Schreiben an die Kirche der Temora
Verfasst: Donnerstag 24. Januar 2019, 15:24
Mit Dringlichkeitsvermerk adressiert an die Geweihtenschaft der Temora zu Schwingenstein und mit einer Abschrift des Schreibens (siehe unten) versehen.
Freiherrschaft Kronwalden
Grafschaft Meerswacht, Lichtenthal
⊕
24. Hartung im Jahre 262
Wacht und Wehr Temoras mit Euch Hochwürden
Die bevorstehende Weihe der neuen Kapelle in Kronwalden rückt näher und es erfreut mein Herz ungemein, dass dieses schmucke, kleine Gotteshaus im Herzen meines Lehens nun bald willkommen geheissen wird.
Gleichwohl betrüblich finde ich einige Entscheidungen, die die Kirche gefällt zu haben scheint, was das Interieur angeht.
Mir will kein Grund einfallen, warum eine Nachbildung des Schwertes der Temora nicht ausgestellt werden sollte, schließlich ist das Schwert der Ritterlichen ein Gegenstand, der dem Wohl und Wehe unseres Volkes oftmals geholfen hat. Aber das ist nicht der strittige Punkt meines Schreibens und ich beuge mich hier der Weisheit der Temoranischen Kirche, wenngleich eine Begründung mir sicher weiterhelfen würde.
Was jedoch nicht wirklich auf mein Verständnis stößt ist die Ablehnung eines Geschenks aus Menek'Ur, weil es als zu groß betitelt wurde. Vergleichen wir wirklich, wie groß die einzelnen Statuen sind oder können wir auch ohne derartige Vergleiche akzeptieren, dass dies eine Kapelle ist, die Temora geweiht ist aber eben auch Eluive, so wie es der vielfache Wunsch meiner Bevölkerung war? Müssen wir den Wert aufrechnen so mag die Temorastatue, die auf dem Altar einen besonderen Platz erhalten soll, den Wert einer Statue aus Sandstein auf den ersten Blick doch ziemlich deutlich in den Schatten stellen, stammt sie doch aus Mithrill, dem heiligen Metall unserer Freunde aus dem Götterberg.
Das Euch beigefügte Schreiben stellt mich vor eine unmögliche Position und ich verstehe, warum das stolze Wüstenvolk durchaus beleidigt ist. Denn auch ich hatte keinerlei Probleme damit, dass die eine Statue größer ist als die andere.
Im Zuge dessen möchte ich Euch dringlichst darum bitten, dass die Kirche ihre Pläne hier dem Wunsch der Kronwaldener (die derartige Vergleiche nicht einmal angestellt haben) unterordnet und die ursprüngliche Statue zulässt. Es läuft doch letztlich darauf hinaus, dass diese Kapelle ein Ort von Andacht, Glaube, Freude und Zusammenkunft sein soll. Müssen wir da wirklich werten?
Ich darf Euch versichern, dass niemand den Wert des Temoraglaubens deswegen geringer sehen wird in Kronwalden. Dafür stehe ich mit meinem Eid als Vasall der Krone schließlich ein.
Mit den besten Segenswünschen verbleibe ich auf eure baldige Antwort hoffend
-Freiherr-
*Siegel*
Maheen Ayat Azeezah hat geschrieben:
- „Salam Aleikum, ehrenwerter und geschätzter Freiherr Arenvir von Kronwalden.
Bei unserem letzten Gespräch unter der abendlich sinkenden Wüstensonne unterhielten wir uns bei einem belebenden Mocca über die Kapelleneinweihung in Kronwalden und des unglücklich verpassten Involvierens der menekanischen Geweihten der All-Mara, deren Volk sich am Kapellenbau beteiligte. Umso erfreuter war ich, als ihr Euch persönlich für eine Beteiligung der Geweihtenschaft der Mutter bei der Kapellenweihe ausspracht – ein bescheidener Nebenakt in Form der Segnung der gestifteten Statue der All-Mara.
Die gespendete Statue, ein Geschenk des menekanischen Volkes, wurde vor Monden (Ende Searum des letzten Jahreslaufes) auf Bitten der werten Taliara Levar, die an unseren ehrenwerten Sajneen Adal Yazir herantrat in Abstimmung mit dem Tempel bei der begabten Blüte Yousra Kadija Falah in Auftrag gegeben – jene fertigte bereits mehrmals Kunstwerke aus Stein und Glas im Auftrag des Tempels und auch des Erhabenen.
Die Statue wurde nach den wohlüberlegten Vorgaben der Geweihtenschaft gefertigt – eine Sandsteinstatue der Eluive, die eine Wasserschale in den Händen hält.
An sich relativ schlicht ausfallend, aber vorrangig den fruchtbaren, lebenserquickenden Aspekt der Mutter betonend, da uns dies für eine Kapelle im ländlichen Kronwalden als überaus stimmig erschien.
Der Ehrenwerte Sajneen hat sich an der finalen Ausgestaltung der Ornamentverzierungen der Schale beteiligt und jene unter Janitschar-Schutz nach Kronwalden bringen lassen.
Um mich, nach Rücksprache mit der hochgeschätzten Haatim, auf die Segnung der Statue vorzubereiten, habe ich die Kapelle besucht – bei meinem letzten Besuch stand sie bereits, einzig die Innenausgestaltung fehlte. Ich darf bekunden, dass sie mir sehr gefällt.
Betrüblicherweise konnte ich nirgendwo die eigens für die Kapelle angefertigte und geschenkte Statue entdecken – einzig eine Statuette Eluives aus Sandstein, deren Ursprung ich nicht kenne.
Sie wurde jedenfalls weder vom Herrscherhaus, den Wesiren oder dem Tempel in Auftrag gegeben, noch wurden jene Personen oder Institutionen nach meinem und Adals Wissenstand informiert.
Vielleicht könntet Ihr da etwas Erkenntnis hineinbringen und wisst mehr über den Verbleib der Statue der Eluive? Wurde sie gar verschmäht und durch die Statuette ersetzt?
Ich bedanke mich im voraus für Eure Mühen und Euer Verständnis als langjähriger Kenner und Freund des stolzen menekanischen Volkes für die uns heiligen Gepflogenheiten des Schenkens.
Mit verbundenen Grüßen und dem Segen der All-Mara.Im Namen des Tempels der Mara
Prehaatim der Eluive."
[img]http://theow-wiki.caffeine.ch/images/archive/5/53/20171031205916%21TEMPEL.png[/img]