[MMT] Katz und Maus - Wer ist hier der Jäger?
Verfasst: Freitag 13. Dezember 2019, 15:42
Spät an einem Abend in der Bibliothek von Adoran...
"Die feinste Sorte Pergament soll es also sein, Fräulein Lorianne? Hier habe ich ein Prachtexemplar, erst vor wenigen Wochenläufen penibel gesiebt. Das wird sich aber auch auf den Preis niederschlagen."
Das Fräulein nahm derweil auf einem Stuhl platz und gleitet derweil aus dem mittlerweile recht herunter gekommenen Mantel. Langsam schienen sich nicht nur die Nähte an den eigen angebrachten Außentaschen zu lösen, sondern ebenfalls an den Ärmeln.
Der Mantel, ihr Erkennungsmerkmal, lange Zeit hat er ihr gute Dienste erwiesen. Doch irgendwann ende ein jedes Kapitel. So wusste sie, dass es für ihn nun auch langsam an der Zeit war.
Zu viele Kapitel wurden bereits mit einem offenen Ende hinterlassen, doch wird es hier anders sein.
Der Mantel würde von ihr gehen und hoffentlich das Finale für ihren Hauptakt einläuten.
Die Ironie an dem ganzen fiel ihr erst später auf. Der Mann, welcher ihr gerade zu aufdrängte, dass er ihr einen neuen spendiert, war die Hauptfigur in diesem Spiel.
Er schaffte Platz für die nötige Veränderung, er war Ziel und gleichzeitig hilfreicher Antrieb für ihr neustes Unterfangen.
Irgendwie würde sie ihn vermissen, wenn das Kapitel zu ende ist. Er ist schon seit einigen Mondzyklen ein Teil ihres Geflechtes aus Lügen, doch wenn ein Faden durchtrennt wird, baut die Spinne eine neue Sicherung ein, so wird sie es auch tun.
Der Kerzenschein war schwach, die Umgebung düster gehalten. Das leichte flackern am Docht und der schemenhafte Schatten an den Regalen kündigten den Bibliothekar, welcher gerade die Pergamentrollen herbeischaffte, an. Das Fräulein beobachtete ihn dabei, wie er in alle Ruhe das benötigte Schreibutensilien vor dem freien Platz an ihrer Seite ablegt und sich ächzend setzt.
"So junges Fräulein, dann zeigt her, was ihr vorgeschrieben habt."
Locker wird das knittrige Stück Pergament herüber geschoben, der Bibliothekar reagierte entspannter, als es die üblichen Personen bei diesem Schriftbild tun. Meist schlägt die Stimmung direkt in allgemeine Belustigung um, doch ein Mann von seinem Fach besitzt genug Feingefühl, dies weiß sie stets zu schätzen.
Aufmerksam wandern die trägen Augen über das Schriftstück, stellenweise bemerkt sie, das wohl bei so manchen verdrehten Buchstaben und kryptisch anmutenden Zeichen ein verwirrter Blick des alten Mannes folgt. Doch wie eine Aufgabe, die ihm wohl Freude bereitet, überfliegt er immer wieder akribisch die Zielen und beginnt nebenbei immer mal wieder mit einer Feder zu einer Randnotiz anzusetzen.
Das Fräulein blickt ihm dabei zu, aber die Gedanken schweifen bereits wieder in eine andere Richtung...
Merkwürdig, das an dem besagten Abend eine weitere Person sie auf den Mantel ansprach. Nicht mal einen Stundenlauf später wurde sie von einem Unbekannten in Bajard ebenfalls dazu eingeladen, zusammen demnächst einen Schneider aufzusuchen. Er würde zahlen.
Der Mantel, wieder ein Türöffner, sie wird dies in dieser Gestalt vermissen.
Aufgrund der späten Stunde trennten sich die Wege, man wünschte sich den Segen der Lichtbringerin und ging seines Weges.
Sich Gesichter einzuprägen, war ihr täglich Brot, doch dieses Gesicht sah sie in den darauffolgenden Tagen in ihrer wahren Gestalt vermehrt wieder. Anfänglich schienen die Begegnungen noch zufällig, wenn sie aber auch erstaunt über den Ort ist, an dem sich ein angeblicher Temoragläubiger aufhalten würde.
Er suchte dort jemanden, der ihm Kleidung herstellen würde, wie er schon Tage zuvor ankündigte, doch erkennen würde er sie so nicht. Der Abend an diesem Ort war sehr angenehm.
Die Clerica wieder zu sehen, die interessanten Gespräche, die neugierigen Fragen ihrer Begleitung, alles in allem, bis auf das kühle Wasser, war dies ein wirklich schöner Abend, der durch das Erscheinen des bekannten Gesichtes einen kleinen Dämpfer erhielt.
Doch viel merkwürdiger wurden die nächsten Tage. Das Gesicht erschien immer und immer wieder.
Vor den Toren Düstersee, als hätte er sie abgepasst.
Bei Rahal, wo sie ein Gespräch von ihm belauschen konnte.
Vor und in Bajard, seinem Wohnort, ja, dies ist kein Wunder.
In der Wanderhütte, wo er sich anscheinend Stück für Stück annähern wollte.
Doch der Ausschlaggebende Punkt war wohl, als sie zu der Person wollte, die ihr zu dem, in den letzten Tagen den dringend benötigten, Ausgleich verhalf, welchen sie bitter benötigte. Eine Person, welche sie sich an sich selber erinnerte, so unerfahren und strebsam.
Die Einsamkeit war über lange Zeit Nemia's Begleiter, nach und nach fühlte sie sich immer mehr verlassen, selbst von ganz engen Vertrauten, welcher ihr nicht mehr alles erzählten und ihre Gefühle verletzten, ohne es selber zu bemerken. Sie konnte nicht mehr blind vertrauen, nicht nach all dem was geschehen ist, das tat ihr im Inneren weh.
Doch bei dieser Person schien es bislang anders zu sein, vielleicht war es auch nur Wunschdenken, aber sie fühlte sich bei ihr wohl. Sie würde aufpassen, das ihr nichts geschieht. Wie an dem Abend, an dem Pelle so heftig gegen die Tür des Zimmers polterte, das Nemia die Tür mit gezogenem Dolch auf schmiss.
Sie haben haben ihr Verhalten beide nicht verstanden, fanden es überzogen, doch Nemia würde ihr Handeln nicht ändern, sie hat ihre Erfahrungen gemacht, die ihr einiges lehrten.
Und das sie mit dieser Vorsichtsmaßnahme recht behielt, bewies der Abend, an dem sie ihre Bekannte besuchen wollte und in dem Moment, bevor sie klopfen konnte, die Tür des Nebenzimmers aufging und dort.......
"Herje Fräulein Lorianne, in solch einer Bewerbung fängt man doch nicht an zu schreiben, dass man im Matsch gewühlt hat und schon selbst versuche mit... Grünzeug... vorgenommen hat."
Sie schreckt ein wenig hoch, dabei zuckt der Oberkörper merklich auf. Die Hände im gleichen Atemzug vom Tisch zurückziehend, hätte sie beinah noch das Tintenfässchen umgerissen.
Das wäre ein Lori typisches Verhalten gewesen, wohl wahr, aber sicher hätte der Greis der Bibliothek dies nicht so lustig empfunden. Zumal sie dies immer mehr ablegen wollte, die Dinge sollten ernsthafter angegangen werden, wenn auch der Name Wirbelwind, welchen sie so manches mal bekam, wieder einer der berühmten Türöffner war.
"Ich wollte eigentlich Gewächse schreiben, könnt ihr das passend abändern?"
"Ich habe sowieso schon beinah alles komplett umgeschrieben. Keine Sorge, ich mache das schon, ich hoffe du hast genug Münzen dabei, Kindchen?"
Den Schein wahren, mit sämtlichen Mitteln, einen Moment musste sie kühl und berechnend auf-lächeln, sie wusste das der Greis zu ihrer Zufriedenheit die Dinge passend abändert. Wahrscheinlich ist es für sie schwieriger gewesen solch einen schrecklichen Text zu Papier zu bringen, als das der Greis ihn wieder passend abändert.
Das leise Kratzen der Feder in dieser idyllischen Atmosphäre beruhigte sie irgendwie. Bücher und das Schreiben waren ihre Leidenschaft, eine weitere Sache die ihr zum nötigen Ausgleich verhalf. So lehnt sich das Fräulein wieder zurück und beobachtete den Greis wieder, während die Gedanken wieder um diese Situation schweifen....
Dieses Gesicht, sein Zimmer war direkt neben an. Er stand plötzlich mitten im Flur, direkt vor ihr. Kann das noch Zufall sein? Woher wusste er darüber Bescheid, was hatte er vor? Wurde sie langsam wieder paranoid, wie sie es war, als sie die Insel das erste mal betrat, oder war ihr wirklich jemand auf den Fersen?
Und wäre dies nicht alles, erschien noch eine weitere Gestalt aus dem Zimmer. Eine Gestalt die sie auch schon längere Zeit auf dem Schirm hatte, eine Frau, die schon wieder um die Person kreiste, um der sich ihre Gedanken drehten.
Umso skeptischer wurde sie, als dieses Fräulein den Rotschopf persönlich aufsuchte um ihr mehrere Vorwürfe an den Kopf zu schmeißen und am Ende sogar noch darum bat geschlagen zu werden. Wie töricht, die Absicht dahinter war klar. Sie wollte den Rotschopf belasten können, denn alles andere was sie sagte waren Unterstellungen ohne die nötigen Beweise. Doch merkwürdig war es schon irgendwie, dass sie eine Blume erwähnte, welche der Rotschopf in einen Garten abgelegt haben soll. Sie hat andere Dinge in diesem Garten abgelegt, ja, aber wieso eine Blume und woher wusste sie das sie es war, die versucht hat Orban in eine Falle zu locken.
Wahrscheinlich vermutete sie bereits, das es auch der Rotschopf war, welcher auch hinter dem neusten Versuch steckte, Zwietracht in Adoran zu schüren, zumal das Fräulein selbst Opfer dieses Versuches wurde. Selber Schuld, wer Fremden gegenüber äußert, das man in Adoran nackte Männer auf die Leinwand bringen kann, den brauch es nicht wundern, wenn der Schuss nach hinten los geht. Sie will mehr darüber erfahren, sie möchte sich mit dem Rotschopf anlegen? Dieser Wunsch wird ihr erfüllt, das wird sie schnell genug merken.
Vielleicht gar wird sie ein großes Hilfsmittel um der größten Verunsicherung Herr zu werden, die Person die die Möglichkeit hat, das Kartenhaus zum zusammenstürzen zu bringen. Die Worte von diesem Mann, den sie als höchste Bedrohung hier auf der Insel wahrnahm, klangen noch immer in ihrem Kopf. „Julius ist umgezogen, keine Ahnung wohin!“ Sichtlich gut gelaunt hat er die Szenerie verlassen. Er war nicht dumm, ganz im Gegenteil, ahnte er bereits etwas? Das gilt es zu vereiteln und sie wusste auch schon wer ihm dabei behilflich sein kann. Diese Pläne gilt es voran zu bringen.
Nichts desto trotz:
Julius Kerner
Jakob Kochhafen
Innes Ontanu
Wer wird dieses Spiel überleben und wer könnte sich weiterhin als nützlich erweisen?
„So fertig, Fräulein Lorianne, das sieht doch schon viel schicker aus. Damit stehen die Chancen wesentlich höher. Was soll ich auf den Umschlag schreiben?“
„An Hausdame Rundhammer der Burg Schwertfluren“
Nach einiger Zeit verließ das Fräulein die Bibliothek, bewaffnet mit dem Pergament, welches sie wohl einwerfen würde, wenn die Zweifel ausgeräumt wurden und die Zeit für das nächste Kapitel beginnt.
"Die feinste Sorte Pergament soll es also sein, Fräulein Lorianne? Hier habe ich ein Prachtexemplar, erst vor wenigen Wochenläufen penibel gesiebt. Das wird sich aber auch auf den Preis niederschlagen."
Das Fräulein nahm derweil auf einem Stuhl platz und gleitet derweil aus dem mittlerweile recht herunter gekommenen Mantel. Langsam schienen sich nicht nur die Nähte an den eigen angebrachten Außentaschen zu lösen, sondern ebenfalls an den Ärmeln.
Der Mantel, ihr Erkennungsmerkmal, lange Zeit hat er ihr gute Dienste erwiesen. Doch irgendwann ende ein jedes Kapitel. So wusste sie, dass es für ihn nun auch langsam an der Zeit war.
Zu viele Kapitel wurden bereits mit einem offenen Ende hinterlassen, doch wird es hier anders sein.
Der Mantel würde von ihr gehen und hoffentlich das Finale für ihren Hauptakt einläuten.
Die Ironie an dem ganzen fiel ihr erst später auf. Der Mann, welcher ihr gerade zu aufdrängte, dass er ihr einen neuen spendiert, war die Hauptfigur in diesem Spiel.
Er schaffte Platz für die nötige Veränderung, er war Ziel und gleichzeitig hilfreicher Antrieb für ihr neustes Unterfangen.
Irgendwie würde sie ihn vermissen, wenn das Kapitel zu ende ist. Er ist schon seit einigen Mondzyklen ein Teil ihres Geflechtes aus Lügen, doch wenn ein Faden durchtrennt wird, baut die Spinne eine neue Sicherung ein, so wird sie es auch tun.
Der Kerzenschein war schwach, die Umgebung düster gehalten. Das leichte flackern am Docht und der schemenhafte Schatten an den Regalen kündigten den Bibliothekar, welcher gerade die Pergamentrollen herbeischaffte, an. Das Fräulein beobachtete ihn dabei, wie er in alle Ruhe das benötigte Schreibutensilien vor dem freien Platz an ihrer Seite ablegt und sich ächzend setzt.
"So junges Fräulein, dann zeigt her, was ihr vorgeschrieben habt."
Locker wird das knittrige Stück Pergament herüber geschoben, der Bibliothekar reagierte entspannter, als es die üblichen Personen bei diesem Schriftbild tun. Meist schlägt die Stimmung direkt in allgemeine Belustigung um, doch ein Mann von seinem Fach besitzt genug Feingefühl, dies weiß sie stets zu schätzen.
Aufmerksam wandern die trägen Augen über das Schriftstück, stellenweise bemerkt sie, das wohl bei so manchen verdrehten Buchstaben und kryptisch anmutenden Zeichen ein verwirrter Blick des alten Mannes folgt. Doch wie eine Aufgabe, die ihm wohl Freude bereitet, überfliegt er immer wieder akribisch die Zielen und beginnt nebenbei immer mal wieder mit einer Feder zu einer Randnotiz anzusetzen.
Das Fräulein blickt ihm dabei zu, aber die Gedanken schweifen bereits wieder in eine andere Richtung...
Merkwürdig, das an dem besagten Abend eine weitere Person sie auf den Mantel ansprach. Nicht mal einen Stundenlauf später wurde sie von einem Unbekannten in Bajard ebenfalls dazu eingeladen, zusammen demnächst einen Schneider aufzusuchen. Er würde zahlen.
Der Mantel, wieder ein Türöffner, sie wird dies in dieser Gestalt vermissen.
Aufgrund der späten Stunde trennten sich die Wege, man wünschte sich den Segen der Lichtbringerin und ging seines Weges.
Sich Gesichter einzuprägen, war ihr täglich Brot, doch dieses Gesicht sah sie in den darauffolgenden Tagen in ihrer wahren Gestalt vermehrt wieder. Anfänglich schienen die Begegnungen noch zufällig, wenn sie aber auch erstaunt über den Ort ist, an dem sich ein angeblicher Temoragläubiger aufhalten würde.
Er suchte dort jemanden, der ihm Kleidung herstellen würde, wie er schon Tage zuvor ankündigte, doch erkennen würde er sie so nicht. Der Abend an diesem Ort war sehr angenehm.
Die Clerica wieder zu sehen, die interessanten Gespräche, die neugierigen Fragen ihrer Begleitung, alles in allem, bis auf das kühle Wasser, war dies ein wirklich schöner Abend, der durch das Erscheinen des bekannten Gesichtes einen kleinen Dämpfer erhielt.
Doch viel merkwürdiger wurden die nächsten Tage. Das Gesicht erschien immer und immer wieder.
Vor den Toren Düstersee, als hätte er sie abgepasst.
Bei Rahal, wo sie ein Gespräch von ihm belauschen konnte.
Vor und in Bajard, seinem Wohnort, ja, dies ist kein Wunder.
In der Wanderhütte, wo er sich anscheinend Stück für Stück annähern wollte.
Doch der Ausschlaggebende Punkt war wohl, als sie zu der Person wollte, die ihr zu dem, in den letzten Tagen den dringend benötigten, Ausgleich verhalf, welchen sie bitter benötigte. Eine Person, welche sie sich an sich selber erinnerte, so unerfahren und strebsam.
Die Einsamkeit war über lange Zeit Nemia's Begleiter, nach und nach fühlte sie sich immer mehr verlassen, selbst von ganz engen Vertrauten, welcher ihr nicht mehr alles erzählten und ihre Gefühle verletzten, ohne es selber zu bemerken. Sie konnte nicht mehr blind vertrauen, nicht nach all dem was geschehen ist, das tat ihr im Inneren weh.
Doch bei dieser Person schien es bislang anders zu sein, vielleicht war es auch nur Wunschdenken, aber sie fühlte sich bei ihr wohl. Sie würde aufpassen, das ihr nichts geschieht. Wie an dem Abend, an dem Pelle so heftig gegen die Tür des Zimmers polterte, das Nemia die Tür mit gezogenem Dolch auf schmiss.
Sie haben haben ihr Verhalten beide nicht verstanden, fanden es überzogen, doch Nemia würde ihr Handeln nicht ändern, sie hat ihre Erfahrungen gemacht, die ihr einiges lehrten.
Und das sie mit dieser Vorsichtsmaßnahme recht behielt, bewies der Abend, an dem sie ihre Bekannte besuchen wollte und in dem Moment, bevor sie klopfen konnte, die Tür des Nebenzimmers aufging und dort.......
"Herje Fräulein Lorianne, in solch einer Bewerbung fängt man doch nicht an zu schreiben, dass man im Matsch gewühlt hat und schon selbst versuche mit... Grünzeug... vorgenommen hat."
Sie schreckt ein wenig hoch, dabei zuckt der Oberkörper merklich auf. Die Hände im gleichen Atemzug vom Tisch zurückziehend, hätte sie beinah noch das Tintenfässchen umgerissen.
Das wäre ein Lori typisches Verhalten gewesen, wohl wahr, aber sicher hätte der Greis der Bibliothek dies nicht so lustig empfunden. Zumal sie dies immer mehr ablegen wollte, die Dinge sollten ernsthafter angegangen werden, wenn auch der Name Wirbelwind, welchen sie so manches mal bekam, wieder einer der berühmten Türöffner war.
"Ich wollte eigentlich Gewächse schreiben, könnt ihr das passend abändern?"
"Ich habe sowieso schon beinah alles komplett umgeschrieben. Keine Sorge, ich mache das schon, ich hoffe du hast genug Münzen dabei, Kindchen?"
Den Schein wahren, mit sämtlichen Mitteln, einen Moment musste sie kühl und berechnend auf-lächeln, sie wusste das der Greis zu ihrer Zufriedenheit die Dinge passend abändert. Wahrscheinlich ist es für sie schwieriger gewesen solch einen schrecklichen Text zu Papier zu bringen, als das der Greis ihn wieder passend abändert.
Das leise Kratzen der Feder in dieser idyllischen Atmosphäre beruhigte sie irgendwie. Bücher und das Schreiben waren ihre Leidenschaft, eine weitere Sache die ihr zum nötigen Ausgleich verhalf. So lehnt sich das Fräulein wieder zurück und beobachtete den Greis wieder, während die Gedanken wieder um diese Situation schweifen....
Dieses Gesicht, sein Zimmer war direkt neben an. Er stand plötzlich mitten im Flur, direkt vor ihr. Kann das noch Zufall sein? Woher wusste er darüber Bescheid, was hatte er vor? Wurde sie langsam wieder paranoid, wie sie es war, als sie die Insel das erste mal betrat, oder war ihr wirklich jemand auf den Fersen?
Und wäre dies nicht alles, erschien noch eine weitere Gestalt aus dem Zimmer. Eine Gestalt die sie auch schon längere Zeit auf dem Schirm hatte, eine Frau, die schon wieder um die Person kreiste, um der sich ihre Gedanken drehten.
Umso skeptischer wurde sie, als dieses Fräulein den Rotschopf persönlich aufsuchte um ihr mehrere Vorwürfe an den Kopf zu schmeißen und am Ende sogar noch darum bat geschlagen zu werden. Wie töricht, die Absicht dahinter war klar. Sie wollte den Rotschopf belasten können, denn alles andere was sie sagte waren Unterstellungen ohne die nötigen Beweise. Doch merkwürdig war es schon irgendwie, dass sie eine Blume erwähnte, welche der Rotschopf in einen Garten abgelegt haben soll. Sie hat andere Dinge in diesem Garten abgelegt, ja, aber wieso eine Blume und woher wusste sie das sie es war, die versucht hat Orban in eine Falle zu locken.
Wahrscheinlich vermutete sie bereits, das es auch der Rotschopf war, welcher auch hinter dem neusten Versuch steckte, Zwietracht in Adoran zu schüren, zumal das Fräulein selbst Opfer dieses Versuches wurde. Selber Schuld, wer Fremden gegenüber äußert, das man in Adoran nackte Männer auf die Leinwand bringen kann, den brauch es nicht wundern, wenn der Schuss nach hinten los geht. Sie will mehr darüber erfahren, sie möchte sich mit dem Rotschopf anlegen? Dieser Wunsch wird ihr erfüllt, das wird sie schnell genug merken.
Vielleicht gar wird sie ein großes Hilfsmittel um der größten Verunsicherung Herr zu werden, die Person die die Möglichkeit hat, das Kartenhaus zum zusammenstürzen zu bringen. Die Worte von diesem Mann, den sie als höchste Bedrohung hier auf der Insel wahrnahm, klangen noch immer in ihrem Kopf. „Julius ist umgezogen, keine Ahnung wohin!“ Sichtlich gut gelaunt hat er die Szenerie verlassen. Er war nicht dumm, ganz im Gegenteil, ahnte er bereits etwas? Das gilt es zu vereiteln und sie wusste auch schon wer ihm dabei behilflich sein kann. Diese Pläne gilt es voran zu bringen.
Nichts desto trotz:
Julius Kerner
Jakob Kochhafen
Innes Ontanu
Wer wird dieses Spiel überleben und wer könnte sich weiterhin als nützlich erweisen?
„So fertig, Fräulein Lorianne, das sieht doch schon viel schicker aus. Damit stehen die Chancen wesentlich höher. Was soll ich auf den Umschlag schreiben?“
„An Hausdame Rundhammer der Burg Schwertfluren“
Nach einiger Zeit verließ das Fräulein die Bibliothek, bewaffnet mit dem Pergament, welches sie wohl einwerfen würde, wenn die Zweifel ausgeräumt wurden und die Zeit für das nächste Kapitel beginnt.