Aus den Schatten
Verfasst: Sonntag 28. Oktober 2018, 03:52
In den wenigen Schatten die hier auf dem höchsten Stockwerk des Bankturms, dank der Esse überhaupt entstanden, sah man die Gestalt eines Letharfen stehen. Terr`Qeru`k war vor einigen Tagen hier im Axorn angekommen. Seine Reise war lang gewesen. Lang und anstrengend. Aber das zählte nicht. Nichts zählte hier.
Hier galt nichts mehr von alledem was er bis hierhin getan oder gelernt hatte. Er war wieder ganz unten angekommen und würde sich erneut beweisen müssen. Er war Dreck, zusammen mit den anderen Runenlosen die durch den Axorn schwärmten und - vermutlich wie er selbst - den Runenträgern der Gemeinschaft nach besten Mitteln aus dem Weg zu gehen. Jene hatten sowieso keine Erwartungen an die Runenlosen und selbst der angehende Letherx hatte, nichtmal mit einer Silbe, erwähnen können, welche Fähigkeiten er überhaupt mitbrachte. Das zählte hier nicht. Er musste sich in der Gesellschaft erstmal beweisen und zeigen, dass er es überhaupt Wert war das man ihn soetwas fragte. Bis dahin würde er einfach alles tun, was immer man ihm auftrug. Und er war ganz gut darin Befehle zu empfangen, sie durchzuführen und abzugeben, nur um dann Neue zu bekommen.
In der Ferne konnte man das keuchen und wimmern der gefangenen Kreaturen im Menschenbereich hören. Hier und da hörte man eine der Echsen aufkreischen. Das Brodeln der Lava in der Grube untermalte das Ganze. Jeder andere hätte all diese Geräusche verstörend gefunden. Für ihn war es wie das Zirpen von Grillen in der Nacht. Es klang beinah wie Musik. Der Axorn lag in bedrohlicher Ruhe dar. Wie ein schlafender Panther der nur darauf wartete, dass etwas seine Aufmerksamkeit erregen könnte. Etwas das sicherlich nicht lange anhalten würde.
Seine Hand und sein Bein schmerzten immernoch bei jeder Bewegung die er machte. Scheinbar war es hier üblich auch ohne wirklichen Anlass Schmerzen als Lehrmaterial anzuwenden. Immerhin hatte das den Vorteil, dass jedesmal wenn er den Dolch oder die Krallen zur Hand nahm und sie in Fleisch trieb, der kreischende Schmerz ihn als Lehrer begleitete. So tat die Bestrafung seinen Zweck auf ihre Weise. Ob das nun beabsichtigt worden war oder nicht, war für ihn nicht ersichtlich und spielte im Endeffekt auch keine Rolle mehr.
Seine Gedanken glitten zu den vielen Stunden, die er in der Nähe der Mine lauerte. Wesshalb oder Wieso er das tat, wussten nur die Wenigsten. Er selbst hatte seine Gründe dafür.
Die Lethra die dieses Interesse in ihm ausgelöst hatte, fiel selbst bei den Letharen des Axorns ganz besonders auf. Ihre Art sich zu gebärden, die Worte die sie wählte, ihre ganze Art war selbst für letharische Verhältnisse durchaus als exzentrisch zu betrachten. Manchmal hatte man den Eindruck der viele Schwefel, Staub, Kohle und die Hitze der Esse hätten ihr das Hirn weich werden lassen und sie somit zu nicht viel mehr werden als ein Werkzeug, dass Werkzeuge schwingen konnte.
Den meisten Letharen hier hätte das vermutlich sogar gereicht. Sie würde so zumindest ihre Rolle erfüllen ohne weiter irgendeinen Anspruch oder Problem darzustellen.
Für Terr`Qeru`k allerdings war sie von Interesse. Genau aus den Gründen, wesshalb sie anderen vermutlich kaum auffallen würde. Er studierte Verhalten. Jegliches Verhalten weckte seine Neugierde und seinen Ehrgeiz es zu verstehen, es zu begreifen und am Ende kopieren zu können. Die Lethra wirkte durch ihre dümmliche Art so unscheinbar, dass sie sicherlich einfach anwesend sein konnte ohne irgendwie aufzufallen. Dies könnte man sicher auch unter den Menschen verwenden. Wer würde schon einem dümmlichen, schwachsinnigen Menschen irgendwelchen Ernst entgegen bringen?
Sie zu studieren brachte auch gleich noch andere Weisen hervor, wie sie ihm nützlich sein konnte. Ihre Fähigkeiten mit Metallen war für ihn in einigen Bereichen von großem Interesse. Besonders was das Anfertigen von Mechanismen und Schlössern betraf. Er würde sie noch oft ausfragen wie sie ein Schloss aufbaute und aus welchen Einzelteilen bestehe. Solange bis er es im Schlaf herrunter beten konnte. Seine Fähigkeit Schlosser zu öffnen, war sicher eine der wenigen die hier im Axorn kaum jemand beherrschte und er wusste: Wenn er sich hier eine Position erarbeiten wollen würde, dann währe das der Erfolgsversprechenste Weg. Seine Fähigkeiten als Spion waren zu subtil, damit sie jetzt im Moment irgendwelche Relevanz für die Runenträger und hohen Schwestern und Brüder haben würden.
Er konnte die Lethra Onyx - wie er sich entschlossen hatte sie zu nennen - gut leiden. Natürlich nicht wie Menschlinge davon sprechen würden, jemanden zu mögen. Es waren keine Gefühle von Zuneigung oder Begehren dergleichen. Er mochte die Lethra wie er seinen Dolch oder seine Rüstung mochte. Sie waren nützlich und taten ihm gute Dienste ihn weiter vorran zu bringen. Und genau das tat Onyx auch. Sie brachte ihn vorran. Sie wusste es nicht und begriff es vermutlich nichteinmal wenn er mit seiner Vermutung, sie könnte etwas Stumpfsinnig sein, recht behalten würde.
Wie mechanisch führte sie ihre Arbeiten aus. Alles was die Lethra kannte war nur ihren Aufgaben nachzugehen. Darin zeigte sie derart viel Feuereifer das sie ihre Hülle zerschund und sich kaum darum kümmerte. Terr`Qeru`k gefiel das nicht. Ansich hätte es ihm egal sein können ob ihre Hülle langsam zerfiel oder sie sich die Knochen brach. Aber für seine Absichten war es mehr als nur hinderlich. Sie sollte lange genug leben, damit sie ihm weiter dienlich sein konnte.
Natürlich durfte davon keiner etwas wissen. Als Runenloser hatte er keinen Anspruch auf ein Weibchen und noch würde er sich hüten soetwas überhaupt zu denken. Aber er verstand bereits, warum manche Letharfen "seltsame Entscheidungen" dies bezüglich trafen. Hätte er die Gelegenheit würde er sich schneller ein Bandeisen nehmen, als die Lethra überhaupt hätte einen Widerspruch einlegen können. Sie war äusserst nützlich für ihn. Eine zerstörte Hülle würde das nur torpedieren. Vielleicht war sie sogar dazu geeignet den ein oder anderen Letharfen zu bekommen. Das würde sie noch nützlicher machen.
All das jedoch verblasste vor der gewaltigen Aufgabe, sich der Gemeinschaft als nützlich und von Wert zu beweisen. Seine Fähigkeiten waren subtil, schwer zu erkennen und die Kampfkraft eines Letherixor hatte er nicht.
Es würde nicht einfach werden, seinen Wert zu beweisen, soviel war ihm schon vom ersten Tage klar. Alles was die Runenträger an ihm sehen konnten, war nur ein minderwertiger Letharf der nicht auch nur im Ansatz zu einem Krieger taugte.
Seine Heimlichkeit, seine Fähigkeit die Menschen zu begreifen - die er schulte wie keine andere Disziplin -, sein anfängliches Wissen über Mechanismen, sein lautloser Dolch, all das waren Sachen die man nur sehen konnte, wenn man genau hinsah. Und kein Runenträger sah genauer hin. Wieso sollten sie auch? In den Dreck blicken nur die, die bereits dort sind.
Hier galt nichts mehr von alledem was er bis hierhin getan oder gelernt hatte. Er war wieder ganz unten angekommen und würde sich erneut beweisen müssen. Er war Dreck, zusammen mit den anderen Runenlosen die durch den Axorn schwärmten und - vermutlich wie er selbst - den Runenträgern der Gemeinschaft nach besten Mitteln aus dem Weg zu gehen. Jene hatten sowieso keine Erwartungen an die Runenlosen und selbst der angehende Letherx hatte, nichtmal mit einer Silbe, erwähnen können, welche Fähigkeiten er überhaupt mitbrachte. Das zählte hier nicht. Er musste sich in der Gesellschaft erstmal beweisen und zeigen, dass er es überhaupt Wert war das man ihn soetwas fragte. Bis dahin würde er einfach alles tun, was immer man ihm auftrug. Und er war ganz gut darin Befehle zu empfangen, sie durchzuführen und abzugeben, nur um dann Neue zu bekommen.
In der Ferne konnte man das keuchen und wimmern der gefangenen Kreaturen im Menschenbereich hören. Hier und da hörte man eine der Echsen aufkreischen. Das Brodeln der Lava in der Grube untermalte das Ganze. Jeder andere hätte all diese Geräusche verstörend gefunden. Für ihn war es wie das Zirpen von Grillen in der Nacht. Es klang beinah wie Musik. Der Axorn lag in bedrohlicher Ruhe dar. Wie ein schlafender Panther der nur darauf wartete, dass etwas seine Aufmerksamkeit erregen könnte. Etwas das sicherlich nicht lange anhalten würde.
Seine Hand und sein Bein schmerzten immernoch bei jeder Bewegung die er machte. Scheinbar war es hier üblich auch ohne wirklichen Anlass Schmerzen als Lehrmaterial anzuwenden. Immerhin hatte das den Vorteil, dass jedesmal wenn er den Dolch oder die Krallen zur Hand nahm und sie in Fleisch trieb, der kreischende Schmerz ihn als Lehrer begleitete. So tat die Bestrafung seinen Zweck auf ihre Weise. Ob das nun beabsichtigt worden war oder nicht, war für ihn nicht ersichtlich und spielte im Endeffekt auch keine Rolle mehr.
Seine Gedanken glitten zu den vielen Stunden, die er in der Nähe der Mine lauerte. Wesshalb oder Wieso er das tat, wussten nur die Wenigsten. Er selbst hatte seine Gründe dafür.
Die Lethra die dieses Interesse in ihm ausgelöst hatte, fiel selbst bei den Letharen des Axorns ganz besonders auf. Ihre Art sich zu gebärden, die Worte die sie wählte, ihre ganze Art war selbst für letharische Verhältnisse durchaus als exzentrisch zu betrachten. Manchmal hatte man den Eindruck der viele Schwefel, Staub, Kohle und die Hitze der Esse hätten ihr das Hirn weich werden lassen und sie somit zu nicht viel mehr werden als ein Werkzeug, dass Werkzeuge schwingen konnte.
Den meisten Letharen hier hätte das vermutlich sogar gereicht. Sie würde so zumindest ihre Rolle erfüllen ohne weiter irgendeinen Anspruch oder Problem darzustellen.
Für Terr`Qeru`k allerdings war sie von Interesse. Genau aus den Gründen, wesshalb sie anderen vermutlich kaum auffallen würde. Er studierte Verhalten. Jegliches Verhalten weckte seine Neugierde und seinen Ehrgeiz es zu verstehen, es zu begreifen und am Ende kopieren zu können. Die Lethra wirkte durch ihre dümmliche Art so unscheinbar, dass sie sicherlich einfach anwesend sein konnte ohne irgendwie aufzufallen. Dies könnte man sicher auch unter den Menschen verwenden. Wer würde schon einem dümmlichen, schwachsinnigen Menschen irgendwelchen Ernst entgegen bringen?
Sie zu studieren brachte auch gleich noch andere Weisen hervor, wie sie ihm nützlich sein konnte. Ihre Fähigkeiten mit Metallen war für ihn in einigen Bereichen von großem Interesse. Besonders was das Anfertigen von Mechanismen und Schlössern betraf. Er würde sie noch oft ausfragen wie sie ein Schloss aufbaute und aus welchen Einzelteilen bestehe. Solange bis er es im Schlaf herrunter beten konnte. Seine Fähigkeit Schlosser zu öffnen, war sicher eine der wenigen die hier im Axorn kaum jemand beherrschte und er wusste: Wenn er sich hier eine Position erarbeiten wollen würde, dann währe das der Erfolgsversprechenste Weg. Seine Fähigkeiten als Spion waren zu subtil, damit sie jetzt im Moment irgendwelche Relevanz für die Runenträger und hohen Schwestern und Brüder haben würden.
Er konnte die Lethra Onyx - wie er sich entschlossen hatte sie zu nennen - gut leiden. Natürlich nicht wie Menschlinge davon sprechen würden, jemanden zu mögen. Es waren keine Gefühle von Zuneigung oder Begehren dergleichen. Er mochte die Lethra wie er seinen Dolch oder seine Rüstung mochte. Sie waren nützlich und taten ihm gute Dienste ihn weiter vorran zu bringen. Und genau das tat Onyx auch. Sie brachte ihn vorran. Sie wusste es nicht und begriff es vermutlich nichteinmal wenn er mit seiner Vermutung, sie könnte etwas Stumpfsinnig sein, recht behalten würde.
Wie mechanisch führte sie ihre Arbeiten aus. Alles was die Lethra kannte war nur ihren Aufgaben nachzugehen. Darin zeigte sie derart viel Feuereifer das sie ihre Hülle zerschund und sich kaum darum kümmerte. Terr`Qeru`k gefiel das nicht. Ansich hätte es ihm egal sein können ob ihre Hülle langsam zerfiel oder sie sich die Knochen brach. Aber für seine Absichten war es mehr als nur hinderlich. Sie sollte lange genug leben, damit sie ihm weiter dienlich sein konnte.
Natürlich durfte davon keiner etwas wissen. Als Runenloser hatte er keinen Anspruch auf ein Weibchen und noch würde er sich hüten soetwas überhaupt zu denken. Aber er verstand bereits, warum manche Letharfen "seltsame Entscheidungen" dies bezüglich trafen. Hätte er die Gelegenheit würde er sich schneller ein Bandeisen nehmen, als die Lethra überhaupt hätte einen Widerspruch einlegen können. Sie war äusserst nützlich für ihn. Eine zerstörte Hülle würde das nur torpedieren. Vielleicht war sie sogar dazu geeignet den ein oder anderen Letharfen zu bekommen. Das würde sie noch nützlicher machen.
All das jedoch verblasste vor der gewaltigen Aufgabe, sich der Gemeinschaft als nützlich und von Wert zu beweisen. Seine Fähigkeiten waren subtil, schwer zu erkennen und die Kampfkraft eines Letherixor hatte er nicht.
Es würde nicht einfach werden, seinen Wert zu beweisen, soviel war ihm schon vom ersten Tage klar. Alles was die Runenträger an ihm sehen konnten, war nur ein minderwertiger Letharf der nicht auch nur im Ansatz zu einem Krieger taugte.
Seine Heimlichkeit, seine Fähigkeit die Menschen zu begreifen - die er schulte wie keine andere Disziplin -, sein anfängliches Wissen über Mechanismen, sein lautloser Dolch, all das waren Sachen die man nur sehen konnte, wenn man genau hinsah. Und kein Runenträger sah genauer hin. Wieso sollten sie auch? In den Dreck blicken nur die, die bereits dort sind.