Homines sumus, nun dei
Verfasst: Mittwoch 20. März 2019, 12:08
[...]
"Und wie weiß man denn, für welchen Erdkloß man geboren,
wenn man’s für den nicht ist, auf welchem man geboren?”
steht es in einem der weniger Bücher, das ich auf meine Reise mitnahm.
Ist Heimat ein Haus, ein Ort, ein Königreich? Muss das Zuhause in der Heimat liegen? Darf die Heimat einem fremd sein? Das sind Fragen, die ich mir an manch langem Tag, nach langem Ritt, stellte. Heute kenne ich die Antworten auf all diese Fragen…
Die erste Heimat, in die man geboren und wo man aufgewachsen ist, erhält man geschenkt.
Und in diese kehrte ich nach dem Fall des Ordens zurück, in der Hoffnung dort etwas von dem zu finden, was mir nun fehlte.
Heimat ist schwarz-weiß, und sie ist grau, aber sie ist nicht dieses Grau, das aus der Mischung von Schwarz und Weiß entsteht.
Das Schwarz-Weiß ist die Birkenrinde, ein eingeprägtes Bild von früher, das die romantische Seele zu ersinnen versucht. Das Grau ist das der Mauern und Befestigungen in der Ferne, ein Symbolbild der menschlichen Natur. Um die Bedeutung dieser Bilder weiß ich nun. Der Mensch sehnt sich nach Sicherheit und Geborgenheit. Heimat ist also ein Gefühl, das darf man sagen. Das Gefühl ist subjektiv, es ist intim, individuell ist es auch. Es hat eine Farbe, einen Geruch und es hat Bilder, die keines Malers bedürfen.
So fahre ich am Wegesrand mit den Fingern über schwarz-weiße Rinde, und spüre Geborgenheit, wenn ich gen Himmel blicke und an früher denke.
Ich schaue in die Ferne und erblicke die graue, alte Festung.
Lange hielt ich inne, denn ich war fast in meiner Heimat angekommen.
Aber ist Heimat wirklich, wenn Erinnerungen das Jetzt überlagern?
Und je näher ich kam, desto mehr waren es nur Erinnerungen. Es war nicht mehr viel da. Das Dorf verlassen, die Festung verfallen. Etliche Jahre muss hier niemand mehr gewohnt haben. Keine Spur mehr von den ehemaligen Bewohnern, keine Spur mehr von dem, was es zur Heimat machte. Genau so wie dort, wo ich herkam.
Die Sehnsucht nach der heilen Welt trieb mich hierher, nach der verlorenen Zeit eines ungefähren Früher. Aber so ist die Welt nicht.
Ich war verloren auf dem Weg, zu suchen und zu finden.
Vielleicht gibt es für mich keine Heimat mehr? Diese Frage stellte nun plötzlich die Frage nach der eigentlichen Heimat in den Schatten. Aufgewühlt war die Seele, zerrüttet war das Herz. Wo war noch mein Platz in dieser Welt, wenn nicht hier?
Oft versank ich dieser Tage im Gebet, denn immerhin der Glaube war mir noch geblieben.
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"Und wie weiß man denn, für welchen Erdkloß man geboren,
wenn man’s für den nicht ist, auf welchem man geboren?”
steht es in einem der weniger Bücher, das ich auf meine Reise mitnahm.
Ist Heimat ein Haus, ein Ort, ein Königreich? Muss das Zuhause in der Heimat liegen? Darf die Heimat einem fremd sein? Das sind Fragen, die ich mir an manch langem Tag, nach langem Ritt, stellte. Heute kenne ich die Antworten auf all diese Fragen…
Die erste Heimat, in die man geboren und wo man aufgewachsen ist, erhält man geschenkt.
Und in diese kehrte ich nach dem Fall des Ordens zurück, in der Hoffnung dort etwas von dem zu finden, was mir nun fehlte.
Heimat ist schwarz-weiß, und sie ist grau, aber sie ist nicht dieses Grau, das aus der Mischung von Schwarz und Weiß entsteht.
Das Schwarz-Weiß ist die Birkenrinde, ein eingeprägtes Bild von früher, das die romantische Seele zu ersinnen versucht. Das Grau ist das der Mauern und Befestigungen in der Ferne, ein Symbolbild der menschlichen Natur. Um die Bedeutung dieser Bilder weiß ich nun. Der Mensch sehnt sich nach Sicherheit und Geborgenheit. Heimat ist also ein Gefühl, das darf man sagen. Das Gefühl ist subjektiv, es ist intim, individuell ist es auch. Es hat eine Farbe, einen Geruch und es hat Bilder, die keines Malers bedürfen.
So fahre ich am Wegesrand mit den Fingern über schwarz-weiße Rinde, und spüre Geborgenheit, wenn ich gen Himmel blicke und an früher denke.
Ich schaue in die Ferne und erblicke die graue, alte Festung.
Lange hielt ich inne, denn ich war fast in meiner Heimat angekommen.
Aber ist Heimat wirklich, wenn Erinnerungen das Jetzt überlagern?
Und je näher ich kam, desto mehr waren es nur Erinnerungen. Es war nicht mehr viel da. Das Dorf verlassen, die Festung verfallen. Etliche Jahre muss hier niemand mehr gewohnt haben. Keine Spur mehr von den ehemaligen Bewohnern, keine Spur mehr von dem, was es zur Heimat machte. Genau so wie dort, wo ich herkam.
Die Sehnsucht nach der heilen Welt trieb mich hierher, nach der verlorenen Zeit eines ungefähren Früher. Aber so ist die Welt nicht.
Ich war verloren auf dem Weg, zu suchen und zu finden.
Vielleicht gibt es für mich keine Heimat mehr? Diese Frage stellte nun plötzlich die Frage nach der eigentlichen Heimat in den Schatten. Aufgewühlt war die Seele, zerrüttet war das Herz. Wo war noch mein Platz in dieser Welt, wenn nicht hier?
Oft versank ich dieser Tage im Gebet, denn immerhin der Glaube war mir noch geblieben.
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