Vorwort:
Bevor wir mit dem 'Rest' beginnen oder vielleicht eher mit dem 'Anfang', eine kleine Erinnerung: Manch Menekaner sollen sich die letzten Wochen darüber echauffiert haben, dass man nicht richtig den Kopf neigte, den Oberkörper oder gar das Knie beugte. Wir haben das natürlich mitbekommen und so eine kleine Erinnerung. Denkt bitte zukünftig zwischen Kriegen, Erdbeben und einstürzenden Häusern daran, wie das funktioniert. Besonders ermahnt hier die Frauen der Familie Yazir!
Vor dem Emir vollführen wir ein Kniefall. (Unsere Sonne musste hoffentlich noch nie jemanden daran erinnern)
Vor dem Kalifen und anderen Mitgliedern des Hauses Omar verneigen wir den Oberkörper.
Vor den Wesiren und der Leitung des Tempels neigen wir tief den Kopf und deuten eine Verbeugung bereits an.
Assistenzen der Wesire, Familien- und Gemeinschaftsoberhäupter, Institutionsführungen so wie Palastangestellte erhalten ein Kopfneigen. (Ein Neigen des Kopfes ist nicht gleichzusetzen mit einem Nicken.)
Wüstensöhne und Töchter aus großen Familien (Zur Zeit: Azeezah, Bashir, Yazir, Ifrey) erhalten ebenfalls ein Kopfneigen. (Man ist auf der sicheren Seite, wenn man das Nicken aus seiner Begrüßung streicht und generell immer den Kopf neigt.)
Janitschare werden mit ihrem Rang angesprochen und das Neigen des Kopfes den Rang angepasst. (Schwierig, aber machbar!)
Erdbeben!
Diverse Häuser wurden, in Anbetracht der jüngsten Ereignisse, von der Armee aus ihren Häusern evakuiert. Der Palast, die Kaserne, so wie der Umkreis der Stadtschneiderei sollen betroffen sein. Als wichtige Anmerkung: Die Familie Ifrey, offengelegt von der fürsorglichen Blüte
Callista, nimmt die armen Blüten auf, welche dieser Tage ohne ein Dach über den Kopf leben müssen.
Passt auf euch auf, in diesen Tagen und informiert euch an den schwarzen Brettern über neue Befehle und Anweisungen. Für die Sicherheit!
Familiengeschichten
Die Familie Azeezah
Von Löwen und Hyänen
Einst gab es einen Löwen und eine Hyäne. Gemeinsam lebten sie im gleichen Stückchen Steppe. Der Löwe war der Anführer des Löwenrudels und die Hyäne der Anführer des Hyänenrudels. Eines Tages wurden dem Löwen zwei Söhne geschenkt und er brüllte es stolz in die Weite hinaus. Sein Brüllen hallte laut und gefährlich über das ganze Land. Alle sollten es wissen: Er bekam zwei Söhne! Eines Tages wurde auch der Hyäne zwei Söhne geschenkt, doch er brüllte nicht. Der Löwe stieg hinab und fragte ihn stolz, ob er nicht des Brüllens mächtig sei! Die Hyäne antwortete ihm: „Alle im Rudel sind meine Kinder und ihre Kinder auch meine Kinder. Würde ich immer Brüllen um sie zu begrüßen, hätte ich bald keine Stimme mehr.“ [Bekannte Sage der Azeezah]
Es war Saajid Tamam der im Jahre 258 die Azeezah nach Gerimor rief. Bis dahin waren die Azeezah in alle Lande zerstreut. Dabei gab es bei den Azeezah nie eine allgemeine Neigung, wie das kämpferische Naturell der Yazir oder das Händlergeschick der Bashir. Doch eine Sache gab schon immer der Vater auf seine Kinder und die Kinder auf ihre weiter: der feste Glaube in die Allmara. Nicht selten stehen in den kleinsten Azeezahhäusern Schreine zur Anbetung der Göttin.
In Menek’Ur ließen sich die Azeezah erst im Staubviertel nieder, da sie noch nicht anerkannt waren. Unter der Führung von Saajid Tamam war es jedoch eine kleinere Hürde. So arbeiteten sich die Azeezah ihren Weg voran. Die endgültige Anerkennung erreichten die Azeezah, indem sie sich mit der Familie Masari zusammenschlossen. Der Familiennamen blieb erhalten, die Farbe wurde jene der Masari: Jadegrün. Das Wappen fusionierte und so trägt der Hyänenkopf, auf Jadegrund, goldene Flügel des Phönix.
Im Übrigen tragen die Azeezah häufig Doppelnamen, nicht selten den Namen eines Eltern- oder Großelternteils an zweiter Stelle. Zudem bezeichnen sich Azeezahs nicht als Familie, sondern als Rudel. Dies zeugt noch einmal von der Verbundenheit zur Familie. Einem Azeezah liegt die Familie nicht nur im Blut, sondern im Herzen.
In Menek’Ur bezog die Familie zu Beginn ein Haus ganz im Westen Menek’Urs, das heutige Haus der Ifrey. Dort war am Eingang direkt ein großer Schrein aufgebaut. Die Küche bestand zur Hälfte aus einer großen Tafel, damit auch alle Freunde der großen Familie Platz fanden. Den ersten großen Schatten warf der Weggang Saajid Tamams auf das Haus. Er hinterließ lange eine Lücke, die kein Anaan füllen konnte. Es folgten weitere Verluste und Verheiratungen, was das Haus in seinem Bestand so schwächte, dass es aberkannt wurde. Die Azeezahs zogen zurück ins Staubviertel.
Bis Ahmad Fadlan, einst Sohn der Masari, als Oberhaupt die Führung übernahm. Die Azeezahs erblühten zur alten Stärke und bezogen bald ein angesehenes Haus am Brunnenplatz, das bis heute noch den Azeezahs gehört. Nachdem Ahmad Fadlan auf eine weite Reise ging, folgte Sabri als Oberhaupt der Familie. Er führte die Familie durch eine schwere Zeit, denn in jener war Menek’Ur wenig belebt. Als ganz Menek’Ur neu erblühte, legte Sabri freiwillig seinen Posten nieder. Ahmad Fadlan, der mittlerweile wiederkehrte, wurde zum neuen, alten, Familienoberhaupt gewählt.
Die Geschichte der Azeezah ist natürlich noch viel länger. Man könnte von einer wütenden Priesterin erzählen, die ein besessenes Familienmitglied durch die Räumlichkeiten warf. Von Haaren die kunstvoll mit Blumen geflochten wurden, im Schatten einer großen Palme – Männerhaare. Von Natifahs die sich nachts heimlich über das niedrige Ziegengitter davon stahlen. Von Moccas, die mit Schuss versehen wurden, damit die Männer nachsichtiger waren. Von kleinen Streitigkeiten über ein Bild im Zimmer der Anaan, mit der Gefahr den Künstlerstolz zu verletzen. Von glücklichen Hochzeiten. Von großer Trauer. Von allem, was eine Familie – nein ein Rudel – eben ausmacht.
Doch eines darf ein Außenstehender niemals vergessen: Hyänen lachen. Immer.
Die Familie Yazir
Ich will einfach nur Kuchen
Drei Schritte, die Treppe war ganz nah. Sie hatte den Durchgang fast erreicht. Es roch bereits nach frisch gekochten Mocca und ein paar Küchlein. Ach, wie lange hatte sie keine Küchlein mehr gegessen. - Aber nun fiel ihr auf, dass sie noch die Schürze um hatte, die sie zumeist an der Esse lagerte. Wichtig war 'an' in diesem Satz, nicht etwa 'in'. Also noch mal zurück. Und dann erneut die Distanz überbrücken, aus diesen düsteren vier Wänden hinaus.
„Cousine! Kannst du meine Rüstung reparieren?“ Ja, der Aufgang war so nah.
„Sicher!“ Und sie machte es ja auch gerne.
Also wieder zurück, wieder ein Griff zur Schürze, einer zum Hammer. Und verdammt noch mal, wie konnte dieses Mädchen so viele Dellen in ihre neue Rüstung schlagen lassen, in weniger als vierundzwanzig Stunden! Man könnte meinen, Erdbeben und andere Dinge, die unser Volk heimsuchten, Hochzeiten und Tode, würden sie stoppen, Aber nein, diese Dellen sagten Anderes.
„Fertig!“
„Wunderbar!“ Sie freute sich und sie sich in gleichen Maße. Denn sie machte es ja auch gerne.
Sie knüpfte sich wieder die Schürze ab. Dieses Mal ein wenig langsamer. Ein wenig weniger Elan. Wenig, wenig. Und erneut steuerte sie die Treppe an, der Kuchen roch noch immer. Vermutlich war er jetzt bereits kalt geworden. Sie dachte an Zeiten zurück, an denen das nie möglich gewesen wäre.
An Zeiten, wo sie aber auch keinen abbekam. Es gab Kuchenliebhaber, die immer schneller waren, sie lächelte.
„Cousine! Ich brauche ein neues Schild aus Diamant. Auf das die nächste Schlacht ein Erfolg wird.“
„Sicher!“ Und sie machte es ja auch gerne.
Während der Hammer wieder das Metall bearbeitete, dachte sie an Zeiten zurück, wo sie selbst irhe Cousine mit derlei Anliegen kontaktierte. An Zeiten, wo sie auf der anderen Seite stand und es entlockte ihr ein dünnes Lächeln. Vermutlich machte Mariyah Yazir es ebenfalls gerne. Und vermutlich schlug sie mit dem Schmiedehammer auch mal in Gesichter, wenn sie gerade keine Lust hatte. Aber so weit war sie noch nicht.
„Fertig!“
„Wunderbar!“ Sie freute sich und sie sich in gleichen Maße. Denn sie machte es ja auch gerne.
Sie legte den Hammer ab und klopfte halbherzig mit den behandschuhten Fingern auf der Schürze herum, als sie in Richtung Treppenaufgang zog. Sie hatte sich vorgenommen, heute ein Stück Kuchen zu ergattern, koste es was es wolle!
Also hatte sie endlich die Treppe erreicht und überwunden. Die Sonne strahlte durch die Scheiben und erhellte ihr Gesicht. Sie hatte es geschafft, ganz klar: Nun nur noch ein paar Schritte in Richtung Küche.
Die Glocke erklang.
„Es klingelt!“
„Geht mal einer hin!“
„Was wird hier wieder so geschrien?!“
„
Sahid, es klingelt!“
„Aha...“
„GEHT NUN JEMAND?“
„Ich gehe!“
„Sehr gut, da-...
Hadija, hast du da die Vase kaputt gemacht?!“
Sie öffnete die Tür und sah auf. Das weiß der Stoffe war ihr gut bekannt und doch sparte sie sich, man konnte es nun auf ihren Familiennamen schieben, eine angemessene Begrüßúng. Sie lächelte nur, aufrichtig und nickte. Familie.
„Salam Alaikum,
Noelani. Kannst du mir meine Silberrüstung gegen Diamant ersetzen?“
„Salam Aleikum,
Abbas. Gerne. Komm rein.“
Der Geruch von Kuchen hat sich langsam verflüchtigt, als sie die Treppe ansteuerte.
„Ich glaube
Zia hat das letzte Stück Kuchen gegessen!“
„DAS FINDE ICH NICHT IN ORDNUNG!“
„Was wird hier wieder so geschrien?!“
„
Sahid, der Kuchen ist alle!“
„Aha...“
Jaja, sie machte es gerne!
Profil eines Menekaners: Maheen Ayat Yazir
Beginnen wir ganz einfach: Wo bist du geboren, wo liegen deine Wurzeln?
“Ich bin hier in der goldenen Stadt in den Schoß der Familie Azeezah geboren worden, lebte aber den bisher größeren Teil meines Lebens in Baed'Madina, nachdem ich in jungen Jahren an den werten Zarif aus dem Blute der Zaki als Zweite im Verbund von drei Blüten verheiratet wurde. Erst Jahrzehnte später, als er ehrenvoll im Kampf gegen die Weidenheimer gefallen ist, führte mich mein Weg wieder zu meinen Wurzeln: Menek'Ur...”
Den Weg, den du gegangen bist: Wurde er dir in die Wiege gelegt? War es dein Traum, der deiner Familie oder Schicksal, wenn man es so nennen will?
“Mh...nun meine erste Eheverbindung war der Wunsch meines Radeh, meiner Familie. Wie jeder Blüte war es auch mir vorbestimmt die Familienbande zum Wohle des Volkes und meines Blutes zu stärken und den wunderbaren Segen des Nachwuches zu erfahren – eine Abla, die ihrem Mann und auch ihrer stolzen Mutter nun bereits zwei Enkel geschenkt hat. Meinen späteren Weg, der mich zum Tempel führte und in den Reihen der Khaliq der Mara so nahe gebracht hat, war wohl eine Fügung der Mutterschöpferin. Eine Art zweiter Lebensabschnitt in der ich mich vertieft mit den Traditionen und dem Glauben unseres Volkes auseinandersetzen konnte, um mit und an ihnen zu wachsen. Die stete ausbalancierende Mitte und Halt ist jedoch meine Verbindung mit dem Ehrenwerten...“
Wann hast du den ehrenwerten Sajneen kennengelernt und was kannst du zu ihm sagen?
“Ich lernte ihn nach meiner Rückkehr hier in Menek'Ur kennen – es war eine tiefe Seelenverwandschaft, die uns verband und bis heute ungebrochen verbindet. Am meisten imponiert mir sein starker Charakter: Er ruht tief in sich und ihn kann recht wenig erschüttern. Manchen erscheint er recht wortkarg, doch er ist ein sehr aufmerksamer Beobachter, der meistens nur dann spricht, wenn es geboten ist klare Aussagen oder Befehle zu geben. Die recht ausschweifende Art zu Reden, wie es unserem Volk nachgesagt wird, liegt ihm nicht. Für mich ist er ein großes Vorbild für die Wüstensöhne: Stark, unerschrocken und bereit alles für den Schutz unseres Reiches zu geben.”
War der Sajneen der erste Wüstensohn, der deine Aufmerksamkeit erregte?
(schmunzelt) “Ich dachte nicht mehr, dass ich erneut den Bund der Mara eingehen werde, als ich den Pfad des Geweihten antrat. Mein Bestreben war es dem Volk als Ganzes zu dienen, allen Familien – daher hatte ich die Augen gar nicht dafür offen gehalten. Doch Adal ist ein Mann, der meinen Respekt und meine Bewunderung erlangte und bei dem ich auch schlicht eine Blüte sein kann, aber der auch Verständnis hat, wenn mich anderweitige Verpflichtungen einnehmen. So hält er mich in Balance. Kurzum: Es gab keine anderen Wüstensöhne, die nach meiner Rückkehr in die goldene Stadt meine Aufmerksamkeit derart erregt haben.”
Würdest du alles nochmal so machen?
(Ein Nicken) “Aiwa – wenn man älter wird, blickt man öfter zurück in sein Leben und stellt sich diese Frage. Natürlich gab es auch Momente in meinem Leben, an die ich mich nicht gerade liebsam erinnere, aber ich denke sie haben mich geformt und zu dem gemacht, was ich bin. Zudem bin ich sehr neugierig zu erfahren, wo die Mara mich in Zukunft auf eben diesem beschrittenen Weg hinführen wird.”
Wenn du ein Wunsch an das Volk richten könntest, welcher wäre das?
“Haltet in jeder kommenden Prüfung weiter zusammen. Auch wenn uns Herausforderungen formen und gar Unterschiede entdecken lassen, so lassen sie uns doch auch entdecken was uns tief miteinander verbindet. Doch es kann nur wohlgefällig und emporstrebend zusammenwachsen, wenn man das Wort miteinander sucht.“
Wenn du etwas ändern könntest, was wäre das?
„Derzeit sehne ich mich nach etwas mehr Ruhe... Der Sturm bläst uns beständig Sandkörner ins Gesicht – doch es braucht aus stets den Ausgleich der Ruhe der Oase. Ich würde mich daher freuen, wenn wir das Lichterfest gemeinsam als Volk gestalten könnten, um wieder etwas zu Atem zu kommen und zu uns selbst.”
Und zum Schluss: Willst du noch etwas sagen?
“Eine Familie, ein Blut. Ein Glaube, ein Volk.”
Nachruf: Akram
Am zweiten Eluviar dieses Jahres wurde der allseits beliebte Sohn der Omar, Akram Kemal, von feigen Attentätern auf dem alten Platz des Basars mittels eines Geschosses aus der Ferne ermordet.
Über 11 Jahren hinaus begleitete der altehrwürdige Anaan die Geschicke des Sonnenreiches hinaus, ein Großteil davon als Kalif, der einer Vielzahl an Erhabenen loyal und beratend zur Seite stand und die Zeiten zwischen den Erwählungen der Erhabenen leitend überbrückte. Er überdauerte und überstand mit unserem Volk die großeren Herausforderungen der letzten Jahre – wie in der Zeit des Wandels, als unser Volk sich vor den Fluten auf den heiligen Berg Cantar rettete und auch in der Zeit der Stille, als das Nichts die freiem Harmonie bedrohte. In den letzten Jahren wurde es stiller um den Ehrwürdigen, der seltener in der Öffentlichkeit auftrat und mehr im Hintergrund wirkte. Doch bis zum letzten Atemzug nahm er die Ausübung seiner Pflicht in Würde wahr, um dem Sonnenreich, dem Erhabenen und der All-Mara zu dienen.
Wir verbleiben in Demut und voller Respekt für diesen stolzen Wüstensohn und halten seinen Namen gedenkend in allen Ehren.
Abeer Eluv!
Neuigkeiten aus aller Welt:
Heute „Al'Wasi“
Von den frischen Winden über das Meer getragen, erreicht uns wieder lebhafter Kunde aus Al'Wasi auf dem südlichen Kontinent. Allerorts scheint sich die Lage nach dem Sieg über den Weltenverschlinger und dem Zurückschlagen seiner rubinfarbenen Armeen zu entspannen.
Aus Baed'Madina, der “Stadt der tausend Kuppeln” wurde nun seitens des Rats eine Resolution verabschiedet, in der man sich klar zu umfangreichen Hilfsleistungen für Ha'jhawl und seine Bewohner bekannte. Die im Delta “Kelch der Mara” gelegene Stadt wurde jüngst Anfang diesen Jahres von Wassermassen überflutet, als der Fluss “Lamis” nach starken Regenfällen über seine Ufer trat. Man stehe, laut dem Ratsältesten Machmed aus dem Blute der Zaki, in Verhandlungen mit dem Herzogtum Nharam, dass als Kornkammer des jungen Königreichs Alumenas gilt. “Wir werden keine Kosten und Mühen scheuen und unsere allseits angesehenen Beziehungen nutzen, um der ungeheuerlichen Flut nun einen Strom aus nahrhaften Weizen entgegenzusetzen, auf dass kein Grimm und Hunger die Unseren heimsuche”, soll Ratsmitglied und Handelsmagnat Hassan Taj ergänzend verlauten lassen haben.
In Alwa'Shiral, das bisher durch Lieferungen aus Ha'hjawl versorgt wurde, begegnet man dem Mangel an Nahrung pragmatisch. Haatim Jadam aus dem Blute des Propheten ließ eine Fastenzeit ausrufen. Dies wolle man auch in Zukunft in jährlichem Turnus wiederholen, um der Unbill durch die Flut zu gedenken und sich auf die kostbaren Gaben der All-Mara zu besinnen. Abedin Omar, Statthalter und Khaliq Alwa'Shirals gemahnte erinnernd an die Hungersnot, die auch die Schaar um den großen Propheten Saajid auf seiner Wanderung ins “neue Land” (Menek'Ur) durchlitten und geformt hat.
Aus der “Goldenen”, dem schlagenden Herzen des Sonnenreiches, vernahm man bisher keine offizielle Stellungnahme zum Gesuch des Wüstensohnes Ibrahim Darra aus dem Blute der Azul, der das Herrscherhaus um Unterstützung im Aufbau Ha'jhawls gebeten hat.
Das Lied des Mondes
Das Maristan
Es ist Morgen und ein Mädchen kommt herein,
große tränen erfüllte Augen sehen sich um,
es hat eine große Wunde an ihrem Bein.
Ein sorgenvoller Hakim flitzt sofort herum,
nach lieben Worten und einem Verband,
ist es ja gar nicht mehr so wild.
Alle Sorgen des Kindes sind gebannt,
das Maristan ist es, welchem der Dank gilt.
Hat dich angefallenen ein Keiler,
dann komm schnell zum Heiler.
Oder hast dir den Magen vertan,
dann rasch ins Maristan.
Hier sind die Fleißigsten zusammen,
um jede Krankheit zu verbannen.
Bist du krank solltest du meinen Rat befolgen,
denn hier wird dir mit Sicherheit geholfen!
Am Mittag kommt ein junger Mann ins Maristan,
im Kampf verletzte er sich an der Brust,
sofort kommt ein fleißiger Heiler heran,
ein verlorener Jemaat wäre ein großer Verlust.
Die Behandlung ist schwer und dauert lang,
das Gift des schwarzen Feindes drang sehr tief,
es war ein schwerer Kampf bis das Fieber abklang,
dankt dem Hakim, ohne ihn es gewiss schlechter verlief.
Hat dich angefallenen ein Keiler,
dann komm schnell zum Heiler.
Oder hast dir den Magen vertan,
dann rasch ins Maristan.
Hier sind die Fleißigsten zusammen,
um jede Krankheit zu verbannen.
Bist du krank solltest du meinen Rat befolgen,
denn hier wird dir mit Sicherheit geholfen!
Der Abend bricht herein und die Türen öffnen sich,
ein alter Mann wird vorsichtig herein getragen,
seine Augen erzählen tausende Geschichten,
er wäre soweit, – er könne den Tod ertragen.
Ein Hakim bettet ihn sanft auf ein Bett nieder,
mit einem Lächeln schläft der Alte selig ein,
und die Luft füllt seine Lungen nie wieder.
Für den Rückhalt wird man dem Maristan dankbar sein.
Hat dich angefallenen ein Keiler,
dann komm schnell zum Heiler.
Oder hast dir den Magen vertan,
dann rasch ins Maristan.
Hier sind die Fleißigsten zusammen,
um jede Krankheit zu verbannen.
Bist du krank solltest du meinen Rat befolgen,
denn hier wird dir mit Sicherheit geholfen!
S. T. Azeezah
Sahids Ratgeber für fleißige Wüstensöhne (und Töchter)
Diese Woche: Geschmackssinn.
Egal was eure Rani euch erzählt – auch ihr seid in der Lage, einen hervorragenden Geschmackssinn zu entwickeln! Alles was es dafür braucht ist Zeit, Übung und Achtsamkeit.
Konzentriert euch beim Spazieren über den Basar auf die Gerüche und Düfte um euch herum. Genießt das nächste gemeinsame Mahl im Kreis eurer ehrenwerten Familie mit Bedacht und versucht dabei, die einzelnen Zutaten zu schmecken. Riecht und schmeckt mit allergrößter Vorsicht an jedem alchemistischen Gebräu, das in euren Kellern brodelt*.
Auf lange Sicht werdet ihr so einen feinen Sinn für Gerüche und Geschmäcker entwickeln. Wenn dann ein bloßer Blick auf eure teuren Tränke euch alles über diese sagen wird, was ihr immer schon wissen wolltet, dürft ihr mir gerne auch später noch danken.
*Der Wüstenfeger übernimmt keine Verantwortung für das Riechen und Schmecken an alchemistischem Gebräu aller Art. Wenn in diesem Zusammenhang gesundheitliche Probleme auftauchen, wendet euch umgehend an den Hakim eures Vertrauens im Maristan.
Marktangebote
*Diamantrüstung mit Schild 450 Kronen – Haus Yazir, Noelani Banu Yazir
*Verzierte Saz 100 Kronen – Basar der edlen Künste, Samjia Tijen Azeezah
*Edel verzierter Sari, mit Silberperlen und Perlmuttsplittern 8 Kronen – Haus Omar, Nihal Jamini Omar
*Traditionelle geschnittene Hose aus Agavenseide 8 Kronen – Haus Omar, Nihal Jamini Omar
*Weiteres aus dem Basar (An das Pergament wurde wohl ein weiteres gehangen:
viewtopic.php?t=111268 )
Tratsch, mit Anstand und mit Würde
Bei all dem Chaos, Erdbeeben, Evakuierungen, Verletzte kommt man nicht umhin einen eher eigenartigen Duft zu vernehmen, der aus dem oberen Stockwerk zu kommen scheint, wenn man nördlich am Haus der Yazir vorbeiläuft. Kundige könnten gar meinen, es wäre der Geruch von Oger.
Was bei Eluive geht bei den Skorpionen denn schon wieder vor?
Ein neues Gesicht in Menek`Ur. Scheinbar hat ein weiterer Radeh seinen Sohn in die offenen Arme der goldenen Stadt geschickt.
Temur aus dem ehrbaren Hause der Bashir hat die Strapatzen der langen Reise auf sich genommen um seine Familie mit seinem Beisen in Menek´Ur zu stärken.
Gerüchteweise soll auch dieser hier zu einem "echten Anaan" geformt werden.
Ob unsere geliebten Radehs in der südlichen Heimat von den Gefahren und Verlockungen der Hauptstadt wissen?
Noelani Banu, aus dem Hause der Yazir, wer sie nicht kennt, es gibt sogar eine Statue von ihr in der Stadt, trägt immer Handschuhe. Obwohl das Haus Yazir nicht für Verhüllung im hohen Maße bekannt ist und auch die restlichen Kleider ihrer Person nicht dafür sprechen, dass sie das anstrebt. Aber die Hände sind immer verborgen. Vielleicht Verbrennungen? Vielleicht fehlt ihr auch ein Finger. Oder drei. Das wäre natürlich bedenklich, in ihrem Alter und ohne Mann.
Zia, aus dem Hause der Yazir, soll, je nach getragener Frisur, über den Verbleib ihres Mannes andere Geschichten erzählen. Geschickt, keine Frage. Und vor allem: schönes Haar.
Endlich steht auch die nächste Hochzeit aus: am
17. des nächsten Mondes wird das Haus Azeezah eine Blüte der Yazir in seiner Familie willkommen heißen. Und Gerüchten zu folge wird es nicht die Letzte sein.
Khalida Y. soll man neulich bauchfrei gesehen haben. Manch Leser wird glauben, dass das nichts besonderes ist und nicht hier her gehört. Alltäglich gar. Wir schreiben trotzdem darüber, wir haben noch ein wenig Platz.
Nochmal zu
Temur B.: Er sucht vermutlich immernoch die Taverne und befindet sich zur Zeit im Maristan, verwirrt und hilflos. Sollte ihn jemand finden, zeigt ihm bitte einmal jemand die Stadt.
Bei den Azeezah soll ein Bild im Anaanzimmer für Aufregung sorgen. Das Bild von Bauchtänzerinnen, welches eine hießige Künstlerin malte, war den Anaan wohl zu aufreizend. Nachdem es zu einer Diskussion über dieses Bild kam, wurde es ausgetauscht. Den Wünschen einiger Anaan der Azeezahs entsprechend, prangt nun ein muskulöser Mann im Anaanzimmer und die Azeezahblumen, erfreuen sich selbst an der Schönheit ihres eigenen Geschlechts.
Das Gebäude des
Ordens der Hadcharim soll in den vergangenen Tagen wieder mehr Leben aufgezeigt haben. So manch Menekaner hat es sicherlich ein nostalgisches Gefühl entlockt, als die stärksten Krieger des Landes, alle kaum mit dem Gesicht erkennbar, durch die Wüste zogen, in die Richtung der alten, staubigen Gemäuer. Und doch blieben die Türen für Neugierige geschlossen.
Es heißt: Der Orden wählt dich, nicht du den Orden.
Und das beste kommt zum Schluss:
Unser Emir: Er ist das strahlenste Licht, auch in diesem Monat.
Gesucht, vermisst, gewünscht
Zia, aus dem feurigen Blute der Yazir, sucht ihre Lieblingsschuhe. Schlichte Halbschuhe in dunkelblau, eingetragen aber gepflegt. Der glückliche Finder kann sich über einen königlichen Finderlohn freuen.
Aus einer zuverlässigen Quelle haben wir erfahren, dass einige Bücher aus der Bibliothek der Akademie entwendet wurden. Es handelt sich dabei um Bücher für Erwachsene und Vermählte.
Informationen zum Verbleib der Bücher werden äußerst diskret und anonym behandelt.
Stubentiger gesucht bei den Azeezah! Nach dem Tod meines geliebten Katers Shamir, ist das Azeezahhaus so grauenvoll leer. Ich suche ein neues Kätzchen oder Kater. Der Stubentiger darf keine Scheu vor Musik und Tanz haben, darf sich gerne auch im Natifahraum zu uns kuscheln und durch das Anaanzimmer wüten! Ich komme gerne zu einer Voransicht des Wurfs.
Mögliche Angebote an
Samija Tijen Azeezah.
Diverse Ehemänner werden gesucht: Meldet euch bei euren Frauen! Selbige Aussage für Männer, die einmal Ehemänner werden wollen: Die Wahl ist groß, entscheidet euch. Für Hochzeiten sind noch einige Termine frei.
Wichtige Frage zum Schluss
Ist der Ruf dahin, sobald man in den Gerüchten des Wüstenfegers steht?
1. Ja, total. Wenn es nicht stimmt, ist mein Ruf dahin!
2. Nein, endlich redet mal wer über mich!
3. Da stehen manchmal Sachen drin, die ich selber noch nicht weiß!
4. Ich liebe unseren Emir.
5. Was ist ein Wüstenfeger?
6. Es sind nur Gerüchte: Die Definition von Gerüchten ist folgende.. - Gekürzt von der Redaktion
7. Anderes, nämlich:
Was erwartet uns im nächsten Flugblatt:
Profil eines Menekaners: -noch geheim-
Sahid Ratgeber für Wüstensöhne (und Töchter) III
Mal was vom Grünland
Tratsch, mit Anstand und mit Würde
Gesucht, vermisst, gewünscht
... und noch mehr
... aber nicht weniger.