[Mini-Q] Wandel-Wasser: giftige Gedanken, schlechter Schlaf
Verfasst: Samstag 15. Januar 2022, 18:39
Es geschah nur nach und nach, in kleinen, hinterlistigen Schritten.
Zuerst schien das Wasser des Brunnens in Menek'Ur sogar noch süßer und klarer zu munden, als zuvor schon. Ein Segen der Allmara, ein köstliches Geschenk voller Wonne... doch kurz danach begenn es schleichend.
Aafia war zwar jung, doch zuverlässig, was den Haushalt und all die Besorgungen des Alltages anging. Den Gang zum Brunnen lief sie bereits seit sie sieben Jahre alt war ganz alleine und schleppte souverän das erquickende, kostbare Lebenswasser in schweren Krügen oder bauchigen Flaschen heran. Gerne ging sie am Morgen schon recht früh in die Stadt hinein, um zwischen Nachtkälte und dem heißen Hauch des Tages in angenehmen Temperaturen ihr Tagwerk zu beginnen.
Doch als sie auch nach zwei Stunden noch nicht wieder zurück war, da ging der kleine Naji los, um nach ihr zu suchen. Er musste gar nicht allzu weit gehen oder sich besonders umschauen, denn sie stand noch immer am Brunnen und schien nicht zu merken, wie der Schweiß nun bereits über ihre Stirn perlte.
"Aafia? Was machst du da? Sie warten alle auf dich wegen dem Wasser. Brauchst du meine Hilfe?", bot der Kleine an und stockte, als er ihre Stimme vernahm, die befremdlich kühl und gedanklich fern erklang.
"So schön, wie es im Licht glitzert. So dunkel da unten... ich glaube es flüstert mir zu."
"W... wer flüstert?", fragte er etwas unsicher und ließ den Blick wandern.
"Das Wasser, es weiß so viel. Über mich. Über dich. Uns alle."
Nervös begann er zu lachen und zupfte rasch am Rock ihres Saris.
"Hudad, komm mit mir heim. Wasser kann nicht flüstern, Wass..."
Mit einem Aufkeuchen brach er ab, als sie ihn grob beiseite stieß, so dass er im Sand landete. Die Tränen schluckte der tapfere kleine Bursche herab, doch das Entsetzen über die Geste der sonst so sanften Aafia wurde nur noch durch das Staunen über die hässlichen Worte, die danach fielen, übertrumpft.
"Ach halt deinen Mund und sieh zu, dass du verschwindest. Klebst an mir wie eine lästige Fliege an einem Stück Pferdedung. Hau ab... was weißt du schon?!"
Ein Wimmern kam kurz über die Lippen des kleinen Jungen und da erst blinzelte die Ältere benommen und murmelte so etwas wie eine Entschuldigung vor hin her, griff rasch nach den Wasserkrügen und hastete heimwärts.
Hätte der kleine Naji gewusst, was da so gut im Tongefäß geborgen leise schwappte, welche schlechten Träume und noch schlechtere Laune - kalte Wut, eisige Grausamkeit und Streitlust darin wirbelte, so hätte er die Gefäße noch am Brunnenplatz zerschlagen.
Leider aber wusste der Kleine nichts davon und er sah auch nicht, dass das Brunnenwasser Menek'Urs sich ein klein wenig bereits verdunkelt hatte.

Zuerst schien das Wasser des Brunnens in Menek'Ur sogar noch süßer und klarer zu munden, als zuvor schon. Ein Segen der Allmara, ein köstliches Geschenk voller Wonne... doch kurz danach begenn es schleichend.
Aafia war zwar jung, doch zuverlässig, was den Haushalt und all die Besorgungen des Alltages anging. Den Gang zum Brunnen lief sie bereits seit sie sieben Jahre alt war ganz alleine und schleppte souverän das erquickende, kostbare Lebenswasser in schweren Krügen oder bauchigen Flaschen heran. Gerne ging sie am Morgen schon recht früh in die Stadt hinein, um zwischen Nachtkälte und dem heißen Hauch des Tages in angenehmen Temperaturen ihr Tagwerk zu beginnen.
Doch als sie auch nach zwei Stunden noch nicht wieder zurück war, da ging der kleine Naji los, um nach ihr zu suchen. Er musste gar nicht allzu weit gehen oder sich besonders umschauen, denn sie stand noch immer am Brunnen und schien nicht zu merken, wie der Schweiß nun bereits über ihre Stirn perlte.
"Aafia? Was machst du da? Sie warten alle auf dich wegen dem Wasser. Brauchst du meine Hilfe?", bot der Kleine an und stockte, als er ihre Stimme vernahm, die befremdlich kühl und gedanklich fern erklang.
"So schön, wie es im Licht glitzert. So dunkel da unten... ich glaube es flüstert mir zu."
"W... wer flüstert?", fragte er etwas unsicher und ließ den Blick wandern.
"Das Wasser, es weiß so viel. Über mich. Über dich. Uns alle."
Nervös begann er zu lachen und zupfte rasch am Rock ihres Saris.
"Hudad, komm mit mir heim. Wasser kann nicht flüstern, Wass..."
Mit einem Aufkeuchen brach er ab, als sie ihn grob beiseite stieß, so dass er im Sand landete. Die Tränen schluckte der tapfere kleine Bursche herab, doch das Entsetzen über die Geste der sonst so sanften Aafia wurde nur noch durch das Staunen über die hässlichen Worte, die danach fielen, übertrumpft.
"Ach halt deinen Mund und sieh zu, dass du verschwindest. Klebst an mir wie eine lästige Fliege an einem Stück Pferdedung. Hau ab... was weißt du schon?!"
Ein Wimmern kam kurz über die Lippen des kleinen Jungen und da erst blinzelte die Ältere benommen und murmelte so etwas wie eine Entschuldigung vor hin her, griff rasch nach den Wasserkrügen und hastete heimwärts.
Hätte der kleine Naji gewusst, was da so gut im Tongefäß geborgen leise schwappte, welche schlechten Träume und noch schlechtere Laune - kalte Wut, eisige Grausamkeit und Streitlust darin wirbelte, so hätte er die Gefäße noch am Brunnenplatz zerschlagen.
Leider aber wusste der Kleine nichts davon und er sah auch nicht, dass das Brunnenwasser Menek'Urs sich ein klein wenig bereits verdunkelt hatte.
