In die Tiefe
Verfasst: Sonntag 27. März 2022, 14:41
Rahal. Lange war es her, seit sie die Burg besucht hatte, den Hort oder das dunkle Reich. Dennoch schien vieles vertraut und manche Dinge würden sich wohl nie ändern. Das neue Haus war ein großes Durcheinander, aber der wunderschöne Garten machte alles wett. Es wäre nicht schwer gewesen Gemütlichkeit und Ordnung zu schaffen, aber dafür war sie nicht hergekommen.
Weit ab vom Orden hatte die Macht der Elegida sie nach einiger Zeit verlassen und sie wusste, dass Veränderungen vorgingen. Manchmal jedoch, in Momenten, die es laut der verinnerlichten Geschichte nicht gab, gab es Dinge, um die man sich vor den Ordensbelangen kümmern musste. Vermutlich genau deshalb war die Macht der Elegida geschwunden oder ein neuer Meister hatte sich erhoben und jemanden erwählt, der ein Fleischschild zwischen dem Dolch der rangniederen Arkorither und ihm oder ihr bildete. So oder so, wenn sie in Narans lächelndes Gesicht sah, seine Fortschritte beobachtete und seine Zukunft in die Wege leitete, war sie zufrieden. Ihr Sohn hatte sich schon in Rahal prächtig gemacht, doch mit jedem Fingerbreit den er wuchs, schien er mehr Talent zu entwickeln und es war Zeit geworden einige Dinge mit seinem Vater zu besprechen. Deshalb war sie im dunklen Reich.
Tage später:
Lange hatten sie sich besprochen und die gemeinsame Zeit ausgekostet. Der Abend als sie wieder auf das Schiff schritt war rau. Wind peitschte durch die Gassen und der Abschied fiel ihr schwer. Natürlich ließ sie sich das nicht anmerken. Stets ein freundliches Lächeln war eine ebenso dienliche Maske wie eine gewisse Höflichkeit. Man hatte sie immer für die 'nette' Arkoritherin gehalten, aber die Menschen, die sie getötet, verletzt und deren Gedanken sie manipuliert hatte, kannten eine andere Gabriella. Das Gesicht im Wind, die Locken tänzelnd hob sie die Hand und sah noch so lange zu Keldaron wie er zu erkennen war. Naran würde sich über die Neuigkeiten von seinem Vater freuen, da war sie sicher.
Nach Tagen auf See:
Mehr und mehr geriet das Wasser in Bewegung. Wellen türmten sich haushoch auf und alle magische Hilfe nutzte nur wenig. Wenngleich sie das Schiff stärkte und den Matrosen so oft es ging ein wenig Kraft zukommen ließ. Mit knirschenden Zähnen hielt sie durch, zumindest am Anfang, doch dann wurden die Pausen länger und länger. In einer besonders stürmischen Nacht konnte nicht verhindert werden, dass Menschen über Deck gespült wurden. Mit Seilen gesichert war sie auf das Klanggefüge konzentriert, versuchte das Schiff zu stärken, doch dann, von einer Sekunde zur anderen Sekunde war sie unter Wasser. Unbarmherzig zogen die Seile sich zusammen und die Schiffsteile, die nun Trümmer waren, an denen sie festgebunden waren, zogen sie in die Tiefe. Wie ein großer, dunkler Schatten war das Schiff noch einen Moment zu sehen. Vollkommen erschrocken zerrte sie, versuchte sich zu befreien und griff in aller Panik in das Lied ein. Bevor sie jedoch irgendetwas ausrichten konnte, traf etwas ihren Kopf und das Bewusstsein vernebelte. Blut verlor sich im Wasser und Kälte kroch in ihre Glieder als sie die Augen schloss. Stille, die Geräusche des Sturms waren verstummt und je mehr ihr Geist davon dämmerte, desto klarer sah sie ein Bild vor Augen das sie lange nicht erblickt hatte. Er war hier, bei ihr und in den letzten, bewussten Momenten streckte 'die Goldene' ihre Sinne nach 'dem Dunklen' aus und die beiden Magier waren wieder vereint. Im Hier und jetzt jedoch sank sie tiefer und tiefer in das Meer, ertrank am salzigen Meerwasser und starb einen stillen Tod. Wochen später, nachdem das Schiff den nächstbesten Hafen erreicht hat, erging entsprechende Nachricht an Ritter Rabenstein in Rahal und an die Familie in Shevanor.
Weit ab vom Orden hatte die Macht der Elegida sie nach einiger Zeit verlassen und sie wusste, dass Veränderungen vorgingen. Manchmal jedoch, in Momenten, die es laut der verinnerlichten Geschichte nicht gab, gab es Dinge, um die man sich vor den Ordensbelangen kümmern musste. Vermutlich genau deshalb war die Macht der Elegida geschwunden oder ein neuer Meister hatte sich erhoben und jemanden erwählt, der ein Fleischschild zwischen dem Dolch der rangniederen Arkorither und ihm oder ihr bildete. So oder so, wenn sie in Narans lächelndes Gesicht sah, seine Fortschritte beobachtete und seine Zukunft in die Wege leitete, war sie zufrieden. Ihr Sohn hatte sich schon in Rahal prächtig gemacht, doch mit jedem Fingerbreit den er wuchs, schien er mehr Talent zu entwickeln und es war Zeit geworden einige Dinge mit seinem Vater zu besprechen. Deshalb war sie im dunklen Reich.
Tage später:
Lange hatten sie sich besprochen und die gemeinsame Zeit ausgekostet. Der Abend als sie wieder auf das Schiff schritt war rau. Wind peitschte durch die Gassen und der Abschied fiel ihr schwer. Natürlich ließ sie sich das nicht anmerken. Stets ein freundliches Lächeln war eine ebenso dienliche Maske wie eine gewisse Höflichkeit. Man hatte sie immer für die 'nette' Arkoritherin gehalten, aber die Menschen, die sie getötet, verletzt und deren Gedanken sie manipuliert hatte, kannten eine andere Gabriella. Das Gesicht im Wind, die Locken tänzelnd hob sie die Hand und sah noch so lange zu Keldaron wie er zu erkennen war. Naran würde sich über die Neuigkeiten von seinem Vater freuen, da war sie sicher.
Nach Tagen auf See:
Mehr und mehr geriet das Wasser in Bewegung. Wellen türmten sich haushoch auf und alle magische Hilfe nutzte nur wenig. Wenngleich sie das Schiff stärkte und den Matrosen so oft es ging ein wenig Kraft zukommen ließ. Mit knirschenden Zähnen hielt sie durch, zumindest am Anfang, doch dann wurden die Pausen länger und länger. In einer besonders stürmischen Nacht konnte nicht verhindert werden, dass Menschen über Deck gespült wurden. Mit Seilen gesichert war sie auf das Klanggefüge konzentriert, versuchte das Schiff zu stärken, doch dann, von einer Sekunde zur anderen Sekunde war sie unter Wasser. Unbarmherzig zogen die Seile sich zusammen und die Schiffsteile, die nun Trümmer waren, an denen sie festgebunden waren, zogen sie in die Tiefe. Wie ein großer, dunkler Schatten war das Schiff noch einen Moment zu sehen. Vollkommen erschrocken zerrte sie, versuchte sich zu befreien und griff in aller Panik in das Lied ein. Bevor sie jedoch irgendetwas ausrichten konnte, traf etwas ihren Kopf und das Bewusstsein vernebelte. Blut verlor sich im Wasser und Kälte kroch in ihre Glieder als sie die Augen schloss. Stille, die Geräusche des Sturms waren verstummt und je mehr ihr Geist davon dämmerte, desto klarer sah sie ein Bild vor Augen das sie lange nicht erblickt hatte. Er war hier, bei ihr und in den letzten, bewussten Momenten streckte 'die Goldene' ihre Sinne nach 'dem Dunklen' aus und die beiden Magier waren wieder vereint. Im Hier und jetzt jedoch sank sie tiefer und tiefer in das Meer, ertrank am salzigen Meerwasser und starb einen stillen Tod. Wochen später, nachdem das Schiff den nächstbesten Hafen erreicht hat, erging entsprechende Nachricht an Ritter Rabenstein in Rahal und an die Familie in Shevanor.