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Die List der beiden Kinder Alatars

Verfasst: Sonntag 18. Juni 2006, 03:02
von Shyija´Xinrae
Oder: Unverhoffter Besuch bei Temora


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"Bringt mir etwas vom Altar der Temora und eine Haarsträne dieser Oberhexe! Und wagt es nicht etwas vom Altar zu klauen, ihr müsst es von ihnen selbst ausgehändigt bekommen!"

Das waren Mory'taels Worte. Worte denen sie Folge leisten mussten, Taten durch die sie sich beweisen mussten. Taten die Mory'tael von seinen beiden Schülern verlangte. Doch wie sollten sie das schaffen? Wie sollten sie von den Temora aufgenommen werden? Shyija ging viele Möglichkeiten in ihrem Kopf auf und ab. Mit Gewalt gab es hier nichts zu lösen, schließlich galt es sich zu beweisen, das sie mit ihrer List umgehen konnten. Sie mussten Intrigen schmieden und gemeinsam vorgehen. Und Shyija wusste genau, wie. Shyija wusste sie würden es schaffen, für Vater!

"Los, komm, wir ziehen los. Es ist spät!" Shyija und Aryon verließen den Unterschlupf in Richtung Bajard nachdem sie ihren Plan besprochen hatten. Das letzte Stück von der Kutsche zum Kloster der Temora begannen sie zu rennen, schließlich sollte es wirken als seien sie durch das halbe Land gehetzt worden. Dort angekommen erklafften sich die hohen Mauern weit nach oben. Shyija nickte Aryon zu und er begann, an die hohen metallenen Türen zu klopfen. "Hilfe, hallo, hört uns jemand?"
Er begann laut um Hilfe zu flehen und zu betteln, Shyija stand daneben und spielte ihr Spiel. Immer wieder klopfte er hin während Shyjia gekrümmt dastand. Es sollte aussehen als hätte sie Schmerzen, starke Schmerzen. Aryon hämmerte immer wieder an das Tor, versuchte mit seiner Stimme gegen die hohen Tore anzukommen. Doch nichts schien sich zu regen. Bis auf einmal das Tor geöffnet wurde und ein Gläubiger durch die Tore trat. Sorgsamkeit konnte sie auf seinem Gesicht sehen, als dieser sie so zusammengekauert auf dem Boden vorfand. "Was ist passiert?"
Mit schmerzverzerrter Stimme und immer wieder ertönendem Ächzen und Stöhnen erzählte Shyija ihre Geschichte, dass sie vertrieben wurden und abgehauen sind und sie nun Angst um ihr ungeborenes Kind hatte. "Sie suchen uns und dann wollen sie uns töten!" wimmerte sie leise, schien sich kaum beruhigen zu wollen. Aryon stand da, hielt sie in den Armen, versuchte sie zu stützen - so wie ein menschliches Ehepaar dies getan hätte. Der junge Mann stand da, sah Shyija an, musterte sie, ihren Bauch und er schien wirklich Mitleid zu haben. Innerlich lachte Shyija so fürchterlich in sich hinein, während sie dort lag und jammerte. Es war erbärmlich vor einem Menschen im Dreck zu liegen, doch sie musste es tun. Sie musste sich hilflos, verletzt und erbärmlich geben, nur so konnte sie Mitleid erhaschen. Und es schien durch und durch zu funktionieren. Als dann nach einiger Zeit auch noch eine junge Frau, die scheinbar auf den Namen Sanjana hörte, hinzutrat und mitleidsvoll auf Shyija hinabblickte schien alles perfekt. Weiterhin krümmend vor Schmerz saß Shyija auf dem Boden, verzweifelt schien sie zu wirken und die Gläubige Temoras trat neben sie. Shyija merkte wohl, dass sie Zweifel hatte, ob sie ihnen glauben schenken sollte, scheinbar schien sie immer wieder irgendwoher gewarnt zu werden, doch schien sie es nicht über das Herz zu bringen, Shyija dort liegen zu lassen. Qualvoll schien das Gewimmer von Shyija zu ihr durchzudringen und Sanjana ließ Shyija nach ihren verwirrenden Worten über eine Verfolgung und den Tod ihres Kindes in den sicheren Klosterhof bringen und dort auf eine Bank legen.

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"SSschhhhh! Ganz ruhig, das wird schon wieder!" schien die Temoragläubige die Letharin beruhigen zu wollen. Vorsichtig nahm Sanjana ihr den Halsschutz ab. "So könnt ihr besser atmen!" Shyija nickte nur und ließ die junge Frau machen. Sie erschauderte als sie ihr zu nahe kam, aber da musste sie durch. Und sie wusste, dass sie das konnte. Zögerlich schien Sanjana danach Shyijas Kapuze zurückschieben zu wollen, was ihr auch gelang. Shyija hatte mit dem schlimmsten befürchtet, als Sanjana wohl in Shyijas Gesicht und auf die blaue Haut blickte doch schien Sanjana weiterhin sehr besonnen. Wohl wegen der Sorge um ein Leben... oder eher: Um zwei Leben. Dazu noch um ein Leben eines Kindes. Abermals krümmte Shyija sich vor Schmerz auf dem marmorierten Bänkchen, ehe Sanjana den jungen Gläubigen fortschickte um etwas Medizin zu holen. Der junge Mann ging davon und Sanjana legte ihre Hand auf den Bauch von Shyija, nachdem diese ihr gezeigt hatte, wo sie angeblich ihre Schmerzen hatte und schien das Kind wohl durch kreisende Bewegungen mit ihrer Handfläche beruhigen zu wollen. Shyija schauderte abermals, doch sie ließ es über sich ergehen. Der junge Temoragläubige kam wieder mit einem kleinen Fläschchen in der Hand. "Sie muss die Hälfte davon trinken, sie scheint sehr zierlich zu sein, da reicht die Hälfte erstmal, das dürfte wirken!" Sanjana hielt ihr das Fläschchen an die Lippen und Shyija trank mißmutig, doch sie trank. Sicherlich würden sie Shyija nicht vergiften wollen. Währenddessen schien der junge Mann ein paar der Kräuter zu verreiben und ihr vorsichtig auf die Stirn zu streichen. "Geht es?" Aryon spielte weiterhin den überaus besorgten Ehemann, er stützte sie, Sanjana hatte ihre Robe mittlerweile ausgezogen und Shyija unter den Kopf geschoben. Shyija nickte nur und zog abermals eine schmerzverzerrte Grimasse. "Wird schon... besser!"
Der junge Temori stand da und schaute auf die beiden Frauen hinab. Shyija, welche fast regungslos auf der Bank lag und Sanjana welche sich rührend um Shyija und ihre Schmerzen kümmerte. "Meint ihr, ihr seid bereit für den Rückweg?" Shyija riss ihre Augen auf. "Sie.. sie.. sie... sie wollen uns doch... nein.. sie wollen uns umbringen, weil wir ihren Pfad verlassen haben!" antwortete sie panisch und Aryon nickte abermals zu ihren Worten. "Ich.. mein Kind.. nein.. sie werden uns sicher umbringen!" Der junge Mann nickte und versuchte Shyija wieder zu beruhigen. Sanjana schien zu überlegen. "Hier können sie nicht bleiben. Wir bringen sie nach Bajard in das Gästehaus!"

Hastig schien Sanjana sich zu erheben. "Macht sie bereit für eine kleine Reise und verhüllt sie!" Sanjana beugte sich zu Shyija und zog ihr die Kapuze wieder über. Doch immer wieder schien Sanjana in Gedanken zu verfallen und zu stocken. Waren es Zweifel ihrerseits? Shyija wusste es nicht. Sanjana verschwand noch einmal in einem der Häuser und die beiden Herren versuchten Shyija aufzurichten. Behutsam stützte sich Shyija wie eine Schwangere mit Schmerzen wirkend an Aryon und dem Temoragläubigen. Sanjana kam aus dem Haus geeilt und öffnete die Tore, damit sie nach draußen gehen konnten. Vor den Toren verweilte noch immer der Panther, der von Anfang an um das Anwesen der Temora geschlichen war. Sanjana schien ihn zu bemerken, doch fragte sie nicht weiter nach. Shyija hatte gebettelt, dass sie nicht weiter danach fragen würde. Doch schien Sanjana es sehr eilig zu haben sie endlich an einen Ort der Sicherheit zu bringen. So schnell es Shyija zuließ marschierten sie Richtung Bajard. Zwei Letharen, zwei Temoragläubige und ein Panther weit im Hintergrund, der ihnen nachschlich.

"Ein Zimmer für zwei Personen!" hörte Shyija Sanjana sprechen, ehe sie nach oben gebracht und gebettet wurde. Shyija ärgerte sich innerlich, sie hatten immer noch nicht das erreicht, was sie benötigten. Diese Haarsträne und etwas von dem Altar. Sanjana ließ sie sanft auf einem Bett betten ehe sie sich zu Shyija setzte. "Geht es euch gut?" Shyija nickte leicht. "Ich danke euch das ihr uns aufgenommen und uns geholfen habt!" erwiderte Shyija mit rauher Stimme und Sanjana schien ihr ein Lächeln zu schenken, ehe sie Shyija etwas zuschob. Shyija blickte darauf. Es war wohl eine Art Gebetsbuch über die Tugenden der Temora. Ein Stück von dem Altar. Shyija schmunzelte innerlich. Der erste Teil ihrer Prüfung war geschafft. Es fehlte nur noch die Haarsträne. Shyija schenkte der jungen Temori abermals ein Lächeln, bedankte sich abermals für ihre Güte und das Temora den richtigen Weg für sie dargelegt hätte (sie hasste sich selbst für diese Worte, die über ihre Lippen drangen, aber was sein musste, musste eben sein) und Sanjana deutete dem Jüngling den Raum gemeinsam zu verlassen. "Ich werde morgen früh noch einmal vorbeisehen, wie es euch geht!" fügte Shanjana hinzu ehe sie sich abwand und zur Tür hinausschritt. Leise fiel die Tür ins Schloss. Kurz schien Shyija zu lauschen, ob sie auch wirklich weg waren. Als die Schritte verklangen und sie das Kies unter ihren Sohlen hörte begann sie zu Aryon zu sprechen. "Diese Narren!" Aryon nickte. Und er hielt eine Haarsträne in seiner Hand. Sie hatten es geschafft. Sie hatten ihre Aufgabe erledigt. Nun mussten sie nur noch ungesehen zurück nach Rahal kommen. "Wir nehmen das Schiff, aber lass uns zur Sicherheit noch einen Moment warten. Nicht, dass sie uns noch sehen!" Aryon nickte abermals.

"Ich arme kranke schwangere Lethra!" stieß Shyija gehässig kichernd hervor und er schmunzelte zu ihren Worten. "Der Duft der Heimat!" stieß er hervor und sie betraten den heiligen Unterschlupf. Positive Nachrichten hatten sie für Mory'tael, welche sie ihm sogleich überbringen wollten.

"Ihr seid schon zurück?" sprach der weise Lethyr. Shyija nickte und trat sogleich vor ihn, als Aryon ihr das Bündel Haare reichte. "So erzählt mir, was passiert ist!" Und Shyija begann zu erzählen und reichte ihm währenddessen die Haare und das Buch. Uninteressiert blätterte er darin. "Von ihrem Altar?" Shyija nickte und sie erzählte weiter. "Gut.. und dennoch meine Schüler, ihr habt einen Fehler gemacht. Das ist nicht das Haar der Oberhexe!" zischte er. Shyija und Aryon senkten zeitgleich ihr Haupt. "Lernt daraus, ihr habt eure Aufgabe trotzdem gut gemeistert! Doch sorgt dafür das euch solche Fehler nicht öfters passieren!" Die beiden nickten. Mory schien zufrieden mit dem Bewältigen ihrer Aufgabe zu sein und ihrem Aufstieg schien scheinbar nichts mehr im Wege zu stehen. Und Shyija lächelte. "Wie dumm sie doch waren.. wie dumm!"

Sie zog sich zurück. Meditieren. Sie wollte nur noch meditieren und über den Tag nachdenken. Sie war bereit dazu große Hürden zu meistern und die erste hatte sie heute geschafft. Es war fast schon Stolz der ihr im Gesicht stand ehe sie ihre Augen schloss und für Stunden in der Meditation versank.

Verfasst: Sonntag 18. Juni 2006, 08:45
von Farion Lefar
Seinen halben Tag verbrachte der Blauschopf schon in der Klostereigenen Kirche im Gebet. Die Spirituellen Wege scheinen schier unendlich das Wissen der Zeit kennt keine Grenzen wenn man zumindest vom Mauerwerk der Klostereigenen Kirche ausging. Selbst bis sich die Obskur Farben der Kirchenfenster in das herein brechende Silber des Mondes tauften, war der Späte Abend angekündigt. Farion erhob sich von seinem Platz und verließ langsam das Monument des Glaubens. Kaum war die Tür hinter ihm ins Schloss gefallen hörte er seltsames an dem Ort des Friedens und der Wärme.
Ein Hilfeschrei drang über die Mauern, und ließ Bruder Cassian und ihn kurz nachdenklich drein schauen, um diese Zeit, und schon gar nicht hier wurden solche Laute je vernommen. Ein Wimpernschlag später schon wurde das Tor aufgeschlossen. Der Blauschopf trat hinaus und war mit behagen entsetzt welches Bild ihm geboten wurde. Eine Frau unter schmerzen wohl windend, ihr Bauch geformt als würde sie ein neues Leben schenken in fern ab der Zeit. Und doch brachten die schönsten Wunder der Welt ihre Schmerzen mit sich.

Verfolgt wurden sie, immer wieder erwähnte er der Herr, und die Dame. Sie wollen sie Töten.
Nach kurzer Überlegung, und einen Nicken gen Cassian welcher sich gleich aufmachte Schwester Sanjana zu rufen. Nahm sich der Blau be’robte den beiden an, versicherte sich ihnen anzunehmen dann auch schon wollte er sie auch schon ins Kloster bringen als Sanjana schon durch die Pforten schritt. Erleichtert ging der Atemzug durch ihn, ein geschmälertes Lächeln erreichte sie kurz ehe sie sich den beiden ebenso annahm. Herein gebracht in die Feste des Glaubens wurde die Dame vorsichtig und mit aller Obhut auf die Bank gelegt.

Nach einigen behandelte Gesten, und dem Botengang Farion`s einer Schmerzlindern Tinktur zu holen aus dem Ordenslager. Musste eine Lösung gefunden werde. Zu überraschend war alles welches nicht viel Zeit für Planung übrig ließ. Das Schmerzlindernde Mittel musste wohl seine Aufgabe erfüllen. Neben her schlug Sanjana die Kapuze der Frau hinfort um das Gesicht jener erblicken zu können. Sonderbar ging es dem Gläubigen in diesen Moment durch den Kopf, ihre Haut war anders als jede sonst. Jedoch hielt es ihm nicht davon seine Hände kurz aneinander zu reiben, welche sich dann beruhigend auf die Stirn der Frau legten.

Bruder sprach Sanjana, haltet euch bereit wir bringen sie nach Bajard.
Kurze nickte er verstehend, ehe die junge Templerin noch einiges zu Abreise vorbereitete. Dann auch schon traf sie wieder ein. Langsam setzten sie sich in Bewegung und verließen das Kloster frohen Mutes Richtung des Hafen Dorfes. Auf mitten ihres Weges, vom Schatten der Nacht eingehüllt schlich ein Schauer über den Nacken des Gläubigen. Auch wenn man nicht viel erkennen konnte und das spärliche Licht grade mal für den Weg ausreichte. Schien der Schatten sich förmlich zu bewegen um sie herum. Immer wieder schweifte die Smaragd farbenden Augen Farion`s durch die Nacht.
Als sie nach einem kurzen Fußweg das Dörfchen erreichten ging die Erleichterung durch ihn.

Nun ging alles recht gehabt. Ein Gasthof wurde aufgesucht, die Zimmer gemietet. Für diese Nacht sollten sie Schutz hier finden und ein Bruder wurde am Frühen Morgen nach ihnen sehen. Kurz noch begleitete der Gläubige sie hinauf und hielt sich an der Tür weilend. Bis Sanjana ein Nicken zu verstehen gab auf welches sich hin die beiden wieder zurückzogen.

Zum Kloster kehrten sie noch inne, bis sich auch schon beide wieder in ihre Zimmer der Nachtruhe hingaben. Diese jedoch würde es im Angesicht der vergangenen Situation nur schwer erkämpfen zu sein….

Verfasst: Dienstag 20. Juni 2006, 09:13
von Sanjana Valeth
Ich... hörte das deine Flüstern, oh Bewahrerin.
Ich... ward vorsichtig, wie du es mir ermöglicht hast.

Doch... Sichtlich, jene... Frau... ward Trägerin eines neuen Lebens. Wie hätte ich jene, so listig die ihren auch waren, ihrem Schicksale überlassen sollen?

So sollte se ein Buche mit jenen Zeilen über die unsere Aufgabe und Tugend erhalten. Zeichen genug... Hoffte ich doch, dass sie mit jener Geste erkannten.
Sie würden es, vielleicht, wenn sie die deinen Worte lesen würden.

Meine Pflicht ward getan...
Ich half...
Ich schützte...
Ich erkannte.

Doch wie so vieles, hat auch die Hilfsbereitschaft viele Gesichter.

Ich danke dir, göttliche Bewahrerin.




Aus dem Tagebuch von Sanjana Valeth