kümmern sollte. Tat er dann also. So gut er sich darauf verstand. Es war halt etwas anderes auf einem Schiff sowas zu machen als an Land.
Was genau wusste er denn davon? Das Lagergut musste ausgeglichen verteilt werden, damit das Schiff keine Schlagseite bekam, es musste gesichert sein, damit es nicht rumrutschte, und manches musste für die Mitreisenden erreichbar sein. Also war er den ersten Abend mit rumschieben und festmachen beschäftigt gewesen. Hauptsächlich. Von dem Angriff dieses verfluchten Kraken und dieser nach Fisch stinkenden Meeresbewohner mal abgesehen.

Er staunte auch nicht schlecht, dass offenbar niemand mit der Seekrankheit zu kämpfen hatte. Bei so vielen Leuten hatte er fest damit gerechnet so einige über der Reling hängen zu sehen. Aber nichts. Niemand. Nicht mal als der Sturm kam.
Tja, und dann kam der Angriff dieser Möchtegernfaust. Der Hauptmast war hin, die Reling, wo er draufgefallen war, ein paar Brandflecken auf Deck, Segel kaputt, die Dreckskerle aber zum Glück zurückgeschlagen. Es gab einige Verletzte und nunmehr viel zu tun. Aktuell segelten sie nur noch mit schwacher Kraft voran. Vielleicht noch sechs Knoten, oder was hatte Monique gesagt?

Von den ganzen unangenehmen Überraschungen abgesehen, gab es aber auch so einige, die ihm richtig gut gefielen. Er sah, wie das Paar auf Meer richtiggehend aufblühte und sich mächtig ins Zeug legte (im Gegensatz zum Kapitän, der einfach gar nix zu taugen schien). Er war davon inzwischen überzeugt, wären die zwei nicht dabei, würde es eher gar nicht laufen.
Zum Lachen brachte ihn die Tatsache, dass er nun für die Kanonen abgestellt war. Wenn er ihnen ehrlich sagen würde, wie viel Ahnung er davon hatte, nun ja, er war sich sicher, dass er dann entweder über der Reling hing oder sogar unterm Schiff, wer wusste das schon.
Seine Ahnung beschränkte sich wirklich darauf, dass er grob wusste, wie man diese verdammten Dinger lud. Er hatte keine Ahnung, wie man damit gescheit zielte, aber anzünden ging. Das war leicht!
Wie man die Dinger mit Kugel und Kram versah, wusste er auch nur, weil er mal in der Hafenkante eine der Wachen so lang belabert hatte, bis er mal mithelfen durfte und sich dann einen Vortrag über richtige Pulvermenge, übers richtige stopfen und so weiter anhören durfte. Das war die Neugier eines Bengels gewesen, der von dem lauten Knallen total begeistert war, auch weil es ihn von seinem bescheidenen Stricherdasein ablenkte und von den Problemen, die er eigentlich hatte. Es war einfach ein Moment nur für ihn selbst gewesen, ein Schnuppern daran, wie es ist, wenn man tun und lassen konnte, was man wollte.
Und was hatte es ihm eingebracht? Er war nun erster Kanonier neben diesem Lagerkram, was sie Küper nannten. Wieso schrie er eigentlich immer hier, wenn es was zu tun gab? Wie kam er nochmal auf die Idee? Im Stillen verdammte er sich wieder selbst dafür. Das wurde wirklich langsam zu einer unschönen Gewohnheit Verantwortung aufgeladen zu bekommen. Und nun sollte er darin auch noch unterrichten! Er hatte doch gar keinen Plan davon! Das war so der Moment, wo ihm durch den Kopf ging „Wir werden alle draufgehen“.

Und wo sich die eine schlechte Laune legte, begann woanders die neue schlechte Laune. Der Schiffskoller fing an zu leben, langsam, leise, stetig, weiterreichend, schleichend. Tatsächlich bemühte er sich schwer, dem aus dem Weg zu gehen oder aufzuheitern, wenn er glaubte, er konnte. Aber offenbar konnte er nicht wirklich. Weder hier noch dort. Also beschloss er sich einfach fernzuhalten von allzu mieser Stimmung. Er wollte nicht auch noch dem Koller in die Arme fallen.

Irgendwann kam ihm die blöde kindische Idee und er nahm ein Papierfetzen, schrieb drauf:
„Fahrt alle in die sicheren Häfen, der Hafenmeister von Bajard ist auf See!“
Dann stopfte er das Ding in eine leere Flasche, machte den Korken drauf und spielte eine Weile mit der Kerze herum, bis der Korken voll und ganz verwachst war. Danach ging er rauf auf Deck und schmiss die Flasche im hohen Bogen aufs Wasser, leise schmatzend und mit einem dämlichen Grinsen im Gesicht. Die Möglichkeiten hier Unfug zu treiben waren einfach so gering, da musste man doch mal ein wenig nutzen, was ging.




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Varcuvius





 Beitrag Verfasst am: 01 Aug 2022 16:44    Titel:
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                      31. Cirmiasum 265

                      Dritter Tag auf See. Verwandlung aufgehoben. Gerüchte über ein Verfolgerschiff. Lieber mit abergläubischem Seevolk verkehren, als unter Deck unterzugehen durch Unbekannt.

                      Wäre ohne lokale Teilverwandlung vermutlich nicht mehr in der Lage zu schreiben. Dank an Eluives Wille. Das Verfolgerschiff entpuppte sich als Schiff der Faust und die Besatzung schoss auf uns und enterte. Harter Kampf. Ein Hüne hätte mich fast umgebracht. Haben sie davongejagd. Verfluchte Monarchisten und ihre Splittergruppen. Niemand umgekommen aus der Akademie.




Schlaf. Tiefer, süßer Schlaf. Und dann, Bilder. Erinnerungen gepaart mit Vorstellungskraft.

... Flaggen der Faust gehisst am Feindesschiff. Der Hauptmast der Nordlicht ist umgeknickt, vollständig zerstört, schräg ins Meer gefallen. Kanonenlärm, wankendes Deck. Eine Kugel streift seine Schulter, die gesamte Seite samt Arm fühlt sich taub an. Benommenheit, wie lange? Kaum Herr seiner Sinne, wird die Teilverwandlung durchgeführt. Einmal, zweimal. Besser - der Arm lässt sich wieder bewegen.
Die ersten Feinde, in Uniform der Faust, türmen das Schiff, während er sich aufrappelt. Der Kampf auf Deck hält lange an, viele der Faust sind gerüstet in schweres Metall. Ein Hüne mit einer nicht enden wollenden Klinge bahnt sich seinen Weg durch die Reihen, jeder Schwung hinterlässt eine Spur aus Blut und Schmerzensschreien. Seine Leute jubeln auf, als sie es sehen, rufen ihn "Calum". Der Hüne bahnt sich seinen Weg zu den Stufen gen Oberdeck, hin in Richtung Kapitänskabine. Der Magier, gehüllt in einfaches Leder, hechtet die Stufen hinterher, ruft irgendetwas. Der Hüne dreht sich um, es folgt eine Breitseite mit der schweren Klinge und die Lichter gehen aus. Schreie des Entsetzens sind noch zu hören in der Schwärze. Dann ist ein lautes PLATSCHEN durch den Lärm zu hören, gefolgt von Jubelschreien der Besatzung der Nordlicht. Einer der Heiler hält ihm etwas unter die Nase und das Chaos an Deck ist wieder da. Verfluchte Monarchisten, geht es ihm durch den Kopf, als er sich mit vollem Adrenalin auf die verbliebenen Soldaten der Faust stürzt.






_________________
Illusion never changed
into something real.
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Nika Cytian





 Beitrag Verfasst am: 03 Aug 2022 20:17    Titel:
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Ruhe. Zum ersten Mal seit sie zu dieser verrückten Reise aufgebrochen waren, war Nika allein. Und es war mal niemand in Rufreichweite um ihn. Mit einem schweren Seufzen ließ er sich nach hinten in den Sand fallen. Es tat ungemein gut! Seine Kleidung, seine Haut und Haare waren von Salzwasser und Sand verkrustet, aber es störte ihn nicht. Er öffnete die Augen und sah durch das Blätterdach eines nahestehenden Baumes zu dem strahlend blauen Himmel hoch.

Die Seereise war verrückt gewesen, von vorne bis hinten. Stürme waren noch das gewöhnlichste gewesen, was ihnen begegnet war, wenn auch das mit dem nachhaltig heftigsten Zerstörungspotential.
Am schlimmsten war für ihn die Begegnung mit den Sirenen gewesen. Was zunächst als wundervoll sanfte Melodie begonnen hatte, weckte rasch die besten, doch schmerzlichsten aller Erinnerungen. Weil sie eben das waren und nie mehr sein konnten. Als er ihre Stimme hörte, sackte der Boden unter ihm weg. Und dann mit einem Mal kroch die Schwäche in seine Glieder, nicht von dem Klang der Sirenen, sondern von einem Magier hervorgerufen. Seine Absichten mochten edel gewesen sein, sein Handeln von dem Ziel bestimmt ihn vor den Lockungen der Melodie zu schützen, doch löste das Gefühl in Nika den heftigsten Widerstand aus. Zu oft war er macht- und kraftlos gemacht worden, er konnte nicht anders als sich mit allem aufzubringenden Willen dagegen zu stemmen. Er spürte wie sich sein Körper verkrampfte, selbst als der Magier sein Tun aufgab, verspannte er sich weiter. Fiete hatte ihm das Wachs in die Ohren gestopft und gepackt gehalten bis die Empfindung abgeklungen war. Nika hoffte, dass er mit der leeren Schnapsflasche eine von den urhässlichen, fauchenden Sirenenweibern getroffen hatte. Der restliche Abend versank für ihn in der erfolgreich gesuchten Betäubung des Whiskys. Gut, dass er ein ganzes Fässchen mitgenommen hatte!
Und dann war da noch der Seekampf gewesen. Die Gegner gaben sich als Zugehörige der Faust aus, was mehr als offensichtlich Schwachsinn war. Die Faust war niemals ein Haufen marodierender Idioten oder Wegelagerer gewesen, sondern Milizler, die sich gegen die willkürliche Behandlung von Alumener Adel und Obrigkeit aufgelehnt und damit für das einfache Volk eingesetzt hatten. Sie bestand schon seit fünf Jahren nicht mehr, als der Frieden von Seefels die Einheiten wieder in die gängigen Alumenischen Militäreinheiten aufgehen ließ. Und das wusste sogar jemand wie er! Wer und was auch immer diese Gestalten gewesen waren, sie hatten die Nordwind und ihre Besatzung ziemlich zugerichtet. Nika schnaufte amüsiert, als ihm Ironie bewusst wurde, dass der neue Hauptmast, den man am Tag nach der Schlacht mühevoll gesucht, bearbeitet und aufgerichtet hatte, nun auf dem Grund des Meeres lag.

Der Sturm gestern, der Untergang der Nordwind, beinahe draufzugehen (mal wieder) hatte Nika mehrere Dinge klar werden lassen:
    1. Er war noch nicht bereit zu sterben. Er hatte noch nicht genug gebrannt, um zufrieden abzutreten, bei Weitem nicht...
    2. Er konnte in Gefahrensituationen tatsächlich an andere denken (wohl die größte Überraschung!).
    3. Dass er wegen der Wette schwimmen gelernt hatte, war ungemein schlau gewesen.
Es war ein Wunder, dass keiner abgesoffen war. Geradezu unrealistisch glücklich! Als hätten die Götter selbst über den Expeditionstrupp gewacht. Andererseits waren Angehörige der verschiedensten Fraktionen anwesend, was doch vermuten lassen sollte, dass zumindest der ein oder andere unliebsame Gläubige beiseite geschafft werden könnte. Oder der Klumpen der unterschiedlichsten Fraktionen verursachte einen weißen Fleck für göttliche Blicke, sodass der Tod einfach ausfiel. Lieber nicht ausprobieren...

Nika schloss die Augen. Nichts. Nur das leise Gurgeln und Rauschen der Wellen, sonst war es geradezu totenstill. Es gab keine Vögel auf der Insel, keine Kleintiere, nur Pflanzen schienen hier zu leben. Und eben die Eingeborenen. Irgendetwas war hier schief... seltsam... falsch. Fiete nahm es auch wahr.
Mit einem Mal fühlte er sich unwohl und setzte sich wieder auf. Aus seinem Messingetui holte er sich einen salzverkrusteten Glimmstängel und zündete ihn an. Versonnen beobachtete er den aufsteigenden Rauch.
"Bleib achtsam, du Depp! Und halte ein Versprechen", murmelte er leise zu sich selbst, als er sich aufdrückte, um den Rückweg anzutreten.



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Valea Stojka





 Beitrag Verfasst am: 04 Aug 2022 15:31    Titel:
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Tiefer, fester Schlaf sei ein Segen, sagt man. Blöd nur, wenn dein Schiff unter deinem Arsch auseinanderbricht und du von jetzt auf gleich von tobenden Wellen mitgerissen wirst. Es ging tief, tief hinunter und die Brust wurde ihr eng, bevor sie schnaufend und prustend den Kopf über die Wellen bekam. Einige Flüche und Schimpfwörter schossen ihr durch den Kopf, aber letztendlich fehlte der Atem, um sie über die Lippen kommen zu lassen. Rogan würde sie umbringen, wenn sie sich vom Meer verschlingen ließ. Wo waren Vanda und Vanea? Sie sah nicht viel, hörte kaum was und als sie sich umdrehte, traf eine Welle, vielleicht auch etwas darin, sie hart. Schon wieder unter Wasser und was dann passiert war, wusste sie nicht mehr als sie Stunden später auf einer Insel wieder zu sich kam. Alles tat ihr weh und für einen Moment saß sie einfach nur da, den Kopf in den Händen, die Haare links und rechts, während die Augen geschlossen waren.

Nach und nach fühlte sie in sich hinein, prüfte, was sie alles bewegen konnte und stellte erleichtert fest, dass nichts gebrochen war. Alles Andere würde die Zeit heilen, blöd nur das nirgendwo jemand zu sehen war. Wo waren alle hin? Mühsam sondierte sie, was sie noch bei sich hatte und was noch nutzbar war. Gut das sie den Seesack und den weitestgehend unversehrten Inhalt noch hatte. Schritt um Schritt suchte sie sich ihren Weg und stand irgendwann an einem Wasserfall und einem Fluss mit starker Strömung. Schon wieder umgedreht, stockte sie als Maheen sie ansprach. Seltsam, sie hatte die Menekanerin gar nicht gesehen und doch war sie bei dem Anblick erleichtert und erfuhr, dass ihre Cousinen sie schon suchten. Nachdem sie erfahren hatte, wo das Lager war, wartete sie dann auch dort auf die Beiden und war tatsächlich froh fast alle von der Mannschaft lebendig zu sehen.

Scheinbar war die Insel belebt und eine der Inselbewohnerinnen brachte Wasser, Essen und Verbände. Irgendwas hatten sie genommen um den Stoff zu tränken, das fand sie durchaus interessant, aber für den Augenblick war es genug den Magen zu füllen, sich dann zu waschen. Später sah sie nach ein paar Leuten, half wo sie konnte und bat Nika, sie dann für die zweite Wache auch mitzuwecken. Schlafen würde sie ohnehin nicht viel, da konnte sie genausogut ein Auge auf den Waldrand haben und wenigstens etwas Sinnvolles mit den offenen Augen anfangen. Tatsächlich war es soweit ruhig geblieben und als abgelöst wurde, quetschte sie sich zwischen Vanda und Vanea und schaffte es noch eine Weile ruhig zu schlafen, mit durchaus schönen Traumbildern von der Insel.




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Nea Taraneh





 Beitrag Verfasst am: 04 Aug 2022 21:19    Titel:
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Nea war aufgewühlt und aufgeregt, was hatte sie sich nur dabei gedacht, diese Reise mit an zutreten. Sie ist eigentlich sehr menschenscheu und wirklich kennen würde man sie auch nicht, bis auf ihre Kunstwerke vielleicht. Sie war nicht wirklich mutig, noch konnte sie kochen und auch nicht kämpfen. Also würde sie an sich nicht mal eine großartige Hilfe sein. Ihre Neugier und ihre Fantasie jedoch war riesengroß. Sie ist eine Künstlerin aus Bajard, doch irgendwie...
Andi, der war schuld, der hatte sie überredet. Doch eigentlich war sie sehr froh, dass er sie dazu noch überzeugte, schließlich war er ihr Kumpel und den wollte sie gewiss nicht in Stich lassen. Oft dachte sie, was würden ihre Eltern sagen, die weiterhin auf Nharam lebten und man gut, dass sie nicht wussten, was ihre Tochter gerade im Begriff ist zu tun und anstellte. All die Aufregung auf dem Schiff und die Geschehnisse danach, wo war sie? Oft genug war sie unsichtbar, das, was sie am besten konnte und sehr gut beherrschte. Nun waren sie endlich auf der Insel angekommen. K'wai eine unbekannte Insel und doch so einzigartig schön. Man könnte meinen, ein Paradies für die kleine, zierliche Künstlerin. Es gab zwar keine Tiere, dafür aber ein Blumenmeer verschiedenster Arten. Sie bemerkte aber auch, dass hier irgendwas nicht stimmte. Ihr Bauchgefühl schien nicht, was das anging, in bester Verfassung zu sein. Gesprochene freundliche Worte, die man ihr entgegenbrachte, sie beruhigten sollten, waren wie eine Medizin für ihre Ohren, welches eine Zeit anhielt. Sie sah diese Insel in einem anderen Blickwinkel, mehr vielleicht als andere. Sie versuchte sich an die Menschenmenge zu gewöhnen, welches auf der Insel vielleicht einfacher schien, als auf dem Schiff. Wie gesagt nur schien...
Dann erschien sie, eine hübsche und schwarzhaarige Frau, ihr Name war Itoita. Sie sprach Worte, die sie nicht kannte und auch brach sie alle dazu, die Stadt vom Efeu und Geröll zu befreien. Als Dank würde K'awi dafür sorgen, dass wir heim können. Nea vertraute ihr nicht wirklich und es dauerte nicht lange, bis sie für das Werkzeug dazu brachte. Die Arbeit rief und auch wenn sie diese nun mal so gar nicht gewohnt war, packte sie die Spitzhacke an, als wäre sie ein richtiger Profi darin. Sie wollte doch schließlich helfen, wie alle anderen auch. Doch der Schein trübte, welches sie sich nicht zuerst anmerken ließ. Die Blasen am Ende in ihren Handinnenflächen deuteten aber schon nach kurzer Zeit auf die Wahrheit hin. Wie sollte sie auch...
Alle waren so fleißig und sie schufteten, als gäbe es kein Morgen mehr. Die kaputten Gebäude und Wege zeigten jetzt auf ihre Art ihre Schönheit und stellte eine riesige Stadt dar. Erschöpft und immer noch ziemlich aufgeregt saßen sie am Feuer und ließen den Abend ausklingen, welches sich bis spät in die Nacht hin ausstrahlte. Das Feuer und die wenigen kleinen Schätze von Speisen mussten bewacht werden und wer konnte da schon ans Schlafen denken. Sie gewiss nicht, sie gewiss nicht....


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Ksarraja Neslin Kelsam





 Beitrag Verfasst am: 05 Aug 2022 06:44    Titel:
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Wir waren schon einige Tag an Bord und hatten schon mit einigen Dingen zu tun, erst eine Riesenkrake die das Schiff angriff, dann ein Schiff, welches bedrohliche Schäden angerichtet hatte, wer hätte gedacht das man „der Faust“ auf See begegnet, der Großmast konnte ersetzt werden und kleine Reparaturen wurden erledigt, zum ersten Mal konnte ich wirklich aktiv helfen, so hatte jeder seinen Beitrag geleistet.
Das noch schlimmeres auf uns zukommen würde war mir selber nicht bewusst, erst als wir in diese Barriere fuhren und das Schiff so durchgeschüttelt wurde, als wolle man uns einzeln herausreizen und es schlussendlich unter den Füssen zerbrach.

ALLE VON BORD…. ALLE VON BORD…..

es hallt immer noch in meinen Ohren Nacht für Nacht zuckend wache ich auf und sehe mich orientierend um.

Ich hörte die Stimmen im Wasser, war aber immer noch so erschrocken das ich nur neben mich schaute, Freya ging wie ich immer wieder unter und irgendwie schafften wir uns gegenseitig zu helfen.
Ich – Wir überlebten, als wir nach und nach an den Strand gespült wurden und ich mich umsah, sah ich die Ängste als sie geliebte Menschen nicht in ihrer Nähe fanden, ich war nicht verletzt und half Arrigal, Lille zum Lager zu tragen. Wachte die Nacht an ihrer Seite.
Erst später spürte ich die folgen des Unglückes, ich war noch nie sehr gesellig in großer Runde, aber ich spürte das ich mich nicht zu sehr von der Gruppe entfernen sollte, ab und zu brauchte ich allerdings eine Auszeit.
Nachdenklich blickte ich auf mein so geliebtes Meer, immer schon war ich dem Wasser so nah, aber ich spürte dieses erdrückende Gefühl in mir das mich so zurück hielt auch nur einen Schritt ins Wasser zu gehen, wie sollte ich dieses Gefühl loswerden. Natürlich hatte ich das Gespräch verfolgt und vernommen das wir uns trauen sollen.
Aber dieses Gefühl übermannte mich immer wieder, was ist, wenn ich nicht kann, was ist, wenn ich nie wieder ein Boot betreten kann, mein Zuhause, mein Rückzugspunkt war ein Boot, ich wusste das ich diesen Schritt gehen musste doch wollte ich nicht, alles in mir sträubte sich dagegen.

Ich war daran gewohnt wunden zu haben, doch diese, die so tief in mir war, konnte nicht mal Arrigal heilen.
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Monique Diaz





 Beitrag Verfasst am: 05 Aug 2022 11:01    Titel:
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“Mierda… wie soll… ich dich jemals wieder nochmal alleine da obn’ lassen…”

Eine Aussage, auf die ich keine Antwort hatte. Ich wollte nicht darüber nachdenken. Nicht darüber nachdenken, was mit uns allen hätte geschehen können. Die Vorwürfe, die ich mir mache; die Schuld, die nun tief in mir verankert ist. Hätte ich etwas besser, anders machen können? Habe ich Fehler gemacht? War ich nicht ausgebildet genug? Hatte ich mir das Vertrauen der anderen ‘wirklich’ verdient?

Ganz ab davon abgesehen, dass ich Nelio's Sorge tatsächlich verstand. Ich höre seinen Schrei nach mir noch immer in meinen Träumen, durchlebe alles in meinem Traumgebilde abermals.

Ich fühlte mich so leer, als sei nichts mehr in mir gewesen, außer diesem gebrochenen Herzen - diesem einzigen Organ in einer Hülle, während ich ihn über das Deck gleiten sah als würde das Meer ihn gierig verschlingen. Es kam mir vor, als bräuchte ich Stunden für einen Atemzug. Als hätte ich vergessen, wie man die Muskeln bewegt. Mein Hals war voller Regenwolken, als hätte jemand einen Ozean voller Stille in diesen Raum geschüttet. Und während meine Fingerspitzen und Zehen wieder kribbelnd zum Leben erwachen, unterdrücke ich das Zittern, welches meinen Körper ob dieser Gedanken überwältigen will. Das kurze Gespräch mit Andarc gab mir mehr zum Grübeln als mir lieb war. Doch trotz des ständigen Lobes von vielen Seiten… Wieso fühlt sich das so sehr nach Versagen an?

Wir waren alle am Leben. Wir alle sind überlebende. Während ich immer und immer wieder die letzten Tage habe Revue passieren lassen, suchte ich mir Ablenkung. Die Worte der Inselbewohnerin ließen mich skeptisch zurück, aber wir mussten versuchen, jeden Halm, der sich uns bot, zu ergreifen. Die Bäume hier auf K’awi sind groß und stabil genug, um ein neues Schiff bauen zu können. Doch nichts und niemand würde mich wahrscheinlich noch dazu bewegen können, diese Barriere erneut zu durchbrechen. Die meisten hier sind traumatisiert. Ihnen selbiges Leid erneut zuzufügen… diese Last wäre zu schwer für meine Schultern. Eine Schmach, dass dieser ‘Kapitän’ nicht vorab erwähnte, was auf uns alle zukommen würde. Wie konnte er uns alle dem ausliefern, unsere Leben aufs Spiel setzen? Nein, dieser Hund war frei von Ehre und ich habe jeglichen Respekt verloren. Er hat die Mannschaft in Stich gelassen, als sie ihn am meisten gebraucht haben. Meinetwegen hätte er in seiner Metallrüste, mitsamt seinem Schiff untergehen können. Wie soll ich Lille, der ich eingeredet hatte mitzukommen, noch ohne Unbehagen jemals in ihre Augen sehen können?

Ich hatte eine letzte Aufgabe als Navigatorin. Also schnappte ich mir ein Stück stabiles Holz und mein letztes Blatt Papier aus meiner Transportrolle, einen Stift, meinen Kompass und machte mich ran, die Insel abzulaufen und bereits den groben Umriss auf das Blatt zu bekommen. Mein Kopf schmerzte ungemein, als würden unzählige Zimmermänner ihre Nägel in ihn mit voller Wucht einschlagen. Die Sonne und Hitze machten mir bislang sehr zu schaffen, ich war noch immer nicht frei von Schwindel und musste mich nach längerem Liegen erbrechen. Doch wie Aneka sagte, “Ruhen kann ich noch, wenn ich tot bin.” Also schnappe ich mir diese Schönheit und lasse mir helfen, wo es sein muss.



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