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Dankbarkeit

Verfasst: Montag 24. Juli 2006, 09:03
von Sheldrea
Nun war Sheldrea schon ein paar Wochen hier auf dieser neuen Insel, auf der Farm, und wenn etwas gewachsen war erntete sie es mit großem Vergnügen. Ihren Vater hatte sie schon beinahe vergessen, nicht nur weil sie hier schier endlose Ablenkung hatte, sondern weil sie hier ganz anders behandelt wurde. Das tat ihr nicht nur körperlich gut. Die blauen Flecke, die sie auf Bajard noch hatte, waren inzwischen vollständig abgeklungen, äußerlich erinnerte nichts mehr an die Gräuel, die dem Kind angetan worden waren. Ihr Leben bei Alassea und Shiera auf dem Hof, zusammen mit den anderen Kindern, weit weg von ihrem Vater, wissend dass man sie beschützen würde sollte er doch irgendwann auftauchen, war einfach wundervoll. Sie genoß ihr neues Leben in vollen Zügen zeigte das auch gern. Alassea war ihr wie eine Schwester, eine große Schwester zu der man aufblicken konnte. Shel war immer sehr erstaunt, was die alles wusste und konnte.

Eines Morgens blickte sie Alassea nach dem Frühstück an und meinte "Ich möchte gern schreiben und lesen und rechnen lernen!". An ihren Augen konnte man feststellen, dass ihr das absolut ernst war.

Verfasst: Montag 24. Juli 2006, 13:28
von Alassea
Lesen, Schreiben und Rechnen. Verdattert blickte alassea aus einem Buch auf, in dem sie die derzeitige Buchführung des Hofes schrieb. Kayarana war draussen mit der Ernte beschäftigt. Shiera noch auf Reisen und Elias bestimmt wieder auf einer Geschäftsreise. Die anderen Kinder spielten fröhlich draussen herum oder standen Kayarana im Wege und die beiden Kleinsten schliefen.

Langsam stand sie auf und holte dreierlei Bücher, zwei Tintenfässer mit jeweils zwei Federn und einem Pergament. Rasch hatte sie auf dem Pergament das gesamte Alphabeth aufgeschrieben und die Zahlen bis einschliesslich 100.

Danach setzte sie sich neben Sheldrea und zusammen begannen sie erstmal das Alphabeth zu lesen, jeden Buchstaben mit der richtigen Aussprache und jener Aussprache die man für ganze Wörter in der Lautsprache brauchte. Das machten sie mindestens zwei Stunden, wurde Sheldrea unaufmerksam begann sie mit den Zahlen, danach gab es eine längere Pause in denen sie es Sheldrea überliess sich die Buchstaben einzuprägen und die Zahlen, oder lieber draussen mit den anderen Kindern zu spielen.

Verfasst: Montag 24. Juli 2006, 14:04
von Sheldrea
Mit den Fingerchen auf dem Pergament strich sie unter den Zeichen entlang und sprach das geschriebene nach. Bei einigen Buchstaben hatte sie Probleme, sich den Laut zu merken, insbesondere beim Ypsilon. Kurz war Alassea abwesend, da schaute Shel sich verschmitzt um. Grinsend blickte sie auf das Papier, ihr kleines Herz pochte hoch. Die Buchstaben des Alphabets vor der Nase, das Tintenfass auf dem Tisch und die Feder in der Hand, ließ sie sich den Namen der ihr liebsten Person durch den Kopf gehen. Welcher Buchstabe wäre wohl der Erste.. so malte sie einen Bogen, fast wie ein Regenbogen, und ein Strichlein in die Mitte. A stand auf dem Blatt.
Der zweite Buchstabe war etwas anders, aber er sah aus wie eine Kerze, die einen Schaten wirft. Etwas krakelig zwar, aber das L war ganz gut zu entziffern.
Danach gelang ihr das folgende A schon besser.
Die Feder wanderte in die Tinte zurück, und der nächste Buchstabe S wurde geschrieben,
gefolgt S von seinem Zwilling.
Das E mutete an wie ein Kamm mit nur drei Zinken.
Zum Abschluß schrieb sie wieder eins der Bogen-As.

Noch war Alassea nicht wieder zurückgekehrt und so fand noch ein Wort seinen Weg auf das Papier. Der erste Buchstabe des folgenden Wortes sah wie das L aus, nur dass die Kerze diesmal keinen Schatten hatte.
So stand dort ein I.
Es folgten die Schlange S
und der Tisch T.

Nun das letzte Wort, das den Satz komplettieren sollte. Wieder malte sie die Buchstaben ab,
zuerst dieser Kerzenbuchstabe L,
gefolgt von der Kerze ohne Schatten I
und dem gebrochenen Kamm E, den sie gleich noch einmal schrieb, nur die Enden versah sie mit einem Bogen,
ein B ward geschrieben.

Freudestrahlend blickte sie auf ihren ersten selbst geschriebenen Satz, lehnte sich zurück im Stuhl, ließ die kleinen tintenbefleckten Finger ein wenig ausruhen. Auf einem neuen Papier übte sie dann weiterhin das schreiben der Buchstaben und Zahlen. Jenen Zettel mit ihrem ersten Satz darauf legte sie weit weg von sich, weit weg vom Tintenfässchen. Alassea sollte ihn noch lesen können, wenn sie irgend wann wiederkam.