Rosenjagd
Verfasst: Mittwoch 5. Juli 2006, 13:31
EINS
Knirschend bohrten sich die von leicht gefederten Schritten gelenkten Stiefelsohlen in den sandigen Boden, als die hochgewachsene, athletische Gestalt eines noch recht jungen Mannes sich langsam eigenwillig einen unbestimmten und ziellosen Weg über den Strand des Dörfchens bahnte um in etwa auf eine kleine, hügelige Anhöhe zuzusteuern.
Mit wenigen katzenhaft geschmeidigen Bewegungen hatte er jene erklommen und drehte majestätisch den Körper von der Urgewalt des unsanften Meeres hinter ihm ab um dem sich vor ihm erstreckendem Lande ein dünnes, raubtierartiges Lächeln voller Amüsement zu schenken.
Gerimor…
Irgendwie hatte er diese Ländereien eindrucksvoller in Erinnerung gehabt. Felder, Wälder und Ebenen, welche für ihn einst unerreichbares Ziel und vor wenigen Jahren noch Fluch und Flucht bedeuteten. Nunmehr ein mickriges Fleckchen Erde voller kreuchender, fleuchender Kreaturen. Nüchtern betrachtet also nicht weiter Respekt- oder Furcht einflößend wie ein Großteil aller anderen Orte Alathairs. Ausnahmen gab es hierzu wenige, doch jene hatten sich mit starkem Bild in seine Erinnerung gefressen.
Der Küstenwind strich unsanft durch das wild gestufte, teils wangenlange, farblos weisse Haar und bauschte den mit kleinen Schnallen an der ledernen Schulter seiner Gewandung befestigten Mantel beinahe schon malerisch imposant auf.
Ein leises Summen entkam den noch immer zum katzenhaften Lächeln verzogenen, schmalen Lippen - eine Art lauerndes Wiegelied eines heranpirschenden Jägers – und eisig blaue, helle Augen ruhten mit überzogener, mütterlicher Hingabe auf dem sich träge erstreckendem Land:
Gerimor…
Es tat gut zurück zu sein und es war eine wahre Wohltat zu wissen, dass der Marsch bis Bajard auch nicht ewig dauern würde! Was ihn dort nicht alles erwarten sollte… Wissen, Macht und eine kleine Freude nebenher, die das gierig flackernde Feuer in seinem Herzen schürte. Eine ganze Ansammlung kleiner, zarter und junger Rosen. Manche in blutiges Rot getaucht um sich tapfer, leidenschaftlich doch vergeblich der Witterung entgegen zu stemmen und zu schützen, andere in den strahlendsten Blautönen eines alten, gestürzten Hauses gehüllt, noch immer für ein unerreichbares Ziel in nobler Absicht fechtend, eine einzige trug karminrote Trauer und wog sanft im Wind, eine weitere strahlte in grellem Gelb und war noch undurchsichtig für ihn… nicht greifbar, noch.
Das Summen verstummte urplötzlich, als ein breites, sadistisches Grinsen die Zähne blitzen ließ und der Blick im Feuer des Fanatismus und der Gier kurz aufglomm.
Eine der Rosen war schneeweiss, die Unschuld, Treue und Entsagung, der Schwachpunkt.
Ohne es zu wissen oder zu wollen hatten sich all seine kleinen, widerstandslosen Rosen um sie herum gerankt und bildeten eine fast schon niedliche Dornenkette, welche es zu brechen galt. Welch ein Spaß, welch eine Freude, welch Genuss…
Die Rosenjagd hatte begonnen und der schneeweisse Wolf nahm die Witterung nun endlich auf um sich in aller Seelenruhe eines zuversichtlichem Jägers der ahnungslosen, reichen Beute mit gemächlichen Schritten zu nähern…
Knirschend bohrten sich die von leicht gefederten Schritten gelenkten Stiefelsohlen in den sandigen Boden, als die hochgewachsene, athletische Gestalt eines noch recht jungen Mannes sich langsam eigenwillig einen unbestimmten und ziellosen Weg über den Strand des Dörfchens bahnte um in etwa auf eine kleine, hügelige Anhöhe zuzusteuern.
Mit wenigen katzenhaft geschmeidigen Bewegungen hatte er jene erklommen und drehte majestätisch den Körper von der Urgewalt des unsanften Meeres hinter ihm ab um dem sich vor ihm erstreckendem Lande ein dünnes, raubtierartiges Lächeln voller Amüsement zu schenken.
Gerimor…
Irgendwie hatte er diese Ländereien eindrucksvoller in Erinnerung gehabt. Felder, Wälder und Ebenen, welche für ihn einst unerreichbares Ziel und vor wenigen Jahren noch Fluch und Flucht bedeuteten. Nunmehr ein mickriges Fleckchen Erde voller kreuchender, fleuchender Kreaturen. Nüchtern betrachtet also nicht weiter Respekt- oder Furcht einflößend wie ein Großteil aller anderen Orte Alathairs. Ausnahmen gab es hierzu wenige, doch jene hatten sich mit starkem Bild in seine Erinnerung gefressen.
Der Küstenwind strich unsanft durch das wild gestufte, teils wangenlange, farblos weisse Haar und bauschte den mit kleinen Schnallen an der ledernen Schulter seiner Gewandung befestigten Mantel beinahe schon malerisch imposant auf.
Ein leises Summen entkam den noch immer zum katzenhaften Lächeln verzogenen, schmalen Lippen - eine Art lauerndes Wiegelied eines heranpirschenden Jägers – und eisig blaue, helle Augen ruhten mit überzogener, mütterlicher Hingabe auf dem sich träge erstreckendem Land:
Gerimor…
Es tat gut zurück zu sein und es war eine wahre Wohltat zu wissen, dass der Marsch bis Bajard auch nicht ewig dauern würde! Was ihn dort nicht alles erwarten sollte… Wissen, Macht und eine kleine Freude nebenher, die das gierig flackernde Feuer in seinem Herzen schürte. Eine ganze Ansammlung kleiner, zarter und junger Rosen. Manche in blutiges Rot getaucht um sich tapfer, leidenschaftlich doch vergeblich der Witterung entgegen zu stemmen und zu schützen, andere in den strahlendsten Blautönen eines alten, gestürzten Hauses gehüllt, noch immer für ein unerreichbares Ziel in nobler Absicht fechtend, eine einzige trug karminrote Trauer und wog sanft im Wind, eine weitere strahlte in grellem Gelb und war noch undurchsichtig für ihn… nicht greifbar, noch.
Das Summen verstummte urplötzlich, als ein breites, sadistisches Grinsen die Zähne blitzen ließ und der Blick im Feuer des Fanatismus und der Gier kurz aufglomm.
Eine der Rosen war schneeweiss, die Unschuld, Treue und Entsagung, der Schwachpunkt.
Ohne es zu wissen oder zu wollen hatten sich all seine kleinen, widerstandslosen Rosen um sie herum gerankt und bildeten eine fast schon niedliche Dornenkette, welche es zu brechen galt. Welch ein Spaß, welch eine Freude, welch Genuss…
Die Rosenjagd hatte begonnen und der schneeweisse Wolf nahm die Witterung nun endlich auf um sich in aller Seelenruhe eines zuversichtlichem Jägers der ahnungslosen, reichen Beute mit gemächlichen Schritten zu nähern…