Die Freiheit, selbst zu entscheiden...
Verfasst: Donnerstag 16. April 2020, 23:11
Some men just want to watch the world burn

Die Welt in Schutt und Asche legen, eine Einöde, verbrannt und verwundet, ein Ort der Asche und der Stille, wo nichts und niemand mehr Seinen Anspruch auf Allmacht und Allherrlichkeit in Frage stellen würde. Und nichts sehnte sich das kleine, schwache, verwundete Herz mehr, als andere an seinem Schmerz teilhaben zu lassen. Andere fühlen zu lassen, was es fühlte. Spüren zu lassen, was es spürte. Jede Erinnerung an eine Wunde, eine empfundene Erniedrigung, ein Unrecht durch ein weiteres, noch größeres zu ersetzen.
Auge um Auge, bis niemand mehr sehen konnte. Und dann der Rest. Arm. Bein. Bis in der gütigen Umarmung des Todes alles endgültig ein Ende fand.
Aber dem war nicht so.
Der Herr konnte keine Welt gebrauchen, in der nichts war, das Seiner Herrlichkeit angesichtig werden konnte. Eine Welt, in der niemand Ihn verehrte und unter Seinem Blicke zu Tränen gerührt die eigene Unbedeutsamkeit erfahren konnte.
Nein, dieser Mann wollte die Welt nicht brennen sehen. Er hatte sein Herz brennen sehen, den Schmerz, die Wunde, die Erniedrigung darin auf dem Altar des Gottkönigs nieder gelegt, um geborgen in Hass und glorreicher Hingabe zu erkennen, dass all dies keine Rolle spielte.
Er konnte nicht verwundet werden, wenn da kein Herz mehr war, das man durchboren konnte. Wenn da keine Liebe, keine Sehnsucht, kein Neid und kein Verlangen mehr ihre Klauen in ihn schlugen und ihm bewiesen, dass er klein und fehlbar war.
Allein unter Seinen Blicken war er klein und nichtig, aber mit Ihm im Rücken war er alles. Konnte er alles. War kein Weg zu weit, kein Wall zu hoch, keine Anstrengung zu enorm um sie nicht zu vollbringen. War der Weg zur Perfektion tatsächlich ein sinnvoller, denn nur so konnte man Ihm zur Ehre gereichen.
Und nur so konnte man über sich selbst hinaus zu mehr werden als man war. Und Seinen Gaben Bedeutung schenken, indem man sie nicht wie Talente einst im Garten begrub, sondern hinaus in die Welt trug. Hinaus, auf dass der Samen gedeihen mochte und stark werden konnte.
Stark und Unverwundbar. So wie der Hass des Allmächtigen stark und unverwundbar war.
Von Freiheit hatte man ihm erzählt, von dem Willen, selbst zu entscheiden. Nun , so war es eben die Freiheit und der Wille, selbst zu entscheiden. Dazu hier zu bleiben und zu lernen, ob man nun gebeten war oder nicht. Und nicht nur das, was die Lektionen bedeuten mochten. Auch das was sie nicht sagten. Er würde bleiben. Er würde dienen. Er würde wachsen. Und nichts und niemand, nicht einmal der Herr selbst, würden ihn davon aufhalten. Nicht in diesem Leben.
