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Wenn der Wind mit dem Sand tanzt
Verfasst: Freitag 21. Juli 2006, 16:41
von Der Erzähler
Kaum merklich scheint sich der Sand der Wüste Menekurs schneller zu bewegen, durch den steten heißen Wind getragen. Keine Richtung behält er bei, Korn an Korn, bewegt sich mal hierhin, mal dorthin, einem Tanze ähnelnd... Reigen aus Sand.
Der Wind, heißem Atem gleichend, der einem ins Gesicht weht, das Luft holen schwierig macht, den Schleier der Frauen an die Lippen preßt.
Die Vorboten eines Sandsturmes?
Der Abend, der sonst angenehme Kühle verschafft, er bleibt beinah so heiß wie am Tage und auch die Nacht läd nicht dazu ein, sich in Felle oder Decken zu hüllen.
Es scheint, als hätte die Sonne beim Untergehen vergessen, die Hitze mit sich zu nehmen.
Vorboten eines Sandsturmes?
Des Nachts, wenn es ganz still ist, kann man es vernehmen... dieses leise Knirschen, ab und an gar ein leises Knacken.
Vorboten wovon?
Verfasst: Freitag 21. Juli 2006, 22:42
von Fadi Yazir
Wie oftmals gern am Abend suchte er die Dachterasse seines Hauses auf. Hier konnte er Ruhe finden nach den Aufregungen, die jeder Tag auf seine ganz eigene Weise für sich bereithielt. Nachdem er sich auf den Kissen niedergelassen und die Wasserpfeife ein Stück herangezogen hatte, fuhr er mit der Hand über den Teppich, um an die Tabakkiste zu gelangen. Trotz der Zeltwände, die Hadiya aufstellen ließ, um Sonne und Wind aus der Sitzecke herauszuhalten, hatte sich nicht nur die gewöhnliche feine Schicht Sand auf dem Boden abgesetzt. Langsam ließ er die kleinen Sandkörner zwischen seine Finger hindurchgleiten. Kurz betrachtete er die vielen kleinen Sandkörner, die doch alle ganz verschieden in ihrer Form waren, so dass in der ganzen Wüste wohl keines dem Zweiten glich.
Ein kurzer Geschräuschfetzen der von den Gassen heraufflog, riss ihn aus seinen Gedanken. Die Sandkörner aus seiner Hand warf er über die Brüstung und begann seine Pfeife zu stopfen. Nachdem er die ersten Züge aus der Pfeife genommen hatte und sich recht selbstzufrieden zurücklehnte vernahm er wieder Geräusche vom Treiben in den Gassen.
Einige Züge später erhob er sich. Als er, aus dem von den Zeltwänden geschützten Bereich, hervortrat und sich hinabschauend auf die Brüstung stützte, bließ ihm wieder der heiße Wind ins Gesicht. Heiß war es, schrecklich heiß und er spührte die einzelnen Sandkörner wie kleine heiße Nadelstiche in seinem Gesicht. Die Elemente waren in Bewegung, mehr als sonst selbst zu dieser Jahreszeit üblich. Feuer, Luft und Erde waren in Bewegung. Die Augen zusammenkneifend begab er sich wieder in den Windschatten und blickte gen der Zeltwände. Wie kleine Segel füllten sie sich.
Die hereinbrechende Nacht brachte kaum eine Erfrischung wie es sonst der Fall war. Unzählige Male wälzte er sich die Nacht umher ohne den rechten Schlaf finden zu können. Selbst in dem sonst so kühlen Keller hatte sich die warme Luft hinein geschleppt und machte ihn fast zu einem stickigen Loch.
Verfasst: Samstag 22. Juli 2006, 16:01
von Sahar Taj
Wie jeden Abend schlenderte Sahar an der Küste entlang. Sie genoß diese stillen Stunden, das Geräusch der rollenden Wellen im Ohr. Meist hüllte sie sich in einen schützenden Umhang, denn die Kühle der Nacht brach oft trügerisch schnell herein und überraschte die Unvorsichtigen. Doch in dieser Nacht blieb der Umhang zu einem Bündel gerollt unter ihrem Arm - es schien nicht kühler zu werden. Die Hitze des Tages blieb, und schon nach kurzer Zeit unterbrach die junge Frau ihren sonst so belebenden Spaziergang. Der Schleier, der ihr sonst als zusätzlicher Wärmespender diente, klebte nun durch die steten Windböen wie eine zweite Hautschicht an ihr. Er hielt wohl die feinen Sandkörner fern, die in der Luft knirschten, dennoch standen ihr nach kurzer Zeit kleine Schweißtröpfchen auf der Stirn.
Was zog hier herauf? Sandstürme waren auf Menek'Ur nichts ungewöhnliches, doch kündigten sie sich gewöhnlich nicht über so lange Zeit hinweg an. Rasch zog sich Sahar in die schützenden Mauern zurück. Die gespeicherte Hitze wollte nicht weichen, auch des Nachts wälzte sie sich in ihrer Hängematte von einer Seite zur anderen. Die wärmende Decke wurde unwillig zu Boden geworfen, alleine ihre Anwesenheit trieb der Bardin wieder den Schweiß auf die Stirn. Die wenigen Nachtstunden in denen sie zur Ruhe kam, waren von wilden, unzusammenhängenden Traumbildern gestört. In den frühen Morgenstunden trieb es sie bereits wieder aus der Matte. Nur in den leicht gekühlten Fluten eines Bades ließ es sich aushalten. Im Wasser versunken wusch sie sich Schweiß und Sand aus den langen Locken. Widerstrebend verließ sie das Bad um sich in frische Kleidung zu hüllen. Das Wohlgefühl der Kühle hielt jedoch kaum lange an.
Verfasst: Sonntag 23. Juli 2006, 11:45
von Hadiya Yazir
"Wenn Wind und Feuer die Erde treiben..." Unruhig wälzte sich Hadiya in ihrem Bett umher, mit einer heftigen Bewegung flog die leichte Decke auf den Boden. Aber es brachte keine Abkühlung, das dünne Hemd klebte weiterhin schweissnass an ihrem Körper. Auch im Keller, war die Luft viel zu warm und stickig. Ihre Gedanken kreisten um das Gespräch mit ihrem Bruder. "Die Elemente sind in Aufruhr...sie sind im Ungleichgewicht..." Sie hatte nicht alles von Fadis Worten verstanden. Aber sie würden Raakin fragen, Fadi hatte es versprochen. Raakin wusste sicher Rat. Hadiya hatte immer bewundernd zu ihren Brüdern aufgesehen. Beide hatten lange studiert, vieles gelernt und erlebt. Sie wussten dieses Mal sicher auch, was zu tun war.
Ismaael.... Mit einem Ruck setzte sie sich im Bett auf. Ihr Herz zog sich zusammen. Was, wenn wirklich ein Sandsturm kommen würde? Er hatte doch kein schützendes Haus, er schlief doch immer noch draussen in der Wüste. Jetzt war es endgültig um ihren Schlaf geschehn. Mit einem Satz sprang sie aus dem Bett und lief unruhig im Zimmer auf und ab.
Er musste sich einen schützenden Ort suchen, wenn wirklich ein Sturm kommen würde, er konnte nicht draussen in der Wüste bleiben. Nur mit Mühe konnte Hadiya den Wunsch unterdrücken, sofort hinaus zu laufen und nach Ismaael zu suchen. Ihre Gedanken überschlugen sich und die Sorge um ihn wurde immer grösser. Fadi würde sicher schimpfen, wenn sie mitten in der Nacht so hinaus laufen würde. Hin- und hergerissen, zwischen Angst und Pflichtgefühl, schlug sie mit der Hand an die Mauer aus Sandstein. Morgen... ja... morgen, sobald sie Sonne aufgeht, würde sie gehn.
Verfasst: Sonntag 23. Juli 2006, 11:46
von Ismaael Masari
Unsanft geweckt worden. Eigentlich freute er sich doch jeden Morgen, wenn ihm die Sonne auf die Nase schien und er dadurch zwangsweise zum Aufstehen gezwungen wurde. Er brummte nur, als ihm die Sandkörner wie Nadelstiche ins Gesicht jagden. Die Augen öffnete er nur einen Spalt, als würde er es gar nicht mehr wagen, sie gänzlich zu öffnen, aufgrund der Angst, sie durch das aufkommende Gewirbel des Sandes zu verlieren.
Schnell packte er seine Sachen zusammen. Nahm Säbel, Schild und Rüstung ansich. Die restlichen Sachen deponierte er beim Bazar. Es war diesmal sicher kein guter Tag zum Jagen, doch war er pflichtbewusst und musste vor dem Emir, dem Großwesir und auch dem Statthalter seine Disziplin beweisen.
Ob er diese Nacht doch nicht lieber einen anderen Ort zum Schlafen aufsuchen sollte? Er wusste es nicht. Er konnte sich nur denken, dass ihn die Mauern des prächtigen Menek'Urs schützen würden. Aber wozu? Seine Familie hatte auch Sandstürme auf offenem Land überlebt. Er war stark. Er hatte das Wissen. Wozu sich wohin flüchten, wenn er doch wusste, wie man selbst auf offener Fläche sich bestens vor einem Sandsturm schützt. Merkwürdig.. dieser Sandsturm kündigte sich früh an. Anders als gewöhnliche Sandstürme. Es war auch wärmer als sonst. Die Haut brannte, nur das Kühle Klatschen des Wassers in sein Gesicht beim Aufstehen, das brachte Erleichterung. Ein kurzer Augenblick, den er genoß.
Wieder führte sein Weg ins Ahnengrab. Er atmete nur sehr langsam, sog die peitschend, heiße Luft in sich auf, die ihm nur noch mehr Schweiß auf die Stirn trieb. Er hatte diesmal mehrere Wasserschläuche eingepackt, nur zur Sicherheit. So schwer es war, und so ermüdend es war seine Glieder zu bewegen. Er hatte Arbeit zu erledigen.
Verfasst: Sonntag 23. Juli 2006, 12:21
von Der Erzähler
Die nächsten Tage sind heiß wie die Letzten, während die Nächte die ersehnte Abkühlung nicht bringen. Der Wind macht sich einen Spaß daraus, den Sand aufzuwirbeln und im nächsten Moment still zu stehen, so dass die Körnchen auf der Stelle zu Boden sinken, nur um im Moment darauf erneut, scheinbar wahllos, umher zu stoben.
Der Wind dringt in die Gassen, drückt gegen die Häuserwände, die feinen Körnchen setzen sich in die Fugen zwischen den Sandsteinen. Sie werden durch die Fenster geweht, durch sich öffnende Türen. Vor geschlossenen Türen bilden sich kleine Sandanhäufungen, wie auch an den äußeren Häuserwänden.
Der Brunnen, an dem sich Tag für Tag die Frauen treffen, um Wasser zu schöpfen, die Tiere zu tränken, sich zu unterhalten, an dem die jungen Männer ein Auge werfen, auf die jungen Schönheiten, in der Hoffnung, irgendwann einmal mehr von ihnen erblicken zu dürfen, als das verschleierte Gesicht, trägt nun eine dünne Sandschicht, die langsam auf den Grund sinkt, nur um die nächste Schicht hinein geweht zu bekommen.
Wer beim Wasser schöpfen nicht acht gibt, wird mit Sandkörnchen auf der Zunge belohnt.
Auch scheint das Wasser nicht so kühl und erfrischend wie vor Tagen noch.
Das leise Knirschen bleibt.
Verfasst: Sonntag 23. Juli 2006, 14:48
von Aalina Yazir
Mühsam stapfte Lina durch die unsagbare Hitze. Zwar sollte man meinen, dass sie an die Hitze gewöhnt sein sollte, doch nahm ihr die beißende Kraft der Sonne fast den Atem. Nicht einmal nachts kühlte es nun noch ab. Vor ein paar Tagen noch war es die Erleichterung gewesen, dass die Nacht den Tag abkühlen würde. Doch jetzt? Die Luft stand. Und wenn sie nicht stand peitschte der Wind gegen die Sandsteinwände. Wohl der letzte Schutz, welcher den Menekanern blieb - die eigenen vier Wände.
Betrübt sah Aalina aus dem Fenster. Was hatte das zu bedeuten? Das war alles andere als normal. Bahnte sich da etwas an? Sie war ratlos. Sie wagte es nicht auf das Dach des Turmes zu gehen, sogleich versteckte sie sich in den Tiefen des Kellers. Nicht einmal der Keller schien gekühlt zu bleiben, die Wärme durchdrang selbst Kellerwände. Kühlendes, kaltes Wasser im Badebecken inmitten des Turmes? Von wegen. Warm, als hätte die Sonne hoch im Keller gestanden. Wo war Raakin? Er hatte Ahnung von Elementen, er konnte ihr vielleicht sagen was hier los war. Noch einmal überprüfte sie die Truhen im Haus. Sollte etwas schlimmeres passieren würden sie nicht hungern und nicht dursten. Mühsam schleppte sie die Früchte in den Keller, der Ort, der von allen noch am kühlsten war.
Und diese Nacht würde Aalina es nicht wagen noch einmal in ihre Schneiderei zu flitzen. Zu mächtig war die Gewalt der Natur, welche es vermochte all die Menekaner in ihre Häuser zu sperren.
Verfasst: Sonntag 23. Juli 2006, 18:01
von Khalida
Sie fluchte und verwünschte das heiß geliebte Heimatland. Hätte heute nicht wer anders Wache schieben können? Aber sie war ja vorbereitet. Anstelle des Schleiers trug sie nun wirklich eine Staubmaske, und nutzte so manches mal den Speer um sich damit gegen den Wind zu stellen.
Sie haderte mich sich selbst. Totschwitzen unter den verdeckenden Stoffbahnen, oder den restlichen Tag damit verbringen, Rüstung, Waffen, und zuguter letzt sich selbst von den kratzigen Sandkörnern zu befreien - sie entschied sich für Ersteres.
Sie hoffte inständig, dass die Tücher vor den Fenstern halten werden, und nicht wie in der Nacht davor dem Wind nachgeben würden, und ihr eine weitere freudvolle Stunde des Fegens einbringen.
Verfluchte Heimat..
Verfasst: Montag 24. Juli 2006, 13:21
von Zaina Masari
Die Hitze war unerträglich, dachte sie doch, sie wäre an die Hitze gewohnt, schliesslich lebte sie auf Menek'Ur. Doch diesmal war einfach alles anderst. Die Nächte kühlten nichtmehr ab, die Hitze war stockend, drückend ... und dann dieser seltsame Wind. Heiss und trocken.
Mühsam arbeitete sie sich in Richtung Salzberg vor, verhüllt von oben bis unten, damit ihr die Sandkörner nicht wild ins Gesicht und um den Körper schlugen. "Was hatte das zu bedeuten? Was hatte Eluive vor?"
Im Salzberg angekommen, musste sie feststellen, dass auch hier sich langsam die Hitze staute. Die frische Kühle des Berges war nichtmehr so, wie sie jene kannte. Irgendwie veränderte sich alles, die Hitze, die aufkeimenden Sandstürme, von Tag zu Tag wurde es unerträglicher. Der einzige Schutz, die eigenen vier Wände, dort schloss sie sich ein, was blieb ihr anderes übrig, draussen war die Luft zu gleissend heiss und voller Sand ... so sehr sie jenen auch liebte, aber lieber war ihr jener, wenn er am Boden blieb. Ruhig und unbewegt.
Verfasst: Montag 24. Juli 2006, 14:37
von Sharie Ifrey
Eine Schweißperle rann ihr die Stirn runter, als sie auf ihrem Dach im Wind Stand und richtung Wüste blickte. Völlig eingehüllt in einen dunklen Kaftan und um den Kopf einen Turban gewickelt, der bis auf einen kleinen Schlitz für die Augen, nichts preis gab, stand sie da und beobachtete das Wetter. Die aufmerksamen haselnuss braunen Augen suchten vergebens nach einem Grund die Umgebung ab.
Was war blos los die letzten Tage? Die Nächte hatten nichts mehr von der kühlen Frische, und der Himmel am Tage hatte auch nichts mehr von seiner azurblauen Klarheit. Hingegen war die Luft trüb und seid Tagen trieben sich ein Khamsin (Sandsturm) nach dem anderen duch die Wüste und die Stadt und wirbelten den Sand zu hohen Türmen auf, wobei das eine oder andere Haus fast unter den Sandmassen vergraben wurde.
Keine einzige Stelle des Körpers war von den kleinen staubkörnchen gefreit, die wirbelnd durch die Luft folgen, als erneut ein Sandwirbel an ihrem Haus vorbei zog. Es war nutzlos den Sand aufhalten zu wollen, denn er fand ja doch bei jedem neuen Windstoß ein andere Fuge wo er sich hätt reinsetzen können. So galt es nun abzuwarten bis die Sandstürme ein Ende finden würden. Doch wann würde das sein? Nur Eluive in ihrer Weißheit schien die Entscheidung treffen zu können, bis dahin wurde Mensch und Tier weiterhin von Sand und Hitze gepeiningt.
Verfasst: Dienstag 25. Juli 2006, 15:38
von Fadi Yazir
Erneut war eine Nacht vergangen, die er eher in Bewegung als in Ruhe verbracht hatte. Immer wieder wachte er auf, wendete sich und fand doch keinen durchgehenden Schlaf. Mißmutig blickte er etwas müde und erschöpft von seinem Dach auf die Gassen hinab. Normalerweise tobte dort das Leben. Jede Menge Leute, die mit ihren Körben zum und vom Basar eilten, kleine Grüppchen die zusammenstanden an den schattenspendenden Palmen und mithilfe wilder Gestikulierung lebhaft Neuigkeiten austauschten. Kinder, die durch die Gassen eilten, sich gegenseitig zu fangen versuchten oder für irgendjemanden irgendwo hineilten um sich ein paar Münzen zu verdienen.
Doch nun waren die Gassen leer und ausgestorben. Hier und da bahnte sich jemand den Weg, dicht an die Häuserwände gedrängt stapften die Leute zum Brunnen. Er wollte zum Badehaus gehen. Der einzige Ort auf Menek'Ur, der wenigstens kurzfristig Besserung versprach.
Vor der Tür hatte sich ein ansehnlicher Haufen Sand angesammelt und auch an dem Zeltvordach sammelte sich eine Menge, die geeignet schien es früher oder später herabzureissen. Vor den anderen Häusern sah es kaum besser aus. Einige hatten die Eingänge vom Sand befreit, als sie am Morgen ihr Haus verließen, was jedoch ein ziemlich sinnloses Unterfangen war. Selbst dort wo die Leute noch schippten, wehte der heiße Wind den Sand wieder an die Mauern und Türen zurück.
Kurz sah er am Statthaltersitz vorbei, an welchem er am Abend Sahar empfangen wollte. Die Tür vom Vorraum hatte große Ausschnitte und reichte auch nicht ganz zum Boden. Einladend sollte es wohl wirken, doch nun sorgte es dafür, dass Sandmassen in den Vorraum hineingetragen wurden und sich sogar ab und an kleine Sandwirbel hier verfingen. Ein fast wunderliches Schauspiel. Kurz blieb er stehen und beobachtete wie die vielen kleinen Sandkörner der strömenden Luft eine Form gaben, die hin und her tanzte.
Weiter auf seinem Weg betrachtete er den Brunnen. Auch hier waren kaum Menschen anzutreffen. Der Brunnen selbst schien seine äußere Form verloren zu haben. Die Sandberge reichten schon fast bis an den Brunnenrand heran. Wer weiß, wielange es noch brauchte bis der Sand in größeren Mengen das Brunnenwasser trüben würde.
Wo man herumschaute das gleiche Bild. Selbst der Zugang zur Mine war bereits stark zugeweht und das Vorzelt trug ebenso reichlich Sand. Nicht auszudenken, wenn es einstürzen würde während die glorreichen Schürfer dort arbeiteten. Die Wachen würden sie sicher befreien können, doch wie lange würde man noch dort arbeiten können. Schon jetzt kamen jeden Tag weniger Schürfer in den Berg.
Einige Tage schon hielten diese Sandwehen an. Es war anders als sonst. Ein Sturm kündigte sich sehr kurz an und zog dann mehr oder auch weniger kraftvoll über die Stadt. Aber jetzt - tagelange Wehen ließen die Stadt Stück für Stück im Sand versinken, ohne dass ein richtiger Sturm aufzog und nach dessen verschwinden das Leben wieder aufblühen konnte. Er hoffte heute endlich Raakin sprechen zu können. Langsam durch das Wasser des Badehauses treibend ging er die Lehren durch die er in den Jahren in Tirell vermittelt bekommen hatte und versuchte Fragen zu finden auf die Raakin dann eine Antwort haben könnte, haben müsste.
Verfasst: Dienstag 25. Juli 2006, 18:16
von Der Erzähler
Die schier unerträgliche Hitze will nicht vergehen, läßt die Zungen trocken am Gaumen kleben. Der heiße Wind tanzt nicht mehr nur mit den feinen Sandkörnchen, nein er sucht sich andere Tanzpartner. Hier ein fein gewebter Vorhang, am Fenster, den er aufbauscht, wie es ihm gefällt, den er dreht, zu neuer Form, um ihn dann wieder frei zu geben.
Dort ein Baldachin, der dem Wind nicht standhalten kann, als dieser ihn aufbläht, bis die Nähte reißen und er als Stoffetzen herunter hängt, während der Wind weiter zieht, auf der Suche nach neuen, willigen Tänzern.
Zu heiß.
Zu trocken.
Leises Knacken.
Feine Risse bilden sich in den Häuserwänden und Stadtmauern, gegen die der Wind drückt.
Sie graben sich durch die Wände, ziehen sich am Boden unter den feinsten, gewebten Teppichen entlang, nur dem aufmerksamen Beobachter entgehen sie nicht.
Verfasst: Donnerstag 27. Juli 2006, 14:18
von Aalina Yazir
In der Mitte des Raumes saß sie kauernd da. Was sollte sie nur tun? Draußen tobte der Sturm, die Palmen bogen sich in jede Richtung. Das Obst der Palmen wurde kreuz und quer durch die Lüfte geschleudert, landeten unsanft auf dem Boden, zersprangen, platzten auf, tauchten den Sand in unterschiedliche Farben. Aalina schloss die Augen. Warum musste das alles jetzt geschehen? Hatten sie nicht schon genug zu tun gehabt auf Menek'Ur? Kaum war alles wieder einigermaßen in Ordnung schien das nächste Schlamassel aufzutauchen. Das Knacken. Schon wieder eines. Und der nächste Riss durchzog die Hauswand. Wie lange würde der Turm dem Sturm noch Stand halten? Und die andere Frage: Wohin sollte sie mit Raakin gehen? Gab es irgendwo Schutz? In den Keller unter der Erde? Nein, würde der Turm zusammenbrechen würde der Ausgang des Kellers verschüttet werden. Sie sah sich um. Sollte das alles verloren gehen? Wofür sie so mühsam gearbeitet hatte?
Sie rappelte sich auf und sah erneut aus dem Fenster. Es war keine Kunst mehr aus dem Fenster zu blicken, hatte sich der Sturm schon all die Vorhänge genommen, die er haben wollte. Es war ein Bild der Verwüstung, welches sich ihr auftat. Die letzten einsamen Reittiere, die irgendwer draußen vergessen hatte rissen sich los und versuchten dem Sturm zu entkommen. Manchmal vergebens. Mit traurigem Blick verfolgte sie das Geschehen. Sollte sie ihre Sachen packen und einfach irgendwoanders hingehen? Aber sie konnte ihr Land doch nicht allein lassen. Und was war mit dem Palast? Durchzogen ihn die Risse? Drohte er auch einzustürzen? Sie biss sich leicht auf die Unterlippe. Sollte sie zum Palast eilen? Ein kurzer Blick nach draußen. Es würde ihr Todesurteil sein ...
Verfasst: Freitag 28. Juli 2006, 01:03
von Aasim Omar
Sandstürme waren im Reich der ewigen Sonne nichts unnatürliches und doch waren diese anhaltenden Winde anders. Es war als würde Eluive ihren Segen vom edelsten aller Völker genommen haben. Es war als würde Sie das Volk erneut zu testen versuchen. Es gab keine kühlenden Nächte mehr und auch das Wasser schien keinerlei Erfrischung mehr zu bringen. Warm waren die Quellen, welche sich noch nicht in schlammige Gruben wandelten und auch sie würden der anhaltenden Hitze und dem Sand nicht lang stand halten. War es Eluives Wunsch ihr Volk aus ihrem Lande zu werfen? Oder war es der schwarze Brudermörder, welcher das Volk seiner Mutter als sein Ziel ausgewählt hatte?
Das Reich war am bröckeln wie seine Gebäude. Des Volkes Willen durch die anhaltende Hitze in Ratlosigkeit gewandelt. Das Volk sollte neuen Mut fassen können, im Wissen das ihr Emir und die edelsten des Reiches auch in dieser Zeit ihr Volk sicher durch diese Hitze zu lenken. Vertrauen sollten sie ihrem Emir, vertrauen sollten sie ihren Hausführern. Fadi würde die Herren der Häuser in den Palast rufen um jener Naturgewalt als eine Einheit, als Menekaner zu überwinden. Das Reich würde auch aus dieser Zeit gestärkt hervorgehen, um ihren Platz in der Welt auch weiterhin zu sichern.
Es war nur ein kleiner Wink der einen Boten in das Haus der Yazir befahl. Ein wink der alle weiteren Maßnahmen zum Schutze des Volkes ins rollen bringen sollte. So oblag es nun Fadi und Raakin die Hausführer zu ihrem Herren zu geleiten. Möge Eluive seine Söhne und Töchter für ihre Mühen behüten.
Verfasst: Freitag 28. Juli 2006, 12:31
von Der Erzähler
Gnadenlos brennt die Sonne hinunter auf die Stadt, der Wind nicht kühlend, sondern heiß, wie seit Tagen. Das Knirschen und Knacken deutlicher, die Risse in den Mauern und Wänden nun nicht mehr zu übersehen. Bis in die Keller setzen sie sich fort, die Böden teilweise gesprungen.
Wo Wasser sich befand, zur Abkühlung, finden sich kleine Pfützen und Rinnsale... das kostbare Naß versickert in den Sandsteinsprüngen.
Hatten sich die Elemente verschworen?
Wie lange würde noch Stein auf Stein bleiben?
Wie lange noch darf sich das Wüstenvolk in der Stadt sicher fühlen?
Bizarre Bilder.. erschaffen vom Tanz zwischen Wind und Sand.
Sieht jener Wirbel dort nicht aus, als tanze er mit Beinen über den sandigen Boden?
Und dieser dort... wirbelt er nicht mit ausgestrecktem Arm, als würde er dich zum Tanzen auffordern wollen?
Da... zeigt jener nicht gerade eine Fratze... sandiges Gesicht?
Halluzinationen?