Meine Schwester die Nacht, mein Bruder der Tod
Verfasst: Freitag 21. Juli 2006, 02:55
Greife.. schlinge.. siege.. in aller Ruhe saß die hagere Gestalt auf dem Stuhl in der sonst völlig leeren Barkasse im Armenviertel von Varuna, gewandet in eine graue Robe betrachtete er den blutigen, allabendlichen Kampf in dem die Sonne sich mutig zur Wehr setzte, auch wenn sie ihn schon abertausende von Malen verloren hatte… und auch heute hatte die Nacht ihren stickenden Mantel längst unwiederbringlich ausgeworfen und es würde nur noch wenige Minuten… Momente dauern bis sie einen weiteren Sieg davon getragen hätte.
Kurz darauf fand sich die Trauergemeinschaft ein: In nahezu jedem der umliegenden Fester glommen schummrige Lichter auf, die ein mattes Licht auf die Straßen warfen. Es war Zeit sich auf den Weg zu machen… auf die Suche zu begeben: Es galt ein Geschenk zu finden.
Wenige Schritte später hatte er einen der schwärzesten Bereiche in der Stadt des Lichtes erreicht, die längst seine Heimat geworden war – „Heimat ist da wo du dich wohl fühlst“, wahrlich, wie eine Made im Speck – im Verlauf des Tages war dieser Straßenzug meist menschenleer, denn den hier stattfindenden Geschäfte tat der Schutz der Nacht gut, kaum einer der „Geschäftsmänner“ wollte mit dem hier Üblichen in Verbindung gebracht werden und wenn man ihren Erzählungen glaubte musste es hier eigentlich jede Nacht völlig ausgestorben sein – doch das war es ganz und gar nicht: Andauernd tauchten Gestalten aus der Dunkelheit für einen Moment in das aus Fenstern fallende Licht um wie scheue Rehe weiter zu huschen.
Die meisten Schatten hatten ihre festen Geschäftspartnerinnen, manche auch zwei.. oder drei.. und so war der Hagere der einzige weit und breit der geradezu gemütlich durch die Gassen schlenderte. Jetzt brannten noch in vielen der Fenster die kleine Kerzen, doch es würde nicht mehr lange dauern, dann wären die meisten gelöscht um in der Regel nach ein oder zwei Stunden wieder von neuem entzündet zu werden, andere erloschen auch für die ganze Nacht und wenige nur für zehn oder fünfzehn Minuten.
Ein wenig später verweilte Tithlio vor einem etwas abgesondert stehenden Haus, auch hier brannte noch eine einzelne Kerze im Fenster, doch sie war anders als die übrigen, schien heller obwohl sonst nichts besonderes an ihr auszumachen war, auch warf sie nicht mehr Licht auf die Straße, einzig die Flamme war umgeben von einem rötlichen Schleier, nicht mehr als ein schemenhafter Schatten… doch das Interesse Anderer hatte sie noch nicht erweckt, fraglich ob sie es überhaupt erkennen konnten...
Als die knöcherne Faust gegen das Holz der Tür pochte dauerte es nur einen Moment bevor sie sich öffnete – der Markt war hart umkämpft und so mancher entschied sich in Augenblicken des Wartens doch noch um – dieser „Kunde“ sicher nicht. Die matte Stimme kroch nur quälend über seine Lippen, er sparte sich unnötige Floskeln, so etwas erwartete man hier auch nicht. Viel wichtiger war das verheißungsvolle Klimpern des Lederbeutels, der auf dem breiten Bett landete und dessen Inhalt, selbst ohne nachzählen für weit mehr als eine Nacht gereicht hätte und für ein ehrliches Lächeln – hier eine Seltenheit – auf den Zügen der „Dame“ sorgte. Jene Dame war ohne Zweifel schon eine der Erfahreneren, nicht nur die Sicherheit mit der sie sich bewegte, auch ihr Alter – sie war sicher schon Mitte zwanzig – lies dies erahnen, doch das war nebensächlich, vielleicht half es sogar, musste sie sich doch darüber bewusst sein, dass sie schon bald uninteressant werden würde und es immer schwerer wurde einen „tapferen Ritter“ zu finden, der sie mit sich auf sein Schloss nehmen würde.
Die Vermutung schien richtig: Als er sie aufforderte die aufreizende Kluft abzulegen – üblicherweise nur von Damen ihres Geschäftszweiges, der Bürgermeisterin von Rahal, Mitgliedern der Bruderschaft der schwarzen Klaue oder im Wald lebenden Emanzen getragen – und sie gegen ein Kleid zu tauschen, tat sie dies ohne zu zögern auch wenn es alles andere als üblich war, dass ihresgleichen den fragwürdigen Schutz der eigenen Wohnung verließen, doch sicher hatte auch der nicht unerhebliche Goldbetrag seinen Teil dazu beigetragen.
Ohne zu hadern erwehrte sich der grau Berobte jeder Art von Zuwendung, die seine Begleiterin ihm widmen wollte, bevor sie dann bald aufgab, auch jeder Gesprächansatz erstickte schon im Keim. Nicht einmal als er mit ihr die Stadt durch eines der mächtigen Tore verließ zögerte sie auch nur für einen Moment, viel mehr schien sie den nächtlichen Spaziergang geradezu zu genießen, vielleicht bereitete sie sich jedoch auch nur auf eine anstrengende Nacht vor – konnte sie doch kaum glauben, dass ihr hagerer Wohltäter aus reiner Großherzigkeit einen solchen Betrag zahlte, wahrlich: Mit Großherzigkeit hatte sie selten zu tun – aber auch mit 25 hat man doch noch Träume…
Kurz darauf fand sich die Trauergemeinschaft ein: In nahezu jedem der umliegenden Fester glommen schummrige Lichter auf, die ein mattes Licht auf die Straßen warfen. Es war Zeit sich auf den Weg zu machen… auf die Suche zu begeben: Es galt ein Geschenk zu finden.
Wenige Schritte später hatte er einen der schwärzesten Bereiche in der Stadt des Lichtes erreicht, die längst seine Heimat geworden war – „Heimat ist da wo du dich wohl fühlst“, wahrlich, wie eine Made im Speck – im Verlauf des Tages war dieser Straßenzug meist menschenleer, denn den hier stattfindenden Geschäfte tat der Schutz der Nacht gut, kaum einer der „Geschäftsmänner“ wollte mit dem hier Üblichen in Verbindung gebracht werden und wenn man ihren Erzählungen glaubte musste es hier eigentlich jede Nacht völlig ausgestorben sein – doch das war es ganz und gar nicht: Andauernd tauchten Gestalten aus der Dunkelheit für einen Moment in das aus Fenstern fallende Licht um wie scheue Rehe weiter zu huschen.
Die meisten Schatten hatten ihre festen Geschäftspartnerinnen, manche auch zwei.. oder drei.. und so war der Hagere der einzige weit und breit der geradezu gemütlich durch die Gassen schlenderte. Jetzt brannten noch in vielen der Fenster die kleine Kerzen, doch es würde nicht mehr lange dauern, dann wären die meisten gelöscht um in der Regel nach ein oder zwei Stunden wieder von neuem entzündet zu werden, andere erloschen auch für die ganze Nacht und wenige nur für zehn oder fünfzehn Minuten.
Ein wenig später verweilte Tithlio vor einem etwas abgesondert stehenden Haus, auch hier brannte noch eine einzelne Kerze im Fenster, doch sie war anders als die übrigen, schien heller obwohl sonst nichts besonderes an ihr auszumachen war, auch warf sie nicht mehr Licht auf die Straße, einzig die Flamme war umgeben von einem rötlichen Schleier, nicht mehr als ein schemenhafter Schatten… doch das Interesse Anderer hatte sie noch nicht erweckt, fraglich ob sie es überhaupt erkennen konnten...
Als die knöcherne Faust gegen das Holz der Tür pochte dauerte es nur einen Moment bevor sie sich öffnete – der Markt war hart umkämpft und so mancher entschied sich in Augenblicken des Wartens doch noch um – dieser „Kunde“ sicher nicht. Die matte Stimme kroch nur quälend über seine Lippen, er sparte sich unnötige Floskeln, so etwas erwartete man hier auch nicht. Viel wichtiger war das verheißungsvolle Klimpern des Lederbeutels, der auf dem breiten Bett landete und dessen Inhalt, selbst ohne nachzählen für weit mehr als eine Nacht gereicht hätte und für ein ehrliches Lächeln – hier eine Seltenheit – auf den Zügen der „Dame“ sorgte. Jene Dame war ohne Zweifel schon eine der Erfahreneren, nicht nur die Sicherheit mit der sie sich bewegte, auch ihr Alter – sie war sicher schon Mitte zwanzig – lies dies erahnen, doch das war nebensächlich, vielleicht half es sogar, musste sie sich doch darüber bewusst sein, dass sie schon bald uninteressant werden würde und es immer schwerer wurde einen „tapferen Ritter“ zu finden, der sie mit sich auf sein Schloss nehmen würde.
Die Vermutung schien richtig: Als er sie aufforderte die aufreizende Kluft abzulegen – üblicherweise nur von Damen ihres Geschäftszweiges, der Bürgermeisterin von Rahal, Mitgliedern der Bruderschaft der schwarzen Klaue oder im Wald lebenden Emanzen getragen – und sie gegen ein Kleid zu tauschen, tat sie dies ohne zu zögern auch wenn es alles andere als üblich war, dass ihresgleichen den fragwürdigen Schutz der eigenen Wohnung verließen, doch sicher hatte auch der nicht unerhebliche Goldbetrag seinen Teil dazu beigetragen.
Ohne zu hadern erwehrte sich der grau Berobte jeder Art von Zuwendung, die seine Begleiterin ihm widmen wollte, bevor sie dann bald aufgab, auch jeder Gesprächansatz erstickte schon im Keim. Nicht einmal als er mit ihr die Stadt durch eines der mächtigen Tore verließ zögerte sie auch nur für einen Moment, viel mehr schien sie den nächtlichen Spaziergang geradezu zu genießen, vielleicht bereitete sie sich jedoch auch nur auf eine anstrengende Nacht vor – konnte sie doch kaum glauben, dass ihr hagerer Wohltäter aus reiner Großherzigkeit einen solchen Betrag zahlte, wahrlich: Mit Großherzigkeit hatte sie selten zu tun – aber auch mit 25 hat man doch noch Träume…