Spionage
Der Spion und die Spionage:
Was unterscheidet das Kundschaften von der Spionage? Was bedeutet Spionage? Wo werden Spione eingesetzt und vor allem warum? Diesen und anderen Fragen wollen wir uns in diesem Buch widmen. Doch fangen wir ganz am Anfang an. Als Spion gelten jene, die sich verdeckt im Gebiet des Feindes bewegen. Sie sind - anders als Kundschafter, die sich eher in Wäldern und an Wegen aufhalten - diejenigen, die auch sehr stark in den Städten aktiv sind. Sie mischen sich unter die Bevölkerung und oft leben sie auch mitten unter ihnen. Doch ehe wir tiefer in dieses Thema eintauchen, ein paar grundlegende Dinge, die jeder Spion mitbringen sollte:
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Geduld: Man sollte sich nicht schnell aus der Ruhe bringen lassen und geduldig sein. Oft muss man Dinge einfach über einen Zeitraum beobachten und ausharren. Beispiel: Zeigt euch auch außerhalb von eigentlichen Geschehnissen, auch wenn es nichts zu erfahren gibt.
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Wachsamkeit/Beobachtung: Man sollte stehts mit wachem Geist und klarem Blick sich dieser Aufgabe widmen. Beispiel: Prägt euch während eures Besuchs auf der Gegenseite eure Umgebung ein. Beobachtet Dinge über einen längeren Zeitpunkt, macht euch Notizen, wenn ihr allein seid. Oft zeigen sich Änderungen erst mit der Zeit genau.
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Anpassungsgabe: Man sollte wissen, wie man sich anpasst. Gebräuche oder Glauben, aber auch das Verhalten jener, die dort leben, im Vorfeld ausgekundschaftet haben, um sich einzugliedern. Beispiel: Nicht in eine Taverne ins hintere Eck setzen und nur stumm lauschen. Versucht euch in die Gespräche einzubringen.
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Verkleidung: Einfach loslaufen sollte niemand blindlings. Jemand, der sich der Spionage widmet schon zweimal nicht! So gilt es zu beachten:
Die Kleidung: Was trage ich und kennt man dieses vielleicht (auffällige Kleidung / Verzierung).
Die Stimme: Schon kleine Nuancen welche man in der Stimme / Tonlage ändert können dafür sorgen, dass man nicht auffällt. Daher gilt es immer die Stimme in ruhigen Augenblicken zu trainieren.
Haare und Haut: Es kann durchaus hilfreich sein, wenn man mit Farbe für die Haare und Schminke für das Gesicht bestimmte Merkmale ändert bzw. überdeckt.
All jene Punkte helfen, dass man nicht so schnell enttarnt werden kann und man lange an einem Ort verweilen kann.
Der Spion als Person:
Sicher: Ein jeder kann sich mit etwas Schminke im Gesicht und anderer Kleidung kurzzeitig unter die Bevölkerung mischen. Bei Spionen jedoch gibt es auch nochmals Unterschiede. Jene wollen wir hier an dieser Stelle nun ein wenig genauer ergründen, denn ein Spion ist nicht gleich ein Spion.
Der Reisende:
Jene lieben die Tarnung des reisenden Händlers, fahrenden Heilers oder Schaustellers. Grob gesagt das Fahrende Volk. Jene tragen die Botschaften gerne von einem Ort zum anderen. Sammeln die Informationen und versuchen so zum Beispiel Schwachstellen an Grenzen zu erkunden. Wie ist die Verteidigung oder unter welchen Umständen darf man in den verschiedenen Regionen in die Städte einreisen. Oft werden reisende Spione auch als Träger von Botschaften genutzt, welche sie von Spionen vor Ort an die Hand bekommen. Die Tarnung eines Reisenden ist selten dieselbe und jene besitzen eine breite Fläche an Talenten, welche sie auch in ihrer Arbeit einsetzen. So ist der Händler von feinen Büchern beim nächsten Besuch vielleicht die schöne Maid, die ihr Publikum mit Musik und Tanz verzückt.
Der Ortsgebundene:
Jene wechseln selten ihre Tarnung. Sie begeben sich in ein Gebiet und leben mit den dortigen Bürgern. Sie bauen sich oft ein Leben auf, arbeiten und streiten an ihrer Seite. Jene, die fest an einem Ort unter der Gegenseite leben, werden sich im Vorfeld klar sein müssen, was sie verkörpern wollen. Sei es als der Händler, der seine Waren in einem kleinen Kramladen verkaufen will oder der Handwerker, welcher gerade eine Ausbildung absolvieren will. Aber auch - und dies ist ein gern gesehener Bereich, da man schnell an Informationen kommt - sind die Stellen als Magd, Wachpersonal oder Schreiberling geeignet. Jene sind oft unter den höheren Schichten angesiedelt und leben unter ihnen. Bedienen die hohen Schichten (Adel / Klerus / gut betuchte Händler), schreiben die Briefe jener Personen, oder bewachen die Städte. Sie bekommen direkt mit, wo sich etwas tut. Was geplant ist oder wo sich Schwachstellen befinden können. Spione, welche ortsgebunden sind, geben selten selbst ihre Nachrichten weiter. Sie haben oft selbst ein "Netz aus Kontaktpersonen", welche ihnen nicht nur Nachrichten zuspielen. Nein, sie bringen auch die Nachrichten weiter an ihr eigentliches Ziel.
Wo werden Spione eingesetzt:
Dies ist ein Thema was sehr breitgefächert ist. Sicher, meist werden Spione auf der „feindlichen“ Seite eingesetzt, um jene auszukundschaften. Es gibt jedoch durchaus auch Spione, welche sich im eigenen Landstrich wachsam bewegen und eingesetzt werden. Dies hat zumeist den Vorteil, dass man Spione in den eigenen Reihen mitunter nur schwer endtarnen kann.
Wer setzt Spione ein:
So pauschal kann man es nicht sagen, wer einen Spion anheuert, da dies sehr breitgefächert ist und im Grunde jeder mit Geld sich einen Spion anheuern kann. Ein Handelshaus zum Beispiel, kann Spione einsetzen, um alle Preise und Waren heraus zu finden, oder Kunden abzuwerben, indem man den Ruf des anderen heimlich ruinieren lässt. Aber auch Waren zu sabotieren. Eine weitere - und dies ist einer der am meisten mit Spionen arbeitenden Gruppierungen, um an wichtige Informationen zu gelangen - der Adel oder Klerus! Jene nutzen Spione, um kriegswichtige Strategien der Gegenseite zu gelangen. Gelder, Zusammenhalt, Bewaffnung, Kriegsmaschinerie, aber auch, um heraus zu finden, wie der Ertrag der Ernten war. Es gibt jedoch auch jene, die Aufträge annehmen und verteilen. Sie arbeiten gerne in Bereichen mit Menschen, wo es eher "gesellig" zugeht. Sie nehmen Aufträge entgegen, um diese an andere "Spezialisten" weiter zu geben. Sie selbst übernehmen eher seltener die Aufgaben.
Nachrichtenübermittlung:
Das Thema Spionage ist insgesamt heikel, da auch der Auftraggeber nicht in Gefahr / in den Fokus geraten sollte. Daher ist es auch so wichtig, dass man eine Art Geheimcode vereinbart. Sprich: Die Nachrichten, die übermittelt werden, sollten stehts verschlüsselt werden. Der Code sollte in regelmäßigen Abständen geändert werden. Man kann, wenn man Nachrichten direkt übermittelt mit dem richtigen Namen unterschreiben, es empfiehlt sich jedoch dies nicht zu tun. Es empfiehlt sich eher mit Kürzeln oder anderen Namen zu agieren, um sich selbst zu schützen.
Was sollte jedem, der spioniert, bewusst sein:
Es gibt auch sehr große Schattenseiten für jeden, der sich der Spionage hingibt. Es ist eine sehr gefährliche Aufgabe, der man verschreibt. Man steht meist im Herzen des Feindes, in seinem Landstrich und sammelt Informationen. Man steht im Ernstfall allein da und kann sich auf keinen verlassen, falls man aufgeflogen ist, da Hilfe meist zu weit weg ist. Wird man erwischt, kann neben dem Kerker durchaus auch Folter etwas sein, das einen erwarten wird. Der eigene Einsatz ist oft unter dem Wert, den man erlangt oder erhalten hat, für seine Arbeit. Das was man tut, sollte aus tiefster Überzeugung geschehen. Man sollte immer einen Fluchtweg / Fluchtplan in der Hinterhand haben, um zur Not schnell entkommen zu können.
Schlusswort:
Es gäbe noch so viel mehr, was man aufschreiben könnte, doch dieses würde den Rahmen dieses Buches sprengen. Hier wurden lediglich Grundlagen beschrieben, welche es immer zu beachten gibt. Die meisten Situationen in der Spionage beruhen auf Spontanität und Einfallsreichtum. Vieles, vor das man gestellt wird, ist einfach nicht vorhersehbar und daher auch nicht planbar. Daher auch wichtig:
Vertraue nicht blind und folge nicht unüberlegt! Achte auf alles, was dich umgibt, und wem du deine Informationen gibst. Und vor allem, welche Informationen du teilst. Nicht jede Information sollte sofort geteilt werden!
*Wieder wird zum Abschluss des Buches ein kleiner Fuchskopf mit einer Kerbe im Ohr die Seite zieren und so das Ende des Buches einläuten.*
Verfasst im Searum 263