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Eine unscheinbare Nachricht an "Magister Althan"

Verfasst: Freitag 30. Juli 2021, 00:04
von Zakalwve
Im Postfach des Magisters findet sich eine Nachricht ein. Es scheint als habe der Verfasser der Nachricht das Papier nicht rechtmässig erworben. Auf der Vorderseite ist folgender Text zu vernehmen:
"Am *unleserlich verwaschene Schrift* ist ein Esel entlaufen. Ausgesetzt sind 500 Goldstücke Fingerlohn. Bauer Heinrich von *an dieser Stelle ist das Papier abgerissen. Wahrscheinlich wurde die Nachricht eilig vom ursprünglichen Anschlag entwendet*"
Es ist gut möglich dass der Magister nicht die Rückseite bemerkt, doch dort ist die eigentliche Nachricht zu finden:
"An dem Maggista. Dank vür Gold Hab Schnabs gekauft. Verdien Gold mit Angeln. ZAK"
*Die Schrift des Verfassers konnte quasi als schwere Beleidung an die Schriftkunst selbst interpretiert werden, ließen die Buchstaben doch jegliche geschwungene Ästhetik vermissen, die heutzutage üblich war. Das verdächtige Kreuz am Ende der Nachricht galt oft als eine Pseudounterschrift unter Analphabeten, ließ sie doch vermuten dass der Verfasser der Nachricht vielleicht gar nicht dieser ZAK war, sondern wohl jemand der im Auftrag von ZAK handelte.*

Bild

Verfasst: Samstag 31. Juli 2021, 07:32
von Althan
*Das Schreiben wird ihn erreichen. Zuerst wird das Schreiben etwas
argwöhnisch betrachtet, eh er dann Eins und Eins zusammenzählen
wird.
Die Botschaft scheint angekommen und vermutlich wird er ihn dennoch
im Auge behalten. Vielleicht wird Zak nur das Gefühl haben, als würde
er beobachtet werden ab und an. Sollte er nicht weiter auffallen und
seiner Arbeit nachgehen wird dies jedoch nachlassen.
Herulf an der Bank wird ihm jedenfalls ausrichten, dass der Magister
das Schreiben erhalten haben wird... vielleicht noch hinzufügen, dass
er nebenbei meinte. So er fleissig sechs Wochen angelt kann er sich
von dem Erlös bald die erste Ausrüstung erwerben, sei ein
Erfahrungswert.
Doch sollte er ebenso nach Arbeit Ausschau halten, die ihn rascher zum
Ziel bringt.*

Verfasst: Samstag 31. Juli 2021, 17:46
von Zakalwve
Auszug aus: 'Prüfung auf Herz und Lenden' ... und ein Bund fürs Leben?

"Suche dir eine anständige Arbeit und diene dem All-Einen", waren die Worte des Magisters, der sich mit dem Namen Althan vorstellte und der Zakalwve anwies sich vom Schnaps loszusagen.
Was bedeutete Dienen ohne ein Ziel, Verlangen ... und Träume. Konnte der Glaube selbst ein Trost sein und allein Grund genug für eine Existenz?

Es waren die Diener des All-Einen wie Althan und Auriane, die ihn von der Straße aufkratzten und in ihm etwas sahen, was er vorher in sich schon verloren glaubte.

An diesem Abend hatte er sich entschlossen sein Leben umzukrempeln. Er brachte das letzte Gold auf, welches er einer alten Schneiderin namens Bruni im Wald vor Bajard abgeknöpft hatte und sich ein billiges Zimmer in einer heruntergekommenen Hafenspelunke in Rahal genommen.
Er betrachtete sich im einzigen Spiegel seines Zimmers- das wettergegerbte Gesicht, immer noch himmelsblaue Augen, die von sich andeutenden Krähenfüßchen umrahmt wurden. Seine Wangen sind über die Jahre kantiger geworden- verliehen seinen Gesichtszügen mehr Härte. Die geschwungenen Lippen längst nicht mehr so zum Küssen wie vor noch Jahren, hatten sie schon seit einer Ewigkeit keine Herzensdame mehr zum Schmelzen gebracht. Dazu kam dass sich zu seiner vormals makellosen Zahnreihe sich zwei große Zahnlücken abzeichneten. Die Zähle, die diese Lücken ausgefüllt hatten, musste er wohl in einer Kneipenschlägerei verloren haben. Sein müder Blick glitt widerwillig zu sich herab, denn ihm offenbarte sich kein schöner Anblick. Die markant hervortretenden Rippenknochen waren Zeugen der Unterernährung und des schleichenden körperlichen Verfalls. Es war kaum vorzustellen dass er früher eine drahtige Figur besaß, die durchaus als attraktiv zu bezeichnen war.

Er hatte womöglich bis an den gestrigen Tag seit Wochen nicht mehr gebadet. So sehr, dass ihm begegnende Passanten in Düstersee auseinanderstoben wenn sie seinen Körpergeruch und die Alkoholfahne vernahmen.
Der Mann namens Waljakov hatte ihn gebadet, ihn mit einem frischen Leinenhemd, Hose und Stiefeln aus der eigenen Garderobe versorgt. Alles ohne ein Goldstück von ihm abzuverlangen, sondern auf sein Wort "für ihn bestimmte Besorgungen zu erledigen", was auch immer dies bedeuten möge. Für einen Mann wie Waljakov mochte es nur eine kleine Geste der Gastfreundschaft gewesen sein, Waljakov war jedoch nicht bewusst wieviel mehr er Zakalwve an diesem Tag schenkte.

"Kleider machen Leute", hatte er scherzhaft aufgeworfen, als ein gebadeter Zak frisch eingekleidet vor ihm stand und er sollte Recht behalten: Ein anderer Zak kam wieder zum Leben. Langsam kamen auch die Erinnerungen an seine alten Tage in Rahal, seiner Heimat, die er so lange verleugnet hatte....

Als Zak sich umdrehte, um sich wieder anzuziehen, lachte ihm Schnapsflasche auf dem kleinen Nachttisch entgegen....

Ein Schluck. Ein einziger Schluck kann nicht schaden...