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[Q] Akt I: Die Stille
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Alathair - Online Rollenspielshard Foren-Übersicht » Allgemeines Rollenspiel » [Q] Akt I: Die Stille
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Andra Amaryll





 Beitrag Verfasst am: 09 Apr 2020 21:39    Titel:
Antworten mit Zitat

Riss… Kristalle…schwarze Tiere… Schatten… Sternenkarten…
Nachdenklich saß ich da und auf dem Tisch der ohnehin immer Chaotisch war sah es aus als habe man hier etwas Explodieren lassen.
Bücher und Zettel lagen überall verstreut und aufgeschlagen auf dem Tisch verteilt. Jedes Buch, jede Notiz hatte eine andere Informationen aufgeschlagen, teils lagen kleine Steine zum merken von einer Textstelle auf den Notizen. Ein neues Pergament vor mir mit einer Skizze vor mir und gleich daneben mein Notizbüchlein.

So viel passierte parallel und doch gab es nun eine Aufgabe die bei der Versammlung verteilt wurde und der galt es nun nachzugehen. Das Fangen!
Ich war froh eine Aufgabe zu haben wo ich mit meinem Wissen vielleicht unterstützen konnte und auch wenn die, wie Beak es nannte, "Federführung" der Aufgabe mir noch etwas schwer viel. Ich stellte mich der Herausforderung. Immerhin gab es hier noch eine offene Rechnung die ich hatte.
Das erste Treffen war etwas Chaotisch aber naja wo will man auch genau ansetzen, wenn man nur einzelne Halme hatte die man greifen konnte.
Ich war froh wir hatten uns auf einen ersten Versuch geeinigt und wollt einen ersten Lockversuch wagen.
Ob es gut gehen wird? Wird überhaupt etwas kommen oder würden sie um sonst sich die Arbeit machen? Würde einer verletzt werden?
All die Fragen schwirrten mir im Kopf herum und doch wusste ich, dass jene die den ersten Versuch mit wagen würden, würden aufeinander aufpassen.

Wie es weiter geht und dergleichen darum müsste man sich Gedanken machen und doch müsste man erstmal abwarten was der erste Versuch ergeben würde und im Vorfeld versuchen möglichst viel auszuschließen wo es zu Gefahr kommen könnte.

Gestern war ein guter Anfang.
Mit Innes konnte ich die Skizze des Ortes anfertigen und Punkte markieren die geeignet waren. Es dauerte und viel hin und her überlegt bis man sich einig war das diese Punkte sich eignen würden.
Vor allem aber auch der Abend war sehr produktiv. Mit Arne konnte ich viel besprechen und Überlegungen anstellen wie man es angehen könnte. Sein Fachwissen zu Metallen und mein spezielles Wissen waren hier eine sehr gute Kombination und es machte irgendwie Spaß zu tüfteln. Mechanismen auszutesten und die Vorteile zu verschiedenen Metallen zu überlegen und nebenbei neues Wissen über die Wirkungen der Metalle zu erlangen.
Egal was beim ersten Versuch rauskommen würde, gebrauchen könnte man sie in jedem Fall auch zur Not später noch einmal. Das wichtigste aber war, was der Abend zeigte. Mit Arne konnte man gut Hand in Hand arbeiten und es war sehr Produktiv!

Mitlerweile doch bereits müde vom Tag, schweifte der Blick aus dem Fenster und ich beobachtete die Ebene vor meinem Fenster eine ganze Weile. Vor dem schlafen galt es für heute nur noch eine Aufgabe zu Ende zu bringen und zwar meine Liste von Punkten aufschreiben. Jene Punkte die mir beim Durchschauen der Notizen noch eingefallen sind und die man vielleicht im Vorfeld noch angehen sollte. Angehen Ehe es zum ersten Versuch kommen würde.



Es dauerte zwar länger als gedacht bis alle Punkte Notiert waren und die aber es war es wert. So würde nichts vergessen werden! Zu Faul mein Bett aufzusuchen entschloss ich nun jedoch, das ich es mir kurzerhand auf den Kissen gemütlich machen werde, welche in der Leseecke bereits auf mich warteten.
Es dauerte nicht lange als auch der Schlaf einzug halten wollte und doch viel noch vor dem einschlafen mein Blick auf die Statue, die es beim Regiment in den Losen gab.
Irgendwie passend und wer weis vielleicht ein Zeichen das der Blick vor dem einschlafen mit schon fast geschlossenen Augen nochmals auf diese Statue viel. Aber egal warum eins war ich mir sicher Temora würde über uns wachen und die Schwingen über uns ausbreiten bei unserem Versuch.

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Finduath Morgalad





 Beitrag Verfasst am: 12 Apr 2020 01:21    Titel:
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Würden seine Augen in diesem Moment noch sehen können, so würde sein Blick auf einen Wandteppich aus feiner, elfischer Machart fallen. Jeder Knoten , jede Faser ein Ausdruck künstlerischen Schaffens, das Dekaden Zeit gehabt hatte, sich zu entfalten. Und so tat die elegante Machart der einfachen, geradezu jovial schlichten Szene darauf keinen Abbruch.

22 Gestalten, lange, schlanke Glieder, edle Gewänder, zeitlos in Szene gesetzt und für die Nachwelt festgehalten. Zu manchen der Gesichter, die auf dem Teppich zu erkennen waren, konnte er nun einen Namen zuordnen. Andere waren, für dem Moment zumindest, vergessen und im Nebel der Jahrhunderte verborgen. Die Geschichten um sie Opfer eines Krieges, der sich nun seit mehr als 15 Jahrhunderten zog und noch immer keine Anstalten machte, ein Ende zu finden. Eine ganz persönliche Auseinandersetzung für das stolze Volk der Eledhrim, wenn auch noch im Dunkeln lag, warum gerade sie so tief darin verwoben schienen.

Hätten seine Augen nun in der Tat sehen können, so wären sie auf eine Gestalt ganz besonders ausgerichtet gewesen.
"Alagos'encrist" , ein Name zu einem Gesicht, das nicht länger vergessen war. Eine feingliedrige Gestalt in prächtigem Harnisch, einen stolzen Schild in der einen, eine geschwungene Klinge in der anderen Hand.
Die feinen, aus ihrem Inneren heraus glimmenden Runen noch immer deutlich zu erkennen, selbst nach all den Jahrhunderten noch. Noch zu erkennen, auch wenn sie nicht mehr in Händen des Alagos lag, sondern an seinem Gürtel hing. Eine Erinnerung gleichsam wie ein Zeuge der Vergangenheit. Ein nobler Recke ganz für sich, auch wenn ihr einstmaliger Herr und Meister längst schon ins Lied gegangen war.

Wäre er, Alagos, nun hier, würde es ihn vielleicht erheitern, dass seine Klinge nicht vergessen hatte. Und dass, wenn der Schwung des schlanken Elfenstahls, keine sichtbaren Schäden hinterlassen hatte, das Vergessen sich nun wohl auch erinnern würde. Daran, dass einstmals ein tapferer Streiter diesen Stahl geschwungen hatte, um dem Vergessen zu begegnen.

Und daran, dass diese Aufgabe noch immer nicht vergessen war. Wieder nicht vergessen war. Wenn schon die Hand eine andere war, die Klinge, der Biss des Elfenstahls, würde der gleiche bleiben. Und sollte es noch ebenso viele Jahrhunderte dauern und andere Hände bedürfen, um die Aufgabe zu vollbringen.

Wäre Alagos nun hier, er würde auch den blinden Elfen nun lächeln sehen. Lächeln darüber, dass Erinnerungen nicht immer nur in Geschichten und Texten ihren Einzug fanden. Sondern manchesmal auch einfach nur in dem Kuss einer Klinge, deren Geschichte noch lange nicht am Ende war.

_________________
Cû nín linnatha go vagol lín - mein Bogen wird mit deinem Schwert singen!
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Andra Amaryll





 Beitrag Verfasst am: 29 Apr 2020 13:49    Titel:
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Und ein weiterer Schritt abgehakt...
Vor zwei Tagen hatte ich Glück und konnte Amelie um Hilfe der Sappeure bitten das die Grube für die Fallen gegraben werden können. Amelie sagte mir sie würde die Sappeure informieren und heut am 28 Wechselwind würden wir uns dann endlich treffen und die Fallen Versenken.

Schon einen halben Stundenlauf ehe die andern ankamen war ich bereits am Hort und schaute mir alles in Ruhe an. Es war alle ruhig und das Wetter spielte auch mit und so wartete ich am vereinbarten Treffpunkt.
Pünktlich trafen Amelie, Melia, Analena und Arne ein und man konnte sich in aller ruhe Besprechen was angesagt war für heute Abend.
Arne hatte die vorgefertigten Fallen mitgebracht und Amelie verteilte die Schaufeln und schon machten wir uns an den Ort wo die Fallen aufgestellt werden sollten.






Nun hieß es abstecken, Größe und Lochtiefe bestimmen und auf ging es. Alles lief gut, die Sappeure begannen sehr zügig die Grube zu bauen, welche auch stetig anstieg und die Form annahm die bestimmt wurde. Ich selbst sorgte während die anderen buddelten, dafür das die Erde sorgsam neben der Jagdhütte aufgehäuft wurde. Die Erde konnte man dann später wieder nehmen um das Loch zuzuschütten.
Zusehends wuchs die Grube und schon bald konnte man die Feinheiten machen. Die Erde soweit begradigt das die Fallen gut eingestellt werden konnten.
Ich konnte nicht anders, ich grinste froh vor mich hin, irgendwie war ich froh, dass es so reibungslos lief.

Während ich die gespannten Fallen von Arne entgegennahm und in der Grube platzierte, legten die anderen die angebrochenen Äste aus und Blätter über den Fallen verteilten und schon war alles erledigt und die Falle aufgestellt.



Später noch kurz mit Beak vor Ort besprechen und warten das er die Wachen über Nacht zum Sichern der Falle schickte ehe der Abend nun vollends ausklingen sollte und für den morgigen Tag ausruhen.
Wer weiß was der Tag bringen würde
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Isabelle Nuir





 Beitrag Verfasst am: 06 Mai 2020 19:45    Titel:
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Es war der 05. Eluviar 263 in den vorangeschrittenen Abendstunden,
als Ahad Laval und Ritter Aschengardt durch ihre Tür traten.
Die Mienen ernst und geduldig abwartend wärend die Schreinerin ihre
Kunden bediente. Sie selbst ahnte, dass es nun ernst wurde.
Irgendetwas war im Gange und nun, da die Zeit gekommen war,
wurde sie ein Teil des Ganzen.

Die Arbeit war erledigt, die Türen wurden verreigelt und so setzten sich
die drei gemeinsam an den großen Tisch um auf das zu schauen,
was übrig war.

Ein Fetzen ... ein Rest einer Skizze ... verwischt und so aus dem
Zusammenhang gerissen, dass man nur schwer erahnen konnte,
wie das Gesamtbild ausgesehen hatte.

Man bat die junge Frau darum ihr künstlerisches Geschick anzuwenden
und das kostbare Beweisstück zu vervielfältigen.
Soweit so gut, etwas zu kopieren war ihr nicht neu.
Doch über dies hinaus sollte sie sich an einer Vervollständigung versuchen...

Und da saß sie nun...das Pergament vor ihrer Nase, die Finger von der
Kohle geschwärzt, die sieben Kopien neben sich auf dem Tisch liegend.
Die ganze Nacht hatte sie daran gearbeitet um im Anschluss genügend
Zeit für die unmöglichste Aufgabe zu haben ...

Eine Vervollständigung ... ein Wesen ... etwas das dazu in der Lage war
einen Menschen zu töten und einen Brand zu verursachen, mitten in der
heiligen Stadt ...

`Ihr seid nicht sicher! Niemand darf erfahren, dass ihr im Besitz dieser
Zeichnung seid! Es könnte euch euer Leben kosten!`


Immer wieder hallten die Worte der Ahad in ihrem Kopf nach ...
Sie legte den Kopf in ihre Hände und starrte die Zeichnung Stunde um
Stunde an bis der Abend erneut zur Nacht wurde und im Schein der
Kerzen kratzte erneut der Kohlestift über die leeren Pergamente ...
ein Schädel ... ein Gesicht vielleicht ... eine angedeutete Augenhöhle ...
gespiegelt und so etwas wie eine Nase ...
ein weiteres Pergament ... ein Schemen ... ein Körper ... Schulter,
ausgestreckter Arm ... Hals ... Rumpf ...

zahlreiche Variationen und Möglichkeiten spielte sie durch und aus Nacht
wurde Tag und wieder schwarze Nacht ... doch die eine Frage blieb...

Wer oder was bist du?

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Maheen Ayat Yazir





 Beitrag Verfasst am: 09 Mai 2020 16:50    Titel:
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Gluckernd ergossen sich die beiden Flüssigkeiten auf den entblößten Stein, der sich unter der Fliese verbarg. Ein unangenehm beißender Geruch verbreitete sich, als sich die zusammengefügte Säure in das Gestein fraß und dabei unter leisem Zischen Bläschen bildete. Maheen trat einige Schritte zurück, um die Dämpfe nicht einzuatmen und wartete stumm im großen Gang des menekanischen Grabgewölbes unter dem Tempel ab, kippte die beiden hergestellten Alchemika mit ruhiger Hand wieder kombinierend auf den Stein nach, bis das Loch groß genug für das geplante Vorhaben war. Prüfend legte sie die Truhe aus Hexenstahl in die Aushebung, schob die Bodenfliese mit schabendem Geräusch über die Öffnung und genehmigte sich ein zufriedenes Nicken. Die granitgrauen Augen wanderten zur Steinstele, die von den Tempelwachen zur Seite gehievt wurde. Auf ihr prangte die Inschrift: "Wir vergessen nicht" - einer der Leit- und Mahnsprüche der Ahnenwacht und des Gedenkens der Toten. Mit dem heutigen Tag würde sie auch für nachfolgende Generationen eine weitere versteckt verwobene Bedeutung bekommen, sollten sie dem Vergessen in dieser Generation Einhalt gebieten können und es in einigen Jahrhunderten erneut zuschlagen. Wissen, dass die Zeit überdauern sollte, verborgen vor dem Zugriff jener die es versuchten auszulöschen.Sie waren schon einmal gescheitert und Berichte hatten bis heute überdauert, so sollte es erneut geschehen, wenn es denn notwendig werden würde. Ihre Finger strichen über das unauffällige Fuchssymbol, dass sie auf die Oberseite der Fliese eingraviert hatte. Selbst wenn die Steinstele einmal verrückt werden würde, so wäre dies ein zweiter, sichernder Hinweis auf die Geheimnisse im Stein.

Die Idee für das Versteck war ihr jüngst gekommen, als sie die Grabkammern der Familien vom Staub befreite und die Kerzen der Andacht auswechselte, so wie es die Aufgabe der Khaliq's des Tempels war. Eher zufällig war ihr Blick auf die Inschrift gerichtet, als sie mal wieder über die Vision in der Liedebene und den eben frisch aufgesetzten Bericht des Angriffs auf die Adoraner Archive nachdachte. Das allgegenwärtige drohende Vergessen...
"Wir vergessen nicht" – Wir vergessen nicht unsere Verstorbenen zu ehren, ihre Leistungen für das Volk und die Wurzeln des Volkes selbst, dass unter großer Mühsaal einst die große Wanderung beging. Was wäre da passender als Hinweis auf eben jene Entität, die versuchte das Gedächtnis von Völkern, gar einer Welt zu löschen? Sie hatte beschloßen dort ein Versteck mit den gesammelten Berichten der lichten Völker und Institutionen einzurichten - Kopien des brüderlich geteilten Wissens. Während sie noch ganz angetan von der Idee in die Tempelbibliothek schritt, hatte sie bereits eine weitere Maßnahme ersonnen: Einen klerikalen Schutz für die Bibliothek.
Die Vergessens-Schergen suchten wohl gezielt Archive und Bibliotheken auf, es wäre also ratsam ihre Horte des Wissens zu schützen. Zudem, so die Hoffnung der Prehaatim, würde es die Aufmerksamkeit auf sich binden und somit weg vom wohl verborgenem Versteck.

Sie wusste nicht, ob diese Maßnahmen erfolgsversprechend waren, doch es half ihr ewas sinnstiftendes zu tun und die Grüblereien und Sorgen für einen Moment leiser werden zu lassen.



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Zuletzt bearbeitet von Maheen Ayat Yazir am 09 Mai 2020 16:55, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Maheen Ayat Yazir





 Beitrag Verfasst am: 12 Mai 2020 16:39    Titel:
Antworten mit Zitat

Mit ruhiger Hand tunkte sie den Pinsel aus weichen Lamahaaren in die Tinktur aus Kaktusblütenöl, Sand- und Salzkörnern und Wasser aus der großen Oase. Vor ihr lag die Truhe, die als Versteck für das zu verbergende Wissen dienen sollte und deren Deckel sie bemalte. Die kunstvolle Arbeit aus verschlungenen Ornamenten verband mittige Sonnen- und Tränensymbole mit einem peripheren Rund der Göttersymbole des lichten Pantheons: Das aufgeschlagene Buch des Phanodain, der Hammer des Cirmias und der Adler der Schwertmaid - in Gedenken an ihre unvergessenen Opfer erhielten auch der verblichene Sternenvater und der ermordete, erste Sohn der All-Mara einen ehrenvollen Platz innerhalb des Schutzzeichens; Stern und Vogel schlossen den wahrenden Schirm ab.

Als der letzte Strich gesetzt war, legte sie die Abschriften aus der Berichtsmappe in die Truhe. Einige hundert gebundene Seiten, die sie im Verlauf der Jahre über die Geschichte, Sitten und Glaubenslehre des Sonnenvolkes angefertigt hatte, wurden dazu gelegt - obenauf einer der Wandteppiche Nihals, die eine traditionelle Szenerie zeigten.

Mit beiden Händen umfasste sie die bemalte Truhe, als alle Vorbereitungen abgeschlossen waren und trug sie hoch zum Altar der Mara.
Sie schloß die Augenlider und öffnete ihr inneres Tor zur sonnengleichen Präsenz der Schöpferin, ehe sie ihr Gebet anstimmte, um demütig für einen klerikalen Schutz zu bitten.




"Oh schlafende, große Mutterschöpferin Eluv',
ich rufe dich an - der kraftvolle Strahl deines wärmenden Lichts möge unvergessen leuchten und das Wissen unserer Ahnen bewahren!
Möge die Harmonie im Reigen des ewigen Kreislaufs weiter bestehen.
Mögen die Wurzeln unserer Vergangenheit bewahrt werden, damit die Zukunft weitere Zweige austreiben kann.
Wir bitten um deinen Beistand!
Abeer Eluv'!


Oh sehender Bewahrer der Freiheit, Sternenvater Horteras,
in Gedenken rufe ich dich an - möge dein warnendes Wort uns stets gewahr sein und auch unsere zukünftigen Blicke wachsam auf drohendes Unbill lenken!
Deine aufopfernde Tat unsere Herzen berühren und das Licht der Unabhängigkeit und Befreiung stärken, um für das Sein zu kämpfen.
Weder dein Opfer, noch sein Zweck sollen umsonst gewesen sein.
Wir vergessen nicht!


Oh buntgefiederter Freund der Menschen, erster Sohn, Getares,
in Gedenken rufe ich dich an - dein reinigender Schrei erschallte bis zu den Gestirnen und dämpfte des Hasses Saat.
Möge dies Wissen, dass auf dem Berg deiner letzten Grabstatt verwahrt wird den kommenden Generationen in großer Not dienen.
Wir vergessen nicht!


Oh tugendhafte Maid des Schwertes, Hoffnungsbringerin Temora,
ich rufe dich an - möge die Kunde vor dem Unheil den Nachkommenden sowohl Schwert, als auch Wehr sein. Mögen sie nicht in unwissender Blindheit, sondern mit Weitsicht handeln können.
Unauslöschlich der Pakt des einenden Lichts.
Wir bitten um deinen Beistand!
So sei es!


Oh sternenumschmeichelter Fuchs, weiser Bewahrer des Wissens Phanodain,
ich rufe dich an - dein ungetrübter Blick lüfte die Schleier des Vergessens,
dein inspirierender Funke leite uns zur neuen Erkenntnis, dein Wort führe uns zur Wahrheit.
Segne auch dieses Wissen, auf dass es ungesehen vor dem Blick des Feindes verborgen bleibt.
Wir bitten um deinen Beistand!
Wissen und Weisheit!


Oh eherner Wächter des Schoßes der Geburt, Bergvater Cirmias,
ich rufe dich an - möge die Glut der Esse, die Flamme des Lebens nicht erlischen und vor dem eisigen Hauch des Vergessens gefeiht sein.
Wir bitten um deinen Beistand!
Ewig sei der Herr, Ewig sein Reich im Berg."



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Zuletzt bearbeitet von Maheen Ayat Yazir am 12 Mai 2020 17:31, insgesamt einmal bearbeitet
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Isabelle Nuir





 Beitrag Verfasst am: 15 Mai 2020 12:59    Titel:
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Die Tage verstrichen und die Kopien der Zeichnung waren
bereits durch Ritter Aschengardt abgeholt worden.
Diese Last war somit nicht mehr die ihre...
Doch wenn man ins obere Stockwerk der Schreinerin gelang und den
Esstisch betrachtete, so war es ein Meer aus Skizzen, ein Alptraum schlecht
hin an Fratzen, die sie alle anstarrten und keine wollte so recht passen.

Sie fegte mit einem Wisch alles gen Boden und während die letzten Blätter
noch hinab segelten, so saß sie bereits über ein weiteres gebeugt da.

Augenhöhlen, so tief und schwarz und leer, Nasenlöcher ähnlich einer
Schlange so schmal und grade geschlitzt, Kieferknochen so hoch und
kantig und dann ein langgezogenes ....
sie stockte, da war nichts ... Haut ... gespannt und kurz vor dem
zerreissen ... kein Mund, kein Maul ... nur diese Ahnung, dass da etwas
hinter lauerte das schlimmer sein musste als jeder Biss!


Die Kohle verstärkte die schwarzen Stellen und hob die weißen drastischer
empor ... eine Fratze ... ein langer Schädel von Haut überzogen ...
leer und doch so schrecklich ...
eine Tiefe in die man hinab gesogen werden könnte ...

Ein eiskalter Schauer rann ihr über den Rücken als sie mit spitzen Fingern
das Blatt anhob und es eindringlich betrachtete...
Ganz wie Auriane auch die Tiere beschrieb. Schwarz! Unfassbar stark!
Kraft und Energie saugend!

Das Pergament wurde zusammengerollt und mit einem Siegel versehen ehe
die junge Frau einen Boten heranrief. Er solle der Ahad umgehend Bescheid
geben. Sie habe ihre Aufgabe erledigt. Mehr musste er nicht wissen.

Und so saß sie in ihrem Haus und wartete sehnlichst darauf,
dass man ihr diese Last abnahm, dieses offensichtliche Wissen verbarg ...
Sie wünschte sich, diesen Aufgabe nie gestellt bekommen zu haben.
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Morra Thuati





 Beitrag Verfasst am: 09 Jun 2020 18:33    Titel:
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Schwarzer, kalter Stein. Sanftes Flüstern der Ledersohlen, die sich wispernd hauchend darüber zogen, Schritt um Schritt. Leises Rascheln der dunklen Roben, in deren gespenstisch weich fallenden Falten selbst eine Art eigenes Leben zu wohnen schien. Es begann und endete immer in diesem Raum, wo selbst das Echo von den hohen Decken verschluckt wurde, dort am blutigen Herz der Katakomben, der Ritualkammer. Hier hatte sie das Herzblut der Freundin vergossen, um nur wenige Momente später durch deren Hand ebenfalls das Leben zu verlieren. Heraussprudelnd, einer frischen, freigelegten Quelle gleich, bis das Sein nur noch einem seidenen, zarten Faden hing und es war einzig und allein die Entscheidung dessen, den sie Vater nannte, ob der Schnabel das Seidenband durchtrennen oder erstärken würde. Im Inneren des Pentakels hatte sie im eigenen dunkelroten Lebenssaft gelegen, den Geschmack von warmem Kupfer auf den Lippen und als die Glut in den Seelenkohlen zu erlöschen drohte, da war es der schneeweiße Rabe, der ihr die Augen erneut öffnete, Dinge zeigte, die auf sie warten würden und das Grauen darin entzog dem eigenen Haar jegliche Farbe, ließ es im Wissen erstrahlen.

Heute war es aber nicht sie, die dort lag, sondern zwei frisch geweihte Geschwister und deren Verbindung stellte jene dar, welche sie alle bis zu dieser unwirklichen Schwelle geführt hatte:
Die Mohnblume.
Treffend der Name in so vielerlei Hinsicht. Zunächst war es das Bild des Blümchens selbst, welches sich einem aufzwang, denn meist wählte sie Gewänder in dem intensiven, wohlig weichen Ton des Mohns. Dann wogte der Rock der Robe oder des Kleidchens gleich dem wilden Mohnreigen inmitten der Kornfelder im Hochsommer, erinnerte an die Abend in der späten Sonne, wenn das Gold des Nachmittags in das frühe Orangerosa tauchte. Durch und durch so golden wie das feingesponnene Haar des fleischgewordenen Blümleins. So unschuldig und zart die einzelnen Blütenblättchen und doch verbarg sich das tiefe Schwarz irgendwo darin. Kräftig, pulsierend und betörend zugleich. Erst, wer einen Blick hinter die verletzliche Fassade der Mohnblume werfen konnte, der erlangte eine sehr vage Ahnung dessen, was dort wirklich lauerte und wer auch nur einen Funken Geistesschärfe in sich trug, der zog sich nun langsam aber sicher zurück, beobachtete, lauschte aber reizte nicht.
Sie, die Brüder und Schwestern unter seinen nachtfarbenen Schwingen, wussten um die immense Macht, welche in den Worten der Mohnblume mitschwang und doch war es in ihrem eigenen, persönlichen Fall mehr als Respekt oder Ehrfurcht, was sie an diesem Abend nach den Roben des standhaften Blümchens haschen ließ. Es war der innige Wunsch zu bewahren, zu erhalten und zu retten, als die Kammer, die doch eigentlich Anfang und Ende bedeuten sollte, drohte gänzlich zu schwinden.

Wenige Momente zuvor hatte das Ziel keinen Deut klarer geleuchtet. Im Gegenteil!

„Seid auf alles vorbereitet!“, lautete die Devise und der überproportionale Rucksack auf den schmächtigen Schultern der Weißhaarigen, welcher eher das Bild eines kleinen Kindes beim ersten Wanderausflug vermittelte, sprach zumindest von irgendeiner Art irrationaler Vorbereitung. Doch im Reich des Raben lernte man rasch nachzufragen, Fassaden zu durchdringen und Bilder zu deuten. So wie sie eben kein unmündiges, naives Gör mit einem Wanderrucksack voller Schulsachen und Pausenbrote war, so gab es hier nur bedingt irgendeine Art der Vorbereitung und in der Botschaft lag vor allem die Warnung „Lasst euch nicht vom Weg abbringen!“.
Oh, das hatte sie durchaus begriffen, viel Überlegungen in die Wahl ihres Rucksackinhalts gepackt und auch in den Magnetenanker, der die Schlüsselfragmente aus den frisch Geweihten ziehen sollte, um was-auch-immer freizulegen. „Eine Art Portal vielleicht...“ war die Mutmaßung der Mohnblume und sie sollte Recht behalten. Soweit so gut, nur mit dem Drum herum hatte das Schneeköpfchen nicht gerechnet und so sehr man sich auf alles vorbereiten konnte, so ungleich schwerer war es doch zu akzeptieren, dass sich die Grundmauern ihrer bekannten Welt gerade bröselnd-bröckelig erschüttern ließen.

Das eigene Zittern hatte angefangen, als sie Brands kratzendes Trippeln vernahm und diesmal in dem Krallenschaben mehr zu finden war – so etwas wie Nervosität? Unsicherheit? Zumindest übertrug sich diese Empfindung nach und nach, wie flüssig gewordenes Harz, das langsam herabtropfte und ekelhaft klebrig an der Haut zu pappen begann.
Doch waren es die Nebenschwaden, die sich ihnen näherten, welche die Hand beiseite lenkten und nach dem Gegenstück haschen ließen. Ohne Erfolg. Kein Griff ins Nichts, da war weiches, tröstlich wärmendes Fleisch und die Erwiderung des Drucks, der stumme Beistand. Doch kannte sie diese Hand nicht und für einen entsetzlichen Moment drängte sich, tief im Inneren, die Frage auf, ob sie ihr Versprechen jetzt und hier halten konnte. Ob sie seine Hand finden und halten, sich gegenseitig Stütze bieten konnten, wenn die Nebel näher kamen. Als hätten jene den süßen Geruch der aufkeimenden Zweifel und Angst erschnuppert, waberte das schlierenartige Weiß, ein fast undurchsichtiger Brodem, näher und knabberte knisternd am schützenden Netz des Kreises.

Es war die Stimme der Mohnblume, die durch die erdrückende Panik schnitt und sie alle ermahnte, den Schutzkreis zu stärken. Eine Aufgabe, in welche man sich durchaus dankbar verbeißen konnte, die gierig heranhaschenden Nebelschwaden ignorierend, bis die kristallinen Spinnen von der Decke regneten und die bekannte Welt zu wanken begann.

Die letzten Momente vor dem rettenden Sprung durch das Portal waren es aber, welche die Zeit auserkoren hatte, für sie einzufrieren, um ein Bild voller Sinneseindrücke zurück zu lassen, dass sich auf ewig ins Gedächtnis brennen würde:

Rieselnder Staub und Sand von den hohen Decken, der schwarzes Stein in graubleiche Wolken hüllte, die mit dem knochenweißen Nebel zu konkurrieren schienen. Bebende Erde unter den Füßen, die den Körper schüttelte, bis jede Bewegung wackelig wurde und der Blick durchweg verschwommen schien. Das giftig lauernde Knirschekrabbeln unzähliger Spinnenbeine, welches zu einem grässliche Crescendo anschwoll und der Befehl sich zu beeilen, das Portal zu durchschreiten.

Sie blieb.
Eine Weile noch, als alle Anderen den Sprung gewagt hatten, als Brüder, Schwestern und der Pechbube darin die unsichere Sicherheit des Portals erreicht hatten. Sie blieb, weil alles in ihr schrie, dass jene, die sie hier zurücklassen würden vergehen könnte. Blieb und haschte mit klammen, blassen Fingerchen nach einem Stück Robe, wollte mitzerren und bewahren, bis sie der uralte und brennende Blick des Blümleins traf und ein Wort gesprochen wurde, dem sie sich nicht widersetzen konnte


„GEHT!“



Ein Schritt nur, in die Schwärze des Portals und ins Ungewisse dahinter – mit der Bild einer leuchtend roten, einzelnen Mohnblume in einem Feld aus Staub, Nebel und Spinnengetieren.
_________________
"I, myself, am strange and unusual."
Beetlejuice...Beetlejuice... Beetlejuice!
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Rowan





 Beitrag Verfasst am: 11 Jun 2020 23:13    Titel:
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Das Licht der Seelen rein,
ruhend auf granitenem Stein,
getragen zum höchsten Gemäuer,
wird Rauch zu einem Leuchtfeuer
und tilgt den lohenden Wall,
zu verhindern den Weltenfall.


Schnaps, ich brauche Schnaps.

3 Tage Familienausflug. 3 Tage krächzen, plappern, spekulieren, rätseln und laufen. Ich hasse laufen. 3 Tage im Irgendwo. Es sieht aus wie zu Hause, aber es fühlt sich nicht so an. Es ist dunkel, erdrückend, still, beängstigend.

Es begann mit Schmerzen. Meine Hände berühren den kalten und harten Boden der Kammer.
Meine Geschwister stehen um uns herum. Ich fühle mich wie ein Opferlamm. Ich blicke nach rechts, noch ein Opferlamm. Wir sind zwei Opferlämmchen, auf dem Rücken liegend, wartend.
Gebete werden gesprochen, es wird kalt. Unheimliche Geräusche sind zu vernehmen, dann Schmerz. Als würde jemand ein Messer in meine Brust rammen und es drehen. Ich höre meinen Schrei. Ich verkrampfe mich. Ich schwitze, ich habe Angst. Der Schmerz lähmt mich. Er lässt mich röcheln und stöhnen.
Dann wird das vermeindliche Messer schnell aus dem Fleisch gezogen. Der Schmerz lässt langsam nach. Ein Klackern. Ich kenne das Geräusch, es ist noch nicht lang her. Ich wäre fast gestorben. Es klingt groß, es klingt tödlich. Die Geschwister halten es fern, als es versucht hinein zu kommen. Ich hasse Spinnen.

GEHT!

Frische Luft umfängt mich. Nicht rein, aber besser als in der Kammer. Die Geschwister sind schlau, sie haben an alles gedacht. Ich setze mich an einen Baum, ziehe die Knie an und lege meinen Kopf darauf. Opferlämmchen setzt sich neben mich.

„Es tat scheiße nochmal weh!“ Er brummt, ich muss schlafen. Er legt seinen Kopf auf meine Schulter. Ich hasse Körperkontakt.

Ich habe lang geschlafen. Einige Geschwister haben das Irgendwo ein wenig erkundet.
Ein Rätsel wurde gefunden. Köpfchen ist gefragt. Köpfchen und viel Fußweg. Habe ich erwähnt, dass ich laufen hasse?
Seltsame Wesen, groß, schwarz und gefiedert fallen den Geschwistern zum Opfer. Es gibt einige hier. Und wieder eine Kammer. Der Ort hier könnte so friedlich sein, mit plätschernden Wasserfällen, kleinen Wäldern, einem Strand, er ist es nicht.

Ich laufe mit, ich höre zu, ich verstehe noch nicht. Ich bin ein Küken, ein kleines schwarzes Rabenküken. Ich habe gesehen. Ich versuche einzuordnen. Mir fehlt Wissen. Ich war nur der Bewahrer des Fragmentes.

Ich weiß nun, es ist wie ein Geschenk.

Familienausflüge sind anstrengend. Ich muss hier raus.

Ich brauche Wein. Nein ich brauche Schnaps.
Raus aus dem Rabennest, atme ich heimische Luft.

Ich sehe in den Himmel, ein blauschwarzer Blitz, ein riesiger Schwarm Raben.

Ich muss das erste Mal in drei Tagen lächeln.
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Helisande von Gipfelsturm





 Beitrag Verfasst am: 18 Jun 2020 18:07    Titel:
Antworten mit Zitat

"[..] Und es gibt nur Eines, was wir dem Tod sagen: Nicht heute."
GoT


Rabendiener. Genauer gesagt eine ziemlich schmächtige Rabendienerin, die ihren gesamten Fatalismus in die Waagschale warf um ihr ein Buch zu übergeben. Es war der Ritterin nicht entgangen, dass das Weib sie alle kannte. Nicht nur ihre Titel oder Rangabzeichen wurden schlau interpretiert, nein sie wurden erkannt von ihr. Rings um sie herum waren Orban, Nathelia und auch Tristoban versammelt. Sie Keylon und die neue Edle van Salberg kamen hinzu und die Lage wurde nicht zwingend übersichtlicher.
Die berechtigte Empörung der Pagen und des Knappens drang an ihr Ohr, ebenso die guten und temoragefälligen Vorschläge wie mit dem Rabenweibe zu verfahren sei. Sie hatten alle recht, sie waren alle aufrecht und erfüllten sie mit Stolz. Dem unbezwingbaren Stolz guten Menschen vorangehen zu dürfen. Auch ihr inniger Impuls war der Griff zum Schwert und dem klappernden Ding vor sich ein endgültiges Ende zu bescheren. Es wäre im wahren und reihen Glauben an Temora nur zu berechtigt, das verflixte Buch konnte man auch aus den erstarrten Händen reißen.

Nur ein Wort von ihr, nur ein Wink und es würde geschehen. Ein Pfeil, ein Schwertstreich würden dieses vergeudete Leben, sofern es überhaupt noch eines darstellte beenden. Doch sie befahl es nicht. Nach der Übergabe hätte sie das endgültige Verbleichen des Knochenweibs akzeptiert, aber erstmal siegte ihre Neugier. Sowie diese konstant in ihr pulsierende Stimme, die sie zur politischen Besonnenheit mahnte. Es war immer besser wenn jemand Schulden bei einem hatte als umgekehrt.
Das Buch hatte sie nur mit Handschuhen an den Fingern berührt und seinen Inhalt nicht ohne Schutz vor Mund und Nase, sowie dem Schutz durch den geweihten Boden in der Burgkapelle grob überflogen.

Danach blieben mehr Fragen als Antworten und vor allem Aufgaben, die sie nicht deligieren konnte. Die Zähne knirschten als sie später am Abend in das heiße Wasser des Bades sank. Sie würde viel unterwegs sein in der nächsten Zeit und das so, dass die Wege, die sie beschritt glatte Wege und für einen Ritter begehbar waren.
Finduath hatte schon einen Boten geschickt. Trefflich. Ihn musste sie als erstes sprechen.
Sie würde im Morgengrauen zum Sumpf reiten und eine Botschaft hinterlassen. Ihre Schulden bei der Schwesternschaft wuchsen und wuchsen. Keine gute Bilanz.
Earon würde ebenso zu Rate gezogen werden müssen.

Darüberhinaus würde es zwingend erforderlich sein die Geweihten der Temora Ihre Erlaucht von Liliensee diskret ins Bild zu setzen. Politisch unvermeidbar, auch wenn man das Risiko liebt, ab und an muss man auch seinen eigenen Arsch absichern.

Als letztes noch während sie im Bett lag und ins Dunkel starrte flirrte die Frage durch ihren Geist, die den gesamten Abend umhüllt hatte.
Was machte den Rabendiener so Angst, dass sie sich an sie wandten?
Noch schlimmer... was machte Krathor solche... Angst?
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Helisande von Gipfelsturm





 Beitrag Verfasst am: 04 Jul 2020 20:25    Titel:
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Dämonen, weiß ich, wird man schwerlich los.
Johann Wolfgang von Goethe


Ihre Augen brannten, aber sie musste es fertig bekommen. Nicht nur erneut abschreiben und in tapfere Hände geben, sie musste es kommentieren. Die Seiten ihres ewigen Notizbüchleins füllten sich. Sie füllten sich mit Zeilen, die durch Punkte getrennt waren und manche Abschnitte waren eingerückt. Übernommener Text und eigener Kommentar unterschieden sich in der Art wie ihre Schrift floss und doch war es immer ihre Schrift.


    Es ist mehr als 1.500 Jahre her, als das Nichts...
    nach Alathair kam. Ihm folgte ein General, der nicht so..
    wie das Nichts geartet war, sondern das Leben liebte
    Er war das...
    was ihr einen Gott nennt.
    Der Angriff hatte begonnen und die Welt …
    veränderte sich unter den Händen seiner Einheiten.
    Doch erkannte der General, dass wenn das Nichts...
    gewinnen würde, alles Leben für immer verschwinden müsste.


1500 Jahre. Das deckt sich recht gut mit dem, was die Elfen herausfanden. Es deckt sich mit Sir Auberlin und der Insel, den Kristallen. Auch Sir Auberlins Bibliothek auf den Kreidefelsen könnte dieses Alter haben.
22 blinde Wächter. Blind. Die Gesichtslosen. Doch wohin fließt die Zeit, wenn sie nun erst ins Jahr 263 schwappt.



    Deshalb betrog er das Nichts.
    Er raubte ihm das, was dem Nichts, sollte es eingesetzt werden,...
    für immer den Zugriff auf Alathair verweigern würde.
    Als das Nichts den Verrat bemerkte, stellte es den..
    Angriff sofort ein und machte sich auf die Jagd nach...
    seinem abtrünnigen General. Der General jedoch...
    hatte das Geraubte bereits aufgesplittet und auf...
    Alathair verborgen und in verschiedene...
    Hände gegeben, auf dass es versteckt wäre
    .


Kein schlechter Schachzug. Doch wenn dieses Etwas, dieser Schlüssel dem Nichts den Zugriff verweigert, warum ihn dann nicht sofort nutzen. Somit wäre das Leben für immer gerettet.
Oder braucht der General den Schlüssel selbst?
Wenn wir ihn finden, schließt er auf oder schließt er zu?



    Der General, einst der General des Vergessens, ließ...
    alle vergessen, die Teile erhalten hatten, selbst die...
    Götter, damit das Nichts es nicht finden würde.
    Alles Wissen wurde verschlüsselt und verborgen.
    Damit der General selbst nicht zum...
    Schlüssel würde, brach er seinen Körper entzwei...
    und verbarg seine Erinnerung, auch vor sich selbst.
    Das Nichts brach den Angriff ab, als es keine...
    Spuren finden konnte. Es fürchtete sich und ließ die...
    Erinnerung an seinen ersten Angriff tilgen.
    Und verschwand bis jetzt.
    Der General, welcher sich damals gegen das...
    Nichts wandte... existiert noch. Ihr nennt ihn den Herrn
    der Raben und jetzt, wo sich das Nichts...
    nähert, vereinte sich, was einst getrennt, damit er sich...
    seiner alten Aufgabe, das Nichts aufzuhalten,…
    erneut stellen kann, um seiner wahren...
    Bestimmung zu folgen
    .


Krathor. Natürlich. Und eigentlich bist du der Gute! Du willst ganz selbstlos unser Leben schützen und retten. Aus reiner Herzengüte.
DU elender blutgieriger Dämon willst höchstens deinen eigenen hässlichen Hintern retten und deine Weidegründe. Du hast erbärmliche Angst davor selbst im Nichts verschollen zu gehen und keine Seelen mehr zu erhalten. Weiß Temora, wozu du diese armen Seelen brauchst...
Ihr Name war Aimee und ich habe sie NICHT vergessen. Ich habe ihre Schreie nicht vergessen, ich habe ihr Flehen nicht vergessen. Ich habe den Kampf um sie nicht vergessen und nicht das viele Blut. Ich habe mit keiner Faser meines Körpers vergessen wie blass und leer ihr Körper war.
Ich soll dich retten, Krathor?
Eher friert die Lava im Nilzadan ein.
Ihr Name war Aimee und ich vergesse nicht.



    Nun muss auch, was einst vor vielen Händen verborgen...
    wurde, vervollständigt werden, um unsere Welt und
    das Leben Alathairs zu retten.
    Gesplittet und alleine ist diese Aufgabe...
    nicht zu meistern und doch müsst ihr bedenken, dass...
    jeder, der dieses Wissen hier hat, zum ersten...
    Ziel des Nichts wird, weshalb Vorsicht geboten...


Den Schlüssel finden und dann? Sind es Gegenstände, Personen oder gar etwas ganz anderes? Das ergibt alles wenig Sinn.
Also wie gewöhnlich.
Ich bin nicht allein damit. Finduath ist nicht allein damit. Wir werden gemeinsam entscheiden, was wir tun. Den Schlüssen finden und verwenden oder finden und vernichten. Wie sehr schwächt ein verlorenes Teil davon das Gesamte?

Sir Auberlin, es wäre nötig, dass Ihr nochmals erscheint. Oder seid Ihr nun auch Opfer des Vergessens geworden? Mein Brief an Sir Siegbolt ist auch noch immer unbeantwortet.
Es wartet noch mehr Papierkrieg auf mich.
Der Schlüssel zum Erfolg, errungen durch eine Feder.
Keine Rabenfeder.

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Alecia Rundhammer





 Beitrag Verfasst am: 05 Jul 2020 01:49    Titel:
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Das Rauschen des Meeres.
Du süßer Klang des Wassers entzückt, der sich unnachgiebig durch den Sande drückt.
Zu einem Teil verebbst du im Boden, wirst wieder mit aller Gewalt in die See zurückgezogen.
Kein Schutz vor all dem hin und her, gibst du dich nur dem wiegen her.
Wirst einzeln niemals der Reihe
entweichen, doch gemeinsam werdet ihr Alles erreichen.


Bald würde die Sonne aufgehen, die ersten Vögel sangen schon und zwitscherte fröhlich, um den endlos wirkenden Tag zu begrüßen. So harmlos und lieblich mag der Morgen klingen, als würde er keiner Menschenseele etwas zu Leide tun wollen und ein jeden mit aller Liebe und Freude begrüßen.
Der Welt, und all den Lebewesen darauf, Leben einhauchend, man spürte wie alles von Wimpernschlag zu Wimpernschlag lebendiger wurde, erwachte, aus dem Traum der tiefen Schwärze. Nur ich nicht, ich fühlte mich, als würde ich in dieser Schwärze drin hängen. Ich hatte jegliches Gefühl verloren, keine Freude, keine Trauer, kein Geschmack...alles fühlt sich fad an, als würde ich es garnicht wirklich erleben. Ein stetiger Kampf um ein Lächeln welches ich zwanghaft in die Züge schob und sie dort in der Glückseligkeit verharren ließ und ich beherrschte es. Wir fungierten gemeinsam, seit einigen Wochen stetig und offensichtlich, es war nicht einfach jene Trennung nun wieder so eiligst aufzurichten. Vorallem nicht, weil wir uns beide brauchten, sie mich und ich sie...die Zeit ließ nichts anderes zu.


Vielleicht aber, waren es auch die vielen Eindrücke, all das erlebte. Vielleicht war es zu viel was Neu bedacht werden musste. Eine völlig neue Fügung und es prasselte alles auf einen nieder, die Puzzelteile fügten sich gänzlich neu, zumindest was unsere kleine Welt anging.

Es war sicherlich verständlich, dass sie alle an ein perfides Spiel dachten und sogleich wieder in die alten Rivalitäten zurückkehrten. Der Mensch gönnt sich nichts und der Mensch traut selten. Ein jeder denkt stets das was er an Vorurteilen in sich birgt und welche er anerzogen bekommen hat...oder….was die eigene Erfahrung hergibt und aus dem vorherigen Vertrauen oder der Naivität erschaffen hat.
Doch diesmal war es anders, die Eisfläche auf dem kalten klaren See, sie war kurz davor zu zerbrechen und all jene welche sich stetig auf dieser hin und her bewegen - vom Tanz der Melodramatik getrieben - werden in dem eiskalten Wasser untergehen. Ertrinken und leblos treibend durch die Zeit wandeln, für immer. Zurückbleiben wird da nur die Stille und jenes erdrückende Gefühl.

Eine Last die ich nur ungerne teile, die wir alle nur ungerne teilen….doch es geht nicht nur um uns alleine, es geht um Alles oder Nichts. Manchmal muss man Wege gehen welche eben nicht die sind, die man zuvor als den einzig festen Bestandteil einer ewigen Lösung gesehen hat. Und die Übergabe jenes war alles andere als eine Leichtigkeit und vorallem nichts, was ich selbst zuvor als einen Bestandteil der Lösung sah. Dennoch stand ich vor all ihnen und ich hatte das erste Mal tatsächlich Angst und die klare Gewissheit, dass es das letzte Mal sein könnte. Mittlerweile waren es Menschen denen ich anders wie zuvor entgegen trat, Respekt und Anerkennung, vielleicht gar ein Hauch des Gefühles der Freundschaft, auch wenn der Glaube und das Ziel einen gänzlich entzweite…zumindest vorher. Eine wahrlich verwirrte Zeit die viele neue Herausforderungen und Denkweisen forderte und auch ergab.
Manchmal bedarf es einem weiteren Hinweis und manchmal, wenn all jenes nicht greift, wird es vielleicht mehr brauchen, doch dies wird die Zeit zeigen.

Ich spürte wie das Bernstein jenes in sich aufnahm und die erdrückende Schwere kurz darauf. Ganz tief in Inneren fühlte ich den Impuls ihn sogleich vergessen zu lassen…ihn unbeschwert wie eine schwarze Feder weiter im Winde treiben zu lassen. Seiner Arbeit nachgehend in welcher er so aufblühte, wie eine Raupe die zu einem wunderschönen Nachtfalter wurde. Doch blieb mir nur wenig übrig, denn würde ich gehen müssen….steht das Ziel über allem.


Wenn wir wüssten wie die Dinge enden,
wohin uns unsere Reise führt,
würden wir trotzdem die gleichen Entscheidungen treffen?
Oder würden wir andere Wege einschlagen?
Könnten wir überhaupt unserem Schicksal entkommen?
Oder würde uns das was tief in uns ist, zum gleichen Ende leiten
wie eine unsichtbar Hand?
Spielt es eine Rolle welchen Weg wir gehen,
wenn wir am Ende eh immer wieder vor uns selbst stehen?
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Abinayah Yazir





 Beitrag Verfasst am: 08 Jul 2020 05:56    Titel:
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Die Prehaatim und die junge Blüte aus dem Hause Yazir, begaben sich am Morgen nach der Zusammenkunft in Burg Schwertfluren in den Keller des heiligen Tempels der Eluive. Als sie die leichten Stoffe der kunstvollen Menekanerkleidung anhoben, um über die Kristalle in die Bibliothek zu schreiten, klirren diese leicht.

Die mahnenden Worte ihrer Cousine sich immer wieder ins Gedächtnis rufend, nahm sie das erste Buch aus dem Stapel in die Hand, das Maheen nach und nach neben ihr zu stapeln begann.

Leise eine vertraute Melodie summend, flogen die Augen von Zeile zu Zeile. Immer wieder stolperte sie über Worte wie „Die Anderen“ oder „vergessenes“, doch nie ergaben die Schriften einen Zusammenhang mit dem Nichts oder den Schlüsseln die sie suchten.
Ohne es zu merken waren auch die gesummten Melodien irgendwann verklungen und nichts war mehr zu hören, als das leise Rascheln wenn Maheen oder Abinayah eine Seite umblätterten oder eine Pergamentrolle wieder zurück gelegt wurde.

Sie hatten sich irgendwann bei einer Tasse Mocca geeinigt, einen weiteren Stapel mit brauchbaren Abschriften zu sammeln. Doch als der Abend bereits einbrach und eine kühle Briese in den Keller hineinwehte, war an der vereinbarten Stelle nichts außer der Tisch selbst zu sehen.
Seufzend sah sie Maheen, das letzte verbliebende Buch nehmen. Während Abinayah bereits immer wieder heimlich versucht hatte die müden Augen zu reiben, saß die Prehaatim immer noch aufrecht und bis auf ab und zu einer kleinen Denkpause schien sie Nichts von ihrem Ziel abbringen zu können.

Abinayah begann die bereits gelesenen Werke wieder in die passenden Regale einzusortieren, als das eben gehaltene Buch sich nicht gänzlich bis zum Rücken des Regales schieben ließ. Stirnrunzelnd zog sie es wieder heraus und griff mit den Fingern hinein, um den Störenfried zu ertasten.

Überrascht zog sie einen Moment später eine vergilbte Rolle heraus.

Ohne es zu bemerkt zu haben, stand Maheen hinter ihr und sah sie mit diesem gewissen wachsamen aber dennoch wohlwollenden Blick an und wartete nur darauf das Abinayah es für sie Beide öffnete.

Ehrfurchtsvoll strich sie am großen Tisch die Rolle aus. Zu sehen waren kaum leserliche Worte in einem alten menekanischen Akzent, den Abinayah nur entfernt kannte. Unbewusst begann sie mehr sich selbst vorzulesen, was sie auch verstand: “Es waren da Drei an der Zahl.. eines bei dem Volk der … „,sie stockte“, eines bei den Kindern der Wüste und“, Abinayah kniff die Augen zusammen, sollte das Eledhrin heißen? Leise sprach sie weiter:“Weit oben.. kaum greifbar.. fernab der Bewohner.. nur gemeinsam an den … gelangend..“ und im nächsten Moment spürte sie wie eine Hand ihr den seidenen Schleier auf ihre Lippen presste. Maheen sah sie warnend an und bedeutete ihr zu Schweigen. Mit einem Kopfnicken gab Abinayah zu verstehen, dass sie schweigen würde.

Sie konnte nicht sagen, wann die Kerzen herunter gebrannt waren, aber das letzte das sie im matten Licht der letzten verbliebenden erkennen konnte, war ihre Cousine, die Stunden nach dem Fund immer noch schweigend die Zeilen erforschte.
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Akilah





 Beitrag Verfasst am: 10 Jul 2020 01:47    Titel:
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Der aus dem Panzer eines Skarabäus gefertigte Kamm wird zur Seite gelegt und das schwarze Haar sorgsam unter dem leichten Stoff eines Kopftuchs verborgen bevor auch die feinen Lippen hinter einem Schleier verschwinden. Ein letztes Mal wird der Sitz des smaragdgrünen Saris geprüft ehe sie nach ihrer Tasche greift und ein in Schlangenhaut gebundenes Buch in diese hinein steckt.

Der Index der Bibliothek der Akademie Leviathan war ein Werk welches sie im Rahmen einer Aufgabe des Shojen Zhenzrael, einem Sohn des stolzen Hauses der Yazir anfertigte. Als Tranam verbrachte sie viele Tage und Nächte damit jedes einzelne Buch, jede Schriftrolle und jeden Fetzen Pergament in den altehrwürdigen Hallen zu lesen, auszuwerten und letztlich zu katalogisieren was ihr schließlich die Position als Bibliothekarin der Akademie einbrachte. Sie konnte sich jedoch an kein Werk erinnern welches ihnen in der derzeitigen Situation weiterhelfen könnte doch das hieß nicht, dass es keines geben mochte. Vor allem die Regale welche sich den Sagen, Mythen, Märchen und auch ganz allgemein der Historie Gerimors widmeten waren nicht nur gut gefüllt sondern auch mit wertvollen Folianten bestückt, ganz im Gegensatz zu den Bücher mit magischer Relevanz von denen viele bestenfalls als Zunder taugen mochten.

Wieder einmal hat sich während der Nacht genug Sand vor der massiven Holztür gesammelt wodurch diese sich nur öffnen lässt indem die junge Blüte ihren gesamten Leib dagegen wirft, sich auf diese Weise zumindest einen kleinen Spalt erkämpft durch den sie hinaus schlüpfen kann. Der sandige Platz der langsam von den Dünen der Durrah verschlungen zu werden droht wird in einem wiederkehrenden, morgendlichen Ritual mit einem Besen gegen die Naturgewalten verteidigt ehe sich die junge Hauslose auch schon auf den Weg aus dem Staubviertel heraus zur Akademie Leviathan macht. Dort angekommen wird Machmed, der Gelehrte aus dem Hause Falah, wie so oft mit einem tiefen Neigen des Hauptes begrüßt - was weniger seinem Rang geschuldet sein mag als dem Respekt vor seinem Alter und Lebenserfahrung. So dauert es auch nicht lange bis die junge Blüte ihm eine Tasse frisch gebrauten Mokka an den Empfang bringt ehe sie selbst mit der ihren in die Bibliothek verschwindet.

Mit dem Index bewaffnet beginnt sie routiniert einzelne Bücher und Schriftrollen aus den Regalen heraus zu suchen und sie zu ihrem Leseplatz zu bringen während gleichsam neue Werke erfasst und katalogisiert werden. Gerimor hatte viele kluge Köpfe und trotz des unheilvollen Anblicks des absonderlichen Risses der sich über das Firmament erstreckt war die junge Menekanerin im Rang einer Hadri zuversichtlich, dass die Bewohner Alathairs auch diese Prüfung überstehen würden. Doch auch sie hat ihren Beitrag zu leisten und so beginnen ihre Augen über die unzähligen Zeilen entlang zu wandern, immer auf der Suche nach jedem noch so unbedeutenden Wort welches ihr weitere Hinweise auf das Vergessen, das Nichts, den General oder die Schlüssel bringen könnte.
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Alecia Rundhammer





 Beitrag Verfasst am: 10 Jul 2020 21:49    Titel:
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In der tiefen Nacht.
Der rabenschwarze Schleier hat sich über die lebendige Welt gelegt, als würde er sie zwingen wollen in den Schlaf zu finden.
Lediglich die Sterne am Firmament, werden mit ihrem großen Bruder, dem Mond, einige Lichter in die sonst karge Dunkelheit bringen und für den ein oder anderen, wohl das Licht der Hoffnung in der Schwärze bringen.
Dort, weit oben, im kleinen Rabennestchen, verweilen fünf gefiederte Gestalten und übergeben ihre Gaben an die Welt.


Und die Strähne, wie die Abenddämmerung selbst, wird sich mit dem Rot vermengen und umwoben von den Gaben wiegend in den Traum getragen werden.


Dämmerlicht um dich herum, schwach und schwammig. Schummrige Zeit in der die Schatten länger
werden und im Zwielicht groteske Bewegungen machen. Es dauert, bis sich die Augen daran gewöhnen
und du einen Pfad im Traumnebel ausmachen kannst. Wenn deine Füße die Kraft haben und du
bereit bist, dem Weg zu folgen, dann wird er sich sanft um dich legen, dein schillernder Begleiter
aus abermillionen Gedanken und Erinnerungen - du lässt die Zwielichtschatten zurück und
kannst in der Ferne ein warmes, kleines Licht ausmachen. Wohltuend, zart, beruhigend und mütterlich
winkt es dich heran und mit jedem Schritt wird es ein wenig klarer. Das Lichtlein illuminiert
zwei Türen am Ende deines Pfades, sie gleichen einander vollkommen: dunkles, einfaches Holz, ein
schlichter Griff und abgeschlossen scheinen sie nicht zu sein. Die Erkenntnis macht sich
breit, dass hier, am Ende des Traumpfades deine Bestimmung liegt - es hat einen Grund
und Sinn, dass du hier bist. Beide Türen sind wichtig, beide zeigen dir etwas - die
Entscheidung liegt bei dir, welchen Griff zu zuerst herabdrücken willst. Wähle weise…


Die Türe zu deiner linken wird dir eine Welt zeigen die so wundervoll in all ihren Facetten ist, so bunt, so einzigartig und auch mannigfaltig, dass du direkt dieses wohlige, warme Gefühl in die verspürst. Heimat, dein Zuhause. Du hältst eine Rose in deiner Hand, rot, blühend in all ihrer pracht. Du vernimmst ein kichern und lachen und fühlst dich erfüllt von Freude, du fühlst dich wohl.
Doch die Freude verweilt nur für den Funken eines Augenblicks in dir, kurz darauf verspürst du Zorn in dir aufkeimen. Du hörst nicht all zu weit von dir entfernt Schreie, wütende Schreie, aufeinander berstendendes Metall, Zwist und Zank.
Die Blume in deiner Hand wird nach und nach die Blätter verlieren und als das letzte Blatt fällt, wird ein lauter knall zu vernehmen sein. Danach….ist nichts mehr, völlige Schwärze, nicht einmal mehr du wirst dich sehen, alles scheint weg, völlige Stille, nicht einmal dein Atem ist zu vernehmen.


Die rechte Türe, umwoben von einem Rosenbusch, zeigt einen Weg, einen, welcher steinig vor dir verweilt mit vielen Hügeln, hohen Bergen, tiefen Tälern. Auch diese Welt wird voller Mannigfaltigkeit strotzen und auf ihre ganz eigene Art in ihrer Einzigartigkeit erblühen. Sie wird dir ebenso, wie die Welt in der linken Türe, das Gefühl der Heimat geben. Du wirst dich wohlfühlen und Freude empfinden, wirst dir bekannte Stimmen vernehmen welche mit dir jenen Weg gehen. Wenn du dich umdrehst wirst du hinter dir ein unendliches Meer an Menschen, Zwergen, Elfen, Menekanern, Letharen, Rashar erblicken. Sie alle werden mit dir jenen Weg gehen und wenn du den Blick gen den Himmel richtest, wirst du einen klaren, blauen Himmel erblicken und die Sonne wird dir die wärme in die Gebeine senden um dich mit Kraft zu füllen.
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