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Die Ahnen sagen nur Gutes über dich, Olov

Verfasst: Donnerstag 31. März 2022, 19:26
von Alev Wikrah
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Das schwache Licht der Abenddämmerung sickerte in die Nebelfäden, die im dichten Unterholz des Waldes hingen. In der Ferne ging das blasse Silber des Nebels in einem rötlichen Schimmer auf. Die Thyren hatten ein riesiges Feuer entfacht.

Jorun und Alev waren mit der rasch untergehenden Sonne zum Hain aufgebrochen. Der moosbedeckte Waldboden des Hains trug noch die Feuchte der kalten Monate. Winterstürme hatten Bäume gefällt. Hohle Eichenriesen standen mit ihren weit aufgerissenen Mäulern bereit sie zu verschlingen. In den morschen Wurzeln tauchten Gesichter auf und im dumpfen Geraune des Windes glaubte sie Melodien zu hören.

Schwarze, schwer bewaffnete Gestalten tauchten aus der Dunkelheit auf und verschwanden wieder darin. Sie alle hatten das gleiche Ziel.

Angesichts der bevorstehenden Schwertweihe war die Stimmung unter den Thyren von einem feierlichen Ernst getragen. Alev spürte das. Sie wusste, dass eine Weihe eine wichtige Angelegenheit war und dass dem Clan unsichere Zeiten drohten, wenn die Ahnen ihren Segen verweigerten. Sie sprach deswegen immer nur gut über die Oudtvoirdern.

"Wenn dey nuad gut über sey sprychst, bespuckst dey dye Ahnen und dye Ahnen werden nuad gern bespuckt," hatte sie sich gemerkt und das leuchtete ihr ein.

Die Thyren hatten sich in dieser Nacht um ein Feuer versammelt. Über den hoch in den Nachthimmel züngelnden Flammen tanzten Funken. Die Schamanin trug eine knöcherne Totemmaske und beschwor die Geister der Ahnen. Mit dem dumpfen Klag der gleichmäßig geschlagenen Trommeln stampften die Thyren in den Nebelschwaden, die ihr Stab aus den Felsen geschlagen hatte. In alle Himmelsrichtungen wurden Gaben dargebracht, um die Elemente zu besänftigen und das Wohlwollen der Ahnen zu beschwören. In ihrer Gegenwart stellte sich der Einherjer den Kriegern der Clans und unterlag nicht. Als die Thyren den Namen seines Schwertes skandierten, drang ihr Rufen selbst in die Halle seiner Ahnen und sie würden ihn nicht vergessen.