Ein bläulicher Kuvert gerichtet an die Vogtei in Adoran
Verfasst: Donnerstag 25. März 2021, 09:06
- ... am frühen Morgen trampelten die Hufen der weiß, schimmernden Stute auf den Pflastersteinen der Straßen in Adoran.
Das bläuliche Ornat der Klosterwache mit dem Abbild des Baumes der Lichteinigkeit prangte auf der Front und der Reiter in schwarzer, beschlagener Lederkluft führte das Tier zielgerichtet an die heilige Kirche Temoras vorbei, um im Rathaus zu Adoran das versiegelte und bläuliche Dokument auszuhändigen ...
Gerimor, 25. Lenzing 264
- Schwingenstein, Kommandantur der Klosterwache
In ewigen Gedenken an die heiligen Sieben,
unter dem lichten Banner der Hoffnungsträgerin,
entsende ich meine Grüße an Euch - Freiherrin und Vogtin Nyome von Thronwall,
Bezugnehmend unserer Unterredung vor Ort im Rathaus in Adoran vom 7. Rabenmond im Jahre 263, ferner aufgrund wiederholter Art und Weise mit Behinderung der unseren Pflichten als Klosterwächter vom Kloster der Lichteinigkeit, erhaltet Ihr folgendes Schriftstück mit Bitte zur Überprüfung der Angelegenheit, welche derzeitig mit keinerlei Förderlichkeit behangen ist.
Wie mit Euch persönlich besprochen war dies in der jüngsten Vergangenheit ein Umstand der da weniger besorgniserregend als mehr anmaßend und taktlos erschien.
Ferner jedoch zieht der Euch mitgeteilte Umstand nun mehr unaufhaltsame Kreise und behindert nicht nur die gültigen und auferlegten Pflichten eines jeden einzelnen Klosterwächters, sondern daneben auch die Arbeit der Inquisition in Begleitung von Hochwürden Antorius.
Hinzukommend mag ich noch erläutern, dass wir in Kooperation mit dem lichtenthaler Regiment so verblieben sind, dass die Klosterwächter die Ausbildung als Leibwächter als auferlegte Pflicht anerkennen.
Jene Vereinbarung basiert aus Zeiten vor meiner Amtszeit als Kommandant und sind mittlerweile in der Theorie kein Bestandteil des gültigen Rüstrecht aus der wirksamen Gesetzespassage.
Fortsetzend werde ich Euch nun drei akute Beispiele nennen, welche bisher im Stillschweigen ignoriert aber intern der Klosterwache durchaus der Kommandantur vorgetragen,- erlebt wurden;
- Vorfall I:
„Vernehmung im Kastell – Gefangene: Luumyra Moortas“
Zeitraum:
27. Goldblatt im Jahre 263
Betroffene:
Inquisitor der heiligen Kirche Temoras: Hochwürden Antorius
Kommandant der Klosterwache: Beak Sankurio
Bericht:
Hochwürden Antorius hat die Gefangene ‚Luumyra Moortas‘ in der ausführenden Tätigkeit als Inquisitor der heiligen Kirche Temoras befragen wollen. Dabei hat Kommandant Beak Sankurio als abgestellte Leibwache agiert. Dem Kommandanten wurde der Zutritt in den Gefangenentrakt verwehrt. Der Inquisitor übte seine Pflicht ohne Leibwächter, aber im Schutz des Regiments, aus.
Vorfall II:
„Ausführender Befehl zur Teilnahme an einer Zeremonie am Kloster der Lichteinigkeit“
Zeitraum:
9. Lenzing im Jahre 264
Betroffener:
Anwärter der Klosterwache: Kade Kasterwall
Bericht:
Der Anwärter der Klosterwache Kade Kasterwall wurde am besagten Tag am Westtor von dem Wachhabenden ‚Brasius Tallor‘ aufgehalten und aufgefordert Rüstzeug und Waffenscheide abzulegen. Am besagten Abend hat im Kloster der Lichteinigkeit eine Zeremonie stattgefunden.
Angedroht wurde eine Depesche seitens des lichtenthaler Regiments an die Kommandantur der Klosterwache, bezüglich dem Sachverhalt „Rüstrecht“ der da bisher noch nie eingegangen ist.
Vorfall III:
„Teilnahme am Unterricht: Leibwächter II“
Zeitraum:
24. Lenzing im Jahre 264
Betroffene:
Klosterwächterin: Andra Amaryll
Anwärterin der Klosterwache: Viktoria Hamberg
Bericht:
Im Zuge der oben aufgeführten Vereinbarung seitens dem lichtenthaler Regiment und der Klosterwache wollten Klosterwächterin Andra Amaryll, welche als Patin für die Anwärterin Viktoria Hamberg agiert, ebenfalls zugegen, – am Kurs ‚Leibwächter II‘ teilnehmen.
Hier wurden die Lehrgangsteilnehmer der Klosterwache von Korporal Moira van Dragane aufgefordert Rüstzeug und Waffenscheide abzulegen, man verwies auf gültige Gesetze. Weiterhin wurden die Klosterwächter von Frau Korporal in Bilde gesetzt, dass die Aufgaben der Klosterwache nur in Verbindung mit der Geweihtenschaft existenz ist.
Fortfahrend hat eben die besagte Frau Korporal hingewiesen, dass die Dienstpflicht der Klosterwächter somit beendet sei.
Eine Teilnahme am Lehrgang hat daraufhin nicht stattgefunden.
Zur Irritation - Lehrgangsteilnehmer des lichtenthaler Regiments befanden sich jedoch in Wehrmontur vor Ort.
Jene Fälle zeigen Euch einmal mehr, dass die lange unsägliche Litanei nicht abreißen wird. Zunehmend überkommt mir das Gefühl, dass es sich sogar in Einzelfällen konkretisiert und zuspitzt. Wohl möglich könnte dies auf derer Versäumnisse zurückzuführen sein, die da auf einer freien Auslegung der gültigen Gesetzespassage im Herzogtum Lichtenthal basiert.
Als anmaßend erachte ich es jedoch, dass ein Eingriff seitens der besagten Institution in unseren Aufgabenbereich stetig mit der geforderten Darlegung und andauernden Erklärung einhergeht.
Als nächstfolgende Instanz ersuche ich Euch, diesen Irrtum aus der Welt zu schaffen.
Daher bitte ich höflichst um Eure Geduld und Euer Feingefühl sich dieser unrühmlichen Situation annehmen zu können, in der Hoffnung, dass die Mängel und oder Fehlschlüsse abgestellt werden.
Ich lasse es Euch auch wissen, dass die Geweihtenschaft sehr wohl auf diese Umstände hingewiesen wurde und man schenkt mir das nötige Vertrauen diese Sachlage zu klären.
Für diesen Umstand, der sich scheinbar durch meine Nachgiebigkeit entwickelt hat, mag ich mich jedoch entschuldigen.
Das Herzogtum wird derzeitig mit durchaus schwerwiegenderen Ereignissen und Prüfungen belegt, daher sollte Uneinigkeit kein Schwachpunkt in diesen ungewissen Zeiten sein.
Möge des Adlers wachsamer Blick Euch folgen,

- Kommandant der Klosterwache zu Schwingenstein.
- Knappe im Orden der Ritterschaft unter dem Eid von Sir Keylon von Salberg.

- Vorfall I: