An das Regentenpaar, z.Hd der Hofkanzelei
Verfasst: Freitag 23. Juli 2021, 16:37
Nach einer kurzen Nacht im nur provisorisch eingerichteten Heim in Berchgard, greift die Kronritterin zu Feder und Pergament um einige Schreiben aufzusetzen. Eines davon wird mittels Boten zum Palast verbracht, auf das es von dort aus seinen Weg in die richtigen Hände finden möge. Als Adressaten wird das Regentenpaar, sowie der Reichsgraf benannt.
- Berchgard
23. Cirmiasum 264
Ehre Euch und dem Reiche Euer Majestät Ador von Alumenas,
Ehre Euch und dem Reiche, Eure Majestät Ciarda von Alumenas,
Kron und Reich zur Ehr, Euer Exzellenz Anselm von Eulenburg,
ich ergehe mich in der Hoffnung um Euer Wohlergehen. Möget Ihr die Auswirkungen des letzten Kampfes gegen das Nichts unbeschadet überstanden haben und Euch bester Gesundheit erfreuen.
Es ficht mich hart an Euch betrübliche Nachrichten aus Lichtenthal zukommen zu lassen. Jedoch muss ich Euch darüber in Kenntnis setzen, dass die Burg des Ordens der Ritterschaft des Kapitels Lichtenthal aus noch ungeklärter Ursache zerfällt. Nicht nur Risse in den Bodenplatten und im Mauerwerk, sondern gar ganze Mauerteile zerfallen. Die Steine scheinen uns unter den Händen zu Staub zu vergehen.
Die Ritterschaft hat bereits die ersten Maßnahmen eingeleitet. Die Sappeure haben fachkundig die Schäden begutachtet und Proben entnommen; sie sind akutell dabei zu klären, ob es sich um Mängel in der Bausubstanz handelt, ob und wie jene Mängel beseitigt werden könnten.
Die Kirche Temoras, vertreten durch Seine Gnaden Breitenau, hat in einer ersten Begehung keine feindliche göttliche Einwirkung feststellen können. Auch die Kapelle innerhalb der Burg wurde laut der ersten Untersuchung nicht entweiht. Jedoch werden hier wohl noch weitere Prüfungen anstehen, um alle Möglichkeiten auszuschließen.
Im nächsten Schritt wird das Konvent des Fuchses hinzugezogen. Die Möglichkeit eines magischen Fluches soll ebenfalls geprüft und bei Bestätigung des Verdachtes behandelt werden.
Ich kann Euch insofern beruhigen, dass keine roten Kristalle in der Burg bisher wachsen oder Sporen jener Kristalle dort zu finden sind. Die Angelegenheit ist insgesamt sehr rätselhaft und der zeitliche Verlauf beängstigend. Zwischen dem sichtbaren Auftreten der ersten Fissuren bis zum Ausbrechen ganzer Mauerteile vergingen nur wenige Tage, wenn nicht Stunden.
Zur Sicherheit aller wird die Burg des Ordens in Schwertfluren daher geräumt. Das Personal wird bis auf Weiteres beurlaubt oder an einem anderen Dienstort untergebracht. Die wesentlichen Dokumente wurden von mir bereits gesichert und befinden sind in meiner Obhut. Das taktische Material wird von Sir Heinrik sicher verwahrt.
Ihr seht mein Herz tief zerrissen durch diese Vorfälle, bin ich doch mit dieser Burg durch deren Bau und auch meinen verstorbenen Gatten tief verbunden. Es schmerzt mich die von uns gesetzten Steine so wehrlos zerfallen zu sehen. Dennoch nehme ich auch hier mein Schicksal an, so wie die Ritterschaft als Ganzes ihre Aufgaben darin annimmt. Sollte der Zerfall auf Versäumnisse seitens der Ritterschaft oder eines Ritters zurückzuführen sein, so werde ich die volle Verantwortung dafür übernehmen. Vom ersten bis zum letzten Stein war ich stets dabei.
Vorerst bleibt mir nichts, als Eure Majestäten um Vergebung und Nachsicht zu bitten, dass es nicht gelang das Wahrzeichen der Ritterschaft in Lichtenthal besser zu schützen und zu bewahren.
Für Krone, Reich und Glauben.
Ritter der Krone Alumenas
Baronin von Gipfelsturm