Freund oder Feind?
Verfasst: Mittwoch 23. Dezember 2020, 15:24
Zwei Kinder spielen in einem Vorgarten in Düstersee. Vergnügt laufen sie über eine saftig grüne Wiese. Die gütige Sonne wärmt sie dabei und beseelt die Natur mit Leben. Garoth hat ein Lächeln auf den Lippen und trägt dieses weiter bis zum Vorgarten hin, wo er sich an den Holzzaun lehnt, um die spielenden Kinder zu beobachten. Er versucht sie zu erkennen, aber sie haben ihm den Rücken zugekehrt. Sein Blick schweift weiter zum angrenzenden Haus. Neben der Tür steht eine Kleiderpuppe, welche ein blutrotes Kleid trägt. Als sein Blick dann weiter über das Haus gleitet, stockt ihm der Atem. Hinter einem Fenster steht eine Frau, ihr Blick ist verbittert und sie starrt ihn direkt an. Das Tor zum Vorgarten springt wie von Geisterhand auf und Garoth wird von einem beklemmenden Gefühl beschlichen - er kennt diese Frau. Seine rechte Hand wandert wie ferngesteuert in die Tasche seiner Hose, aus welcher er ein Rasiermesser hervor holt und es sogleich aufklappt. Mit der linken Hand greift er an seine Weste und zieht diese ein gutes Stück hinauf. Routiniert legt er die scharfe Klinge ein kleines Stück über seinem Schambein an und zieht langsam einen tiefen Schnitt hinauf, bis über seinen Bauchnabel hinweg. Kurz darauf klafft die Wunde an seinem Bauch auf, aber er spürt keine Schmerzen, sondern weiterhin nur das Unbehagen durch die Präsenz der Frau. Plötzlich drehen sich die Kinder zu ihm um. Sie haben keine richtigen Gesichter, sondern nur angedeutete Gesichtskonturen, genau wie die Schaufensterpuppe neben dem Haus. Angst durchströmt seinen Körper und er kann nicht mehr richtig atmen. Wie angewurzelt steht er dort und muss zusehen wie die gesichtslosen Kinder auf ihn zulaufen und kurz darauf mit ihren kleinen geschickten Händen die Wunde an seinem Bauch erbarmungslos auf schälen. Überfordert blickt er hinab, sieht mit an wie die Kinder seine Eingeweide aus ihm heraus holen. Noch immer spürt er keinen Schmerz, dafür aber ein fürchterliches Gefühl des Fallens. Alles in ihm zieht sich unter einem unglaublich beängstigendem Kribbeln zu seiner Mitte hin zusammen. Kein Gleichgewichtssinn mehr. Panik.
Erschrocken reißt er die Augen auf, schreckt hoch und stößt sich den Kopf an einem Tisch. Danach liegt er benebelt auf einem schäbigen Teppich, halb unter einem Schreibtisch. Gequält sieht er sich um und schafft es schließlich sich aufzuraffen. Er ist allein in einem kleinen möblierten Zimmer und hat keine Idee wie er dort hin gekommen ist. Auf dem Schreibtisch liegen zwei Bananen. Alles dreht sich und er kann sich nur noch daran erinnern, dass er gestern mit Terren, Jacq, Lavea und Marek ausgelassen getrunken hat. Irgendwann haben sich dann Lavea und Marek verabschiedet und dann... eine riesige Gedächtnislücke. Es dauert eine ganze Weile bis er sich gefangen hat. Dann betrachtet sein Spiegelbild in einem kleinen Handspiegel. Sein Gesicht ist blass und dreckig und dunkle Bartstoppeln zeichnen sich auf seiner Haut ab. Der dunkle Bartwuchs steht in einem merkwürdigen Kontrast zu seinen leicht verblichenen roten Haaren. Erbost über die eigene Verwahrlosung treten seine Wangenknochen hervor. Sein Gesicht wirkt dabei kantiger und viel strenger als sonst. Abrupt setzt eine seltsam disziplinierte Routine ein, er wirft sich Wasser ins Gesicht, rasiert sich, färbt sich die Haare in einem Bottich nach und reibt ein rötliches Pulver auf seine Wangen ein, um wieder Leben ins Gesicht zu bekommen.
Er verlässt den Raum und weiß nun wieder wo er ist. Während er seinen Umhang und Mantel in der Hafen-Schänke sucht, versucht er doch noch irgendwie Bruchstücke des gestrigen späten Abends zu rekonstruieren. Er muss noch einige Zeit mit Terren und Jacq verbracht haben, aber was hat er ihnen erzählt? Was haben sie mit ihm gemacht? Mit nachdenklicher Miene isst er eine der Bananen. Terren war zum Glück selbst sehr betrunken, daran kann er sich erinnern. Aber Jacq war ihm nicht geheuer - sie konnte von einem zum nächsten Moment einen ganz anderen Charakter an den Tag legen. Ihm fallen schließlich die ganzen abgerauchten Glimmstängel ins Auge, welche verteilt um die Theke liegen. Dabei erinnert er sich daran, wie Terren gestern rauchend und saufend immer mehr dem liebreizenden visuellen Angebot von Jacqueline verfallen ist. Ja, Terren wollte Spaß an diesem Abend haben, war unbedarft und vermutlich keine Gefahr. Garoths Blick und Gedanken schweifen weiter und finden ein paar dreckige, leere Krüge hinter der Theke. Sofort kommt ihm bei diesem Anblick der süßliche Geschmack von dem Grog wieder hoch und er muss leicht würgen. Danach zählt er vor dem inneren Auge die Getränke, die er bis zu seinem Gedächtnisverlust getrunken hat. Man waren das viele. Es scheint alles schlüssig zu sein, er wurde nicht vergiftet, sondern hat einfach nur zu viel getrunken. Scheinbar hat er nach langer Zeit in seinem Leben mal wieder ehrliche und gutmütige Menschen in seinem Umfeld. Ein kleines Lächeln wandert über seine Züge, als er untermauernd daran denkt wie er gestern seinen Arm um Terren gelegt hat. Ewig hatte er nicht mehr aus ehrlicher freundschaftlicher Sympathie Körperlichkeiten angewandt. Das Lächeln auf seinen Zügen vertieft sich und wirkt ehrlich. Und die Bananen sind dann vermutlich ein Geschenk von Jacqueline und gegen den Kater, denkt er sich und schält die zweite Banane und beginnt sie zu essen. Für einige Herzschläge wirkt er richtig unbedarft und zufrieden. Doch kurz darauf wandelt er sich und die ausgeprägteste Rolle in seinem Leben übernimmt die Führung, die eines berechnenden, gefühlskalten Schurken. Paranoid sucht er nun nach Gründen, um diese seltsamen Gefühle wieder fort schleudern zu können, denn sie machen ihn verletzlich. Jeder Moment des Abends an den er sich noch erinnern kann wird noch einmal bis ins letzte Detail zerpflückt. Dann trifft es ihn wie ein Schlag ins Gesicht und seine Mimik verfinstert sich ruckartig. Ein Kampf beginnt in den Tiefen seiner Seele, denn er erinnert sich daran wie zurückhaltend Jacq beim Alkoholkonsum war. Er kann sich sogar konkret erinnern wie sie schon am Anfang des Saufgelages ganze Runden ausgelassen hat. Sofort spuckt er den Rest von der Banane in seinem Mund angewidert aus. Zwanghafte Gedankengänge übernehmen vollkommen die Kontrolle und überhastet verlässt er die Taverne.
„Wenn diese kleine Hure wirklich mit Terren unter einer Decke steckt und die beiden mich abgefüllt und ausspioniert haben, dann ...“, raunt Garoth ganz leise und kommt ins Stocken, als er die vermeintlichen Fußspuren von Jacq und Terren findet. Er folgt den Fußspuren im Schnee, an denen er erkennen kann, dass die beiden einen Teil es Heimweges gemeinsam beschritten haben, was ihn sofort weiter in seinen paranoiden Vermutungen bestärkt. Nach einer Weile verliert er ihre Spur, aber noch immer steht ihm deutlich unverarbeiteter Zorn und auch ein Hauch von Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Einige Male atmet er tief durch, besinnt sich und setzt schließlich sein geübt gespieltes Lächeln auf, ehe er sich zurück nach Düstersee begibt.
Erschrocken reißt er die Augen auf, schreckt hoch und stößt sich den Kopf an einem Tisch. Danach liegt er benebelt auf einem schäbigen Teppich, halb unter einem Schreibtisch. Gequält sieht er sich um und schafft es schließlich sich aufzuraffen. Er ist allein in einem kleinen möblierten Zimmer und hat keine Idee wie er dort hin gekommen ist. Auf dem Schreibtisch liegen zwei Bananen. Alles dreht sich und er kann sich nur noch daran erinnern, dass er gestern mit Terren, Jacq, Lavea und Marek ausgelassen getrunken hat. Irgendwann haben sich dann Lavea und Marek verabschiedet und dann... eine riesige Gedächtnislücke. Es dauert eine ganze Weile bis er sich gefangen hat. Dann betrachtet sein Spiegelbild in einem kleinen Handspiegel. Sein Gesicht ist blass und dreckig und dunkle Bartstoppeln zeichnen sich auf seiner Haut ab. Der dunkle Bartwuchs steht in einem merkwürdigen Kontrast zu seinen leicht verblichenen roten Haaren. Erbost über die eigene Verwahrlosung treten seine Wangenknochen hervor. Sein Gesicht wirkt dabei kantiger und viel strenger als sonst. Abrupt setzt eine seltsam disziplinierte Routine ein, er wirft sich Wasser ins Gesicht, rasiert sich, färbt sich die Haare in einem Bottich nach und reibt ein rötliches Pulver auf seine Wangen ein, um wieder Leben ins Gesicht zu bekommen.
Er verlässt den Raum und weiß nun wieder wo er ist. Während er seinen Umhang und Mantel in der Hafen-Schänke sucht, versucht er doch noch irgendwie Bruchstücke des gestrigen späten Abends zu rekonstruieren. Er muss noch einige Zeit mit Terren und Jacq verbracht haben, aber was hat er ihnen erzählt? Was haben sie mit ihm gemacht? Mit nachdenklicher Miene isst er eine der Bananen. Terren war zum Glück selbst sehr betrunken, daran kann er sich erinnern. Aber Jacq war ihm nicht geheuer - sie konnte von einem zum nächsten Moment einen ganz anderen Charakter an den Tag legen. Ihm fallen schließlich die ganzen abgerauchten Glimmstängel ins Auge, welche verteilt um die Theke liegen. Dabei erinnert er sich daran, wie Terren gestern rauchend und saufend immer mehr dem liebreizenden visuellen Angebot von Jacqueline verfallen ist. Ja, Terren wollte Spaß an diesem Abend haben, war unbedarft und vermutlich keine Gefahr. Garoths Blick und Gedanken schweifen weiter und finden ein paar dreckige, leere Krüge hinter der Theke. Sofort kommt ihm bei diesem Anblick der süßliche Geschmack von dem Grog wieder hoch und er muss leicht würgen. Danach zählt er vor dem inneren Auge die Getränke, die er bis zu seinem Gedächtnisverlust getrunken hat. Man waren das viele. Es scheint alles schlüssig zu sein, er wurde nicht vergiftet, sondern hat einfach nur zu viel getrunken. Scheinbar hat er nach langer Zeit in seinem Leben mal wieder ehrliche und gutmütige Menschen in seinem Umfeld. Ein kleines Lächeln wandert über seine Züge, als er untermauernd daran denkt wie er gestern seinen Arm um Terren gelegt hat. Ewig hatte er nicht mehr aus ehrlicher freundschaftlicher Sympathie Körperlichkeiten angewandt. Das Lächeln auf seinen Zügen vertieft sich und wirkt ehrlich. Und die Bananen sind dann vermutlich ein Geschenk von Jacqueline und gegen den Kater, denkt er sich und schält die zweite Banane und beginnt sie zu essen. Für einige Herzschläge wirkt er richtig unbedarft und zufrieden. Doch kurz darauf wandelt er sich und die ausgeprägteste Rolle in seinem Leben übernimmt die Führung, die eines berechnenden, gefühlskalten Schurken. Paranoid sucht er nun nach Gründen, um diese seltsamen Gefühle wieder fort schleudern zu können, denn sie machen ihn verletzlich. Jeder Moment des Abends an den er sich noch erinnern kann wird noch einmal bis ins letzte Detail zerpflückt. Dann trifft es ihn wie ein Schlag ins Gesicht und seine Mimik verfinstert sich ruckartig. Ein Kampf beginnt in den Tiefen seiner Seele, denn er erinnert sich daran wie zurückhaltend Jacq beim Alkoholkonsum war. Er kann sich sogar konkret erinnern wie sie schon am Anfang des Saufgelages ganze Runden ausgelassen hat. Sofort spuckt er den Rest von der Banane in seinem Mund angewidert aus. Zwanghafte Gedankengänge übernehmen vollkommen die Kontrolle und überhastet verlässt er die Taverne.
„Wenn diese kleine Hure wirklich mit Terren unter einer Decke steckt und die beiden mich abgefüllt und ausspioniert haben, dann ...“, raunt Garoth ganz leise und kommt ins Stocken, als er die vermeintlichen Fußspuren von Jacq und Terren findet. Er folgt den Fußspuren im Schnee, an denen er erkennen kann, dass die beiden einen Teil es Heimweges gemeinsam beschritten haben, was ihn sofort weiter in seinen paranoiden Vermutungen bestärkt. Nach einer Weile verliert er ihre Spur, aber noch immer steht ihm deutlich unverarbeiteter Zorn und auch ein Hauch von Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Einige Male atmet er tief durch, besinnt sich und setzt schließlich sein geübt gespieltes Lächeln auf, ehe er sich zurück nach Düstersee begibt.