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Die Rückkehr

Verfasst: Donnerstag 20. Juli 2006, 12:13
von Tridain Xendral
Das Pferd schritt langsam, mit Tridain Xendral auf dem Rücken, durch das Stadttor. Ein kurzer Zug an den Zügeln und das Pferd hielt. Tridain wollte sich ersteinmal umsehen, die Stadt erschien ihm gigantisch. Wie lange war er hier, in seiner Heimat nicht gewesen? Es müssen einige Monate gewesen sein, kurz bevor Farion Lefar, damals noch Ritter ihrer königlichen Hoheit, ihn hinausschickte in ferne Königreiche. Er hatte sich um eine Knappschaft bei dem Ritter beworben und sollte daraufhin ausziehen und ihm einen Beweis bringen, dass er der Richtige für diese Aufgabe sei...

So zog Tridain also hinaus ins Ungewisse, ohne eine leiseste Ahnung was er Farion hätte bringen können. Die Tage zogen ins Land, Tage die Tridain auf dem Rücken seines Pferdes verbrachte, Tage der Ungewissheit. Hier und Dort traf er auf kleine oder größere Dörfer, erledigte hin und wieder Botengänge um seinen Goldbeutel etwas aufzufüllen doch immernoch war er auf der Suche.

Eines Tages, so geschah es, dass er durch einen Wald ritt und lautes Gebrüll hörte. Sofort trat er in die Sporen zu erkunden was dort los war. Eine Familie von einem Mann, einer Frau und 4 Kindern wurde dem Anschein nach überfallen. Es waren nur zwei der Räuber doch hatte die Familie ihnen anscheinend nichts entgegen zu setzen.

Halt! Im Namen der Temora gebiete ich euch, lasst diese Familie in Ruhe ihres Weges ziehen!

Die Räuber lachten nur ein wenig, wobei ihre ungepflegten Zähne zum Vorschein kamen. Plötzlich packte der eine das Mädchen der Familie, es hatte vielleicht 10 Winter erlebt und hielt ihr sein Messer an die Kehle.

Verschwindet oder ich schneide ihr die Kehle auf, habt ihr mich verstanden?

Es war eine Zwickmühle, was sollte Tridain nur tun? Er willigte ein und kehrte um, mit schlechtem Gewissen wartete er einige Kilometer weiter.
Als er wiederkam sah er ein Bild des Grauens, die Räuber hatten sie alle, die ganze Familie, grausam niedergemetzelt. Tridain brach auf seinem Pferd zusammen, er tränkte die Robe seines Ordens, des Ordens der Temora, mit seinen Tränen. Wie konnte so etwas passieren?! Was hatte er getan?! Doch er durfte das Leben des Mädchens nicht riskieren und seine einzige Möglichkeit wäre es gewesen den Räuber gezielt und schnell zu töten, doch das verstoß doch gegen seinen Glauben. Doch galt es nicht auch Leben zu schützen wo nur möglich? Nun, vielleicht hätte er den Räuber töten sollen, so hätte er ein Leben geopfert, doch mindestens 6 gerettet..

Tridain fasste sich irgendwann wieder und nachdenklich, wie auch von Trauer erfüllt ritt er weiter, nach dem er die Familie notdürftig begrabigt und ein Gebet für sie gesprochen hatte. Tag für Tag und Nacht für Nacht sprach er seine Gebete zu Temora und immer wieder versuchte er den Gedanken es müsse manchmal sein zu töten, zu vertreiben, doch es wollte ihm nicht gelingen. Und so ritt er weiter und weiter, diesen Gedanken stets bei sich tragend.

Irgendwann kam er an einen Schrein der Temora, seinem Glauben folgend hielt er dort und rastete. Wo wäre ein besserer Ort gewesen?
Und so sprach er vermutlich das längste Gebet, das er je gesprochen hatte. Und er bat Temora um Vergebung und um Rat und um Hilfe, als es geschah, dass eine junge Frau an ihn trat. Ihre Schönheit war unvergleichlich und sie erfüllte Tridain mit dem selben Gefühl, wie es einst der heilige Baum im Kloster der Temora tat.

Ihr tatet nichts falsches, doch lernen sollt ihr. Zweifelt nicht an euch, ihr werdet das richtige tun..

Mit diesen Worte gab sie ihm eine Kette mit einem Anhänger in Form eines Adlers, es war der Adler Temoras, in die Hand und Tridain wußte er war am Ziel seiner Reise angekommen, dies sollte der Beweis sein er sei würdig. Und als er wieder aufsah sich zu bedanken, da war die Frau auch schon in den Tiefen des Waldes verschwunden.

Und so machte Tridain sich auf zur Heimkehr und stand nun zum ersten Male seit Monaten wieder in den Toren seiner geliebten Heimat, Varuna.

Verfasst: Freitag 21. Juli 2006, 13:51
von Tridain Xendral
Bald sollte es also soweit sein. Zumindest erhoffte Tridain sich dies. Bald würde Farion ihn als Knappen annehmen und die Lehrstunden des Paladins würden beginnen. Welch eine Ehre es doch war sich Knappe eines so großen Mannes, eines Paladins, nennen zu dürfen..

Tridain wollte so gut es geht vorbereitet sein für die Knappschaft, die er sich so sehr erhoffte, wie schon eh und je. Und dies galt sowohl geistig als auch körperlich und so holte er schon bald sein Tagebuch hervor, in dem er damals bei Leon von Falkenburg, diesem so tugendhaften Templer, Worte niederschrieb, die ihm von Leons Lippen an die Ohren drangen und die Tugenden lehren sollten. Er war herangereift in der Zeit, die er auf sich allein gestellt war und er hatte das Gefühl er würde erst jetzt die Worte Leons richtig verstehen, sie sagten so viel mehr, als er damals verstand.

Und so wollte Tridain sich jede einzelne der Tugenden nochmals einverleiben, ja, er wollte sie verkörpern. Der Beginn seiner Studien über die Tugenden sollte jedoch erst am morgigen Tage beginnen, denn heute wollte Tridain seinen Körper stählen und den Umgang mit dem Schwerte weiter perfektionieren, denn er war nun ein Schild des Ordens und dieser musste Leben verteidigen wo immer es möglich war, im schlimmsten Fall gar mit Schwert und Schild...

Nun stand Tridain dort im Lichte des Sonnenuntergangs, kämpfte gegen einen imaginären Gegner, übte die einzelnen Schläge, die einzelnen Blöcke, immer wieder. Sein Umhang flatterte und wehte dabei wild umher und der Schweiß rann ihm die Stirn hinab. Doch noch war es nicht Zeit aufzugeben, er wollte weiter üben, weiter trainieren, denn es war nicht für ihn, sondern für Temora und die Sache des Guten..

Verfasst: Montag 24. Juli 2006, 12:19
von Tridain Xendral
"Ihr müsst eure Seele festigen, Tridain. Die Wärme der unseren Hüterin, Temora soll euer Herz und eure Seele ummanteln und schon bald werdet ihr sehen, dass ihr dank ihrer Wärme nie wieder Angst zu haben braucht. Verbannt die Angst aus eurem Herzen, denn sie ist ein schlechter begleiter und mit Temora werdet ihr dies schaffen."

Hatte Leon von Falkenburg, lebtags, zu Tridain gesagt um ihm die Tugend der Tapferkeit näher zu bringen. Und nun da Tridain diese Wort erneut las, stieg Trauer in ihm auf, Trauer über den Tod Leons, einen Mann wie es ihn nur einmal gab auf der Welt, einen Mann der, so hoffte Tridain, Temoras Segen in seinem Tode fand und ihr nun dienen kann im Jenseits und geliebt wird von ihr und ihren Anhängern, so wie Tridain diesen Mann liebte.

Eine kleine Träne floss an Tridains Wange hinab, doch Tridain war sich nicht sicher ob es nun die Trauer über den Verlust Leons war oder die Freude über die Gewissheit, dass er immernoch da war, in ihrer aller Herzen.

Und in diesem Moment erkannte er, dass er sich selbst nur etwas vorgespielt hatte, nie hatte er die Wärme Temoras sein Herz ummanteln lassen, wie es ihm Leon einst sagte. Nie hatte er die Angst aus seinem Herzen verbannt. Und er wollte in sich gehen, er wollte diesen Status erreichen. Also machte er sich auf, auf zu dem Ort, an dem alles Begann. Er ritt hinaus zum Kloster und dort betete er eine halbe Ewigkeit um Temoras Beistand und darum, dass diese Herz und Seele Tridains inne wohnen würde, damit er nie wieder Angst verspüren zu bräuchte, Angst die ihn daran hindern könnte das richtige zu tun und für seinen Glauben einzustehen.

Nach eben jener halben Ewigkeit ging er hinaus und er ging zum Baum des Lichtes. Tridain kniete nieder und küsste den Boden und dankte Temora, ehe er wieder hinfort Ritt, zurück in das Ordenshaus.