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Die Hochzeit seiner Hoheit

Verfasst: Donnerstag 13. Juli 2006, 15:40
von Darna von Hohenfels
Ein paar Fragen der Ehre

"Ich wünsche Euch alles Gute, was Ihr mir wünscht, Darna."
"Ihr wünscht mir eine glückliche Ehe mit seiner Hoheit, Milady?"
Eileen hob anerkennend die Brauen. "Der war gut..."

Im Scherz hatte Wahrheit gelegen.

Eileen stand neben ihr, die Hände hinter sich auf die Stuhllehne gestützt. "Eure Bedenken wurden zur Kenntnis genommen und ich will Euch auch verzeihen, daß Ihr gerade durchs halbe Schloß schreit."
"Ach, plötzlich kann sie hoheitliches Gebahren an den Tag legen - wenn es ihr in den Kram passt", schoß es ihr durch den Sinn und ihre Augen verengten sich. Schreien... sie war zunehmend lauter geworden und ihre stets überkorrekt klar artikulierte Stimme sorgte mit aller Wahrscheinlichkeit dafür, daß tatsächlich mindestens das ganze untere Stockwerk ihren Beiträgen zum Gespräch hatte lauschen können, aber...
"Ihr habt mich noch nicht Schreien gehört, Milady."
Die Worte waren plötzlich vertraut, sie hatten ganz die äußere Form, die es bei Hofe brauchte - um Darna rauszuschicken. Sie verneigte sich knapp, dem Protokoll komplett genügend und rauschte hinaus.
"Hab ich etwa geschrien?", fragte ihr Blick eisig - der Gardist auf dem Gang sah rasch woanders hin. Sie ließ Viola mit ein paar knappen Worten stehen und marschierte zu den Ställen, sattelte ihr Pferd. Natürlich würde sie ihren Worten gemäß bereits mit den Vorbereitungen heute Nacht beginnen. Doch erst musste diese Wut versiegen.

Sie lehnte den Rücken gegen die steinerne Säule und ließ sich langsam daran zu Boden gleiten, bis sie saß und die Arme um die Knie wickelte. Der Schwertgriff drückte gegen ihr Bein. Sie schloß die Augen, legte die Stirn auf Arme und Knie.
"Finde die Gründe für die Wut und kläre sie, dann wird auch der Zorn vergehen."
Es dauerte eine Weile, bis sie die nötige Ruhe dafür in sich spürte.

Die Hochzeit zwischen Adrian und Eileen sollte am Tag der Freiheit in einer Woche stattfinden. Neun Tage... in dieser Zeit konnte man einen Kuchennachmittag für zwei handvoll Leute umsichtig organisieren, aber doch nicht die Hochzeit des Reichsregenten, verdammt! Wenn sie alleine an den ganzen Aufwand für Aradans Heirat zurückdachte, wurde ihr schlecht - dies hier war eine deutliche Nummer größer, es ging schließlich um das gesellschaftliche Ereignis nach der Beisetzung Ihrer Majestät Anara.
Dann stellte sich heraus, daß Sir Rafael in keinem Fall an diesem Freitag anwesend sein könnte - der engste Freund seiner Hoheit nicht bei dessen Hochzeit anwesend...
Aber dann legte man den Termin eben einen Tag vor...
Acht Tage. Und das war deutlich beschönigt, denn es war schon später Abend. Sieben Tage. Sie spürte die Zeit schon jetzt wie Sand durch ihre Finger rinnen. Und Adrian schien das auch noch auf die leichte Schulter zu nehmen - er wollte die Aufsicht über die Organisation der Feier übernehmen. Als hätte er sonst nichts zu tun...
Und Darna ja auch nicht... aber natürlich bot sie ihre Hilfe an. Sobald Cathal seine Unterstützung anbot, wusste sie, daß sie ihn auch bitter benötigen würde.

Der Grund für die Wut? Angst, daß das alles in der kurzen Zeit nicht zu bewältigen war. Sie würde wieder bis über beide Ohren derartig in Arbeit stecken, dass ihre persönlichen Belange dabei zu kurz kämen. “Das spielt doch keine Rolle. Es ist die Hochzeit deines Herrn, und du hättest nie auch nur einen Lidschlag lang gezögert, dafür deine ganze Kraft aufzubringen. Und niemand, der dir das auch nur einen Moment lang übel nehmen würde.“ Sie fühlte sich schon erschöpft, wenn sie nur an die Arbeit dachte. “Tu dein Bestes. Nicht mehr und nicht weniger. Lebe, was du selber predigst.“

„Ich will die charakterlichen Qualitäten von Ihrer Gnaden Valeth nicht schmälern, im Gegenteil – doch in einer Zeit, wo ein Mann namens Meritor behauptet, die Ehe mit Ihrer Majestät Anara hätte vor einem einfachen Priester rechtmässig stattgefunden, geht es hier doch nicht einfach nur um Eure Hochzeit, sondern um Politik, Milady!“
Es war zum Haareraufen, die Ehe – so überhaupt etwas derartiges stattgefunden hatte - war seitens des Klerus bis zum heutigen Tag nicht für nichtig erklärt worden. Die Hochzeit des Reichsregenten würde als vor Temoras Angesicht geschlossen betrachtet werden, da war es doch geradezu zwingend, sich bei deren weltlicher Vertretung auf die geistliche Unfehlbarkeit der Heiligkeit zu berufen und nicht auf die einer Templerin, Kirchenvorsteherin hin oder her! „Die Heiligkeit nicht damit belasten...“, Darna entfuhr ein abfälliges Schnauben. Es war eine allseits bekannte Tugend der Heiligkeit, dass sie sich selbst bei ihrer Blindheit nun persönlich um die Sorgen und Bedürfnisse eines jeden kümmerte, der sie um ihre Hilfe ersuchte. Und nun sollte die Heirat des Reichsregenten etwas lästiges sein, was man ihr ersparen wollte?!

Der Grund für die Wut? Die beiden schienen kein Stück darüber nachgedacht zu haben, dass diese Heirat von den Adligen und vom Volk dieses Reiches bewertet werden würde – oder schlimmer noch, es war ihnen egal. Leichtfertig schienen sie ihren Feinden gerade die kleinen empfindlichen Ansatzpunkte zu liefern, die es brauchte, um treue, doch nicht persönlich gebundene Personen mit ihren aufrührerischen Reden zweifeln zu lassen. Je mehr Meritor seine Herrschaftsansprüche mit denen Adrians gleichsetzen konnte, desto eher warf die Frage Bedenken auf, warum man noch dem Hause Hohenfels folgen sollte.
“Denk nach. Wie gräbt man dem das Wasser ab? Und wie kleidet man Eileens Wunsch in ein nach außen repräsentatives Gewand?“
Natürlich konnte man sich nachvollziehbar darauf berufen, dass die Heiligkeit mit ihrer Blindheit die Zeremonie nicht eigenhändig durchzuführen vermochte - sie konnte offiziell diese Aufgabe an Sanjana übertragen, am besten wäre sie selber bei der Zeremonie noch persönlich schlicht anwesend und gab auf diese Weise dem Ganzen ihren Segen. Aber das Ganze herunterzuspielen, was die Wichtigkeit anbelangte... nein. Die Verbindung wurde eh kritisch beäugt, und dann mit irgendwas nur kleine Brötchen zu backen gäbe Anlaß zu dem Verdacht, dass es auch irgendwas berechtigtes gab, womit man besser hinter dem Berg hielt. Nein, keine gute Idee.
“Aber in diesen Dimensionen denkt Eileen nun mal nicht. Und das weißt du. Du hast geschworen, dem Reich und Adrian zu dienen, also tu das und füll die Lücke, weise auf die Dinge hin, die übersehen werden – sie werden ihre Schritte schlußendlich so oder so selber gehen. Doch du tue dein Bestes.“

Bescheidenheit. Das Nächste, was sie aufregte. Eileen hatte sich auf die Argumentation zurückgezogen, dass jene eben einfach nicht genug nachdachten, die in der Schlichtheit dieser Dinge nicht die Bescheidenheit zu würdigen wüssten. Es schien ihr dabei gänzlich egal zu sein, welche und wie viele Leute sie damit enttäuschte, verprellte. Schlußendlich konfrontierte sie Darna sogar mit der Frage, was an der Demut denn verkehrt sein solle.
Das wagte die Frau zu fragen, der sie vor wenigen Tagen noch hatte erklären müssen, dass der Adler das Symbol Temoras war...
Darnas Erleichterung, dass Eileen sich vom Orden im Glauben unterweisen lassen wollte, war immens gewesen. Eileen musste das nachholen, was Darna von klein auf und erst recht in ihrer Knappenzeit beigebracht worden war. Und sie wagte es, ganz in kleingeistiger Manier, wie es die Rahaler gern pflegten, ihr vorzuwerfen, die Tugend zu mißachten, die sie sich gerade wegen ihrer am größten scheinenden Zweckmässigkeit ausgesucht hatten?
“Du weißt, dass dies nicht in böser Absicht geschieht. Nicht einmal gewollt aus dieser Intention heraus.“
Darna senkte den Kopf. Ihre Antwort zu Eileen war klar gewesen: „Dies ist nicht der Zeitpunkt und nicht die angemessene Gelegenheit, um die Bescheidenheit zur höchsten Tugend zu erklären, Milady!“
„Welche dann?“
„Die Aufopferung, Eure persönlichen Wünsche den Bedürfnissen des Reiches und den Erwartungen des Volkes unterzuordnen!“

Symbole... Darna seufzte. Sie waren so enorm wichtig, gerade beim Adel, gerade für’s Volk. Die Liebe zwischen Adrian und Eileen war unbestreitbar. Sie dachte an die Diskussion mit Rafael zurück, als sie über die Notwendigkeit der weltlichen Gebäude an den Plätzen der Tugenden geredet hatten. Wenn diese Liebe zum Nutzen mehrerer sein sollte, musste sie Symbole finden, die nicht nur diejenigen wahrnahmen, die diese Liebe vor Ort spürten, sondern sie musste dann auch von weither sichtbar sein.
Bescheidenheit... nein, darum ging es hier wirklich nicht. Das hieße hier, einem Theaterspieler zu verbieten, sich stark zu schminken, damit man die Regungen seiner Mimik auch in den hinteren Reihen noch sah – eine denkbar schlechte Idee.
Sie hörte schon das Gegenargument: „Sie wollen mit ihrer Liebe nicht Theater spielen...“
Sie zog die Brauen zusammen und schaute auf das Symbol vor sich. “Verflixt noch eins, aber wer behauptet denn, dass der äußere Anschein und der wahre Inhalt nicht zusammenpassen dürfen? Oft genug trügt der Schein, ja. Aber es geht doch darum, Fassade und Inhalt Wahrheit sein zu lassen!“
Ein kostbarer Kelch für einen edlen Tropfen – was sollte daran verkehrt sein, wenn es so war? Letzten Endes spielte der Becher keine Rolle und war doch notwendig.

Und sie? Hatte sie ihre Ehre bewahrt? Ihr Zorn hatte dafür gesorgt, dass sie sich fast daneben... nein. Sie hatte sich daneben benommen. Es hatte wohl seine eigene symbolische Bedeutung, wenn sie laut wurde, doch letztlich hatte es nicht sein müssen.
“Du hast geschworen, zu dienen. Nicht als Jasager, sondern als Ritter, immer treu und warnend, wenn es not tut. Und kaum etwas, was du kostbarer nennen kannst, wenn er dich als mehr als Ritter, sondern als Freund ansieht. Tu dein Bestes. Und dazu gehört sicher nicht, seine Frau anzuschreien.“
Sie stand auf und verneigte sich im Schrein der Ehre vor den Symbolen der Göttin, dann ging sie hinaus.
Es gab viel zu tun.

Nicht ausgerechnet Darna

Verfasst: Donnerstag 13. Juli 2006, 17:21
von Eileen von Hohenfels
"Kein schöner Abend" ... nein das war er nicht gewesen.
Offenbar war es hier so, dass selbst der freudigste Anlaß Grund gab sich zu ereifern.

Eileen hatte die Wahl getroffen, dass Sanjana die Trauung vornehmen sollte und Adrian hatte sich ohne Zögern angeschlossen.

Die Bedenken, die Darna geäussert hatte, hatte Eileen zur Kenntnis genommen und verstanden. Sie waren nachvollziehbar.
Doch Eileens Beweggründe waren andere gewesen.

Eine Ehe wurde nicht besser oder schlechter durch den Grad des Priesters der sie segnete, ganz sicher nicht.
Solch eine Verbindung war das Bekenntnis zu Einander in aller Öffentlichkeit.
Im stillen Kämmerlein ohne Zeugen war sie nichts, egal wer den Segen gab.

Behaupten konnte man viel ohne Zeugen und Vertraute beider Seiten.
Nein , Eileen sah den Bezug zu der Unverschämtheit dieses Meritors nicht. Da gab es keinen Zusammenhang.

Alle Menschen sind gleich !

Sie hatte die sich hineinsteigernde Darna mit wachsender Trauer beobachtet und ihr zugehört.
Eileen war, als würde sie mit zunehmender Rage gar nicht mehr versuchen, ihre Sicht zu verstehen.

Ihre Idee vom großen Symbol hatte so sehr Besitz von ihr ergriffen, dass vieleicht sogar sie, diese Darna, die sie so sehr mochte, in diesem Moment vergaß, dass sie alle nur Menschen waren.

Politik

Politik war die Summe der Vorstellungen und Ideen mit der man eine Gesellschaft gestaltete. Ihr Wesen und ihre Moral.

Eileen wollte nicht Teil eines Symbols sein, hinter dem sie nicht stehen konnte. Ihre Vorstellung von der Gesellschaft war nicht, dass Wenige dauernd Sonderbehandlungen erfahren mussten.
Ein Land brauchte Führung aber wo man sich Bescheidenheit leisten konnte, da sollte sie walten.

Das sollte das Zeichen sein, nicht mehr und nicht weniger. Etwas was jedem eingängig sein konnte, selbst wenn er nur wenig vom Glauben an die Göttin verstand.
Etwas Selbstverständliches, etwas, was man vorlebte, was man vorleben musste gerade wenn alle auf einen blicken würden.

Es musste einfach nicht ihre Heiligkeit sein, die den Segen sprach, und wenn ihre Heiligkeit Sanjana gutheißen würde für diese Aufgabe, was sollte daran noch auszusetzen sein ?

Eileen hegte ein Verhältnis zu Darna, welches sie schon als freundschaftlich bezeichnen würde. Sie hatte mit ihr viele Gespräche geführt, vertraute Gespräche und nun das.
Die Diskussion wollte kein Ende nehmen und würde in dieser Form zu nichts führen. Eileen beschloss den umgänglichen Ton abzulegen um ihrer beider Wohl willen, das brachte so nichts.
Sie wählte Worte von denen sie wusste, dass sie zu Darna durchdringen würden, war sie doch die korrekteste Person , die sie kannte.

"Ich nehme eure Bedenken zur Kenntnis und will darüber hinwegsehen, dass ihr das Schloss zusammen schreit, weil euch diese Dinge belasten. Ich danke euch Frau von Elbenau" ... betont ruhig und sachlich um es nicht auf die Spitze zu treiben.

Eileen blickte der wütenden Darna nach, selbst von Traurigkeit um den Fortgang des Abends und ihrer Freundin erfüllt.

Dabei hatte sie nicht einmal recht gehört, dass Eileen sie gebeten hatte an ihrer Seite, die zu schliessende Ehe zu bezeugen.

Verfasst: Freitag 14. Juli 2006, 16:17
von Darna von Hohenfels
Ein Band

Hätte sie ihrer Mutter doch nur besser zugehört! Plattstich. Das wusste sie noch. Kreuzstich, Langettenstich... sie seufzte. Welche Arbeit sie sich gerade aufhalste, wollte sie gar nicht näher bedenken und wie viele Fehler sie machen würde, auch nicht. Aber sie war doch nicht völlig umsonst so oft mit dieser unseligen Kunst gequält worden?

Leicht zog sich ihr der Magen zusammen, wenn sie in Erwägung zog, daß Eileen sie nun vielleicht doch nicht als Trauzeugin haben wollte... Grund genug hätte sie. Oder? Sie sah von den Zeichnungen auf und schaute nachdenkend auf die Wand vor sich. Irgendwie wurde ihr erst jetzt die Frage bewusst, daß Eileen wohl nicht viel Kontakt zu anderen Damen des Adels hatte?
Seufzend zeichnete sie weiter an dem Pferd. Der Hirsch sah eher nach einem Pferd mit ein paar kritzeligen Hörnern auf dem Kopf aus... sie versuchte das möglichst zu korrigieren. Zum Glück fiel sowas bei den kleinen Motiven wohl nicht so sehr auf.

Aber eigentlich war die Idee doch nett, die Ränder des Bandes abwechselnd von Hirschen und Pferden flankiert sein zu lassen? Symbole der Ritter, die die Symbole des Paares in der Mitte bewachten und schützten... Schwerter stattdessen hatten auf einem Eheband nichts zu suchen.
Ein paar Blätterranken machten sich immer gut, kleine Rosen, doch eigentlich waren diese nur optische Trennung für die Mitte des Bandes.

Sie musste eine ganze Weile darüber nachdenken, welche Zeichen sie für Adrian und Eileen nehmen sollte. Gemeinhin üblich waren Falke und Taube, doch zwei Vögel derartig erkennbar zu sticken traute sie sich nicht zu. Außerdem konnte sie Eileen nicht wirklich mit einer Taube gleichsetzen... eher ein feuriges Gemüt, nicht wirklich zähmbar und trotzdem zugänglich. Doch eine Frau mit einer Katze gleichzusetzen war ihr schon immer plump vorgekommen und sie brachte es auch jetzt nicht übers Herz.
Aber Feuer passte... eine rote Taube? Unschuldig war sie ja auch nicht mehr. Plötzlich gefiel Darna das Bild und sie schmunzelte. Eine rote Taube, ja. Mit goldenem Faden dünn umstickt, daß es sich gut vom blauen Stoff des Bandes abhob. Auch Pferd und Hirsch kämen in Gold, die Rosenranken klassisch in grün und rot, ebenso mit goldenem Trennfaden.
Rote Taube. Und Adrian? Sie dachte an einen weißen Löwen, aber langsam wurde ihr das alles zu bunt, im wahrsten Sinne des Wortes.

Weißer Stoff? Dann konnten die Motive ruhig farbenfroh sein. Änderte man die Bordüre eben auf schwarze Pferde und Hirsche, dann war es auch nicht völlig speziell auf einen Ritter bezogen, denn das Pferd in Rafaels Wappen war zwar schwarz, aber nur Wappenhalter, nicht Wappentier. Aradan führte auch das Pferd im Wappen. Und ihr Hirsch eben nicht golden. Es würde hoffentlich gut passen.
Schwarz-weiß... oh doch, dann kämen die Rosenranken schön zur Geltung.
In Längsrichtung des Bandes in der Mitte dann das Motiv für das Brautpaar:
Eine rote Taube und ein reichsblauer Löwe, zwei goldene verbundene Ringe zwischen sich.

Und für die Enden des Bandes... sie wusste nicht einmal klar zu benennen, warum, doch es gefiel ihr, daß man dafür zweimal würde hinsehen müssen:
Je ein weiß gestickter Adler auf dem weißen Tuch. Und zur Mitte hin je zweimal der Segenswunsch "Für eine Ewigkeit in Harmonie."

Das Bild wurde immer klarer vor ihrem inneren Auge, und irgendwann arbeitete sich die Nadel emsig durch den weißen Stoff, der Blick nur noch darauf und nicht mehr auf die unbeholfenen Skizzen gerichtet.


(etliche Stunden und heruntergebrannte Kerzen später)
Verfluchter Dreck! Sie steckte den Finger in den Mund und schaute erschrocken auf das Hochzeitsband. Eindeutig musste Blut durch die wunde Haut gedrungen sein, wo hatte sie angefasst? Das Hochzeitsband mit Blut besudelt, na hervorragend... sie würde es nie im Leben neu anfangen können. Bis zur Wochenmitte musste es fertig sein.
Wo hatte sie angefasst? Nach langem Suchen, bedacht darauf, das kostbare Tuch nicht erneut zu beschmutzen, entdeckte sie die dunkle Färbung, nur leicht auslaufend, sie hatte hauptsächlich die kleine Rosenblüte damit getroffen - Glück im Unglück.
Leise knackte es, als sie den Kopf drehte, ihr Rücken tat weh, ihre Finger schmerzten... nicht lieber aufhören? Naja... das eine Pferd hier noch, dann wäre die Reihe auch fertig.
Irgendwann schaute sie auf den letzten Stummelrest der Kerze. Die dritte? Vierte? Sie würde sie gleich austauschen, nur einen Moment die brennenden Augen schließen, dann...


...schlief sie ein.

Verfasst: Sonntag 16. Juli 2006, 16:23
von Darna von Hohenfels
Langsam wurden Küchenmeister Helmar und Darna Freunde, was sie sehr beruhigte. Den ganzen Morgen, seit irgendwann kurz vor Sonnenaufgang, hatten sie darüber beraten, was beim Hochzeitsmahl alles aufgefahren werden sollte.
Zum Glück würde sich Herr Weinschenk um alles kümmern, was außerhalb des Schlosses stattfinden sollte - die Organisation für die Speisen im Innern der Residenz würden heikel genug werden.
"Bis Mittwoch. Ich sollte Herrn Jagerton fragen, ob man ein paar Doppelgänger von mir zaubern lassen kann?", erlaubte Helmar sich herumzubrummen.
"Der Herr Hofmagus heißt Jagotin", verbesserte Darna, "aber die Idee ist nicht schlecht."

Sie lasen die Liste nochmal durch und nickten beide im gleichen Moment zufrieden, daß zwei Mägde sich amüsierte Blicke zuwarfen. Pro Gang mehrere Angebote, bunt gefächert, daß möglichst für jeden was dabei war - Fisch, Fleisch, Gemüse; mild, süß, deftig.
"Wenn ich das hinkriege, bin ich wirklich gut", brummelte Helmar.
"Wenn Ihr das hinkriegt, lasse ich Euch befördern."
"Wohin?"
"In einen wohlverdienten Urlaub", grinste die Ritterin.
"Ihr wollt doch nur die Küche für Euch, Milady, nichts da."
Sie lachte herzlich und musste doch schon wieder weiter - die Gästelisten mussten überprüft werden.

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kalte Vorspeisen

* Canapés mit Avacodo-Lachs-Crème - mit kleinen Lachsstreifen auf Pumpernickeltalern
(Fischfilet / Brot)

* Lammfleisch-Carpaccio - hauchdünne Lammfleischscheiben mit Fenchel und Knoblauch-Mayonaise
(gebr.Fleisch / Knoblauch)

* Curry Eier - hartgekochte Eihälften, mit Curry- und Ingwerfüllung
(Spiegelei / Wildkräuter)

Suppen

* Ith'sche Fischsuppe - aus Lengfilet mit Porree und Sellerie
(pikantes Fischfilet / Zwiebel)

* Blutwurstsuppe - tiefländisches Rezept mit Speck und Kartoffeln
(Eintopf / Wurst / Speck)

* Kokos-Zitronengrassuppe mit Garnelen - menekanische Spezialität mit Koriander und Limette
(Kokosnuß / Tomatensuppe / Limone)

warme Vorspeisen

* Austern "Falkenburg" - gratinierte Austern mit Spinat
(Muschelfleisch / Kohl)

* Äpfel mit Würstchen gefüllt
(Apfel / Wurst)

* Geschmorte Paprika - mit Zwiebeln und Knoblauch
(Karottengemüse / Zwiebel / Knoblauch)

Fischgerichte

* Gegrillte Forelle nach Art der neuen Insel - mit Schalotten, Lauch und Weißwein
(Forelle / Zwiebel / Weißwein)

* Barben in brauner Soße - mit Fleischbrühe und Speck
(gebr.Fischfilet / gebr.Fleisch / Speck)

* Gebratener Karpfen mit Bier-Senf-Sauce - (die leise Hoffnung, Zwerge zum Fischessen zu bewegen)
(Karpfen / 2 Krug Bier)

großer Fleischgang

* Gefüllte Gans mit Blaukraut - Gans mit Honigkruste, dazu Blaukraut mit Apfelmus
(gebr.Vogel / Honig / Kohl / Apfel)

warme Zwischengerichte

* Blätterteigtaschen mit Gemüsefüllung - mit Tomaten, Paprika und Käsewürfel
(Brot / Käseecke)

* Gebackener Schafskäse - mit Thymian, Oregano und einer Messerspitze menekanischem Pfeffer
(Käseecke / Wildkräuter)

* "Geheck von de Eyren" - Eierragout mit Senfnote auf gerösteten Weißbrotscheiben
(Brot / Spiegelei)

kalte Zwischengerichte

* Berchgardner Brot - Roggenbrot mit Meerrettich-Frischkäse und Bündnerfleisch
(Brot / Käseecke / gebr.Fleisch)

* Mit Frischkäse gefüllte Tomaten
(?? / Käseecke)

* Tatar - gewürztes Schabefleisch mit Sardellenfilets und Oliven
(rohes Fleisch / rohes Fischfilet)

Braten und Salate

* Schlachtplatte um Eisbein und Sauerkraut - mit Grütz-, Blut- und Leberwurst
(Wurst / Schinken / Speck)

* Rinderrippe auf Eierteigstäbchen - Pikant gewürzt und knusprig überbacken
(gebr.Fleisch / Spiegelei)

* Grün-weißer Spargelsalat mit Orangendressing
(?? / ??)

* Speckkartoffelsalat
(Kartoffeln / Speck)

Gemüsegerichte

* Aubergine mit Pilzen und Schafskäse - mit Austernpilzen, Knoblauch und Basilikum
(?? / Champignons / Käseecke)

* Blumenkohl mit Shrimps - in Weißweinfischfond
(Kohl / gebr.Fischfilet)

* Ridmannsflurer Kohlschinken
(Kohl / Schinken)

warme Süßspeisen

* Bratäpfel mit Nussfüllung - mit Orangenschale und Ingwer
(Apfel / Zitrone)

* Glasierte Bananen
(Banane / Honig)

* Ricotta-Waffeln mit Gurkensalat - reich gewürzt mit Tomaten und Basilikum
(Kuchen / ??)

kalte Süßspeisen

* Birnenparfait - mit Korinthen und Mandelblättchen
(Birne)

* Ananasjoghurt - mit Zitronenmelisseblättchen
(Krug Milch / Zitrone)

* Errötendes Mädchen - mit Buttermilch und Preiselbeermarmelade
(???)

Käse

* Panierte Käsescheiben - Räucherkäsescheiben im Semmelbröselmantel
(Brot / Käseecke)

* Ausgebackene Käsewürfel auf Kohlrabi-Ragout
(Käseecke / Rübe)

* Ziegenfrischkäse mit Honig-Pfeffer-Dressing
(Käseecke / Honig)

Verfasst: Dienstag 18. Juli 2006, 06:53
von Rafael de Arganta
Vorbereitungen wurden getroffen.
Emsig eilten Gardisten, Bedienstete hin und her und Rafael behielt seine Augen so weit es ging über allem.
Zu der Freude für den Grafen kam die Sorge die sich aufgetan hatte, etwas konnte gegen das Paar geplant sein.

Als er Darnas wohl geplante reichhaltige Speisefolge las, kam in ihm kurz der Gedanke das man wohl nach Hause rollen würde, dennoch konnte er nicht umhin der Ritterin Respekt zu zollen ob dieser Auswahl.
Sie hatte wirklich ein Händchen dafür, und wenn sie auch noch dabei bliebe, von der Herstellung bis auf den Teller des Grafen konnte dahingehend gar nichts schief laufen.

Er seufzte, was erwartete er eigentlich....
Was ausser das was Er, Frau von Elbenau, Cathal, und Bruder Lefar besprochen hatten?

Es war schon auffällig gewesen, das ominöse Gesatalten sich des Nachs in der Stadt herumtrieben und Fragen über die Stärke der Garde oder dem Schloss stellten.
Es war ein Schlag gewesen als man feststellen musste das gespendetes Essen für die Armen vergiftet worden war.
Ob ein Zusammenhang bestand?
Man wusste es nicht, man konnte nur Vorbereitungen treffen.
Und so war gestern der Hauptman informiert worden.
Dem Herrn Weinschenk waren Zwei Gardisten zugwiesen worden die über das Essen wachten, so wie Gardisten an den Brunnen abgestellt und Fässer voller Gegengift von Angelina hergestellt beim Wirt untergebracht.

Die Gästeliste wurde von Frau von Elbenau genauestens durchgegangen und die neusten Bediensteten, samt Barden würden vor dem Fest noch einmal genauestens geprüft werden.
Es durfte einfach nichts geschehen, dafür war der Tag zu wichtig.
Rafael überlegte jetzt schon wo er sein Schwert aufbewahren würde, wohl in der Nähe, wenn nicht gar... er es tragen würde.
Viel lieber als sich an dem Abend dem Tanze widmen würde er hinter dem brautpaar stehen und mit Argus Augen über den Grafen wachen.
Aber das würde man ihm wohl eher mehr als Übel nehmen.

Er wußte jedoch das sie alles tun würden.
Das Cathal und Frau von Elbenau ebenso wie er ein Augen auf alles haben würden.
Der Große Tag des Grafen konnte kommen.

Verfasst: Dienstag 18. Juli 2006, 10:46
von Sanjana Valeth
Nicht nur weltliche Dinge waren geregelt und bis in das letzte Detail ausgeklügelt. Nein… auch die Kirche sorge für nötige Vorkehrungen, so war immerhin bis vor kurzem noch nicht klar, wer die Trauungszeremonie des Grafen und der Edlen de Galway vornehmen würde.
Gebeten wurde Sanjana von der verlobten selbst, nachdem die zwei Frauen ein langes, interessantes Gespräch über den Glauben und weltliche Dinge führten.
Sie waren einer Meinung, ein gutes Zeichen, wie Sanjana für sich entschied. Sie setzte viel Hoffnung in Eileen, nicht nur was das politische anbelangte. Sie las nicht nur in den Zeilen des Grafen, sondern auch den Worten Eileens, welch glückliches Paar sie trauen durfte, sei es ihr von Temora gegeben.
Wusste das schneeweiße Haar doch um ihren Stande in der Hierarchie der Kirche… Und sie wusste auch um mancherlei Besorgnis hierüber… Ward eine Hochzeit von solch Wichtigkeit und Größe doch lediglich für die Erztemplerin selbst, oder noch gerade einen hohen Templer vorbehalten…

Doch nicht nur ihre Heiligkeit ward Sanjana gnädig, Temora selbst, schenkte der jungen Templerin nicht nur ihre Zustimmung für dieses Vorhaben, sondern lies ihr zudem nicht nur des inneren ihr Vertrauen aussprechen, sondern durch die Worte Alyssas auch den Stande Sanjanas in jenen, eines eben solchen hohen Templers erheben.

Jene Prozedur vermochte ihre junge Hochwürden dazu zu veranlassen, jenes Schreiben an den Grafen, erst Tage vor der Hochzeit abzuliefern. Persönlich tat sie es. Es ward von Wichtigkeit, so endlich die ihre Zusage das Brautpaar erreichte…

Verfasst: Dienstag 18. Juli 2006, 21:34
von Darna von Hohenfels
Die Gäste

Seufzend sah sie ein weiteres Mal auf die Liste - und vor allem die Lücken darin. Das durfte doch nicht wahr sein? Von vielen mochte sie gerne glauben, daß sie kommen würden, doch Zusagen wie Absagen zur Hochzeit waren erschreckend rar. Küchenmeister Helmar löcherte sie nun schon mehrfach am Tag, wie viele Gäste denn nun kämen. Tja...

Cedric von Rabenau:
Rafael de Arganta: ja, mit Angelina de Arganta (keine offizielle Zusage zum Fest)
Calor von Gryffenhorst: beide verreist, so hieß es
Aykira von Vynterstein:
Jandariel von Atholan: Absage
Marien von Valentin:
Felicitas von Stolzenfels:
Yarin von Wolfenfels:
Rat zu Varuna: Bürgermeisterin Alliestra nebst Herrn Thancred zu erwarten (keine offizielle Zusage zum Fest)
Orden der Temora: Lord Farion und Hochwürden Valeth zu erwarten (keine offizielle Zusage zum Fest)
Allianz des Lichts: Thelor Dravan
Konvent des Phönix: evt. Una Llastobhar mit Begleitung
Ritter: Darna von Elbenau, mit Korp. Adrenalon
Haus Llastobahr: Cathal Llastobhar mit Begleitung Tara Llastobhar-Naweya + Viljo Llastobhar + Qwyn Llastobhar

Elfen: Lenwe Miriel + Isdaniel Nifar + Laurelin en Annun + Tirn'en'eryn
Zwerge:
Menek'Ur: Großwesir Raakin Yazir + Statthalter Fadi Yazir
Clan Hinrah: Falk Hinrah mit zwei Begleitern
Clan Mac Iora:

Verfasst: Mittwoch 19. Juli 2006, 11:37
von Sanjana Valeth
Sanjana saß oft alleine an Orten, welche so ruhig und einsamen schienen, dass sie vielerlei Menschen sicher unangenehm wären. Doch das schneeweiße Haar vermochte solch Orten ihren größten Respekt entgegen zu bringen. Sie liebte die Ruhe, denn in Ruhe vermochte man, von allen Gedanken gelöst, sich lediglich dem Flüstern „ihrer“ hingeben.
Die Predigt…
Die Hochzeit…
Ihre junge Hochwürden vermochte sich die Zeremonie bildlich vorzustellen, mit den Taten, en Worten… Und jene mochte sie danieder schreiben. Auswendig würde sie diese Worte lernen, wahrlich, seien es auch lediglich Stichworte. Doch vorbereitet wollte sie in diese Trauung gehen, denn sie wusste, eine Hochzeit… Eine Hochzeit, musste eine perfekte Zeremonie sein, ebenso wie jegliche andere auch.

Doch manche Worte brachten sie zum Nachdenken… Eine Waagschale… Der Liebe zweier Herzen… Im Gleichgewicht…
Noch immer hatte Sanjana kein Geschenk für das glückliche Paar gefunden… Mochte sie aber nach und nach sicherer werden.
Eine Waagschale…

Langsam erhob sich die Dienerin „ihrer“, sie nahm ihren Stab zur Hand, das kleine Buch schloss sie und verstaute es in ihrem verziertem Umhängebeutel und schon machte sie sich auf…
Eine Waagschale… Ein Symbol… Es sollte ihren Worten Ausdruck verleihen.

Ihr Weg führte sie direkt nach Berchgard. Dort suchte sie auch gleich nach Alliestra. Sie würde sicher ein solches Symbol fertigen können, dessen war Sanjana sich sicher.
Freudig ward die Begrüßung, lange hatten Sanjanas Beine sie nicht mehr nach Berchgard geführt, doch nun ward es einmal wieder an der Zeit.
Allistrra mochte die junge Hochwürden oft mit einem Lächeln auf den Lippen einfach nur betrachten. Wusste Sanjana doch nicht, was die liebenswerte Feinschmiedin wusste…

Doch gewiss ward Allistra bereit, Sanjana ein solches Symbol zu fertigen. Weiß-silbriges Metall sollte es sein, fast einen marmornen Effekt von mattem Weiß und glänzendem Silber zeigte dieses Kunstwerk auf. Ein einfaches Werk, doch ob der marmorierten Legierung, eher als ein Kunstwerk zu betrachten.
Sowahr Allistra mit ihrem Werke am Gange ward, ward es dem schneeweißen Haare vergönnt, sich im selbigen Raume niederlassen zu können, um dort ihrer Worte weiter Schrift zu verleihen.

Deutlich zufrieden mochte Sanjana nicken, als Alliestra nach einiger Zeit wieder hervorkam, eine Waagschale ward ein aufwendigeres Werk als man meinen könne…
Eine Gravur zierte den Sockel des Werkes: -Der Liebe zweier Herzen-

Ja… das sei es. Dies wollte Sanjana dem Paare als Geschenk und Erinnerung zugleich mit auf ihren Pfade der Zweisamkeit geben.


Auf dass die Waagschalen ewiglich im Einklang seien…

Verfasst: Donnerstag 20. Juli 2006, 14:54
von Darna von Hohenfels
Glück

Entsetzte Blicke, als sie ernst verkündete: "Ich muß euch leider mitteilen, Lord Rafael hat versagt. Lady Eileen wurde entführt." Erlöstes Lachen erst, als klar wurde, daß die Brautentführung ja zur Tradition gehörte.
Entsetzte Blicke auch in der Kirche, einer der Stationen auf der Rätseljagd quer durch die Stadt.
"Diese Aufgabe ist leicht zu bewältigen - Ihr braucht Cathal nur einen Kuß zu geben, Hoheit, dann erhaltet Ihr den nächsten Hinweis."
Sie konnte nicht mehr an sich halten und prustete los, als sie Cathals "Was?!" hörte. Adrian musste den Knappen nicht küssen, doch nie zuvor hatte man Darna sich in so großer Gesellschaft so köstlich und gelöst amüsieren sehen und sie kannte wenig Gnade mit dem Grafen.

"Ich zähle bis zehn, Ritterin, dann dürft Ihr absetzen", hatte Adrian gesagt, als sie den angurischen Met trank.
"Hundertfünfzig", war alles, was er heute zuletzt als höchste der genannten Zahlen zu ihr sagte. Vergnügt lachte sie ihn an.

Erschrocken rissen die Wachen das Tor auf, als der Graf mit seiner zurückgewonnenen Braut im Sattel davonpreschte. Rafael rannte ihm hinterher, wollte zu den Ställen. "Er hat nicht mal ein Schwert dabei!"
"Milord!" Sie erwischte ihn und legte ihm die Hand auf die Schulter. "Lasst sie doch", sprach sie mahnend wie bittend und belustigt zugleich, "Ich denke, ich weiß, wo sie hin sind, und dort droht ihnen auch keine Gefahr. Habt Ihr bei Eurer Hochzeit etwa an Schwerter gedacht?"
Sie schaffte es, Rafael zu beruhigen, doch später war sie es, die aufgekratzt ihr Pferd nochmal satteln ließ.
"Sarschar, ist seine Hoheit hier vorbeigekommen?", fragte sie am Osttor. Als auch die Wache am Tor zu Berchgard bestätigte, daß Adrian "viel zu schnell" hineingeritten war, kehrte sie beruhigt um. Das war alles, was sie hatte wissen wollen, der Rest ging sie nichts an.

Das Schloß war fast gespenstisch. Alle Gäste waren fort. Viola schlief schon lange. Selbst der Thronsaal war schon wieder gesäubert worden, die Spuren des Festes beseitigt.
Sie öffnete nochmal das Kästchen und schaute auf das bestickte Hochzeitsband, sie hatte es nicht mal überreichen können bei all dem Trubel, doch die Botschaft, die sie beiden hatte vermitteln wollen, war mit Gewißheit angekommen:
"Ich freue mich für euch."

Erbarmungslos gemahnte nun die Müdigkeit an eine knappe Woche voller hektischer Vorbereitung, in der kaum Platz für anderes gewesen war. So viele unerledigte Dinge waren noch zu tun - Ausbildung, Brandschutz, Gardebestellung, Ballisten...
doch der letzte Gedanke und das letzte Lächeln vor dem Einschlafen galten einem wundervollen Tanz mit einem edlen und galanten Herrn.

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Am nächsten Morgen wurden zu einem kleinen bestimmten Haus hinter Berchgard ein hingebungsvoll und üppig von Helmar bestückter Korb voller Frühstückssachen gebracht, jedoch hatte der Bote strikte Anweisung der Ritterin, nicht mehr als leise zu klopfen und ihn vor der Tür abzustellen, ein kleines Kärtchen darin:
"Wünsche einen sonnigen Tag.
Darna"