[Q] Die Zeichen und viele Vergangenheiten
Verfasst: Donnerstag 30. Mai 2019, 20:33
Eine Vorahnung, wenige Tage vor dem tatsächlichen Eintritt.
***
Eine weitläufige Feuchtwiese, die sich vor und unter den Brüdern erstreckte. Die Menschen unter ihnen, in ihren einfachen Gewändern, waren bewaffnet mit bronzenen Speeren und Äxten. Zwei Gruppen von ein paar Hundert Mann die sich gegenüber standen und sich zur Schlacht wappneten. Von oben gingen dröhnende, unverständliche Klänge herab zu den Sterblichen, die ihre Köpfe in den Nacken legen mussten, um in Richtung der überirdischen Geräusche zu blicken.
Ein riesiger Vogel, der in majestätischer Gemächlichkeit die Flügel mehr als Zierde denn als Notwendigkeit hob und senkte, den Gesetzen der Physik mühelos trotzend, war auf der einen Seite zu sehen. Das makellose Gesicht eines Mannes war dort zu erkennen, wo der Vogelkopf hätte sein sollen. Doch der Eindruck war kein schrecklicher, viel mehr ein erhabener; die dunklen Federn reflektierten jede erdenkliche Farbe im Licht. Einer jener kurzen Anblicke die genügen, um sie niemals wieder vergessen zu können und den Enkelkindern davon zu berichten. Die Miene des Gottes war streng und verhärmt, der Blick lag wachsam auf dem Bruder.
Das Fell der riesigen Raubkatze schimmerte in einem feurigen Orange. Mit einem geschmeidigen Schritt bewegte sich das vor Muskeln und Anmut in unvergleichlicher Weise strotzende Gottwesen einen Schritt durch die Luft, als würde es auf einem unsichtbaren Podest stehen. In diesem Moment nahm das Schimmern des Felles an Leuchtkraft ab und wechselte in ein Mitternachtsblau. Obwohl der Erscheinung der Raubkatze ebenso viel Gefahr wie Anmut zu eigen war, wirkte die Panthermiene eher ernst denn bedrohlich.
»Sie werden nicht bestehen. Die Tiere und Pflanzen, die sich den Bedingungen anpassen und entwickeln, werden die Menschen bald einholen. Sie wehren sich nicht einmal! Bruder, komm zur Vernunft!« Das Fell der Raubkatze wurde heller und nahm einen Purpurton an.
»Sprich nicht von Vernunft, Alatar. Du hast Mutters Willen missachtet und die Tiere und die Natur aufgestachelt. Die alte Ordnung muss wiederhergestellt werden!«
»Ich zeigte ihnen das Töten und das Verdrängen, damit sie bestehen. Nur so werden sie sich verbessern, nur so werden sie überleben. Das Schwache muss scheiden, damit der Fortbestand der Spezies gesichert ist. Ohne diese Herausforderung hat ihre Existenz keinen Sinn! Wenn du es den Menschen nicht ebenso zeigst, so werden sie erlischen!« Das Fell wechselte in ein Scharlachrot.
»Sei kein Narr! Mutters Wille ist ihre Bestimmung. Ihre und die allen Lebens!«
So wie es Alatar den Tieren beibrachte, so konnte er nicht anders, als die Schwäche auszumerzen. Ein Fauchen, das für die Menschen unter ihnen mehr ein Stakkato aus Donnergrollen erklang, drang aus dem Maul des Panthers und kündigte den Satz an. Der Kampf dauerte nicht lange an und zum Schluss sog der Panther die Energien des Bruders auf.
Die Anhänger Getares flohen entsetzt und gebrochen, während die Anhänger Alatars zu ihrem Gott blickten. Ein paar jubelten, viele waren jedoch von dem Anblick, den sie soeben ansehen mussten, erstarrt.
***
In den Weiten des Kosmos bahnte sich eine Veränderung an. Eine Veränderung, die nicht einmal die Götter vorhersahen, die die Bewohner Gerimors aber bald bemerken würden.
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Eine weitläufige Feuchtwiese, die sich vor und unter den Brüdern erstreckte. Die Menschen unter ihnen, in ihren einfachen Gewändern, waren bewaffnet mit bronzenen Speeren und Äxten. Zwei Gruppen von ein paar Hundert Mann die sich gegenüber standen und sich zur Schlacht wappneten. Von oben gingen dröhnende, unverständliche Klänge herab zu den Sterblichen, die ihre Köpfe in den Nacken legen mussten, um in Richtung der überirdischen Geräusche zu blicken.
Ein riesiger Vogel, der in majestätischer Gemächlichkeit die Flügel mehr als Zierde denn als Notwendigkeit hob und senkte, den Gesetzen der Physik mühelos trotzend, war auf der einen Seite zu sehen. Das makellose Gesicht eines Mannes war dort zu erkennen, wo der Vogelkopf hätte sein sollen. Doch der Eindruck war kein schrecklicher, viel mehr ein erhabener; die dunklen Federn reflektierten jede erdenkliche Farbe im Licht. Einer jener kurzen Anblicke die genügen, um sie niemals wieder vergessen zu können und den Enkelkindern davon zu berichten. Die Miene des Gottes war streng und verhärmt, der Blick lag wachsam auf dem Bruder.
Das Fell der riesigen Raubkatze schimmerte in einem feurigen Orange. Mit einem geschmeidigen Schritt bewegte sich das vor Muskeln und Anmut in unvergleichlicher Weise strotzende Gottwesen einen Schritt durch die Luft, als würde es auf einem unsichtbaren Podest stehen. In diesem Moment nahm das Schimmern des Felles an Leuchtkraft ab und wechselte in ein Mitternachtsblau. Obwohl der Erscheinung der Raubkatze ebenso viel Gefahr wie Anmut zu eigen war, wirkte die Panthermiene eher ernst denn bedrohlich.
»Sie werden nicht bestehen. Die Tiere und Pflanzen, die sich den Bedingungen anpassen und entwickeln, werden die Menschen bald einholen. Sie wehren sich nicht einmal! Bruder, komm zur Vernunft!« Das Fell der Raubkatze wurde heller und nahm einen Purpurton an.
»Sprich nicht von Vernunft, Alatar. Du hast Mutters Willen missachtet und die Tiere und die Natur aufgestachelt. Die alte Ordnung muss wiederhergestellt werden!«
»Ich zeigte ihnen das Töten und das Verdrängen, damit sie bestehen. Nur so werden sie sich verbessern, nur so werden sie überleben. Das Schwache muss scheiden, damit der Fortbestand der Spezies gesichert ist. Ohne diese Herausforderung hat ihre Existenz keinen Sinn! Wenn du es den Menschen nicht ebenso zeigst, so werden sie erlischen!« Das Fell wechselte in ein Scharlachrot.
»Sei kein Narr! Mutters Wille ist ihre Bestimmung. Ihre und die allen Lebens!«
So wie es Alatar den Tieren beibrachte, so konnte er nicht anders, als die Schwäche auszumerzen. Ein Fauchen, das für die Menschen unter ihnen mehr ein Stakkato aus Donnergrollen erklang, drang aus dem Maul des Panthers und kündigte den Satz an. Der Kampf dauerte nicht lange an und zum Schluss sog der Panther die Energien des Bruders auf.
Die Anhänger Getares flohen entsetzt und gebrochen, während die Anhänger Alatars zu ihrem Gott blickten. Ein paar jubelten, viele waren jedoch von dem Anblick, den sie soeben ansehen mussten, erstarrt.
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In den Weiten des Kosmos bahnte sich eine Veränderung an. Eine Veränderung, die nicht einmal die Götter vorhersahen, die die Bewohner Gerimors aber bald bemerken würden.
