Der Lichtpfad zu den sieben Schreinen der heiligen Temora.
Verfasst: Mittwoch 3. April 2019, 20:29
- ... aufgrund des intensiven Luftzugs flogen mehrere bunte Partikel durch die Räumlichkeit.
Beak holte tief Luft und pustete nochmal's kräftig über das Pergament - Gerimor's Landkarte wurde erfolgreich kartografiert.
Die vielen Farben auf dem dicken Pergament fügten' sich zu einem ansehnlichen Gesamtbild.
Lediglich die schwungvolle Unterschrift folgte unter dem textilartigen Familienwappen und beendete die Arbeit gänzlich.
Abschätzend wurde ein prüfender Blick auf das sperrige Pergament geworfen.
Der Flammentanz am eisernen Rüssel der Tranlampe flackerte für einen kurzen Moment.
Dann schob Beak die kartografierte Landkarte zur Seite und machte' sich an die Arbeit, die erste schriftliche Ergänzung zur Karte beizulegen ...
- Der diamantene Kodex -
Als höchstes Gebot bezeichnend, steht dieser über alle folgenden Kodices.
Der diamantene Kodex besteht aus zwei Kernen, welche folgende Schwerpunkte tragen:
Das rechte Maß
Die Mäßigung ist eine sittliche Tugend und ruft zur Besonnenheit auf.
Es ist wie mit zwei Waagschalen, welche die heiligen Tugenden im Gleichgewicht halten.
Stets mit der ausgeglichenen Verteilung der heiligen Tugenden darf keine Dieser eine stetig, höhere Beachtung geschenkt werden.
Alle Tugenden sind daher im Verhältnis gleich zu Leben
Heilige Stärke
Die heilige Stärke steht für die Treue gegenüber der Schildmaid Temora.
Es bedarf an Willenskraft und Durchhaltevermögen um die Beständigkeit aller Tugenden aufrechtzuerhalten.
Wer also die heilige Stärke lebt, der akzeptiert und weicht nicht von dem lichten Pfade ab.
Heilige Stärke ist also die Perfektion des lichten Glaubens, es ist das Ergebnis des tugendhaften Lebens.
- Der Kodex der reinen Seelen -
Das Wort "Tugend" leitet sich ab von "Taugen" und trägt die Bedeutung von "Tauglichkeit."
Eine Tauglichkeit ist eine Fähigkeit und somit eine Qualifikation, die man erhält, so man sich "Tugendhaft" nach den Werten der Lichtbringerin richtet.
Es ist daher eine Disziplin, die das sittliche Verhalten eines Menschen formt.
Einem jeden Menschen gebührt daher den tiefsten Respekt, so er stetig, dem lichten Pfade folgt.
"Der Kodex der reinen Seelen" gibt genau jenes vor.
Als erstrebenswerter Leitfaden richtet sich dieser an all' Jene welche sich dem lichten Glaube verpflichtet fühlen.
Er ist daher unabdingbar für die weltlichen Werte um als rechtschaffene Person zu agieren.
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Schwingenstein, 23. Lenzing im Jahre 262
- Der Schrein des Mitgefühls -
Unsere Pilgerreise beginnt in Adoran, wir verlassen die prunkvolle Stadt am frühen Morgen mit dem Weckruf der Kirchenglocken.
Der erste Pfad führt uns zum heiligen Ort nördlich, an der Küste vor Adoran.
Es Bedarf nicht viele Schritte lediglich muss der steilen Küste gefolgt werden, bis man zum anmutenden Schrein unserer ersten Tugend ankommt.
Der Schrein des Mitgefühls, von der ferne sieht man die marmorfarbene Statue von Temoras Kind Amyra.
Das Gefühl, welches durch den Körper flößt, ist mit Wärme zu vergleichen, ja - wenn nicht sogar mit Geborgenheit.
Beim näheren betrachten des heiligen Ortes, ist das Symbol des Buschwindröschens in einem Brunnen gefasst.
Die ruhigen Wellen vom Meer, schieben sich gegen die Fundamentsäulen des Schreins.
- Amyra die Tochter Temoras -
Wer war "Amyra"?
Laut Aufzeichnungen wiederholen sich folgende Fakten stetig:
Amyra war ein stilles, schweigsames Kind einer Dorfheilerin.
Ihr Eifer und die Hilfsbereitschaft zu ihrer Mutter war Tugendhaft.
Sie war so vorbildlich, dass der innerste Wunsch ihrer Mutter jener war, dass Amyra ferner die Heilstube weiterführen solle.
Geweckt vom Ruf unserer Herrin selbst, machte sich Amyra eines Tages auf dem Weg, just' in dem Moment wo der Glockenschlag im Dorf zu läuten begann.
Amyras Weg verlief der Küste entlang an dem Ort, wo sie Ihre Lehren empfing und heute der Schrein des Mitgefühls steht.
- Buschwindröschen -
Das Buschwindröschen ist eine Pflanzenart der Gattung "Windröschen", ein Hahnenfußgewächs.
Es ist ein ausdauerndes, krautiges Gewächs welches sich zu Beginn des Erstfrühlings entfaltet.
Die grünen Knospen reifen meist zwischen dem Mondlauf Lenzing oder Eluviar und tragen dann weiße, seltenst rosafarbene Blüten.
Diese doch recht ansehnliche, zarte und feine Pflanze wählte Amyra scheinbar deswegen zu ihrem Symbol, da die Schönheit in Ihrer Vielfalt, während der Blütezeit sich wie ein Teppich niederlegt.
- Interpretation "Mitgefühl".
Mitgefühl ist Anteilnahme.
Anteilnahme am Leid oder an der Not anderer.
Es Bedarf daher einer Grundeinstellung zur Empathie.
Eine Bereitschaft sich in die Werte anderer Menschen einzufühlen.
Stets muss man sich ermahnen seinem Gegenüber, als Teil von sich selbst zu sehen.
Entscheidungen zu treffen, die nicht nur den eigenen Vorteil beschaffen.
Ja man muss sich hier insbesondere einfühlen, um das Empfinden seines Gegenübers deuten können.
Keines Wegs darf dies jedoch zur Selbstaufgabe führen - die helfende Hand darf nicht als ziehende fungieren.
Mitgefühl sorgt also für Gütigkeit.
Es zeichnet einen als ehrbare Person aus, eine Person um die sich viele Kinderbücher ranken.
Diese ehrbare Auszeichnung stillt die eigene Zufriedenheit.
Die Ignoranz ist daher der Feind dieser Tugend und trägt nicht zum wesentlichen bei.
- Zusammenfassung -
Schrein: Mitgefühl
Ort: Merreswacht, Wellenruh
Koordinaten: 1533,1043
Temoras Kind: Amyra
Symbolik: Buschwindröschen
Merkmale: Statue der heiligen Amyra schaut wachend über den Schrein.
Buschwindröschen wachsen um den Schrein herum, im Frühjahr eine besondere Pracht.
Die Beschaffenheit des Schreins ist aus grauen Marmorgestein.
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