Seite 1 von 1

Vermählung wider Willen

Verfasst: Dienstag 13. Juni 2006, 20:27
von Ronya Sotan
Ein lauer Wind trieb aus Westen an den Hafen der Insel.
Ronya und Felicia saßen am Hafen des neuentdeckten Eilandes und schmiedeten Pläne für Ihre künftige Niederlassung hier.
Ab und an wagte sich eine dieser Riesenratten bis an den Rastplatz am Hafen und folgte damit dem Schicksal vieler anderer vor ihr.
Grade als es wieder in der nahen Baumgruppe raschelte, wollten die zwei aufspringen als ein Eingeborener aus dem Dorf im Süden der Insel vor ihnen stand.
Ausser einem Lendenschurz und einem Speer trug er eigentlich nichts weiter am Leib.
Ronya erhob sich langsamm und ging mit ruhigen schritten die Handflächen nach vorne und oben gerichtet auf den Mann zu.
Sie wollte ihm zeigen das er keine angst haben müsse.
Der fremde stiess den Speer nach vorne und ehe Ronya sich versah, landete sie rücklings im Gras.
Er setzte Ihr den Speer auf die Brust und fing an in seiner Sprache zu reden.
Felicia hob den Bogen und zielte und auf den Fremden.
" Nein nicht " Rief Ronya rüber.
Sie sass im Rasen und schaute auf den Eingeborenen.
Er nahm den Speer und trat einige Schritte.
Er redete wieder in seiner Sprache und gestikulierte wild.
Erst Zeigte er auf sich, dann auf Ronya und dann um sich herum.
Ronya erhob sich langsamm und lies den Fremden nicht aus den Augen.
Wieder und wieder stiess er den Speer nach vorne in Ihre Richtung, aber es schien eher drohend zu sein und nicht so als wole er sie verletzen.
Er zeigte erneut auf sich, dann wieder auf Ronya und dann nach Süden.
" Hm, ich glaube er will das ich mit ihm gehe "
Meinte Ronya zu Felicia.
Sie nickte dem Wilden zu und raunte Felicia noch zu auf Abstand zu folgen um im ernstfall einzugreifen.
Sie liefen den Weg vom Rattenbefallem Dorf aus nach Süden.
Immer wieder redete der Mann in fremder sprache und wenn sie an Wilden Tieren vorbeikamen wiederholte er das selbe und trieb zur eile an.
Unweit jener Stelle wo Sie und Felicia eben noch berieten zu Siedeln, ging ihr endlich die Puste aus.
" He du warte mal "
Meinte sie keuchend zu dem Eingeborenen.
Sie deutete auf die Metallene Rüstung und dann auf seinen Lendenschurz.
Scheinbar schien er zu verstehen und so schnallte sich Ronya ein Plattenteil nach dem anderen ab.
Sie trug zum Glück ja immer Echsenleder darunter und so musste sie sich nicht vor dem Wilden entblössen.
Scheinbar verstand er aber etwas falsch denn kaum war Ronya fertig, zog er ein Messer und wollte ihr das Lederne, eh schon recht knappe Oberteil das eigentlich nur wenig verdeckte, auch noch abschneiden.
" Na das lass mal " meinte sie und drückte ihm das Messer zur seite.
Wieder trieb er sie an und sie liefen näher und näher zum Lager.
Die Wachen dort schauten sie argwöhnisch an aber taten nichts.
Unbehagen machte sich in Ronya breit.
War es vielleicht ein Fehler mitzugehen ?
Was wenn sie jetzt im Kochtopf landete den man angeblich im Lager gesehen haben wollte ?
Immer tiefer zum Lager ging der Marsch hinein und endlich an einer Hütte schienen sie am ziel zu sein.
Der Eingeborene deutet auf eine Ecke in welche sie sich setzen sollte und legte dann zu Ronyas erstaunen den Speer zur seite um sich dicht neben sie zu setzen.
Was hatte er vor ?
Er griff zur seite und hielt ihr eine Muschelkette hin udn zeigte dann auf ihren Hals.
Ronya beschloss, dieses vermeintliche geschenk anzunehmen.
Großer fehler wie sie direkt danach feststellen sollte.
Kaum lag die Kette an ihrem hals griff der Wilde ihr auch sofort an die Brust und wollte ihr das Oberteil vom Körper reissen.
JETZT verstand sie.
Sie hatte soeben einer " Hochzeit " zugestimmt und ohne lange zu reden sollte es direkt zur Hochzeitsnacht kommen.

Verfasst: Dienstag 13. Juni 2006, 21:07
von Ronya Sotan
Ronya wehrte sich so gut und taktvoll es ging von den Händen des Eingeborenen.
Hier wurde wohl irgendwas gründlich Missverstanden doch wie sollte sie ihm das nur klarmachen ?
Sie schickte sich an die Kette abzunehmen und im selben Augenblick griff er wieder zum Speer.
Sie lies es sofort sein und in ihrem Kopf kreisten verschiedene Möglichkeiten.
Mitmachen - sich dem Eingeborenem zum schein hingeben und dann versuchen den Dolch in Ihrem Stiefel zu erreichen ?
Was wenn er es bemerkte ?
Was wenn es ihr vielleicht sogar gefiel ?
Die letzte Nacht mit einem Mann war lange her, vielleicht zu lange.
Für einen Moment schmunzelte Sie und verwarf den letzten Gedanken wieder.
Sie hatte eine verantwortung übernommen und die anderen Kriegerinnen verliessen sich auf sie.
Überhaubt was für ein dämlicher Gedanke, Sie unter all den Wilden hier.
Der erste Plan war da schon besser, doch selbst wenn sie ihn ausser gefecht sezte, wie sollte sie das lager hier verlassen ?
Und selbst wenn sie das schaffte, wie würden die Eingeborenen auf so eine tat reagieren ?
Nein sie musste anders vorgehen.
Nicht alles lies sich mit gewalt lösen und im Grunde würde es ihr auch leid tun einen von den Eingeborenen zu töten.
Sie wäre dann nicht besser als jene Städter die in Scharen die Insel betraten und fast schon Spass draus machten jene zu töten.
Ronya und ihre kriegerinnen wollten genau das gegenteil.
Sie wollten irgendwann die freunschaft zu jenem Stamm suchen.
Und wenn sie doch das angebot annahm ?
Ein Band zwischen Ihr und den eingeborenen konnte viel bewirken vielleicht.
Doch auch hier begann sie zu zweifeln.
Sie glaubte nicht daran das die eingeborenen soweit dachten.
Sie nahm einen kleinen Ast vom Boden und begann unter dem Wachsammen auge des Eingeborenen der sich bereits wieder an ihrem Oberteil zu schaffen machte, eine Skitze in den erdboden zu zeichnen.
Sie lies ihn machen - denn so hatte sie zeit ihre zeichnung in ruhe zu vollenden.
Als sie Fertig war wehrte sie seine Hände ab und deutet mit einem nicken auf den Boden.
Eine Frau , und die figuren zweier Männer.
Ronya zeigte auf die Frau - dann auf sich.
Anschliessend zeigte sie auf einen der Männer - dann auf ihn und die kette an ihrem Hals.
Und schliesslich zeigte sie den zweiten Mann - dann auf den Ring an ihrem Finger und anschliessend machte sie eine Geste in Richtung des Meeres.
JETZT schien er zu begreifen.
Er nahm ihr die kette vom Hals und deutet zum Eingang der Hütte.
Für einen moment schien sie sowas wie traurigkeit und enttäuschung in seinem Blick zu erkennen.
Oder doch nicht ?
Er begleitete sie unbeschadet an den rand seines Dorfes und dort wartete auch Felicia schon.
Er sagte noch etwas in seiner Sprache, deutet nach norden und verschwand wieder.
Was war da grade passiert ?
Wieso lies er sie frei wenn es doch angeblich Menschenfresser waren ?
Jetzt nachdem sie ihn zurückwies hätte er sie ebenso auch in den Kochtopf werfen können.
Oder waren das alles nur dumme gerüchte irgendwelcher Abenteurer die unbedingt einen grund suchten jene Eingeborenen auszurotten und ihnen deswegen einen Ruf als Menschenfresser anhängen wollten ?